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ETF-Kostenübersicht über alle anfallenden Gebühren
Für das Investieren fallen unterschiedlichste Gebühren an. Auch wenn ETFs als kostengünstige Alternative gelten, spielen auch hier die Kosten eine wichtige Rolle, um langfristig das bestmögliche Ergebnis bei der Geldanlage zu erzielen. Um ETFs miteinander auf Kostenbasis vergleichen zu können, gilt es, die verschiedenen Kostenpunkte zu kennen.
Nachfolgend finden Sie eine ETF-Kostenübersicht, in der die wichtigsten Kostenarten aufgeführt sind:
| Kostenart | Zeitpunkt | Abrechnung |
|---|---|---|
| Verwaltungs- und Betriebskosten (TER) | laufend | innerhalb des Fondsvermögens |
| Order- und Sparplangebühren | bei der Ausführung | Broker |
| Handelsplatzgebühren | Kauf und Verkauf | Börse beziehungsweise Broker |
| Spread | Kauf und Verkauf | über Kauf- und Verkaufskurs |
| Depotgebühren | abhängig vom Anbieter | Broker oder Bank |
| Fremdwährungsgebühren | bei einer Währungsumrechnung | Broker oder Bank |
Bei einem ETF-Investment können außerdem Steuern auf Ausschüttungen, Vorabpauschalen und realisierte Veräußerungsgewinne anfallen. Diese reduzieren die Nettorendite, zählen jedoch nicht zu den eigentlichen ETF-Gebühren. Hier greift der Sparerpauschbetrag von 1.000 € pro Person, bis zu welchem diese Kosten nicht anfallen.
Wenn Sie Geld für Kinder anlegen, können Sie mittels Kinderdepots Geld durch die Hinterlegung des Freistellungsauftrages des Kindes sparen, da Kinder ebenfalls einen Freibetrag von 1.000 € erhalten.
Was bedeutet die TER bei einem ETF?
Der Begriff „TER“ steht für „Total Expense Ratio“, was zu Deutsch die Gesamtkostenquote ist. Die TER wird als prozentualer Wert angegeben und zeigt, wie hoch die laufenden jährlichen Kosten eines ETFs im Verhältnis zum Fondsvermögen sind.
Typische Bestandteile der Gesamtkostenquote sind die Verwaltung, Verwahrung, Wirtschaftsprüfung, Administration und Indexlizenz des ETF-Anbieters. Dieser Kostenfaktor wird automatisch innerhalb des Fonds verrechnet, sodass Anleger:innen diesen Punkt nicht aktiv zahlen. Es gibt somit keine direkte Abbuchung vom Referenzkonto, sondern die TER schmälert die Rendite.
Einfaches Rechenbeispiel: Bei einem Investment von 10.000 Euro und einer TER von 0,20 % entstehen rechnerisch rund 20 Euro Kosten pro Jahr.
In den Factsheets der ETFs kann die TER auch mal als „laufende Kosten“ oder „Ongoing Charges“ bezeichnet werden. Die Kennzahlen beschreiben ähnliche laufende Produktkosten, können jedoch in der Zusammensetzung leicht voneinander abweichen. Gerade für ETF-Anfänger können die vielen Begrifflichkeiten verwirrend wirken, jedoch sollte unbedingt verstanden werden, was sich dahinter verbrigt, bevor investiert wird.
Warum zeigt die TER nicht die tatsächlichen Gesamtkosten?
Die TER erfasst nicht alle Kosten, die innerhalb eines ETFs entstehen. Bei Indexanpassungen oder beim ETF-Rebalancing kauft und verkauft der Fonds Wertpapiere, wodurch Transaktionskosten anfallen. Synthetische ETFs können zudem Swapkosten verursachen und auch Quellensteuern beeinflussen die Rendite. Entscheidend ist außerdem, wie Anbieter den Index nachbilden, denn sie können alle Werte wirklich kaufen oder beim Sampling nur eine Auswahl berücksichtigen.
Einen realistischeren Eindruck vermittelt die Tracking Difference. Sie zeigt die Differenz zwischen der ETF-Rendite und der Rendite des Index. Eine niedrige oder negative Differenz kann für eine effiziente Umsetzung trotz höherer TER sprechen.
Wichtig zu wissen: Kosten für das Depot oder monatlich ausgeführte Sparpläne werden durch die TER nicht berücksichtigt.
Welche ETF-Gebühren entstehen beim Kauf und Verkauf?
Neben den laufenden Kosten gibt es eine Reihe weiterer Kostenpunkte, die bei einem ETF-Investment anfallen und sich auf die Wertentwicklung des Portfolios auswirken. Dazu gehören:
- Ordergebühren des Brokers: Die Ordergebühren fallen immer dann an, wenn Sie einen Kauf oder Verkauf von ETFs tätigen. Einige Online Broker verzichten auf diese Gebühren, während andere meisten einen Mindermengenzuschlag von einem Euro bei Käufen unter einer bestimmten Summe verlangen.
- Sparplanausführungsgebühren: Zwar verzichten die meisten Online Depots mittlerweile auf die Ausführungsgebühren für Sparpläne, dennoch können diese Kosten immer dann anfallen, wenn ein Sparplan ausgeführt wird.
- Handelsplatzentgelte: Einige Börsen und Handelsplätze berechnen zusätzliche Entgelte für die Ausführung einer Order. Teilweise kommen weitere Fremdkosten hinzu. Die Höhe richtet sich nach dem gewählten Handelsplatz, dem Broker und dem Ordervolumen.
- Mögliche Depotgebühren: Für die Verwahrung der ETF-Anteile können Banken und Broker monatliche oder jährliche Depotgebühren verlangen. Viele Online-Broker bieten inzwischen kostenlose Depots an.
- Fremdwährungsgebühren: Fremdwährungsgebühren können anfallen, wenn eine Order in einer anderen Währung abgerechnet wird und der Broker eine Umrechnung vornimmt. Wechselkursverluste zählen dagegen nicht zu den Gebühren, sondern zum Währungsrisiko des Investments.
- Spread: Der Spread bezeichnet die Differenz zwischen dem Kaufpreis und dem Verkaufspreis eines ETFs. Er zählt zu den indirekten Handelskosten und hängt unter anderem vom Handelsvolumen, der Liquidität und der Handelszeit ab.
Auf die Höhe der Ordergebühren, der Kosten für Sparpläne sowie Depotgebühren haben Sie mittels der Wahl des Online-Depots einen direkten Einfluss auf die Höhe der Kosten.
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Auswirkungen der ETF-Kosten mit dem Rechner ermitteln
Vielleicht mögen die Kostenfaktoren auf den ersten Blick nicht sonderlich schwerwiegend wirken, jedoch machen diese über einen langen Anlagehorizont einen deutlichen Unterschied aus. Führen Sie sich die Auswirkungen unterschiedlicher ETF-Kosten vor Augen, indem Sie mehrere Szenarien mit unserem ETF-Kostenrechner durchspielen:
ETF-Kosten richtig vergleichen und Risiko reduzieren
Für einen aussagekräftigen Kostenvergleich reicht der einfache Blick auf die TER nicht aus. Neben den laufenden Produktkosten sollten Sie auch die tatsächliche Abweichung vom Index sowie sämtliche Gebühren des Brokers berücksichtigen. Die folgende Checkliste hilft bei der Auswahl.
- TER und Tracking Difference gemeinsam betrachten: Die TER zeigt die laufenden Produktkosten. Die mehrjährige Tracking Difference verdeutlicht dagegen, wie effizient der ETF seinen Index tatsächlich nachgebildet hat.
- Preisverzeichnis des Brokers prüfen: Achten Sie auf Ordergebühren, Handelsplatzentgelte, Depotkosten und mögliche Fremdwährungsgebühren.
- Kosten des Sparplans berücksichtigen: Prozentuale Ausführungsgebühren fallen bei kleinen Sparraten besonders stark ins Gewicht. Auch mögliche Kosten beim späteren Verkauf sollten in den Vergleich einfließen.
- Fondsdokumente lesen: Das Basisinformationsblatt, das Factsheet und der Jahresbericht enthalten wichtige Angaben zu Kosten, Risiken, Replikationsmethode und Wertentwicklung.
- Liquidität und Spread beachten: Bei größeren Orders kann ein breiter Spread die tatsächlichen Kaufkosten deutlich erhöhen. Günstigere Konditionen sind häufig während der regulären Handelszeiten der im Index enthaltenen Wertpapiere möglich.
Wichtiger Hinweis: Der günstigste ETF stellt nicht automatisch die beste Wahl dar. Fondsvolumen, Liquidität, Ausschüttungsart, Indexqualität, Tracking Difference und auch die eigene Investmentstrategie sind relevant.