Inhalt des Artikels
- Die häufigsten Gründe für den ETF-Verkauf
- ETF verkaufen oder halten?
- So funktioniert der ETF-Verkauf Schritt-für-Schritt
- Wann ist der beste Moment für den ETF-Verkauf?
- Diese Kosten fallen beim Verkaufen von ETFs wirklich an
- Das müssen Sie rund um Steuern beim ETF-Verkauf wissen
- ETF-Entnahmeplan als Alternative zum einmaligen Verkauf
Die häufigsten Gründe für den ETF-Verkauf
Es gibt eine Vielzahl an Gründen für einen Verkauf von ETFs. Beispielsweise kann das eigene Sparziel für die Altersvorsorge oder die Ausbildung der Kinder erreicht worden sein. Wenn das Kapital in diesem Fall gebraucht wird, hat das Investment seinen Zweck erfüllt und dem Verkauf steht nichts im Wege.
Ein weiterer Grund kann auch das ETF-Rebalancing sein, bei dem die gewünschte Gewichtung des Portfolios wiederhergestellt wird. Ein solches Rebalancing findet im besten Fall in jährlichen Intervallen statt. Aber auch die Schließung oder Zusammenführung zweier ETFs kann einen Verkaufsgrund darstellen. Wird Ihr gehaltener ETF in einen anderen ETF überführt, gleicht dies einem Verkauf, weshalb Steuern auf die Gewinne anfallen. Ein Verkauf einiger ETF-Anteile kann dann dazu genutzt werden, die Steuern zu decken.
Weitere Gründe für den ETF-Verkauf sind folgende:
- Gewinnmitnahme
- Stop-Loss, um weitere Verluste zu minimieren
- Umschichtung in andere Investmentklassen
- Liquiditätsbedarf
Dabei gilt es, den Unterschied zwischen emotionalem und strategischem Verkaufen klar zu trennen. Während ein emotionaler Verkauf häufig impulsiv auf kurzfristige Kursschwankungen oder negative Schlagzeilen reagiert und langfristig oft zu Renditeeinbußen führt, basiert der strategische Verkauf auf klar definierten Zielen, festen Regeln und einer durchdachten Planung.
ETF verkaufen oder halten?
Die Entscheidung für oder gegen den Verkauf von ETF-Anteilen sollte gut überlegt sein. Kurzfristige Kursschwankungen sind beispielsweise kein Verkaufsgrund, da der Verlust erst beim Verkauf real wird. Zudem gehören kleinere Kursschwankungen zum Alltag.
Ob Sie Ihren ETF verkaufen oder halten, liegt an Ihren Anlagezielen. Haben Sie diese bereits erreicht, können Sie ETF-Anteile verkaufen, ohne ein schlechtes Gewissen haben zu müssen. Haben Sie Ihre Ziele noch nicht erreicht, sollten Sie sich fragen, ob ein Verkauf tatsächlich die richtige Entscheidung ist.
Zwar lautet die Grundregel, dass Sie nur Geld in ETFs investieren sollten, das langfristig nicht benötigt wird, jedoch kann eine Änderung der Lebenssituation durchaus zu einem kurzzeitig erhöhten Kapitalbedarf führen. In einem solchen Fall kann ein Teilverkauf sinnvoller sein, als ein Komplettausstieg.
So funktioniert der ETF-Verkauf Schritt-für-Schritt
Falls Sie darüber nachdenken, ETFs zu verkaufen, sind Sie vermutlich bereits Kunde bei einem Broker und wissen, wie Sie ETFs kaufen. Der Verkauf von ETFs funktioniert ähnlich. Wir führen Sie nun Schritt-für-Schritt durch den Prozess:
Login
Sie loggen sich in Ihr Depot ein und wählen den ETF aus, den Sie verkaufen wollen.
ETF auswählen
Sobald Sie den jeweiligen ETF aufgerufen haben, werden Sie dort die Option für den Verkauf finden.
Anzahl oder Summe auswählen
Wählen Sie entweder den Betrag oder die ETF-Anteile aus, die verkauft werden sollen.
Prüfung
Prüfen Sie die Verkaufsorder genau und bestätigen Sie diese.
Der Verkauf wird nur während der Handelszeiten durchgeführt. Möchten Sie den Verkauf außerhalb der Handelszeiten durchführen, werden Sie gebeten, einen Kurswert anzugeben, zu welchem Sie bereit sind, die Anteile zu verkaufen. Ist der Kurswert bei Eröffnung des Marktes innerhalb Ihrer Spanne, wird der Verkauf automatisch durchgeführt.
Wann ist der beste Moment für den ETF-Verkauf?
Der Moment für den ETF-Verkauf spielt eine besonders wichtige Rolle und nimmt einen direkten Einfluss auf den Kurs. Die besten Handelszeiten sind wochentags zwischen 9:00 und 17:30 Uhr, wenn die Xetra geöffnet ist. In diesem Zeitfenster sind die Kurse an allen Handelsplätzen am engsten beieinander, wodurch der Spread minimiert wird. Beim Spread handelt es sich um die Differenz zwischen An- und Verkaufskurs.
Orders außerhalb der Handelszeiten werden erst am nächsten Börsenhandelstag ausgeführt und können schlechtere Kurse bedeuten. Zudem spielt das Timing in Bezug auf den Sparerpauschbetrag ebenfalls eine wichtige Rolle. Ist der Sparerpauschbetrag von 1.000 € vor Jahresende noch nicht ausgereizt, können steuerfreie Verkäufe getätigt werden, um Gewinne zu realisieren.
Wichtig: Zwar gibt es gute Zeitpunkte für den Verkauf von ETFs, was nicht gleichzeitig bedeutet, dass der Kauf von ETFs getimed werden sollte. Selbst Börsen-Profis wie Warren Buffett sind sich einig, dass Zeit im Markt das Timing des Marktes schlägt.
Diese Kosten fallen beim Verkaufen von ETFs wirklich an
Für den Verkauf von ETFs fallen unterschiedliche Arten von Gebühren an. Zum einen können Ordergebühren vom Depotanbieter erhoben werden. Die zweite Kostenkomponente ist wie beim Kauf von ETFs der Spread. Bei sehr großen und liquiden ETFs ist der Spread oftmals eher gering, während er bei Branchen-ETFs höher ausfällt.
Tipps, um Kosten zu minimieren:
- Neobroker nutzen: Anbieter wie Scalable Capital erheben keine oder sehr geringe Ordergebühren, was besonders bei Teilverkäufen den Unterschied macht.
- Nur während der Xetra-Handelszeiten verkaufen: Zwischen 9:00 und 17:30 Uhr sind die Spreads am geringsten, da das Handelsvolumen am höchsten ist.
- Große und liquide ETFs bevorzugen: ETFs mit hohem Handelsvolumen, wie dem MSCI World SRI, haben in der Regel sehr enge Spreads.
- Zu viele Teilverkäufe vermeiden: Häufige kleine Verkäufe summieren die Ordergebühren. Das Bündeln der Verkäufe minimiert die Ordergebühren.
- Limit Order setzen: So vermeiden Sie, zu einem ungünstigen Kurs zu verkaufen und haben mehr Kontrolle über den tatsächlichen Verkaufspreis.
Noch kein Depot?
Unsere Empfehlungen für die besten Anbieter am Markt.
Oder selber vergleichen in unserem Depot-Vergleich.
Traders Place
4.2
- Keine Depot-Gebühren
- Kostenlose Sparpläne
- Zinsen auf Guthabenkonto
- Große Auswahl an ETFs und Aktien
Unser Testsieger
Scalable Capital
4.5
- Keine Depot-Gebühren
- Hervorragender Kundensupport
- Kostenlose Sparpläne
- Zinsen auf Guthabenkonto
- Große Auswahl an ETFs und Aktien
Finanzen.net Zero
4.5
- Keine Depot-Gebühren
- Automatische Wiederanlage
- Große Auswahl an ETFs und Aktien
- Kostenlose Sparpläne
Unser Testsieger
Scalable Capital
4.5
- Keine Depot-Gebühren
- Hervorragender Kundensupport
- Kostenlose Sparpläne
- Zinsen auf Guthabenkonto
- Große Auswahl an ETFs und Aktien
Traders Place
4.2
- Keine Depot-Gebühren
- Kostenlose Sparpläne
- Zinsen auf Guthabenkonto
- Große Auswahl an ETFs und Aktien
Finanzen.net Zero
4.5
- Keine Depot-Gebühren
- Automatische Wiederanlage
- Große Auswahl an ETFs und Aktien
- Kostenlose Sparpläne
Das müssen Sie rund um Steuern beim ETF-Verkauf wissen
Zusätzlich zu den reinen Gebühren, fallen beim ETF-Verkauf Steuern an, die auf den Kapitalertrag erhoben werden. Dabei gilt es zu wissen, dass die Steuern nicht auf den Verkaufspreis, sondern lediglich auf den Gewinn anfallen. Der Steuersatz setzt sich aus der Abgeltungssteuer von 25 %, dem Solidaritätszuschlag von 5,5 % sowie gegebenenfalls der Kirchensteuer von 8 und 9 % (je nach Bundesland) zusammen. Die Gesamtbelastung beträgt damit zwischen 26,375 und 28 %.
Bevor Sie ETFs verkaufen, sollten Sie unbedingt den Freistellungsauftrag bei Ihrem Depot hinterlegen, um so vom Sparerpauschbetrag von 1.000 € zu profitieren. Für zusammen veranlagte Ehepaare beträgt der Pauschbetrag 2.000 €. Dadurch stellen Sie sicher, dass die Steuerbelastung bis zu diesem Betrag reduziert wird. Auch deswegen ist ein Teilverkauf einem Komplettverkauf vorzuziehen, da Sie jährlich von dem Sparerpauschbetrag Gebrauch machen können.
Hinweis: Haben Sie in thesaurierende ETFs investiert, haben wir während der Phase der Geldanlage bereits die Vorabpauschale gezahlt. Diese wird beim Verkauf angerechnet, sodass keine Doppelbesteuerung stattfindet.
Die Steuern werden automatisch von der Depotbank abgezogen, sodass Sie sich nicht aktiv darum kümmern müssen. Es entsteht kein manueller Mehraufwand, sofern Sie den Freistellungsauftrag eingerichtet haben. Ist der Freistellungsauftrag nicht hinterlegt, kann die zu viel gezahlte Steuer über die Steuererklärung zurückerstattet werden.
Das FIFO-Prinzip beim ETF-Verkauf – und wie es Ihre Steuerlast beeinflusst
FIFO steht für „First In, First Out“ und bedeutet, dass immer die ältesten Anteile Ihres Portfolios zuerst verkauft werden. Es spielt keine Rolle, wann Sie diese tatsächlich erworben haben. Das kann steuerlich nachteilig sein. Ältere Wertpapiere wurden oft zu deutlich niedrigeren Kursen gekauft, wodurch der realisierte Gewinn und damit die Steuerlast entsprechend höher ausfällt.
Für ETF-Sparplaner:innen gibt es einen praktischen Ausweg. Das Aufteilen des ETF-Sparplans auf zwei ähnliche, aber unterschiedliche ETFs erzeugt zwei separate FIFO-Reihenfolgen. Möchten Sie neuere Anteile verkaufen, verkaufen Sie einfach aus dem ETF, den Sie später bespart haben. Mit dieser Herangehensweise lassen sich ältere, günstig gekaufte Anteile im Portfolio belassen und die Steuerlast beim Verkauf gezielt reduzieren.
ETF-Entnahmeplan als Alternative zum einmaligen Verkauf
Der ETF-Verkauf muss nicht in gesamter Höhe stattfinden, sondern kann auch mithilfe eines ETF-Entnahmeplans strategisch gestaltet werden. Hier handelt es sich um einen automatisierten Teilverkauf über einen definierten Zeitraum.
Der große Vorteil dieser ETF-Strategie ist, dass das Restkapital weiterhin investiert bleibt und der Zinseszins weiterarbeiten kann. Zudem wird die steuerliche Last gestreckt, da diese nicht auf den gesamten Gewinn auf einmal anfällt.
Wenn Sie also nicht die gesamte Summe auf einmal benötigen, empfiehlt sich ein durchdachter Entnahmeplan. Gerade beim Renteneintritt hat sich diese Strategie bewährt, um die Rente privat aufzubessern.
Berechnen Sie Ihren persönlichen Entnahmeplan
Tätigen Sie Angaben zu Ihrem Startkapital, der gewünschten Laufzeit und der erwarteten Rendite, um einen individuellen Entnahmeplan zu erstellen. Ermitteln Sie so die optimale monatliche Auszahlung.