Inhalt des Artikels
- Sanierungskosten-Rechner
- Lohnt sich die Sanierung des Hauses finanziell?
- Was kostet eine energetische Sanierung?
- Welche Faktoren beeinflussen die Sanierungskosten?
- Kann die energetische Sanierung gefördert werden?
- Wie schnell amortisiert sich eine Haussanierung?
- Welche Sanierungsmaßnahmen sind am sinnvollsten?
- Wie läuft eine energetische Sanierung ab?
- Checkliste für die Haussanierung
Sanierungskosten-Rechner
Berechnen Sie in wenigen Schritten die voraussichtlichen Kosten Ihrer energetischen Sanierung — inkl. Förderung und Einsparpotenzial.
Lohnt sich die Sanierung des Hauses finanziell?
Eine Sanierung lohnt sich fast immer, vorausgesetzt sie wird strategisch geplant und mit fachlicher Unterstützung umgesetzt. Denn wer sein Haus modernisiert, steigert nicht nur den Wohnkomfort. Entscheidend sind vor allem der höhere Immobilienwert und Einsparung von Energiekosten durch energetische Sanierungen.
Mit einer energetischen Sanierung senken Sie zudem die CO₂-Emissionen und sorgen so für einen positiven Impact auf unsere Umwelt. Für uns eine Win-Win-Situation, die sich bei korrekter Planung auch wirtschaftlich auszahlt.
Was kostet eine energetische Sanierung?
Die Kosten einer energetischen Sanierung variieren stark und hängen im Grunde vom Umfang und dem Zustand des Gebäudes ab. Für ein typisches Einfamilienhaus aus den 1970er oder 1980er Jahren liegen die Gesamtkosten häufig zwischen 30.000 € und 80.000 €. Das klingt erstmal viel, aber häufig sind bei alten Gebäuden auch zahlreiche Förderungen vorhanden, die die Investitionssumme deutlich senken können.
Zu den größten Kostentreibern zählen die Fassadendämmung, der Einbau einer neuen Heizung wie z.B. einer Wärmepumpe sowie der Austausch alter Fenster. Einzelmaßnahmen wie ein neues Heizsystem allein können bereits zwischen 10.000 € und 25.000 € kosten.
📌 Good-To-Know: Unser Sanierungsrechner hilft dabei, die anfallenden Kosten eines Sanierungsprojekts grob abzuschätzen, bevor konkrete Angebote von Fachbetrieben eingeholt werden.
Für eine verbindliche Kostenschätzung ist jedoch immer eine individuelle Begutachtung vor Ort notwendig. Dafür empfehlen wir mit regionalen Betrieben zusammenzuarbeiten, die die örtlichen Begebenheiten kennen. Qualifizierte Anbieter finden Sie in unserem kostenfreien Angebots-Finder.
Welche Faktoren beeinflussen die Sanierungskosten?
Die Kosten für die Sanierung sind wie oben beschrieben von verschiedenen Faktoren abhängig, die wir hier detailliert noch einmal auffassen.
Baujahr und Zustand des Gebäudes
Ältere Häuser aus den 1950er bis 1970er Jahren weisen häufig schlechtere Ausgangswerte in Sachen Energieeffizienz auf und haben entsprechend höheren Sanierungsbedarf. Je älter das Gebäude, desto umfangreicher sind in der Regel die nötigen Maßnahmen. Entsprechend können aber auch Förderungen höher ausfallen.
Energieeffizienzklasse
Immobilien mit schlechter Energieeffizienz bieten zwar mehr Einsparpotenzial, benötigen aber auch höhere Investitionen. Wichtig ist vor allem die Priorisierung der Maßnahmen, um effektiv zu modernisieren und eine schnellere Amortisation zu erreichen.
Wohnfläche
Natürlich spielt auch die Wohnfläche eine Rolle. Je größer das Gebäude und je mehr Räume bzw. Fläche wohnbar gemacht werden muss, desto höher fallen die Kosten aus. Besonders ins Gewicht fallen hier die Dämmung, eventuelle Anpassungen der Heiztechnik, sowie die Fenster.
Region und Verfügbarkeit von Handwerker:innen
In stark nachgefragten Regionen wie Ballungsräumen sind Handwerkerleistungen teurer. Regionale Unterschiede können die Modernisierungskosten um 10-20 % beeinflussen. Wir empfehlen immer mit regionalen Handwerker:innen und Betrieben zusammenzuarbeiten, um Extrakosten wie die Anfahrtpauschale möglichst gering zu halten. Qualifizierte Betriebe finden Sie in unserem Angebots-Finder.
Materialpreise und Marktsituation
Schwankende Rohstoffpreise und Lieferengpässe können die Kosten einzelner Sanierungsmaßnahmen kurzfristig erhöhen. Wer beim Zeitpunkt flexibel ist, kann hier gegebenenfalls sparen. Daher lohnt sich immer die vorherige Planung mit Energieberater:innen, die Sie mit einem konkreten Plan unterstützen.
Kann die energetische Sanierung gefördert werden?
Ja, und zwar erheblich. Für die energetische Sanierung stehen verschiedene Förderprogramme zur Verfügung, darunter:
- Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG)
- zinsgünstige Modernisierungskredite der KfW
- Förderungen und Zuschüsse Ihrer örtlichen Behörde
- Unterstützungen auf Ebene des Bundeslandes
Förderungen und Zuschüsse können teilweise auch kombiniert und zusätzlich um einen Kredit ergänzt werden, sodass sich die Investition für Sie erleichtert. Wichtig ist: Förderanträge müssen in der Regel vor der Beauftragung von Handwerker:innen beauftragt werden. Wer erst nach Baubeginn einen Antrag stellt, verliert in den meisten Fällen den Anspruch auf Förderung.
📌 Quick-Tipp: Setzen Sie sich vor einer Sanierung immer mit einer:m regionalen Energieberater:in zusammen, der Sie bei der Planung und Beantragung der Förderung unterstützt. Für viele Förderungen ist die Beratung sogar Voraussetzung. Nutzen Sie unsere Datenbank, um regionale Energieberater:innen zu finden.
Wie schnell amortisiert sich eine Haussanierung?
Wer konsequent energetisch saniert, kann die jährlichen Heizkosten um 30-60 % senken. Je nach Investitionssumme und erzielter Einsparung ergibt sich daraus eine typische Amortisationszeit von 10-20 Jahren, wobei steigende Energiepreise die Rechnung weiter verbessern können.
Beispiel: Kosten und Einsparungen einer Sanierung
Ein typisches Einfamilienhaus aus dem Jahr 1978 mit 140 m² Wohnfläche wird umfassend energetisch saniert. Konkret umfassen die Maßnahmen
- Fassadendämmung = 15.000 €
- Dachdämmung = 12.000 €
- neue Fenster = 18.000 €
- Wärmepumpe = 20.000 €
- Gesamtkosten = 65.000 €
Nach Abzug von BEG-Förderungen in Höhe von rund 15.000 € verbleiben Eigenkosten von ca. 50.000 €. Durch sinkende Heizkosten von bisher rund 3.200 € auf ca. 1.100 € jährlich ergibt sich eine Ersparnis von etwa 2.100 € pro Jahr. Damit amortisiert sich die Investition rechnerisch in knapp 24 Jahren.
24 Jahre klingen für die Amortisation eventuell als recht lang. Jedoch muss bedacht werden, dass Sie nach dieser Zeit weiterhin von den geringen Energiekosten profitieren, der Wohnkomfort gesteigert wird und auch der Wert der Immobilie steigt. Zudem werden Sie unabhängiger von schwankenden Energiepreisen.
🌱 Green-Fact: Allein durch die Dämmmaßnahmen und den Heizungstausch aus dem obigen Beispiel lassen sich rund 4-5 Tonnen CO₂ pro Jahr einsparen. Das entspricht etwa der Hälfte des durchschnittlichen CO₂-Fußabdrucks einer Person in Deutschland.
Welche Sanierungsmaßnahmen sind am sinnvollsten?
Welche Maßnahmen im Haus umgesetzt werden hat mit den größten Einfluss auf die Wirtschaftlichkeit der gesamten Sanierung. Daher sollten diese gemeinsam mit einem Fachbetrieb oder einer Energieberater:in geplant werden. Welcher der Maßnahmen die sinnvollsten sind, hängt letztendlich von Baujahr, dem aktuellen Zustand und dem verfügbaren Budget ab.
Nachfolgend finden Sie eine grobe Übersicht der gängigsten Einzelmaßnahmen für einen 4-köpfigen Haushalt in einem Einfamilienhaus mit ca. 140 m² Wohnfläche. Die jährlichen Einsparpotentiale werden einzeln auf die Maßnahmen isoliert berechnet. Eine energetische Sanierung umfasst meist mehrere Maßnahmen, dennoch können die Werte nicht einfach aufsummiert werden. Ihr:e Energieberater:in kann eine genaue Potential-Analyse durchführen und die besten Maßnahmen empfehlen.
| Maßnahme | Beschreibung | Kosten | Wartungskosten | Förderfähig | Jährl. Energiekosteneinsparung |
|---|---|---|---|---|---|
| Fassadendämmung | Dämmung der Außenwände zur Reduzierung von Wärmeverlusten | 12.000-20.000 € | Sehr Gering - Keine | Ja | 400-700 € |
| Dachdämmung | Dämmung des Daches oder der obersten Geschossdecke | 8.000-15.000 € | Sehr Gering - Keine | Ja | 300-500 € |
| Fenstererneuerung | Austausch alter Fenster gegen moderne Dreifachverglasung | 10.000-20.000 € | Gering | Ja | 200-400 € |
| Wärmepumpe | Moderne Heizung auf Basis erneuerbarer Energie | 15.000-25.000 € | Mittel | Ja | 800-1.500 € |
| Solarthermie | Solaranlage zur Warmwasserbereitung und Heizungsunterstützung | 6.000-12.000 € | Gering | Ja | 300-600 € |
| Photovoltaik | Solarstromanlage zur Eigenversorgung | 10.000-18.000 € | Gering | Ja | 600-1.200 € |
| Kellerdeckendämmung | Dämmung der Kellerdecke von unten zur Vermeidung kalter Böden | 2.000-5.000 € | Keine | Ja | 100-200 € |
Fassadendämmung
Die Fassadendämmung gehört zu den wirkungsvollsten Maßnahmen zur Reduzierung des Energieverbrauchs. Durch eine gute Dämmung der Außenwände wird verhindert, dass Wärme unkontrolliert nach außen entweicht. Besonders bei Häusern aus den 1960er bis 1980er Jahren ist die Fassadendämmung ein unverzichtbarer Schritt für eine effiziente Sanierung, da diese häufig keine oder nur geringe Dämmung aufweisen.
Dachdämmung
Besonders in ungedämmten Altbauten geht viel Wärme über das Dach verloren, teilweise bis zu 30 %. Die Dachdämmung ist in den meisten Fällen vergleichsweise recht günstig und amortisiert sich somit auch schnell. Sinnvoll ist die Maßnahme vor allem dann, wenn das Dach ohnehin erneuert werden muss oder das Dachgeschoss ausgebaut ist.
Fenstererneuerung
Wärmeverluste treten auch bei alten Fenster auf, vor allem wenn diese nur einfach- oder zweifachverglast sind. Moderne Fenster hingegen punkten mit Dreifachverglasung und halten deutlich mehr Wärme im Raum. Außerdem sorgen Sie somit auch für weniger Lärmeindrang von außen. Empfohlen wird ein Wechsel der Fenster aller 20 Jahre.
Wärmepumpe
Eine Wärmepumpe nutzt die in der Umgebungsluft, dem Erdreich oder dem Grundwasser gespeicherte Energie und wandelt sie in Heizwärme um. In Kombination mit einer guten Dämmung ist die Wärmepumpe die effizienteste Heizoption für sanierte Einfamilienhäuser. Zusätzlich lässt sie sich hervorragend mit einer Photovoltaikanlage kombinieren, was die laufenden Energiekosten weiter senkt.
Solarthermie
Solarthermische Anlagen nutzen Sonnenenergie zur Erwärmung von Brauchwasser und können die Heizungsanlage gezielt unterstützen. Für einen 4-köpfigen Haushalt deckt eine Solarthermieanlage im Schnitt 50-65 % des jährlichen Warmwasserbedarfs. Besonders sinnvoll ist die Kombination mit einer Wärmepumpe oder einem modernen Brennwertkessel.
Photovoltaik
Eine Photovoltaikanlage erzeugt eigenen Solarstrom und reduziert die Abhängigkeit von steigenden Strompreisen. In Verbindung mit einem Batteriespeicher lässt sich der Eigenverbrauchsanteil auf 60-80 % steigern. Für Haushalte mit elektrischer Wärmepumpe oder Elektrofahrzeug ist die Photovoltaik besonders wirtschaftlich.
Kellerdeckendämmung
Die Kellerdeckendämmung ist ebenfalls eine vergleichsweise kostengünstige Einzelmaßnahme und bringt einen hohen Effekt. Dabei wird die Unterseite der Kellerdecke mit Dämmplatten versehen, was kalte Böden im Erdgeschoss verhindert und den Heizbedarf spürbar senkt. Sinnvoll ist die Maßnahme fast immer, da sie weniger aufwendig ist und keine umfangreichen Eingriffe in die tragenden Strukturen des Gebäudes erfordert.
Wie läuft eine energetische Sanierung ab?
Trotz der verschiedenen Maßnahmen laufen die meisten energetischen Sanierungen nach einen ähnlichen Muster ab, was Ihnen bei der Planung hilft und Kosten besser schätzen lassen.
Ist-Analyse und Energieberatung
Zunächst wird der aktuelle Energieverbrauch sowie der Zustand des Gebäudes durch eine zertifizierte Energieberatung erfasst. Darauf aufbauend wird ein individueller Sanierungsfahrplan (iSFP) erstellt.
Sanierungsplan und Priorisierung
Basierend auf dem iSFP werden die sinnvollsten Maßnahmen priorisiert und ein realistischer Zeitplan erarbeitet.
Fördermittelbeantragung
Noch bevor die ersten Handwerker:innen beauftragt werden, müssen die Förderanträge bei KfW oder BAFA gestellt werden. Ein nachträglicher Antrag ist in den meisten Fällen nicht möglich, was zum Verlust der Förderung führen würde.
Angebotseinholung und Vergabe
Mehrere regionale Fachbetriebe werden angefragt und die Angebote sorgfältig verglichen. Dabei sollten nicht nur der Preis, sondern auch Referenzen und Erfahrung bewertet werden, um Qualität sicherzustellen und teure Nacharbeiten zu vermeiden.
Durchführung der Maßnahmen
Die Sanierungsmaßnahmen werden entsprechend dem Zeitplan umgesetzt. Bei größeren Projekten empfiehlt sich eine fachkundige Baubegleitung.
Abnahme und Dokumentation
Nach Abschluss der Arbeiten erfolgt die Abnahme sowie die Dokumentation der ausgeführten Maßnahmen für die Fördermittelabrechnung. Auch hier unterstützt Sie in der Regel der oder die Energieberater:in.
Monitoring und Optimierung
Im ersten Jahr nach der Sanierung empfiehlt es sich, den tatsächlichen Energieverbrauch zu messen und mit den Erwartungswerten zu vergleichen.
Checkliste für die Haussanierung
- Zertifizierte Energieberater:in finden
- Energieberatung beauftragen und individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP) erstellen lassen
- Sanierungsmaßnahmen priorisieren und realistisches Budget festlegen
- Förderanträge vor der Beauftragung von Handwerker:innen stellen
- Mindestens drei Angebote von regionalen Fachbetrieben einholen und vergleichen
- Zeitplan für die Maßnahmen aufstellen und mit allen Beteiligten abstimmen
- Baubegleitung für größere Sanierungsprojekte organisieren
- Nach der Sanierung: Energieverbrauch dokumentieren und Fördernachweis fristgerecht einreichen