Über 299.000 Wärmepumpen wurden 2025 in Deutschland verkauft, rund 55 % mehr als im Vorjahr. Ein Grund für das Comeback der Wärmepumpe sind staatliche Förderungen über die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG), die den Heizungstausch mit Zuschüssen von bis zu 80 % der förderfähigen Kosten unterstützt. Zusätzlich sorgt der gestiegene CO₂-Preis dafür, dass fossile Heizsysteme spürbar teurer werden. Wer jetzt handelt, sichert sich den vollen Förderrahmen und kann die Anschaffungskosten der Wärmepumpe somit deutlich reduzieren.
Inhalt des Artikels
- Was wird 2026 gefördert? Förderfähige Wärmepumpentypen
- Welche Förderungen gibt es für Wärmepumpen 2026?
- Voraussetzungen für die Wärmepumpen-Förderung 2026
- Das Gebäudeenergiegesetz im Wandel
- Praxisbeispiel: Wärmepumpenförderung 2026 berechnen
- Förderung für Altbau und Neubau im Vergleich 2026
- Förderung für Vermieter:innen und Wohnungseigentümergemeinschaften (WEG)
- 9 Schritte zur Wärmepumpenförderung
Was wird 2026 gefördert? Förderfähige Wärmepumpentypen
Die BEG fördert drei Wärmepumpentypen, jeder mit spezifischen Eigenschaften und Installationsvoraussetzungen. Da in Deutschland zu 95% Luft-Wasser-Wärmepumpen verbaut werden, sind besonders diese Typen im Fokus.
- Luft-Wasser-Wärmepumpen: entziehen der Außenluft Wärme und sind aufgrund ihrer einfachen Installation besonders weit verbreitet. Allerdings gilt seit Januar 2026 eine verschärfte Schallschutzpflicht. Außengeräte müssen mindestens 10 Dezibel unterhalb der EU-Ökodesign-Grenzwerte liegen, bisher reichten 5 Dezibel. Viele bisher förderfähige Modelle erfüllen diesen Standard nicht mehr, weshalb ein Gerätecheck vor dem Kauf unerlässlich ist.
- Wasser-Wasser-Wärmepumpen: nutzen die konstante Temperatur des Grundwassers als Wärmequelle und arbeiten besonders effizient. Aufgrund des höheren Installationsaufwands sind behördliche Genehmigungen für die Grundwassernutzung erforderlich.
- Sole-Wasser-Wärmepumpen: gewinnen ihre Energie aus dem Erdreich über Erdkollektoren oder Tiefenbohrungen. Der Installationsaufwand ist am höchsten, dafür arbeiten sie das ganze Jahr über besonders gleichmäßig effizient.
📌 Good-To-Know: Gasbetriebene Wärmepumpen erhalten keine staatliche Förderung mehr. Warmwasser-Wärmepumpen werden ausschließlich in Kombination mit einer förderfähigen Heizungsanlage bezuschusst, nicht als eigenständige Lösung.
Welche Förderungen gibt es für Wärmepumpen 2026?
BEG/KfW-Förderung (Programm 458)
Seit 2024 laufen alle Anträge für den Heizungstausch ausschließlich über die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW), konkret über das Programm 458. Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) ist für die Heizungsförderung nicht mehr zuständig. Die Förderhöhe setzt sich aus mehreren Bausteinen zusammen:
- Grundförderung: 30 % der förderfähigen Investitionskosten für alle Wärmepumpentypen. Ab dem ersten Quartal 2027 soll sie für Wärmepumpen laut ADAC auf 15 % sinken. Für Wärmepumpen aus EU-Produktion ist ein zusätzlicher Bonus von 15 % geplant.
- Klimageschwindigkeits-Bonus: +16 % beim Austausch einer noch funktionstüchtigen Gas-, Öl-, Strom- oder Kohleheizung. Ab dem 1. Februar 2027 sinkt der Bonus alle sechs Monate um 4 Prozentpunkte und ab dem 1. August 2028 entfällt er.
- Einkommens-Bonus für selbstnutzende Eigentümer:innen: Gestaffelt nach zu versteuerndem Haushaltseinkommen: +40 % bis 30.000 €, +30 % bis 40.000 € und +10 % bis 50.000 €. Lebt mindestens ein minderjähriges Kind im Haushalt, steigen die Einkommensgrenzen um 10.000 €.
Die förderfähigen Kosten sind auf 28.000 € für das Einfamilienhaus bzw. die erste Wohneinheit begrenzt. Ab dem 1. Februar 2027 sinkt diese Grenze jedes halbe Jahr um 750 € und erreicht ab dem 1. August 2030 22.000 €. Alle Boni zusammen sind auf 80 % gedeckelt. Bei maximaler Förderung ergibt das einen Zuschuss von bis zu 22.400 €.
KfW-Ergänzungskredit (Programme 358 und 359)
Zusätzlich zum Zuschuss stehen selbstnutzenden Eigentümer:innen zwei zinsgünstige Kreditprogramme offen. Programm 358 richtet sich an Haushalte mit einem Einkommen bis 90.000 € und bietet Zinssätze ab 0,01 % pro Jahr. Programm 359 steht allen Eigentümer:innen ohne Einkommensgrenze zur Verfügung. Auf diese Weise lassen sich verbleibende Investitionskosten nach Förderabzug besonders günstig finanzieren.
Steuerbonus §35c EStG als Alternative
Wer keinen BEG-Zuschuss in Anspruch nehmen möchte, profitiert alternativ vom Steuerbonus nach §35c Einkommensteuergesetz. Über drei Jahre lassen sich bis zu 20 % der Sanierungskosten direkt von der Steuerschuld absetzen. Beide Förderwege lassen sich nicht kombinieren. Unsere Empfehlung: Lassen Sie vor der Entscheidung beide Szenarien durchrechnen. Bei hoher Steuerlast kann §35c wirtschaftlich attraktiver sein als der BEG-Zuschuss.
Regionale Förderungen
Viele Bundesländer, Kommunen und Stadtwerke bieten eigene Zuschussprogramme an, die sich mit der BEG-Förderung kombinieren lassen. Besonders aktiv sind Bundesländer wie NRW und Hamburg mit eigenen Ergänzungsprogrammen. Recherchieren Sie rechtzeitig die regionalen Angebote Ihrer Gemeinde, denn dort stehen oft zusätzliche Mittel für bestimmte Heizungssysteme oder einkommensschwächere Haushalte bereit.
🌱 Green-Fact: Der CO₂-Preis ist 2026 auf 55-65 € pro Tonne gestiegen und verursacht bei einem durchschnittlichen Gasheizungs-Haushalt Mehrkosten von rund 91 € pro Jahr. Wer jetzt umsteigt, schützt sich dauerhaft vor diesen steigenden fossilen Energiekosten.
Voraussetzungen für die Wärmepumpen-Förderung 2026
- Jahresarbeitszahl (JAZ): Die JAZ beschreibt, wie viel Wärmeenergie eine Wärmepumpe pro eingesetzter Kilowattstunde Strom erzeugt. Bei einer JAZ von 3,0 entstehen aus 1 kWh Strom 3 kWh Wärme. Seit 2024 schreibt die BEG eine rechnerische Mindest-JAZ von 3,0 vor, nachzuweisen nach VDI 4650 Blatt 1. Die JAZ entscheidet damit direkt über die Förderfähigkeit Ihres Geräts.
- Smart-Meter-Gateway-Pflicht: Seit Januar 2025 werden ausschließlich Wärmepumpen gefördert, die an ein zertifiziertes Smart-Meter-Gateway angeschlossen werden können. Das ermöglicht netzdienlichen Betrieb, also bevorzugten Strombezug in Zeiten mit Netzüberschuss. Relevante Kompatibilitätsstandards sind „SG Ready“ und „VHP Ready“.
- Kältemittel-Roadmap bis 2028: Ab Januar 2028 werden im BEG-Programm nur noch Geräte mit natürlichen Kältemitteln wie Propan (R290), Isobutan (R600a) oder CO₂ (R744) gefördert. Wer heute kauft, sollte diesen Standard bereits einplanen, um auch nach 2028 förderfähig zu bleiben.
✓ Dran gedacht? Beauftragen Sie vor dem Kauf eine zertifizierte Energieberaterin oder einen zertifizierten Energieberater. Nur Fachkundige mit BEG-Zulassung können die Bestätigung zum Antrag (BzA) ausstellen, die für die KfW-Förderung verpflichtend ist.
Das Gebäudeenergiegesetz im Wandel
Das bisherige Gebäudeenergiegesetz (GEG), bekannt als „Heizungsgesetz“, steht kurz vor seiner Ablösung. Das Bundeskabinett hat am 13. Mai 2026 den Gesetzentwurf für das neue Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) beschlossen. Bundestag und Bundesrat müssen noch zustimmen, was noch vor der Sommerpause geplant ist. Nach den Eckpunkten soll die starre Pflicht, neue Heizsysteme zu mindestens 65 % mit erneuerbaren Energien zu betreiben, entfallen. Stattdessen setzt das GModG auf Technologieoffenheit und steuert über den steigenden CO₂-Preis sowie eine Grüngasquote für fossile Brennstoffe ab 2029. Für die BEG-Förderung ändert sich vorerst nichts. Union und SPD haben die Fortführung der KfW-Heizungsförderung ausdrücklich zugesagt.
Praxisbeispiel: Wärmepumpenförderung 2026 berechnen
Bei Anschaffungs- und Installationskosten von 20.000 €, dem Austausch einer funktionstüchtigen Ölheizung und einem zu versteuernden Haushaltseinkommen von 35.000 € ergibt sich folgende Förderung:
| Kosten/Förderpunkt | Betrag |
|---|---|
| Anschaffungs- und Installationskosten | 20.000 € |
| Grundförderung (30 %) | -6.000 € |
| Klimageschwindigkeits-Bonus (16 %) | -3.200 € |
| Einkommens-Bonus (30 %) | -6.000 € |
| Förderung gesamt (76 %) | -15.200 € |
| Eigenanteil | 4.800 € |
Liegt das Haushaltseinkommen unter 30.000 €, kämen rechnerisch 86 % zusammen. Weil die Förderung auf 80 % gedeckelt ist, gäbe es in diesem Fall 16.000 € Zuschuss.
Förderung für Altbau und Neubau im Vergleich 2026
Im Bestandsbau fallen die Förderungen am höchsten aus, weil hier alte Heizsysteme ersetzt werden. Sämtliche Boni einschließlich des Klimageschwindigkeits-Bonus sind ausschließlich im Altbau abrufbar. Im Neubau werden Wärmepumpen über das Bundesförderprogramm Klimafreundlicher Neubau (KFN) mit zinsgünstigen Krediten unterstützt. Direkte Zuschüsse wie im Bestandsbau stehen dort nicht zur Verfügung. Der wirtschaftliche Vorteil der BEG-Förderung entfaltet sich damit klar im Altbau.
Förderung für Vermieter:innen und Wohnungseigentümergemeinschaften (WEG)
Auch Vermieter:innen können die BEG-Förderung für den Heizungstausch beantragen. Allerdings entfällt für sie der Einkommens-Bonus, der ausschließlich selbstnutzenden Eigentümer:innen vorbehalten ist. Wohnungseigentümergemeinschaften (WEG) beantragen die Förderung gemeinschaftlich, wobei die Fördersumme je Wohneinheit gestaffelt berechnet wird. Darüber hinaus können Vermieter:innen bis zu 8 % der anrechenbaren Modernisierungskosten auf die Jahresmiete umlegen, begrenzt auf maximal 3 € pro Quadratmeter innerhalb von sechs Jahren.
9 Schritte zur Wärmepumpenförderung
Förderangebote sichten
Prüfen Sie die bundesweiten KfW-Programme (Programm 458) und regionale Förderprogramme Ihres Bundeslandes oder Ihrer Kommune. Manche Stadtwerke bieten zusätzliche Zuschüsse, die sich mit der BEG kombinieren lassen.
Energieberatung oder Fachbetrieb einbinden
Für den Antrag brauchen Sie eine Bestätigung zum Antrag (BzA). Diese stellt bei der Heizungsförderung entweder der ausführende Fachbetrieb oder eine Energieeffizienz-Expertin bzw. ein Energieeffizienz-Experte aus
Angebote von Fachbetrieben einholen
Holen Sie mindestens zwei bis drei Angebote ein und lassen Sie prüfen, ob die Geräte JAZ, Schallschutzpflicht und Smart-Meter-Gateway-Kompatibilität erfüllen. Nur förderfähige Modelle berechtigen zum Zuschuss.
Förderantrag vorbereiten
Sammeln Sie Kostenvoranschlag, technische Daten, JAZ-Nachweis und die BzA Ihrer Energieberaterin oder Ihres Energieberaters. Vollständige Unterlagen vermeiden Rückfragen und beschleunigen die Bearbeitung.
Antrag online bei der KfW stellen
Reichen Sie den Antrag über das KfW-Zuschussportal ein, bevor Sie irgendetwas beauftragen oder kaufen. Bereits die Unterzeichnung eines Liefervertrags gilt als Maßnahmenbeginn und führt zum Verlust des Zuschusses.
Förderzusage abwarten
Erst nach Erhalt der schriftlichen Förderzusage dürfen Sie den Auftrag verbindlich erteilen. Die Bearbeitungszeit beträgt in der Regel wenige Werktage bis einige Wochen.
Installation durchführen lassen
Beauftragen Sie den Fachbetrieb und achten Sie darauf, dass alle Arbeiten den Angaben im Antrag entsprechen. Abweichungen können die Förderfähigkeit gefährden.
Verwendungsnachweis einreichen
Laden Sie Rechnung, Inbetriebnahmeprotokoll und die Bestätigung nach Durchführung (BnD) im KfW-Portal hoch. Die Einreichungsfrist beträgt in der Regel sechs Monate nach Fertigstellung.
Fördermittel in Empfang nehmen
Nach erfolgreicher Prüfung zahlt die KfW den Zuschuss direkt auf Ihr Konto aus. Bewahren Sie alle Unterlagen mindestens zehn Jahre auf, da die KfW Stichprobenprüfungen durchführt.