Inhalt des Artikels
- Was ist ein KI ETF?
- Welche Unternehmen stecken typischerweise in KI ETFs?
- Sind KI ETFs nachhaltig?
- Welche nachhaltigen KI ETFs gibt es?
- Amundi MSCI Robotics & AI UCITS ETF Acc
- Worauf Anleger:innen bei der Suche nach nachhaltigen KI ETFs achten sollten
- Chancen und Risiken von KI ETFs für nachhaltige Investor:innen
Was ist ein KI ETF?
Ein KI ETF enthält Aktien von Unternehmen, die stark von künstlicher Intelligenz selber oder dem Boom rund um die Industrie profitieren. Es ist ein Fehlschluss anzunehmen, dass nur in reine KI Unternehmen wie OpenAI oder Anthropic investiert wird. Enthalten sind somit oft auch Halbleiter-, Cloud-, Software-, Automatisierungs-, Robotik-, Big Data- und Cybersecurity-Aktien.
Zudem gilt es zu wissen, dass es sich bei KI ETFs oder einem AI ETF um die gleiche Kategorie an Finanzprodukten handelt. AI steht dabei lediglich für die englische Version (Artificial Intelligence). Wenn ein ETF künstliche Intelligenz als Schwerpunkt wählt, ist die Wertentwicklung stark von der Branche abhängig und daher deutlich schwankungsanfälliger.
Welche Unternehmen stecken typischerweise in KI ETFs?
Da viele Anleger:innen KI mit Chatbots wie ChatGPT oder Claude verbinden, ist es wichtig einen genauen Blick auf die Zusammensetzung eines Artificial Intelligence ETF zu werfen. Zuvor haben wir bereits erwähnt, dass eine Vielzahl von Unternehmen in solchen Fonds enthalten sein können, doch welche Branchen und Unternehmen profitieren besonders von dem KI-Boom?
Die Infrastruktur rund um die künstliche Intelligenz
Um den Hunger nach künstlicher Intelligenz der vielen Unternehmen und Nutzer:innen stillen zu können, muss die Infrastruktur dem großen Andrang standhalten. Hier geht es um Unternehmen aus den Bereichen Halbleiter, Grafikprozessoren, Server, Rechenzentren und Infrastruktur.
Beispiele für solche Unternehmen sind:
- Nvidia
- Broadcom
- Micron Technology
Hinweis: Nvidia ist das wertvollste Unternehmen der Welt und wird daher in vielen Indizes am stärksten gewichtet. Im klassischen MSCI World Index ist das Unternehmen mit über 5 % gewichtet und hat somit mehr Einfluss auf den Index als alle deutschen Unternehmen zusammen.
Die Softwareanbieter hinter der KI
Während die Hardware die Grundlage für den KI-Boom bildet und dafür sorgt, dass genug Ressourcen zur Verfügung stehen, haucht die Software dem Ganzen erst Leben ein. Besonders profitieren Cloud Anbieter, die Rechenleistung und Speicherplatz für die KI-Technologien zur Verfügung stellen. Auch Big-Data-Spezialisten und Softwarekonzerne spielen eine wichtige Rolle, da KI-Anwendungen große Datenmengen nutzbar machen müssen:
Beispiele sind:
- Microsoft
- Alphabet
- Palantir
Hinweis: Cloud Anbieter wie Microsoft und Alphabet profitieren stark vom KI Boom, weil sie Rechenleistung und KI Dienste bereitstellen. Palantir verwendet KI um große Datenmengen zu verarbeiten und darauf basierend Software-Lösungen anzubieten.
Anwender der künstlichen Intelligenz
Künstliche Intelligenz wird natürlich nicht nur durch die Privatperson genutzt, die gerne eine Rezeptidee braucht oder eine Antwort auf eine Frage sucht. Unternehmen setzen vermehrt auf den Einsatz der KI-Anwendungen und MSCI World hat mit seinem Robotics & AI Index einen Index erstellt, der genau diese Unternehmen beinhaltet. Darin finden sich Automatisierungsspezialisten sowie Unternehmen aus den Bereichen Robotik, industrielle Fertigung, Medizintechnik oder Sensorik wider.
Beispiele in KI-ETFs aus diesem Bereich sind:
- ABB
- Keyence
- Intuitive Surgical
Gut zu wissen: Bei KI ETFs lohnt sich ein Blick darauf, wo künstliche Intelligenz tatsächlich eingesetzt wird. Besonders spannend sind Unternehmen, deren Technologie nicht nur Wachstum verspricht, sondern konkrete Probleme löst.
Sind KI ETFs nachhaltig?
Zwar sorgt die künstliche Intelligenz für effizientere Prozesse in der Arbeitswelt, dennoch ist ein Künstliche Intelligenz Aktien ETF dadurch nicht automatisch nachhaltig. Ganz im Gegenteil zu der höheren Effizenz steht nämlich der extrem hohe Stromverbrauch für das Betreiben sowie der Wasserverbrauch für die Kühlung der Rechenzentren in der Kritik.
Zudem werden für die Produktion von Chips und Hardware sehr viele natürliche Rohstoffe benötigt. Diese Rohstoffe werden dabei auch nicht immer nachhaltig abgebaut. Auch die mögliche Beteiligung der künstlichen Intelligenz im Militär wirft ethische Fragen auf. Beinhaltet ein ETF Aktien von Unternehmen, die das Kriegsgeschehen aktiv unterstützen und dadurch ihr Geld verdienen, kann wohl kaum von einem nachhaltigen Finanzprodukt gesprochen werden.
Das bedeutet jedoch nicht, dass ein ETF mit Fokus auf KI nicht doch auch nachhaltig sein kann. Wichtig sind hier der Fokus des ETFs sowie die beinhalteten Aktien.
Welche nachhaltigen KI ETFs gibt es?
Ein KI ETF hat keinen sonderlich nachhaltigen Ruf, weshalb Anleger:innen bei einem KI ETF genau prüfen sollten, nach welchen Kriterien der Fonds zusammengestellt wird. Entscheidend ist nicht nur der Begriff „Artificial Intelligence“ im Namen, sondern vor allem der zugrunde liegende Index. Ein klassischer ETF Änfängerfehler wäre es, einen ETF zu kaufen, weil der Name interessant klingt.
Erst die Indizes zeigen, welche Unternehmen aufgenommen werden, welche Branchen ausgeschlossen sind oder ob ESG Kriterien berücksichtigt werden. An der Börse gibt es bisher nur wenige KI ETFs, die ausdrücklich Nachhaltigkeitsfilter oder ESG Kriterien einsetzen. Einer davon ist der Amundi MSCI Robotics & AI UCITS ETF Acc, der unter nachhaltigen KI-Aktien führend ist und den Index „MSCI ACWI IMI Robotics & AI Filtered Index“ nachbildet.
Amundi MSCI Robotics & AI UCITS ETF Acc
Warum nachhaltig?
Der Fonds bildet die ESG-gefilterte Variante des MSCI-Index ab: Unternehmen mit schwerwiegenden Kontroversen oder schwachen ESG-Ratings werden herausgefiltert. Investiert wird in Firmen, die mit Robotik, KI, Cloud und Cybersicherheit an den Zukunftstechnologien arbeiten.
Worauf Anleger:innen bei der Suche nach nachhaltigen KI ETFs achten sollten
Wenn Anleger:innen in KI investieren wollen, ohne die eigenen Nachhaltigkeitsansprüche zu vernachlässigen, gibt es eine Reihe an Aspekten, die vor der Einrichtung des ETF-Sparplans kontrolliert werden sollten. Dazu gehören unter anderem:
- Indexname und Indexmethodik prüfen: Der Index zeigt, nach welchen Regeln das Wertpapier zusammengestellt wird und welche Unternehmen überhaupt aufgenommen werden können.
- ESG oder SRI Filter kontrollieren: Anleger:innen sollten prüfen, welche Nachhaltigkeitskriterien wirklich angewendet werden. Ein einfacher ESG Filter ist meist weniger streng als ein SRI Ansatz.
- Ausgeschlossene Branchen ansehen: Wichtig ist, welche Bereiche ausgeschlossen werden, zum Beispiel Waffen, fossile Energien, Tabak oder kontroverse Geschäftspraktiken.
- Top 10 Positionen analysieren: Die größten Positionen zeigen schnell, welche Unternehmen den ETF besonders stark prägen.
- Tech Konzentration prüfen: Ein KI ETF kann stark auf einen Sektor konzentriert sein. Dadurch steigt das Risiko im Vergleich zu einem breit gestreuten MSCI World ETF.
- Anzahl der Positionen vergleichen: ETFs bieten zwar Zugang zu mehreren Unternehmen, sind aber nicht immer breit gestreut. Ein ETF mit 80 bis 100 Positionen ist deutlich konzentrierter als ein MSCI World ETF mit über 1.000 Aktien.
- Kosten vergleichen: Die TER zeigt, welche laufenden Kosten jährlich anfallen und sollte vor der Anlageentscheidung berücksichtigt werden.
- Fondsvolumen prüfen: Ein höheres Fondsvolumen kann auf eine bessere Marktakzeptanz hinweisen und das Risiko einer späteren Schließung reduzieren.
- Ausschüttend oder thesaurierend wählen: Ausschüttende ETFs zahlen Erträge aus, thesaurierende ETFs legen sie automatisch wieder an.
Bevor jedoch ein ETF ausgesucht wird, steht die Auswahl eines geeigneten Online-Brokers auf der Checkliste.
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Chancen und Risiken von KI ETFs für nachhaltige Investor:innen
Jedes Investment birgt gewisse Chancen und Risiken, die es vor dem Kauf der Anteile zu kennen gilt. Ein reiner Blick auf die Rendite reicht dazu nicht aus. Deswegen haben wir Ihnen die Vor- und Nachteile von KI-ETFs im Vergleich gegenübergestellt.
| Chancen | Risiken |
|---|---|
| KI kann Prozesse in Energie, Industrie, Medizin und Mobilität effizienter machen | Themen ETFs können stärker schwanken als breit gestreute Welt ETFs |
| Big Data kann Klimamodelle, Stromnetze und Ressourcenplanung unterstützen | Rechenzentren und KI Anwendungen benötigen viel Strom und Kühlung |
| Automatisierung kann Produktionsprozesse sparsamer und ressourcenschonender gestalten | Viele KI ETFs enthalten ähnliche große Technologieunternehmen |
| KI ETFs können als Beimischung zu einem breit gestreuten nachhaltigen ETF Portfolio dienen | ESG Filter schließen nicht jede problematische Beteiligung zuverlässig aus |
| Einige KI ETFs berücksichtigen Nachhaltigkeitskriterien bei der Indexauswahl | Viele Werte sind bereits in MSCI World, Nasdaq 100 oder Technologie ETFs enthalten |