ETF thesaurierend oder ausschüttend? Welche Variante besser zu Ihrer Strategie passt

Geprüft von
Jessica Dzikonski
Eine lächelnde Frau mit dunklen Haaren sitzt in einem Haus und liest eine Zeitung mit einer Schlagzeile über ETF thesaurierend oder ausschüttend, die den Vergleich von thesaurierenden und ausschüttenden ETFs auf Deutsch enthält.
In Namen von ETFs finden sich die Abkürzungen Dist. oder Acc. wieder. Diese stehen für Distributing (ausschüttend) und Accumulation (thesaurierend). Was als kleiner Namenszusatz auf den ersten Blick für unerfahrene Investor:innen nicht wichtig wirkt, hat eine große Bedeutung für Ihr Investment.  Doch was heißt es eigentlich, wenn ein ETF ausschüttend oder thesaurierend ist? Hier finden Sie nicht nur die Antwort auf diese Frage, sondern auch, wann welche Variante für verschiedene Anleger:innen Sinn ergibt und welche Besonderheiten es bei der Besteuerung zu beachten gilt.
Abbildung einer Glühbirne, in der grüne Blätter wachsen, die umweltfreundliche Ideen oder nachhaltige Energie symbolisieren.

Das Wichtigste in Kürze

  • Thesaurierend vs. ausschüttend: Bei thesaurierenden ETFs werden Dividenden automatisch reinvestiert, bei ausschüttenden ETFs auf das Verrechnungskonto ausgezahlt. Die Gesamtrendite ist bei beiden Varianten nahezu identisch.
  • Unterschiede bei der Besteuerung: Ausschüttungen werden direkt bei Auszahlung versteuert. Bei thesaurierenden ETFs sorgt die Vorabpauschale für eine jährliche Mindestbesteuerung, sodass kein steuerlicher Vorteil entsteht.
  • Welche Variante passt zu Ihnen: Thesaurierende ETFs eignen sich für den langfristigen Vermögensaufbau ohne Aufwand. Ausschüttende ETFs sind die bessere Wahl, wenn regelmäßige Erträge gewünscht sind.
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Inhaltsverzeichnis

Thesaurierende und ausschüttende ETFs im Vergleich

Einige Unternehmen zahlen Aktionär:innen eine Gewinnbeteiligung in Form von Dividenden aus. Wenn Sie in einen ETF investieren, halten Sie über diesen Fonds Aktien an den im Fonds enthaltenen Unternehmen, weshalb Ihnen auch Dividendenzahlungen zustehen. 

Der Unterschied zwischen thesaurierenden und ausschüttenden ETFs liegt im Prinzip im Umgang mit den Dividenden. In den Namen der ETFs finden Sie die Abkürzungen Acc. und Dist, die für Accumulating (thesaurierend) und Distributing (ausschüttend) stehen. Während Dividendenzahlungen bei einem thesaurierenden ETF automatisch reinvestiert werden, werden diese bei ausschüttenden ETFs auf das Verrechnungskonto der Anleger:innen ausgezahlt. Es lohnt sich auf jeden Fall Zeit mit der Funktionsweise von ETFs zu verbringen, bevor investiert wird.

Vergleichsgrafik: "Ausschüttend" zeigt, wie ETF-Gewinne direkt an Anleger ausgezahlt werden. "Thesaurierend" verdeutlicht die automatische Wiederanlage der Profite. Labels erklären ETF thesaurierend oder ausschüttend anschaulich auf Deutsch.
Veieinfachte Darstellung der Funktionsweise thesaurierender und ausschüttender ETFs.

In der Praxis bedeutet das, dass die Erträge eines ausschüttenden ETFs manuell reinvestiert werden müssen, falls sie nicht für andere Zwecke genutzt werden sollen. Dabei können erneut Ordergebühren anfallen. Bei thesaurierenden ETFs entfällt dieser Aufwand komplett, da die Wiederanlage automatisch und kostenfrei innerhalb des Fonds geschieht.

KriteriumThesaurierend (Acc.)Ausschüttend (Dist.)
Umgang mit DividendenAutomatische ReinvestitionAuszahlung auf Verrechnungskonto
ZinseszinseffektVoll ohne eigenes ZutunNur bei manueller Wiederanlage
Regelmäßige ErträgeNeinJa
Aufwand für Anleger:innenGeringEtwas höher bei Wiederanlage
Besonders geeignet fürLangfristigen VermögensaufbauPassives Einkommen / laufende Erträge

Bei einem angenommenen Basiswert von 10.000 € einer angenommenen Gesamtrendite von 6 % jährlich und einer Dividendenquote von 2 % hätte ein thesaurierender ETF nach 10 Jahren einen Depotwert von ca. 17.908 €. Beim ausschüttenden ETF läge der Depotwert bei ca. 14.803 €, zuzüglich rund 2.401 € erhaltener Ausschüttungen. 

Vergleicht man die Gesamtrendite desselben ETFs in der thesaurierenden und der ausschüttenden Variante, schneiden beide nahezu identisch ab. Der Unterschied liegt nicht in der Performance, sondern ausschließlich im Umgang mit den Erträgen.

Wann ist ein thesaurierender ETF sinnvoll?

Ein thesaurierender ETF ist sinnvoll, wenn der langfristige Vermögensaufbau im Vordergrund steht. Durch das automatische Reinvestieren der Dividenden kann der Zinseszinseffekt die volle Wirkung entfalten, da das gesamte Kapital stets investiert ist. 

Diese Art der Geldanlage bietet sich besonders für Investor:innen an, die möglichst wenig Aufwand möchten. Hier bietet sich ein ETF-Sparplan hervorragend an, da durch den Sparplan ebenfalls automatisiert investiert wird. Gerade, wenn der Ruhestand noch weit entfernt ist und Ausschüttungen nicht für die Lebenshaltungskosten benötigt werden, kann diese Anlagestrategie über einen langen Zeitraum attraktiv sein. 

Vor- und Nachteile thesaurierender ETFs

Bevor Sie sich für oder gegen eine Ausschüttungsart entscheiden, lohnt sich ein Blick auf die Vor- und Nachteile. Hier finden Sie die Stärken und Schwächen thesaurierender ETFs:

VorteileNachteile
Voller Zinseszinseffekt durch automatische ReinvestitionKeine regelmäßigen Auszahlungen
Kein manuelles Wiederanlegen nötigSteuer auf Vorabpauschale muss vom Verrechnungskonto gedeckt sein
Keine zusätzlichen Ordergebühren für ReinvestitionWeniger Flexibilität bei der Verwendung der Erträge
Ideal für langfristigen VermögensaufbauKein laufendes passives Einkommen

Wann ist ein ausschüttender ETF sinnvoll?

Ausschüttende Fonds bieten sich für Anleger:innen an, die Wert auf regelmäßige Erträge legen und ein passives Einkommen durch Dividenden erzielen möchten. Zwar kann die Höhe der Ausschüttungen durchaus schwanken, dennoch können regelmäßige Auszahlungen einen motivierenden Effekt mit sich bringen. 

Ist der ETF ausschüttend, erhalten Anleger:innen regelmäßig Geld, ohne sich Gedanken um Kapitalverzehr oder einen Entnahmeplan machen zu müssen.  

Vor- und Nachteile ausschüttender ETFs

Neben den regelmäßigen Zahlungen bieten ausschüttende ETFs weitere Vorteile. Jedoch gilt es auch die Nachteile zu berücksichtigen:

VorteileNachteile
Regelmäßiges passives EinkommenKein automatischer Zinseszinseffekt auf Reinvestitionen
Kein Entnahmeplan nötigManuelle Wiederanlage nötig falls gewünscht
Motivierend durch sichtbare ErträgeZusätzliche Ordergebühren bei Reinvestition
Sparerpauschbetrag wird automatisch ausgenutztAusschüttungshöhe kann schwanken

Was steuerlich bei thesaurierenden und ausschüttenden ETFs wichtig ist

Immer wenn Anleger:innen Aktien verkaufen und dadurch Gewinne realisieren oder Dividenden erhalten, fallen Steuern an. Somit sind Ausschüttungen ein steuerrelevantes Ereignis und auf die Dividende fallen 25 % Kapitalertragssteuer, 5,5 % Solidaritätszuschlag und ggf. auch 8-9 % Kirchensteuer (je nach Bundesland) an. Alle drei Abgaben zusammen ergeben eine Gesamtsteuerbelastung von 26,375 % ohne Kirchensteuer bzw. bis zu 27,995 % mit Kirchensteuer. Auf jeden ausgezahlten Euro fallen theoretisch also Steuern in Höhe von ca. 0,26 bis 0,28 € an.

Das lässt den Trugschluss zu, dass thesaurierende ETFs steuerlich vorteilhafter seien, da zwischenzeitlich keine Ausschüttungen stattfinden und somit keine Steuern anfallen. Doch hier kommt die Vorabpauschale ins Spiel. Durch diese Pauschale wird sichergestellt, dass auch bei thesaurierenden Fonds eine jährliche Mindestbesteuerung stattfindet.

Der Staat möchte verhindern, dass Anleger:innen die Besteuerung durch die Wahl eines thesaurierenden ETFs um Jahre oder Jahrzehnte hinauszögern. Auf die fiktiven Erträge fallen dann die regulären Steuern an. Die Steuer wird Anfang Januar des Folgejahres automatisch vom Verrechnungskonto abgebucht. 

Wichtig: Beim späteren Verkauf des ETFs werden die bereits über die Vorabpauschale gezahlten Steuern angerechnet, sodass keine Doppelbesteuerung entsteht.

Durch den Sparerpauschbetrag sind die ersten 1.000 € (2.000 € für zusammen veranlagte Ehepaare) an Kapitalerträgen von der Steuer befreit. Dafür kann bei Ihrem Broker im Account-Bereich einfach der Freistellungsauftrag hinterlegt werden. 

Beste ausschüttende ETFs

Welche Fonds die besten ETFs sind, hängt von einer Reihe unterschiedlicher Faktoren ab. Dazu gehören neben objektiven Gesichtspunkten wie Kosten und Rendite auch subjektive Aspekte, wie die eigenen Anlageziele. Zudem sind auch einige ETFs deutlich nachhaltiger als andere, weshalb diese bei gleicher Rendite auf jeden Fall zu bevorzugen sind. 

Eine pauschale Aussage über die besten ausschüttenden Dividenden ETFs zu tätigen, ist somit nicht möglich. Dennoch stellen wir Ihnen hier einige interessante Produkte vor, die sowohl nachhaltig sind als auch in der Vergangenheit eine starke Rendite erwirtschaften konnten:

Stand: April 2026

Nachhaltig

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Balkonkraftwerk solarway
Balkonkraftwerk greensolar

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ETF-Name
UBS EURO STOXX 50 ESG UCITS ETF EUR dis
Amundi STOXX Europe 600 ESG II UCITS ETF Dist
iShares MSCI World SRI UCITS ETF USD (Dist)
Anbieter
UBS
Amundi
iShares
Nachhaltige Stimmnutzung?
Ja
Ja
Nein
Kategorie
Welt & Nachhaltigkeit
Welt & Nachhaltigkeit
Welt & Nachhaltigkeit
Index
STOXX Europe 600
STOXX Europe 600
MSCI World SRI Select
Rendite 1 Jahr
13,61 %
11,66 %
8,11 %
Dividendenrendite
3,52 %
2,75 %
1,36 %
Fondsvolumen
3,02 Mrd. Euro
0,32 Mrd. Euro
1,40 Mrd. Euro
TER
0,10 %
0,19 %
0,20 %
Auflagedatum
25.07.2019
29.01.2018
18.06.2018
Ausschüttungsart
Ausschüttend
Ausschüttend
Ausschüttend
Handelbar bei

Beste thesaurierende ETFs

Legen Sie Wert auf eine automatische Wiederanlage der Dividenden, kommen eine Reihe an thesaurierenden ETFs infrage. Bevor Sie entscheiden können, in welche Sie investieren wollen, gilt es Ihre Anlageziele, Ihren Anlagehorizont sowie grundlegende Werte festzulegen. 

Um Ihnen die Auswahl möglicherweise etwas erleichtern zu können, haben wir nachfolgend thesaurierende ETFs aufgelistet, die nachhaltig, kostengünstig und renditestark sind: 

Stand: April 2026

Nachhaltig

Balkonkraftwerk solarway

Nachhaltig

Balkonkraftwerk plugin energy
Balkonkraftwerk greensolar

Nachhaltig

ETF-Name
Amundi MSCI World SRI Climate Paris Aligned UCITS ETF Acc
Nordea BetaPlus Enhanced Global Sustainable Equity UCITS ETF USD (Acc)
iShares MSCI World SRI UCITS ETF EUR (Acc)
Anbieter
Amundi
Nordea
iShares
Nachhaltige Stimmnutzung?
Ja
Ja
Nein
Kategorie
Welt & Nachhaltigkeit
Nachhaltigkeit
Welt & Nachhaltigkeit
Index
MSCI World SRI Filtered
Nordea BetaPlus Enhanced Global Sustainable Equity
MSCI World SRI Select
Rendite 1 Jahr
8,99 %
3,07 %
8,37 %
Fondsvolumen
2,89 Mrd. Euro
2,45 Mrd. Euro
6,00 Mrd. Euro
TER
0,18 %
0,25 %
0,20 %
Auflagedatum
10.09.2018
16.06.2025
12.10.2017
Ausschüttungsart
Thesaurierend
Thesaurierend
Thesaurierend
Handelbar bei

ETF thesaurierend oder ausschüttend - Unser Fazit

Bei einem thesaurierenden ETF werden alle Dividenden automatisch reinvestiert. Ist der ETF ausschüttend, werden die Dividenden auf das Verrechnungskonto ausgezahlt und stehen den Investor:innen zur freien Verfügung. Während der thesaurierende ETF bei langen Anlagehorizonten und dem Wunsch nach Einfachheit Sinn ergibt, bieten sich ausschüttende ETFs für alle an, die laufende Auszahlungen bevorzugen.

Die Wahl hängt also weniger von der Rendite ab, sondern vor allem von der persönlichen Lebenssituation und den eigenen Anlagezielen.

Häufig gestellte Fragen

Was ist der Unterschied zwischen einem thesaurierenden und einem ausschüttenden ETF?

Bei einem thesaurierenden ETF werden Dividenden automatisch wieder in das Wertpapier reinvestiert. Sind ETFs ausschüttend, werden die Erträge auf das Verrechnungskonto ausgezahlt. Die Gesamtrendite des ETFs ist bei beiden Varianten nahezu identisch.

Wie muss ich Erträge aus ETFs versteuern?

Auf Kapitalerträge aus ETFs fallen 25 % Kapitalertragsteuer, 5,5 % Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer an. Bei ausschüttenden ETFs wird die Steuer direkt bei Auszahlung abgeführt. Bei thesaurierenden ETFs sorgt die Vorabpauschale dafür, dass auch ohne Ausschüttung eine jährliche Mindestbesteuerung stattfindet. Der Sparerpauschbetrag von 1.000 € pro Person gilt für beide Varianten.

Bringt ein thesaurierender ETF mehr Rendite als ein ausschüttender?

Die Rendite des zugrunde liegenden Index ist bei beiden Varianten gleich. Der Vorteil des thesaurierenden ETFs liegt im Zinseszinseffekt. Da die Dividenden automatisch reinvestiert werden, wächst das Kapital etwas schneller. Beim ausschüttenden ETF lässt sich dieser Effekt durch manuelles Reinvestieren ebenfalls erzielen, allerdings können dabei zusätzliche Transaktionskosten und Gebühren anfallen.

Worauf sollte ich achten, wenn ich in ETFs investieren möchte?

Neben der Wahl zwischen thesaurierend und ausschüttend spielen weitere Faktoren eine Rolle. Dazu gehören die Gesamtkostenquote (TER), das Fondsvolumen, der nachgebildete Index sowie die eigenen Anlageziele und der geplante Anlagehorizont. Auch die Transaktionskosten des Brokers sollten verglichen werden, da diese vor allem bei regelmäßiger Wiederanlage von Ausschüttungen ins Gewicht fallen können.

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Lars Hartog
Lars Hartog hat Betriebswirtschaftslehre studiert und beschäftigt sich seit vielen Jahren mit den Themen Wirtschaft, Nachhaltigkeit und Geldanlage. In verschiedenen Unternehmen hat er Projekte kennengelernt, die auf erneuerbare Energien und faire, transparente Wertschöpfung setzen. Besonderes Interesse hat er an langfristigen Investments mit Schwerpunkt auf grünen ETFs und verantwortungsvollen Strategien. Bei Erneuerbare Energien Aktuell bringt er diese Expertise ein und zeigt auf, wie sich Rendite und Nachhaltigkeit sinnvoll miteinander verbinden lassen.

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