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Was ist ein Dividenden-ETF?
Bei einer Dividende handelt es sich um eine Gewinnausschüttung eines Unternehmens an die Aktieninhaber. Ein Dividenden-ETF hat ebenfalls das Ziel, seinen Investor:innen möglichst viel Geld in regelmäßigen Abständen auszuschütten. Zwar sind alle ausschüttenden ETFs im Prinzip Dividenden-ETFs, jedoch werden nur diese als Dividenden-ETFs bezeichnet, bei denen die Ausschüttungen im Fokus stehen. Werden die Dividenden der Unternehmen wieder in den ETF investiert und nicht ausgeschüttet, ist der ETF thesaurierend.
Indexanbieter stellen gewisse Indizes zusammen, die dividendenstarke Unternehmen enthalten und ETF-Anbieter bilden diese Indizes nach. Welche Unternehmen aufgenommen werden, liegt somit an der zugrunde liegenden Struktur des Indexes. Einige nehmen die Unternehmen mit der größten Dividendenrendite auf, während andere auf Dividenden-Aristrkraten setzen.
Erklärung: Die Dividendenrendite setzt die jährliche Dividende je Aktie ins Verhältnis zum aktuellen Aktienkurs. Bei einer Dividende von 4 € und einem Aktienkurs von 100 € beträgt sie 4 %.
Die Ausschüttungen können jährlich, halbjährlich, quartalsweise oder monatlich erfolgen. Quartalsweise Zahlungen sind bei europäischen Dividenden-ETFs besonders verbreitet. Ein ETF mit monatlicher Dividende ist vergleichsweise selten. Ein Beispiel ist der Global X SuperDividend UCITS ETF in der ausschüttenden Anteilsklasse, der monatliche Zahlungen anstrebt. Dieser ist beispielsweise bei Scalable Capital handelbar.
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Können Dividenden-ETFs nachhaltig sein?
Die ETF-Dividende steht bei einem solchem ETF bei vielen Anleger:innen klar im Fokus, doch heißt das auch, dass deshalb auch auf nachhaltige und soziale Praktiken verzichtet werden muss? Die Antwort lautet ganz klar: Nein. Eine Dividenden-Strategie ist zunächst weder nachhaltig noch nicht nachhaltig. Es geht viel mehr um die Wahl des Produktes an sich.
Es gibt durchaus nachhaltige ETFs, die sowohl eine stabile Dividendenzahlung als auch nachhaltige Unternehmen im Portfolio haben. Doch auch hier kann nicht zu stark verallgemeinert werden, denn es gibt ETFs mit verschiedenen Ansätzen, wie ESG, SRI oder auch einfachen Ausschlussfiltern. Es ist auch wichtig zu kontrollieren, ob ETF-Anbieter ihre Votingrechte nachhaltig nutzen.
Als Anleger:in müssen Sie sich in erster Linie bewusst sein, worauf Sie Wert legen. ESG-ETFs berücksichtigen Kriterien aus den Bereichen Umwelt, Soziales und verantwortungsvolle Unternehmensführung. SRI-ETFs verfolgen meist einen strengeren Ansatz und schließen eine größere Anzahl an Unternehmen oder Branchen aus. Einfache Ausschlussfilter entfernen dagegen lediglich einzelne Bereiche wie kontroverse Waffen, Tabak, Kohle oder Unternehmen mit schweren Verstößen gegen internationale Standards.
Es gibt auch Dividenden-ETFs, die eine hohe Dividendenrendite mit einem SRI-Screening verbinden. Ein Beispiel ist der Xtrackers MSCI World High Dividend Yield ESG UCITS ETF. Der zugrunde liegende Index ist der „MSCI World High Dividend Yield Low Carbon SRI Screened Select Index“, welcher dividendenstarke Unternehmen beinhaltet und gleichzeitig SRI-Ausschlüsse sowie Vorgaben zur Reduzierung der CO₂-Belastung anwendet.
Die besten nachhaltigen Dividenden-ETFs im Vergleich
Wenn solche Dividenden-ETFs miteinander verglichen werden, gilt es, auf deutlich mehr Aspekte zu achten, als die reine Rendite oder die Dividendenrendite. Um Ihnen einen besseren Überblick zu verschaffen, stellen wir Ihnen die besten nachhaltigen Dividenden ETFs gegenüber:
ETF-Name | Xtrackers MSCI World High Dividend Yield ESG UCITS ETF 1D | SPDR S&P Global Dividend Aristocrats ESG UCITS ETF | iShares MSCI World Quality Dividend Advanced UCITS ETF |
Index | MSCI World High Dividend Yield Low Carbon SRI Screened Select | S&P Global Dividend Aristocrats ESG Enhanced Index | MSCI World High Dividend Yield Advanced Select Index |
Fokus | Reine Dividendenhöhe | Kontinuität der Dividende (Aristokraten) | Dividendenhöhe + Qualität |
Auflagedatum | 07.09.2023 | 01.06.2021 | 12.06.2017 |
Dividendenrendite | 1,94 % | 3,36 % | 2,09 % |
Rendite 1 Jahr | +26,56 % | +22,29 % | +32,52 % |
Warum nachhaltig? | SRI Screened: Sehr strenge Ausschlusskriterien (Waffen, Tabak etc.) + CO₂-Reduktion. | ESG Enhanced: Ausschluss von Verstößen gegen UN Global Compact & schwerer Kontroversen. | Advanced Filter: Strenger ESG-Filter zur CO₂-Reduzierung + Ausschluss fossiler Brennstoffe. |
TER | 0,25 % | 0,45 % | 0,38 % |
Ausschüttungsart | Ausschüttend | Ausschüttend | Ausschüttend |
Handelbar bei |
Dividenden-Strategie einfach erklärt
Es gibt verschiedene Herangehensweisen an die Dividenden-Strategie. Zwar eint alle das Ziel regelmäßiger Ausschüttungen, doch die Auswahl der enthaltenen Unternehmen unterscheidet sich bei dieser Art der ETF-Strategie teilweise deutlich. Wenn Sie in Dividenden-ETFs investieren, sollten Sie deshalb nicht nur auf die aktuelle Dividendenrendite schauen. Entscheidend ist die Methodik des zugrunde liegenden Indexes.
High-Dividend-Strategie
Bei der High-Dividend-Strategie werden Unternehmen mit einer besonders hohen aktuellen Dividendenrendite ausgewählt. Die Dividendenrendite setzt die jährliche Dividende je Aktie ins Verhältnis zum aktuellen Aktienkurs. Zahlt ein Unternehmen beispielsweise 4 € je Aktie bei einem Kurs von 100 €, beträgt die Dividendenrendite 4 %.
Vorsicht: Eine hohe Dividendenrendite ist jedoch nicht automatisch positiv. Fällt der Aktienkurs aufgrund wirtschaftlicher Probleme stark, steigt die rechnerische Rendite, obwohl sich die finanzielle Lage des Unternehmens verschlechtert hat. Es wäre also ein klarer ETF-Anfängerfehler, nur auf die Höhe der Dividendenrendite zu schauen.
Hier ist von einer Dividendenfalle die Rede. Zudem ist nicht garantiert, dass weiterhin eine Dividende ausgeschüttet wird. Neben der Rendite sollten deshalb auch Gewinne, Verschuldung, Ausschüttungsquote und Dividendenhistorie geprüft werden.
Dividend-Growth-Strategie
Die Dividend-Growth-Strategie konzentriert sich nicht auf die höchste aktuelle Dividendenrendite. Stattdessen werden Unternehmen ausgewählt, die ihre Ausschüttungen über einen längeren Zeitraum regelmäßig steigern konnten. Solche Unternehmen verfügen häufig über stabile Gewinne, einen verlässlichen Cashflow und ein langfristig tragfähiges Geschäftsmodell.
Die anfängliche Dividendenrendite kann bei dieser Strategie niedriger ausfallen. Durch kontinuierliche Steigerungen lassen sich langfristig dennoch wachsende Erträge generieren. Gleichzeitig kann ein steigender Unternehmensgewinn zur positiven Kursentwicklung beitragen. Eine lange Historie schützt allerdings nicht vollständig vor Kürzungen. Gerät ein Unternehmen wirtschaftlich unter Druck, kann auch eine zuvor regelmäßig erhöhte Dividende reduziert werden.
Dividendenaristokraten
Dividendenaristokraten sind Unternehmen, die ihre Ausschüttungen über viele Jahre hinweg erhöht oder zumindest stabil gehalten haben. Die genaue Definition hängt vom Indexanbieter und der betrachteten Region ab. Beim S&P 500 Dividend Aristocrats Index müssen Unternehmen ihre Dividende beispielsweise mindestens 25 Jahre in Folge erhöht haben. Beim S&P Europe 350 Dividend Aristocrats Index reichen zehn Jahre. Für den S&P Global Dividend Aristocrats Index gelten wiederum mindestens zehn Jahre mit stabilen oder steigenden Ausschüttungen.
Der Begriff „Dividendenaristokrat“ sollte deshalb nicht pauschal mit 25 Jahren gleichgesetzt werden. Auch hier zeigt die bisherige Entwicklung lediglich, dass ein Unternehmen seine Ausschüttungspolitik über einen längeren Zeitraum aufrechterhalten konnte. Eine Garantie für zukünftige Zahlungen entsteht daraus nicht. Überlegen Sie also, doch auf diese Strategie zu setzen, kann ein Rebalancing Sinn ergeben.
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Quality-Dividend-Strategie
Bei der Quality-Dividend-Strategie wird die Dividendenrendite durch zusätzliche Qualitätskriterien ergänzt. Je nach Index werden beispielsweise Gewinnstabilität, Eigenkapitalrendite, Cashflow, Verschuldung oder Ausschüttungsquote berücksichtigt. Dadurch sollen Unternehmen ausgeschlossen werden, deren hohe Dividendenrendite lediglich auf einem eingebrochenen Aktienkurs oder einer wirtschaftlich nicht tragfähigen Ausschüttung beruht.
Ein Beispiel ist der iShares MSCI Europe Quality Dividend Advanced UCITS ETF. Der Fonds bildet den MSCI Europe High Dividend Yield Advanced Select Index ab. Dieser basiert auf europäischen Unternehmen aus dem MSCI Europe und kombiniert eine stärkere Ausrichtung auf den Dividendenfaktor mit ESG-Kriterien. Das geht aus den offiziellen Beschreibungen von MSCI und iShares hervor. Eine solche Auswahl kann das Risiko von Dividendenfallen reduzieren, hohe oder dauerhaft stabile Ausschüttungen jedoch nicht garantieren.
Sind Investitionen in Dividenden-ETFs sinnvoll?
Dividenden-ETFs können für Anleger:innen sinnvoll sein, die regelmäßige Ausschüttungen als zusätzliche Einnahmequelle nutzen möchten. Sichtbare Zahlungen können motivieren und bei Bedarf erneut angelegt werden. Durch die Wiederanlage bleibt der Zinseszinseffekt erhalten.
Gegenüber einem breit gestreuten Welt-ETF fällt die Diversifikation jedoch häufig geringer aus. Viele Dividendenindizes konzentrieren sich auf etablierte Unternehmen aus Branchen wie Finanzen, Energie, Versorgung oder Konsum. Zudem können Ausschüttungen gekürzt oder vollständig gestrichen werden. Eine hohe Dividendenrendite bedeutet daher nicht automatisch eine hohe Gesamtrendite.
Für den langfristigen Vermögensaufbau eignet sich ein Welt-ETF häufig besser als Kernanlage. Ein Dividenden-ETF kann das Portfolio ergänzen, wenn regelmäßige Erträge ein wichtiges Anlageziel darstellen. Vor jeder Investition sollten neben der Ausschüttung auch Kursentwicklung, Kosten, Indexzusammensetzung und steuerliche Folgen geprüft werden.
Hinweis: Dividenden sind kein zusätzlicher Gewinn. Am Ausschüttungstag reduziert sich der Aktienkurs rechnerisch um die gezahlte Dividende. Entscheidend ist daher immer die Gesamtrendite aus Kursentwicklung und Ausschüttungen. Auf Ausschüttungen fallen zudem Steuern an. Auch bei ausschüttenden ETFs kann unter bestimmten Voraussetzungen eine Vorabpauschale entstehen.
Vor- und Nachteile von Dividenden-ETFs auf einen Blick
Um die Eignung von Dividenden-ETFs abschließend einordnen zu können, sollten die wichtigsten Vor- und Nachteile gegenübergestellt werden. Welche Punkte stärker ins Gewicht fallen, hängt von Ihren Anlagezielen und der gewünschten Verwendung der Ausschüttungen ab.
| "Vorteile" | Nachteile |
|---|---|
| Regelmäßige Ausschüttungen als zusätzliche Einnahmequelle | Höhe und Fortbestand der Ausschüttungen sind nicht garantiert |
| Erträge können genutzt werden, ohne ETF-Anteile verkaufen zu müssen | Ausschüttungen unterliegen direkt der Besteuerung |
| Sichtbare Zahlungen können die Motivation beim langfristigen Investieren erhöhen | Dividenden sind kein zusätzlicher Gewinn neben der Kursentwicklung |
| Wiederanlage der Ausschüttungen ermöglicht langfristigen Vermögensaufbau | Ohne Wiederanlage fällt der Zinseszinseffekt geringer aus |
| Gezielte Auswahl etablierter und dividendenstarker Unternehmen | Häufig geringere Diversifikation als bei einem breit gestreuten Welt-ETF |
| Quality- und Growth-Strategien können Dividendenfallen reduzieren | Mögliche Konzentration auf einzelne Branchen und Regionen |
| Sinnvolle Ergänzung für ein bestehendes ETF-Portfolio | Eine hohe Dividendenrendite bedeutet nicht automatisch eine hohe Gesamtrendite |

