KI ETFs: Welche sind nachhaltig?

Geprüft von
Jessica Dzikonski
Ein Mann mit Brille und dunkler Jacke steht an einem Zeitungskiosk und blättert in Zeitschriften und Zeitungen. Die Zeitschrift im Fokus trägt eine Schlagzeile über KI-ETFs und Anlagetrends. Im Hintergrund gehen Menschen auf einer belebten Stadtstraße vorbei.
Künstliche Intelligenz ist längst mehr als ein kurzfristiger Technologietrend und hat mittlerweile in beinahe alle Bereiche des alltäglichen Lebens Einzug gehalten. Gerade in der Unternehmens- und Finanzwelt verändert die künstliche Intelligenz den Alltag immens, weshalb es auch zahlreiche KI ETFs gibt, die auf KI als Wachstumstreiber setzen.  Was nun, wenn Anleger:innen vom KI-Boom profitieren, aber dennoch nicht auf Nachhaltigkeit oder soziale Verantwortung verzichten wollen? Hier stellt sich die Frage, ob ein KI ETF auch nachhaltig sein kann. Erhalten Sie hier nicht nur eine Antwort auf diese Frage, sondern finden Sie auch heraus, welche Unternehmen in typischen KI ETFs enthalten sind und worauf Sie bei der Auswahl achten sollten.
Abbildung einer Glühbirne, in der grüne Blätter wachsen, die umweltfreundliche Ideen oder nachhaltige Energie symbolisieren.

Das Wichtigste in Kürze

  • KI ETFs sind nicht automatisch nachhaltig: Ein KI ETF investiert häufig in Unternehmen aus Bereichen wie Halbleiter, Cloud, Software, Big Data, Robotik und Cybersecurity. Auch wenn KI effizientere Prozesse ermöglichen kann, stehen hoher Stromverbrauch, Wasserverbrauch, Rohstoffbedarf und ethische Fragen weiterhin in der Kritik.
  • Nachhaltigkeitsfilter müssen genau geprüft werden: Entscheidend ist nicht der Begriff „Artificial Intelligence“ im Namen, sondern der zugrunde liegende Index. Anleger:innen sollten prüfen, ob ESG Kriterien oder SRI Filter angewendet werden und welche Unternehmen tatsächlich im ETF enthalten sind.
  • KI ETFs eignen sich eher als Beimischung: Viele KI ETFs sind stark auf Technologieunternehmen, einzelne Branchen und wenige große Werte konzentriert.
Ein hellhäutiges Hand-Emoji, bei dem der Zeigefinger nach rechts zeigt.

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Inhaltsverzeichnis

Was ist ein KI ETF?

Ein KI ETF enthält Aktien von Unternehmen, die stark von künstlicher Intelligenz selber oder dem Boom rund um die Industrie profitieren. Es ist ein Fehlschluss anzunehmen, dass nur in reine KI Unternehmen wie OpenAI oder Anthropic investiert wird. Enthalten sind somit oft auch Halbleiter-, Cloud-, Software-, Automatisierungs-, Robotik-, Big Data- und Cybersecurity-Aktien.

Zudem gilt es zu wissen, dass es sich bei KI ETFs oder einem AI ETF um die gleiche Kategorie an Finanzprodukten handelt. AI steht dabei lediglich für die englische Version (Artificial Intelligence). Wenn ein ETF künstliche Intelligenz als Schwerpunkt wählt, ist die Wertentwicklung stark von der Branche abhängig und daher deutlich schwankungsanfälliger.

Welche Unternehmen stecken typischerweise in KI ETFs?

Da viele Anleger:innen KI mit Chatbots wie ChatGPT oder Claude verbinden, ist es wichtig einen genauen Blick auf die Zusammensetzung eines Artificial Intelligence ETF zu werfen. Zuvor haben wir bereits erwähnt, dass eine Vielzahl von Unternehmen in solchen Fonds enthalten sein können, doch welche Branchen und Unternehmen profitieren besonders von dem KI-Boom?

Die Infrastruktur rund um die künstliche Intelligenz

Um den Hunger nach künstlicher Intelligenz der vielen Unternehmen und Nutzer:innen stillen zu können, muss die Infrastruktur dem großen Andrang standhalten. Hier geht es um Unternehmen aus den Bereichen Halbleiter, Grafikprozessoren, Server, Rechenzentren und Infrastruktur.

Beispiele für solche Unternehmen sind:

  • Nvidia
  • Broadcom
  • Micron Technology

Hinweis: Nvidia ist das wertvollste Unternehmen der Welt und wird daher in vielen Indizes am stärksten gewichtet. Im klassischen MSCI World Index ist das Unternehmen mit über 5 % gewichtet und hat somit mehr Einfluss auf den Index als alle deutschen Unternehmen zusammen.

Die Softwareanbieter hinter der KI

Während die Hardware die Grundlage für den KI-Boom bildet und dafür sorgt, dass genug Ressourcen zur Verfügung stehen, haucht die Software dem Ganzen erst Leben ein. Besonders profitieren Cloud Anbieter, die Rechenleistung und Speicherplatz für die KI-Technologien zur Verfügung stellen. Auch Big-Data-Spezialisten und Softwarekonzerne spielen eine wichtige Rolle, da KI-Anwendungen große Datenmengen nutzbar machen müssen:

Beispiele sind:

  • Microsoft
  • Alphabet
  • Palantir

Hinweis: Cloud Anbieter wie Microsoft und Alphabet profitieren stark vom KI Boom, weil sie Rechenleistung und KI Dienste bereitstellen. Palantir verwendet KI um große Datenmengen zu verarbeiten und darauf basierend Software-Lösungen anzubieten.

Anwender der künstlichen Intelligenz

Künstliche Intelligenz wird natürlich nicht nur durch die Privatperson genutzt, die gerne eine Rezeptidee braucht oder eine Antwort auf eine Frage sucht. Unternehmen setzen vermehrt auf den Einsatz der KI-Anwendungen und MSCI World hat mit seinem Robotics & AI Index einen Index erstellt, der genau diese Unternehmen beinhaltet. Darin finden sich Automatisierungsspezialisten sowie Unternehmen aus den Bereichen Robotik, industrielle Fertigung, Medizintechnik oder Sensorik wider. 

Beispiele in KI-ETFs aus diesem Bereich sind:

  • ABB
  • Keyence
  • Intuitive Surgical

Gut zu wissen: Bei KI ETFs lohnt sich ein Blick darauf, wo künstliche Intelligenz tatsächlich eingesetzt wird. Besonders spannend sind Unternehmen, deren Technologie nicht nur Wachstum verspricht, sondern konkrete Probleme löst.

Sind KI ETFs nachhaltig?

Zwar sorgt die künstliche Intelligenz für effizientere Prozesse in der Arbeitswelt, dennoch ist ein Künstliche Intelligenz Aktien ETF dadurch nicht automatisch nachhaltig. Ganz im Gegenteil zu der höheren Effizenz steht nämlich der extrem hohe Stromverbrauch für das Betreiben sowie der Wasserverbrauch für die Kühlung der Rechenzentren in der Kritik. 

Zudem werden für die Produktion von Chips und Hardware sehr viele natürliche Rohstoffe benötigt. Diese Rohstoffe werden dabei auch nicht immer nachhaltig abgebaut. Auch die mögliche Beteiligung der künstlichen Intelligenz im Militär wirft ethische Fragen auf. Beinhaltet ein ETF Aktien von Unternehmen, die das Kriegsgeschehen aktiv unterstützen und dadurch ihr Geld verdienen, kann wohl kaum von einem nachhaltigen Finanzprodukt gesprochen werden. 

Das bedeutet jedoch nicht, dass ein ETF mit Fokus auf KI nicht doch auch nachhaltig sein kann. Wichtig sind hier der Fokus des ETFs sowie die beinhalteten Aktien. 

Welche nachhaltigen KI ETFs gibt es?

Ein KI ETF hat keinen sonderlich nachhaltigen Ruf, weshalb Anleger:innen bei einem KI ETF genau prüfen sollten, nach welchen Kriterien der Fonds zusammengestellt wird. Entscheidend ist nicht nur der Begriff „Artificial Intelligence“ im Namen, sondern vor allem der zugrunde liegende Index. Ein klassischer ETF Änfängerfehler wäre es, einen ETF zu kaufen, weil der Name interessant klingt.

Erst die Indizes zeigen, welche Unternehmen aufgenommen werden, welche Branchen ausgeschlossen sind oder ob ESG Kriterien berücksichtigt werden. An der Börse gibt es bisher nur wenige KI ETFs, die ausdrücklich Nachhaltigkeitsfilter oder ESG Kriterien einsetzen. Einer davon ist der Amundi MSCI Robotics & AI UCITS ETF Acc, der unter nachhaltigen KI-Aktien führend ist und den Index „MSCI ACWI IMI Robotics & AI Filtered Index“ nachbildet.

ETF · Robotik & Künstliche Intelligenz

Amundi MSCI Robotics & AI UCITS ETF Acc

ISIN LU1861132840  ·  WKN A2JSC9  ·  Ticker GOAI
Nachhaltig (ESG) Thesaurierend Physisch repliziert
0,40 %
TER p.a.
Laufende Kosten
Thesau­rierend
Ausschüttung
Erträge werden reinvestiert
1.203 Mio. €
Fondsvolumen
lt. Anbieterprofil
169
Positionen
Unternehmen im Index

Warum nachhaltig?

Der Fonds bildet die ESG-gefilterte Variante des MSCI-Index ab: Unternehmen mit schwerwiegenden Kontroversen oder schwachen ESG-Ratings werden herausgefiltert. Investiert wird in Firmen, die mit Robotik, KI, Cloud und Cybersicherheit an den Zukunftstechnologien arbeiten.

Handelbar bei Scalable Capital*

Worauf Anleger:innen bei der Suche nach nachhaltigen KI ETFs achten sollten

Wenn Anleger:innen in KI investieren wollen, ohne die eigenen Nachhaltigkeitsansprüche zu vernachlässigen, gibt es eine Reihe an Aspekten, die vor der Einrichtung des ETF-Sparplans kontrolliert werden sollten. Dazu gehören unter anderem: 

  • Indexname und Indexmethodik prüfen: Der Index zeigt, nach welchen Regeln das Wertpapier zusammengestellt wird und welche Unternehmen überhaupt aufgenommen werden können.
  • ESG oder SRI Filter kontrollieren: Anleger:innen sollten prüfen, welche Nachhaltigkeitskriterien wirklich angewendet werden. Ein einfacher ESG Filter ist meist weniger streng als ein SRI Ansatz.
  • Ausgeschlossene Branchen ansehen: Wichtig ist, welche Bereiche ausgeschlossen werden, zum Beispiel Waffen, fossile Energien, Tabak oder kontroverse Geschäftspraktiken.
  • Top 10 Positionen analysieren: Die größten Positionen zeigen schnell, welche Unternehmen den ETF besonders stark prägen.
  • Tech Konzentration prüfen: Ein KI ETF kann stark auf einen Sektor konzentriert sein. Dadurch steigt das Risiko im Vergleich zu einem breit gestreuten MSCI World ETF.
  • Anzahl der Positionen vergleichen: ETFs bieten zwar Zugang zu mehreren Unternehmen, sind aber nicht immer breit gestreut. Ein ETF mit 80 bis 100 Positionen ist deutlich konzentrierter als ein MSCI World ETF mit über 1.000 Aktien.
  • Kosten vergleichen: Die TER zeigt, welche laufenden Kosten jährlich anfallen und sollte vor der Anlageentscheidung berücksichtigt werden.
  • Fondsvolumen prüfen: Ein höheres Fondsvolumen kann auf eine bessere Marktakzeptanz hinweisen und das Risiko einer späteren Schließung reduzieren.
  • Ausschüttend oder thesaurierend wählen: Ausschüttende ETFs zahlen Erträge aus, thesaurierende ETFs legen sie automatisch wieder an.

Bevor jedoch ein ETF ausgesucht wird, steht die Auswahl eines geeigneten Online-Brokers auf der Checkliste.

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Chancen und Risiken von KI ETFs für nachhaltige Investor:innen

Jedes Investment birgt gewisse Chancen und Risiken, die es vor dem Kauf der Anteile zu kennen gilt. Ein reiner Blick auf die Rendite reicht dazu nicht aus. Deswegen haben wir Ihnen die Vor- und Nachteile von KI-ETFs im Vergleich gegenübergestellt.

ChancenRisiken
KI kann Prozesse in Energie, Industrie, Medizin und Mobilität effizienter machenThemen ETFs können stärker schwanken als breit gestreute Welt ETFs
Big Data kann Klimamodelle, Stromnetze und Ressourcenplanung unterstützenRechenzentren und KI Anwendungen benötigen viel Strom und Kühlung
Automatisierung kann Produktionsprozesse sparsamer und ressourcenschonender gestaltenViele KI ETFs enthalten ähnliche große Technologieunternehmen
KI ETFs können als Beimischung zu einem breit gestreuten nachhaltigen ETF Portfolio dienenESG Filter schließen nicht jede problematische Beteiligung zuverlässig aus
Einige KI ETFs berücksichtigen Nachhaltigkeitskriterien bei der IndexauswahlViele Werte sind bereits in MSCI World, Nasdaq 100 oder Technologie ETFs enthalten

Fazit: Gibt nachhaltige künstliche Intelligenz-ETFs wirklich?

KI ETFs werden immer beliebter, da gerade die KI-Unternehmen mit überdurchschnittlichen Renditen auffallen. Ein umfangreicher ETF-Vergleich bietet hier die optimale Möglichkeit, verschiedene ETF und Anbieter gegenüberzustellen und herauszufinden, welche Schwerounkte wirklich gesetzt werden. Gerade Anleger:innen mit Fokus auf Nachhaltigkeit fragen sich nun zurecht, ob ein AI ETF die eigenen Grundsätze auch unterstützt und ob ein Investment vertretbar ist.

Dieser Gedankengang rührt daher, dass künstlicher Intelligenz und der Entwicklung dieser Technologie ein extrem hoher Strom- und Wasserverbrauch nachgesagt wird. Zwar sagen Anbieter wie iShares oder Xtrackers, dass ESG-Filter angewandt werden, aber das bedeutet nicht direkt, dass es sich um einen nachhaltigen ETF handelt.

Eine nachhaltige Option aus dem KI Bereich ist der Amundi MSCI Robotics & AI UCITS ETF Acc, der künstliche Intelligenz, Robotik und Automatisierung mit einem ESG-gefilterten Ansatz verbindet. Dennoch sollte auch dieser ETF nicht automatisch als vollständig nachhaltiges Finanzprodukt verstanden werden. Anleger:innen sollten daher immer prüfen, welche Unternehmen im Fonds enthalten sind, welche Ausschlüsse gelten und wie streng die angewandten Nachhaltigkeitskriterien tatsächlich sind.

Häufig gestellte Fragen

Was ist ein KI ETF?

Ein KI ETF ist ein börsengehandelter Fonds, der in Unternehmen investiert, die von künstlicher Intelligenz profitieren. Dazu gehören nicht nur reine KI-Unternehmen, sondern auch Halbleiterhersteller, Cloud Anbieter, Softwarekonzerne, Big Data Spezialisten, Robotikunternehmen und Anbieter von Cybersecurity Lösungen.

Sind KI ETFs nachhaltig?

KI ETFs sind nicht automatisch nachhaltig. Zwar kann künstliche Intelligenz durch technologische Fortschritte dabei helfen, Prozesse effizienter zu gestalten, Ressourcen besser zu planen oder Klimamodelle zu verbessern. Gleichzeitig stehen KI Anwendungen aber wegen ihres hohen Strom- und Wasserverbrauchs, des Rohstoffbedarfs für Hardware und möglicher ethischer Risiken in der Kritik.

Für wen eignen sich KI ETFs?

KI ETFs eignen sich vor allem für Anleger, die langfristig an das Wachstum der künstlichen Intelligenz glauben und bereit sind, stärkere Schwankungen zu akzeptieren. Da viele Fonds stark auf Technologieunternehmen und einzelne Branchen konzentriert sind, eignen sie sich eher als Beimischung im Depot.

Lars Hartog
Lars Hartog hat Betriebswirtschaftslehre studiert und beschäftigt sich seit vielen Jahren mit den Themen Wirtschaft, Nachhaltigkeit und Geldanlage. In verschiedenen Unternehmen hat er Projekte kennengelernt, die auf erneuerbare Energien und faire, transparente Wertschöpfung setzen. Besonderes Interesse hat er an langfristigen Investments mit Schwerpunkt auf grünen ETFs und verantwortungsvollen Strategien. Bei Erneuerbare Energien Aktuell bringt er diese Expertise ein und zeigt auf, wie sich Rendite und Nachhaltigkeit sinnvoll miteinander verbinden lassen.

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