Inhalt des Artikels
- Sollte ich die PV-Anlage selber planen oder planen lassen?
- Unsere Empfehlungen
- Solaranlage selber planen: Unser Schritt-für-Schritt-Guide
- Schritt 1: Stromverbrauch analysieren
- Schritt 2: Dachfläche & Ausrichtung prüfen
- Schritt 3: Optimale Anlagengröße berechnen
- Schritt 4: Anzahl Solarmodule ermitteln
- Schritt 5: Speichergröße berechnen
- Schritt 6: Weitere Verbraucher einplanen
- Schritt 7: Wirtschaftlichkeit & Amortisation berechnen
- Schritt 8: Lohnt sich Einspeisung oder Eigennutzung mehr?
- Schritt 9: Angebote einholen & vergleichen
- Welche Förderungen gibt es 2026?
- Häufige Fehler bei der Planung der PV-Anlage
Sollte ich die PV-Anlage selber planen oder planen lassen?
Wir empfehlen, die finale Planung der PV-Anlage einem Fachbetrieb zu überlassen. Besonders regional ansässige Betriebe können Sie besser beraten, da örtliche Gegebenheiten bekannt sind. Auch bei der Förderberatung kann so sinnvoller unterstützt werden. Mit einem Fachbetrieb vermeiden Sie ungünstige Fehler, die Sie im Nachhinein mehrere Tausend Euro kosten könnten. Zudem wird bei vielen Förderprogrammen die professionelle Planung und Umsetzung vorgeschrieben.
Eine eigene Vorabschätzung ist aber dennoch eine sinnvolle Ergänzung. So erhalten Sie ein erstes Gefühl für die Kosten, sowie technischen Voraussetzungen und können später bei Gesprächen mit den Fachbetrieben besser einschätzen, was Ihnen emfpohlen wird. Also gerne loslegen mit unserem Praxis-Guide.
Unsere Empfehlungen
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- Rund-um-Service-Paket: Beratung, Montage und vieles mehr aus einer Hand
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Solaranlage selber planen: Unser Schritt-für-Schritt-Guide
Auch ohne Fachkenntnisse lässt sich eine PV-Anlage mit den richtigen Werkzeugen grob selbst planen. Dabei gilt: Die Ergebnisse einer solchen Eigenplanung sind als erste Orientierung zu verstehen. In der Praxis können lokale Gegebenheiten, individuelle Dachsituationen oder technische Details zu Abweichungen führen, die nur ein Vor-Ort-Termin mit einem Fachbetrieb abschließend klären kann.
Schritt 1: Stromverbrauch analysieren
Für fast alle Berechnung benötigen Sie Ihren jährlichen Stromverbrauch. Den finden Sie auf Ihrer Stromrechnung. Falls Sie darauf gerade keinen Zugriff haben, können Sie mit etwa 1.000 kWh pro Person rechnen. Ein durchschnittlicher Vier-Personen-Haushalt verbraucht in Deutschland also rund 4.000 kWh pro Jahr. Auf Basis dieses Wertes lässt sich die benötigte Anlagengröße grob ableiten.
Schritt 2: Dachfläche & Ausrichtung prüfen
Nicht jedes Dach eignet sich gleich gut für eine Solaranlage. Entscheidend sind Ausrichtung, Neigungswinkel und mögliche Verschattungsquellen wie Bäume oder benachbarte Gebäude.
Optimal ist eine Südausrichtung mit einem Neigungswinkel zwischen 30-35°. Aber auch hier gilt es, Ihre individuelle Situation zu prüfen. In einigen Fällen sind so auch Abweichungen gut geeignet und können sogar mehr Strom als das eigentliche Optimum erzielen.
Die Berechnung führen Sie schnell und einfach mit unserem Rechner für die Ausrichtung der Solaranlage durch.
Schritt 3: Optimale Anlagengröße berechnen
Aus Stromverbrauch und Dachfläche ergibt sich die ideale Anlagengröße in Kilowatt-Peak (kWp). Als Faustregel gilt: Pro 1.000 kWh Jahresverbrauch werden etwa 1 kWp Anlagenleistung benötigt. Unser Rechner zur PV-Anlage-Größe berechnen unterstützt Sie dabei, eine erste fundierte Schätzung zu ermitteln.
Schritt 4: Anzahl Solarmodule ermitteln
Steht die gewünschte Anlagenleistung fest, lässt sich daraus die Anzahl der benötigten Solarmodule berechnen. Ein handelsübliches Modul leistet heute zwischen 400 und 450 Watt. Für eine 10-kWp-Anlage wären das also rund 22-25 Module. Wie viele Module Sie konkret benötigen, zeigt Ihnen unser Rechner Wie viele Solarmodule brauche ich für 1 kW?
Schritt 5: Speichergröße berechnen
Ein Batteriespeicher erhöht den Eigenverbrauchsanteil erheblich, indem tagsüber erzeugter Solarstrom für die abendlichen Verbrauchsspitzen gespeichert wird. Die richtige Speichergröße hängt vom Tagesverbrauchsprofil und der Anlagenleistung ab. Zu kleine Speicher sind schnell voll, zu große amortisieren sich kaum. Mit unserem Rechner zur PV-Speicher-Größe finden Sie die passende Dimensionierung.
✓ Dran gedacht? Die Kapazität des Wechselrichters muss zur Anlagenleistung passen. Ein unterdimensionierter Wechselrichter kann den Ertrag der gesamten Anlage spürbar begrenzen.
Schritt 6: Weitere Verbraucher einplanen
Wer ein Elektroauto besitzt oder eine Wärmepumpe betreibt, hat einen deutlich höheren Strombedarf. Beide Geräte lassen sich ideal mit Solarstrom kombinieren, wenn die Anlage entsprechend größer dimensioniert wird. Eine Wallbox für das E-Auto oder eine Wärmepumpe können den Eigenverbrauchsanteil auf über 70 % steigern. Allerdings erfordert das eine vorausschauende Planung, da der Strombedarf dieser Geräte stark schwankt.
Schritt 7: Wirtschaftlichkeit & Amortisation berechnen
Die Wirtschaftlichkeit Ihrer PV-Anlage hängt von in erster Linie. von den Investitionskosten, dem erwarteten Solarertrag und dem aktuellen Strompreis ab. Liegt der Strompreis bei 30-35 Cent pro kWh, amortisiert sich eine gut geplante Anlage oft innerhalb von 10-12 Jahren.
Unser Photovoltaik-Ertragsrechner hilft Ihnen dabei, eine realistische Ertragsprognose für Ihren Standort zu erstellen.
Schritt 8: Lohnt sich Einspeisung oder Eigennutzung mehr?
Selbst genutzter Solarstrom ist in der Regel deutlich wertvoller als eingespeister Strom. Während die Einspeisevergütung 2026 bei etwa 8-9 Cent pro kWh liegt, sparen Sie durch Eigenverbrauch Stromkosten von 30-35 Cent pro kWh. Daraus ergibt sich: Je höher der Eigenverbrauchsanteil, desto wirtschaftlicher die Anlage. Ein Batteriespeicher ist daher oft die sinnvollere Investition als eine möglichst große Anlage mit hohem Netzüberschuss.
Schritt 9: Angebote einholen & vergleichen
Unsere klare Empfehlung ist es, mindestens drei Angebote von verschiedenen Fachbetrieben einzuholen. Achten Sie dabei nicht nur auf den Preis, sondern auch auf Modulqualität, Wechselrichter-Marke, Garantiebedingungen und den Service nach der Inbetriebnahme. Ein günstigeres Angebot kann langfristig teurer werden, wenn Qualität oder Support nicht stimmen. Mit unserem PV-Angebots-Finder erhalten Sie in wenigen Minuten Top-Angebote von regionalen Fachbetrieben.
Welche Förderungen gibt es 2026?
Auch 2026 gibt es attraktive Fördermöglichkeiten für Photovoltaikanlagen. Auf Bundesebene bietet die KfW zinsgünstige Kredite über das Programm „Erneuerbare Energien Standard“ (270) an, das sowohl die Anlage als auch einen Batteriespeicher finanziert.
Zusätzlich greifen seit 2023 bundesweit Mehrwertsteuerbefreiungen für den Kauf und die Installation von PV-Anlagen bis 30 kWp. Darüber hinaus bieten viele Bundesländer und Kommunen eigene Förderprogramme an, die sich je nach Region erheblich unterscheiden und daher individuell geprüft werden sollten.
Häufige Fehler bei der Planung der PV-Anlage
- Eigenverbrauchsprofil unterschätzt: Wer tagsüber kaum zu Hause ist, erzeugt viel Strom zu Zeiten, in denen er gar nicht genutzt werden kann. Ohne Speicher landet ein Großteil des Solarstroms zu niedrigen Vergütungssätzen im öffentlichen Netz.
- Falsch dimensionierter Wechselrichter: Passt die Wechselrichterleistung nicht zur installierten Modulleistung, entsteht ein sogenanntes Clipping. Der Wechselrichter kann die gesamte erzeugte Energie nicht verarbeiten, wodurch Ertrag verloren geht.
- Kabelwege und Wechselrichter-Standort nicht bedacht: Lange Kabelwege erhöhen den Widerstand und reduzieren den Wirkungsgrad. Außerdem sollte der Wechselrichter an einem schattigen, gut belüfteten Ort installiert werden, da hohe Temperaturen seine Leistung dauerhaft beeinträchtigen.
- Dachstatik nicht geprüft: Ältere Dächer sind nicht immer für das zusätzliche Gewicht von Solarmodulen ausgelegt. Eine statische Überprüfung durch einen Fachmann sollte daher grundsätzlich Teil jeder Planung sein.

