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Kurzübersicht: Wie ist Windenergie entstanden?
Die Nutzung von Windenergie hat eine lange Geschichte, die bis in die Antike zurückreicht. Die ersten dokumentierten Verwendungen von Windenergie finden sich in Segelschiffen, die bereits vor Tausenden von Jahren von verschiedenen Kulturen genutzt wurden, um über die Meere zu segeln.
In Bezug auf die Nutzung von Windenergie zurErzeugung von Elektrizität begann die moderne Ära der Windkraft im späten 19. Jahrhundert und frühen 20. Jahrhundert mit der Entwicklung von modernen Windmühlen zur mechanischen Energiegewinnung, insbesondere in ländlichen Gebieten zur Bewässerung von Feldern oder zum Mahlen von Getreide.
Die ersten Windturbinen zur Stromerzeugung wurden in den 1970er Jahren entwickelt, und seitdem hat die Windenergieindustrie ein exponentielles Wachstum erlebt, insbesondere seit den 2000er Jahren, als Technologie und Effizienz verbessert wurden und das Bewusstsein für erneuerbare Energien stetig zunahm.

Altertümliche Ursprünge der Windkraft
Die Geschichte der Windenergienutzung reicht weit zurück – schon frühe Kulturen der Menschheit nutzen die Kraft des Windes, um tägliche Aufgaben zu optimieren. Die erste anerkannte Erfindung zur Windenergienutzung an Land ist die Windmühle.
Persische Windmühlen
Bereits in der antiken Zeit, um etwa 2000 vor Christus, wurden im antiken Persien Windmühlen verwendet. Diese frühen Windmühlen dienten hauptsächlich dazu, Korn zu mahlen oder Wasser zu pumpen. Die Perser entwickelten Windräder mit vertikaler Achse, an denen Holzplanken oder Matten befestigt waren.
Chinesische Windmühlen
Auch im antiken China wurden Windmühlen verwendet, um Arbeit zu verrichten. Historische Aufzeichnungen deuten darauf hin, dass chinesische Windmühlen bereits vor mehr als 2000 Jahren existierten. Chinesische Windräder wurden ebenfalls zur Bewässerung von Feldern oder zum Mahlen von Getreide eingesetzt. Ähnlich wie bei den persischen Windmühlen verwendeten die chinesischen Modelle eine vertikale Achse und waren mit Segeln oder Planken ausgestattet, die sich um die Achse drehten.
Europäische Windmühlen im Mittelalter
Im Mittelalter verbreiteten sich Windmühlen in ganz Europa, speziell in windreichen Regionen wie Norddeutschland, den Niederlanden und Dänemark. Nordische Windmühlen wurden für eine Vielzahl von Aufgaben eingesetzt, darunter das Mahlen von Getreide, das Pumpen von Wasser und das Sägen von Holz. Die frühen europäischen Windmühlen hatten oft eine horizontale Achse (wie die modernen Windkraftanlagen heute) und waren mit Segeln oder Flügeln ausgestattet, die von einem Windrad angetrieben wurden. Sie spielten eine wichtige Rolle bei der Versorgung von Gemeinden mit grundlegenden Ressourcen und trugen zur wirtschaftlichen Entwicklung ländlicher Gebiete bei.

19. Jahrhundert: Das Kommen und Gehen der Windmühlen
Im 19. Jahrhundert erlebten Windmühlen trotz des Aufkommens von Dampfmaschinen ihre Blütezeit, da der Gesamtbedarf an mechanischer Energie durch die Industrialisierung stark anstieg.
Um 1850 gab es in Europa etwa 200.000 Windmühlen, wobei Deutschland mit 20.000 Stück in den 1880er-Jahren eine besonders hohe Windmühlendichte aufwies.
Obwohl Dampfkraft, Elektro- und Verbrennungsmotoren nach und nach die Rolle der Windmühlen übernahmen, blieben diese bis zum Jahr 1914 dennoch relevant, da der Einsatz von Dampfmaschinen zunächst noch wesentlich teurer war als der von Mühlen. Allerdings sank die Zahl der Windmühlen in Deutschland bis 1933 auf weniger als 5000, da sie zunehmend von moderneren Technologien verdrängt wurden.

20. Jahrhundert: Eine neue Ära der Geschichte der Windenergie
Im 20. Jahrhundert begann eine neue Ära für die Nutzung von Windenergie, insbesondere mit der Entwicklung von Windturbinen zur Stromerzeugung. In den 1970er Jahren wurden die ersten Windturbinen zur Stromerzeugung entwickelt, und seitdem hat die Windenergieindustrie ein exponentielles Wachstum erlebt.
Besonders seit den 2000er Jahren, als Technologie und Effizienz verbessert wurden und das Bewusstsein für erneuerbare Energien zunahm, hat die Windenergie an Bedeutung gewonnen.
In den 1980er und 90er Jahren erlebte die Windenergieindustrie einen weiteren Aufschwung, insbesondere in Ländern wie Dänemark und Deutschland. In Dänemark entwickelten Ingenieure das „dänische Design“ von Windkraftanlagen, das aus drei Flügeln, einem Getriebe und einem Generator bestand, der den produzierten Strom direkt ins Netz einspeiste.
In Deutschland wurde 1983 nahe des schleswig-holsteinischen Ortes Marne der „Growian“ errichtet, der damals das leistungsstärkste Windrad der Welt war. Leider war das Projekt jedoch nicht erfolgreich, da der Turm aufgrund von strukturellen Problemen im Jahr 1987 abgebaut werden musste.
Windstrom in der Moderne in Deutschland & auf der ganzen Welt
In den letzten zwei Jahrzehnten ist die Anzahl der Windkraftanlagen kontinuierlich angestiegen, insbesondere in Deutschland, wo das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) von 2001 das Wachstum weiter vorangetrieben hat.
Im Jahr 2021 erzeugten mehr als 28.000 Windkraftanlagen an Land und 1500 vor der Küste zusammen 114 Terawattstunden Strom, was etwa einem Viertel des nationalen Strombedarfs entspricht und Deutschland zum drittgrößten Windstromerzeuger der Welt macht, nach China und den USA.
Interessanterweise spielt die Windkraft weltweit betrachtet jedoch noch eine vergleichsweise geringere Rolle und deckt in etwa 5 Prozent des globalen Strombedarfs. Im Vergleich zu anderen Energien in Deutschland gehört die Windkraft mit mehr als 25 % jedoch zu den größten Energiequellen.
Dennoch prognostiziert der Global Wind Energy Council (GWEC), dass der Anteil der Windkraft an der Stromerzeugung bis 2050 auf 30 Prozent steigen könnte, vorausgesetzt, dass Unternehmen und Regierungen weltweit in die Entwicklung dieser erneuerbaren Energiequelle investieren.
Ausblick auf die nächsten 50 Jahre
Die Windenergie steht vor großen Fortschritten, sowohl technologisch als auch systemisch. Windkraftanlagen werden immer größer und effizienter, mit Leistungen über 20 Megawatt und innovativen Designs, die mehr Energie aus dem Wind gewinnen. Offshore-Windparks, auch in tieferen Gewässern, gewinnen an Bedeutung und könnten zu einer der dominierenden Energiequellen werden. Smart-Grid-Technologien und Speichersysteme wie Wasserstofflösungen helfen, Windstrom effizienter ins Netz zu integrieren und Schwankungen auszugleichen. Anleger:innen haben sogar die Möglichkeit, in Windparks zu investieren.
Politische Förderungen treiben den Ausbau weltweit voran, insbesondere in Ländern wie Deutschland. Bis 2050 könnte Windkraft bis zu 30% der globalen Stromerzeugung decken. Nachhaltige Materialien und Recyclingkonzepte reduzieren zudem den ökologischen Fußabdruck.
Die Windkraft wird in den nächsten 50 Jahren eine zentrale Rolle in der Energiewende spielen, den globalen Strombedarf nachhaltig decken und entscheidend zur Dekarbonisierung der Wirtschaft beitragen. Sie bleibt eine tragende Säule für eine klimaneutrale Zukunft.