Die Geschichte der Windenergie: Von der Antike bis heute

Geschichte Windenergie
Menschen nutzen bereits seit über 2000 Jahren die Kraft des Windes auf verschiedenste Art und Weise für unterschiedlichste Zwecke. Blicken Sie ein, in die Geschichte der Windenergie und wie sich die Nutzung von altertümlichen Windmühlen zu hocheffizienten Windkraftanlagen bis heute entwickelt hat.
Abbildung einer Glühbirne, in der grüne Blätter wachsen, die umweltfreundliche Ideen oder nachhaltige Energie symbolisieren.

Das Wichtigste in Kürze

  • Ursprung: Die ersten Windmühlen wurden schon 2000 vor Christus erbaut, um die Kraft des Windes zu nutzen
  • Ausbau: Um 1850 gab es in Deutschland etwa 20.000 Windmühlen und damit führend in ganz Europa
  • Entwicklung: Etwa 1970 gab es die ersten Windturbinen zur Stromerzeugung – ein bahnbrechender Schritt
  • Stand Heute: Dauerhafte Weiterentwicklungen machen die Windkraft zu einer effizienten Technologie für nachhaltige Energieerzeugung
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Inhaltsverzeichnis

Kurzübersicht: Wie ist Windenergie entstanden?

Die Nutzung von Windenergie hat eine lange Geschichte, die bis in die Antike zurückreicht. Die ersten dokumentierten Verwendungen von Windenergie finden sich in Segelschiffen, die bereits vor Tausenden von Jahren von verschiedenen Kulturen genutzt wurden, um über die Meere zu segeln.

In Bezug auf die Nutzung von Windenergie zurErzeugung von Elektrizität begann die moderne Ära der Windkraft im späten 19. Jahrhundert und frühen 20. Jahrhundert mit der Entwicklung von modernen Windmühlen zur mechanischen Energiegewinnung, insbesondere in ländlichen Gebieten zur Bewässerung von Feldern oder zum Mahlen von Getreide.

Die ersten Windturbinen zur Stromerzeugung wurden in den 1970er Jahren entwickelt, und seitdem hat die Windenergieindustrie ein exponentielles Wachstum erlebt, insbesondere seit den 2000er Jahren, als Technologie und Effizienz verbessert wurden und das Bewusstsein für erneuerbare Energien stetig zunahm.

Segelschiff

Altertümliche Ursprünge der Windkraft

Die Geschichte der Windenergienutzung reicht weit zurück – schon frühe Kulturen der Menschheit nutzen die Kraft des Windes, um tägliche Aufgaben zu optimieren. Die erste anerkannte Erfindung zur Windenergienutzung an Land ist die Windmühle.

Persische Windmühlen

Bereits in der antiken Zeit, um etwa 2000 vor Christus, wurden im antiken Persien Windmühlen verwendet. Diese frühen Windmühlen dienten hauptsächlich dazu, Korn zu mahlen oder Wasser zu pumpen. Die Perser entwickelten Windräder mit vertikaler Achse, an denen Holzplanken oder Matten befestigt waren. 

Chinesische Windmühlen

Auch im antiken China wurden Windmühlen verwendet, um Arbeit zu verrichten. Historische Aufzeichnungen deuten darauf hin, dass chinesische Windmühlen bereits vor mehr als 2000 Jahren existierten. Chinesische Windräder wurden ebenfalls zur Bewässerung von Feldern oder zum Mahlen von Getreide eingesetzt. Ähnlich wie bei den persischen Windmühlen verwendeten die chinesischen Modelle eine vertikale Achse und waren mit Segeln oder Planken ausgestattet, die sich um die Achse drehten.

Europäische Windmühlen im Mittelalter

Im Mittelalter verbreiteten sich Windmühlen in ganz Europa, speziell in windreichen Regionen wie Norddeutschland, den Niederlanden und Dänemark. Nordische Windmühlen wurden für eine Vielzahl von Aufgaben eingesetzt, darunter das Mahlen von Getreide, das Pumpen von Wasser und das Sägen von Holz. Die frühen europäischen Windmühlen hatten oft eine horizontale Achse (wie die modernen Windkraftanlagen heute) und waren mit Segeln oder Flügeln ausgestattet, die von einem Windrad angetrieben wurden. Sie spielten eine wichtige Rolle bei der Versorgung von Gemeinden mit grundlegenden Ressourcen und trugen zur wirtschaftlichen Entwicklung ländlicher Gebiete bei.

Windmühlen

19. Jahrhundert: Das Kommen und Gehen der Windmühlen

Im 19. Jahrhundert erlebten Windmühlen trotz des Aufkommens von Dampfmaschinen ihre Blütezeit, da der Gesamtbedarf an mechanischer Energie durch die Industrialisierung stark anstieg.

Um 1850 gab es in Europa etwa 200.000 Windmühlen, wobei Deutschland mit 20.000 Stück in den 1880er-Jahren eine besonders hohe Windmühlendichte aufwies.

Obwohl Dampfkraft, Elektro- und Verbrennungsmotoren nach und nach die Rolle der Windmühlen übernahmen, blieben diese bis zum Jahr 1914 dennoch relevant, da der Einsatz von Dampfmaschinen zunächst noch wesentlich teurer war als der von Mühlen. Allerdings sank die Zahl der Windmühlen in Deutschland bis 1933 auf weniger als 5000, da sie zunehmend von moderneren Technologien verdrängt wurden.

Windturbine
Quelle: Pexels

20. Jahrhundert: Eine neue Ära der Geschichte der Windenergie

Im 20. Jahrhundert begann eine neue Ära für die Nutzung von Windenergie, insbesondere mit der Entwicklung von Windturbinen zur Stromerzeugung. In den 1970er Jahren wurden die ersten Windturbinen zur Stromerzeugung entwickelt, und seitdem hat die Windenergieindustrie ein exponentielles Wachstum erlebt.

Besonders seit den 2000er Jahren, als Technologie und Effizienz verbessert wurden und das Bewusstsein für erneuerbare Energien zunahm, hat die Windenergie an Bedeutung gewonnen.

In den 1980er und 90er Jahren erlebte die Windenergieindustrie einen weiteren Aufschwung, insbesondere in Ländern wie Dänemark und Deutschland. In Dänemark entwickelten Ingenieure das „dänische Design“ von Windkraftanlagen, das aus drei Flügeln, einem Getriebe und einem Generator bestand, der den produzierten Strom direkt ins Netz einspeiste.

In Deutschland wurde 1983 nahe des schleswig-holsteinischen Ortes Marne der „Growian“ errichtet, der damals das leistungsstärkste Windrad der Welt war. Leider war das Projekt jedoch nicht erfolgreich, da der Turm aufgrund von strukturellen Problemen im Jahr 1987 abgebaut werden musste.

Windstrom in der Moderne in Deutschland & auf der ganzen Welt

In den letzten zwei Jahrzehnten ist die Anzahl der Windkraftanlagen kontinuierlich angestiegen, insbesondere in Deutschland, wo das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) von 2001 das Wachstum weiter vorangetrieben hat.

Im Jahr 2021 erzeugten mehr als 28.000 Windkraftanlagen an Land und 1500 vor der Küste zusammen 114 Terawattstunden Strom, was etwa einem Viertel des nationalen Strombedarfs entspricht und Deutschland zum drittgrößten Windstromerzeuger der Welt macht, nach China und den USA.

Interessanterweise spielt die Windkraft weltweit betrachtet jedoch noch eine vergleichsweise geringere Rolle und deckt in etwa 5 Prozent des globalen Strombedarfs. Im Vergleich zu anderen Energien in Deutschland gehört die Windkraft mit mehr als 25 % jedoch zu den größten Energiequellen.

Dennoch prognostiziert der Global Wind Energy Council (GWEC), dass der Anteil der Windkraft an der Stromerzeugung bis 2050 auf 30 Prozent steigen könnte, vorausgesetzt, dass Unternehmen und Regierungen weltweit in die Entwicklung dieser erneuerbaren Energiequelle investieren.

Ausblick auf die nächsten 50 Jahre

Die Windenergie steht vor großen Fortschritten, sowohl technologisch als auch systemisch. Windkraftanlagen werden immer größer und effizienter, mit Leistungen über 20 Megawatt und innovativen Designs, die mehr Energie aus dem Wind gewinnen. Offshore-Windparks, auch in tieferen Gewässern, gewinnen an Bedeutung und könnten zu einer der dominierenden Energiequellen werden. Smart-Grid-Technologien und Speichersysteme wie Wasserstofflösungen helfen, Windstrom effizienter ins Netz zu integrieren und Schwankungen auszugleichen. Anleger:innen haben sogar die Möglichkeit, in Windparks zu investieren.

Politische Förderungen treiben den Ausbau weltweit voran, insbesondere in Ländern wie Deutschland. Bis 2050 könnte Windkraft bis zu 30% der globalen Stromerzeugung decken. Nachhaltige Materialien und Recyclingkonzepte reduzieren zudem den ökologischen Fußabdruck.

Die Windkraft wird in den nächsten 50 Jahren eine zentrale Rolle in der Energiewende spielen, den globalen Strombedarf nachhaltig decken und entscheidend zur Dekarbonisierung der Wirtschaft beitragen. Sie bleibt eine tragende Säule für eine klimaneutrale Zukunft.

Fazit

Die Windkraft hat eine lange Tradition und fand schon in der frühen Geschichte der Menschheit ihren Nutzen. Über die Jahre hinweg hat die Geschichte der Windenergie ihren Lauf genommen und führt uns heute zu hocheffizienten Anlagen, die unsere Energieversorgung unterstützen – auf nachhaltige Art und Weise, ohne dabei unseren Planeten zu schädigen. Auch in den kommenden Jahren wird sich die Geschichte der Windkraft rasant weiterentwickeln, neue Technologien offenbaren und uns näher an die gesetzten Klimaziele bringen.

Häufig gestellte Fragen

Wann begann die Windenergie?

Die moderne Nutzung von Windenergie begann mit der Entwicklung von Windturbinen in den 1970er Jahren. Seitdem hat die Industrie ein starkes Wachstum erlebt, insbesondere seit den 2000er Jahren, dank Verbesserungen in Technologie und Effizienz sowie einem wachsenden Bewusstsein für erneuerbare Energien.

Wie ist Windenergie entstanden?

Die Geschichte der Windenergie begann vor über 2000 Jahren mit der Nutzung von Windmühlen zur mechanischen Arbeit, wie dem Mahlen von Getreide oder der Bewässerung. Die moderne Windenergie zur Stromerzeugung entwickelte sich in den 1970er Jahren mit der ersten Windturbine und wurde seitdem kontinuierlich weiterentwickelt, insbesondere in Deutschland, um elektrische Energie nachhaltig zu erzeugen.

Wann wurde in Deutschland das erste Windrad gebaut?

Das erste moderne Windrad zur Stromerzeugung in Deutschland wurde 1983 errichtet. Der sogenannte „Growian“ (Großwindkraftanlage) hatte eine Nennleistung von drei Megawatt, war jedoch nur kurz in Betrieb. Diese Entwicklung legte den Grundstein für den Bau von Windkraftanlagen und die Förderung der Windenergie im Rahmen der Energiewende.

Wie alt ist das älteste Windrad?

Das älteste bekannte Windrad stammt aus dem antiken Persien und wurde etwa 2000 vor Christus gebaut. In Deutschland reichen die ersten Windmühlen auf mechanischer Basis ins Mittelalter zurück, während die moderne elektrische Windturbine erst in den 1970er Jahren entwickelt wurde.

Wer ist der Erfinder der Windkraftanlage?

Die moderne Windkraftanlage wurde vom Dänen Poul la Cour Ende des 19. Jahrhunderts weiterentwickelt. Er kombinierte die Prinzipien der Aerodynamik, wie das Betz’sche Gesetz, mit der Fähigkeit, elektrische Energie aus kinetischer Energie des Windes zu erzeugen. Eine wichtige Grundlage für die Windenergienutzung legte auch der deutsche Ingenieur Albert Betz.

Woher stammen Windmühlen?

Windmühlen haben ihren Ursprung in antiken Zivilisationen wie Persien und China, wo sie vor über 2000 Jahren zum Mahlen von Getreide und zur Bewässerung eingesetzt wurden. In Europa wurden sie ab dem Mittelalter verbreitet und spielten eine zentrale Rolle in der Geschichte der Windkraftnutzung.

Wie lange gibt es Windräder in Deutschland?

Die ersten Windmühlen wurden in Deutschland im Mittelalter zur mechanischen Arbeit eingesetzt. Die Nutzung der Windenergie zur Stromerzeugung begann in den 1970er Jahren mit kleinen Windkraftanlagen und wurde durch den Bau größerer Windturbinen, wie dem „Growian“, ab 1983 intensiviert. Seit 1991 treibt das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) die Förderung der Windenergie in Deutschland voran, sowohl an Land als auch in Offshore-Windparks.

Robert Adam
Robert Adam verbindet seine Passion als Autor mit seiner ausgeprägten Naturverbundenheit und dem Interesse an erneuerbaren Energien. Sein Fokus gilt der Integration von grünen Technologien in den Alltag, insbesondere in privaten Haushalten. Durch seine Arbeit möchte er Bewusstsein schaffen und Menschen dazu ermutigen, erneuerbare Energien zu nutzen und sie als rentable Investment-Möglichkeit in Betracht zu ziehen.

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