Wie funktioniert die Finanzierung der Solaranlage? Ablauf und Empfehlungen

Ein Paar sitzt mit einem Finanzberater an einem Tisch und geht Unterlagen zur Finanzierung ihrer Solaranlage durch. Auf dem Tisch liegen ein Taschenrechner und ein Laptop. Durch das Fenster ist ein Haus mit Solarmodulen zu sehen.
Eine Solaranlage kostet je nach Größe und Auslegung schnell 5-stellig, bei vollem Umfang auch häufig an die 25.000 €. Die Überlegung einer Finanzierung ist daher nicht fern gegriffen, bedarf aus unserer Sicht aber grundlegende Planung. Denn die Finanzierung der Solaranlage kann über verschiedene Wege stattfinden, zum Beispiel einer Förderung, einem klassischen Bankdarlehen oder Mietmodelle direkt beim Installateur.
Abbildung einer Glühbirne, in der grüne Blätter wachsen, die umweltfreundliche Ideen oder nachhaltige Energie symbolisieren.

Das Wichtigste in Kürze

  • Der günstigste Weg ist meist der KfW-Kredit 270, mit dem Sie 2026 je nach Bonität ab etwa 3,3 % effektivem Jahreszins bis zu 100 % der Kosten finanzieren.
  • Seit dem Nullsteuersatz entfällt die Mehrwertsteuer auf Solaranlagen komplett, wodurch sich der zu finanzierende Betrag um rund 19 % reduziert.
  • Anbieter wie Enpal oder 1KOMMA5° liefern Anlage und Finanzierung aus einer Hand, allerdings zu ganz unterschiedlichen Konditionen zwischen Miete und Kauf.
  • Stellen Sie den Kreditantrag immer vor der Auftragsvergabe, sonst verlieren Sie bei geförderten Krediten wie dem KfW 270 den Anspruch auf die Förderung.
Ein hellhäutiges Hand-Emoji, bei dem der Zeigefinger nach rechts zeigt.

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  • Welche Möglichkeiten gibt es? → So können Sie die Solaranlage finanzieren
  • Alles aus einer Hand, statt Eigenregie? → Bei Enpal finden Sie eine starke All-in-One-Lösung

Inhaltsverzeichnis

Welche Möglichkeiten gibt es, eine Solaranlage zu finanzieren?

Bei den Möglichkeiten der Finanzierung einer Solaranlage stehen Ihnen im Kern drei Finanzierungsmöglichkeiten offen, die Sie auch kombinieren können. Die folgende Übersicht zeigt auf einen Blick, wofür sich welcher Weg eignet.

WegWas ist das?Lohnt sich für
Förderung / ZuschussRegionale Förderprogramme und Fördermittel einzelner Kommunen senken die Investitionskosten oft als einmaligen Zuschuss, meist kombinierbar mit einem KreditWer vor dem Kreditantrag zusätzliche Fördermittel der eigenen Kommune sichern möchte
Bank-Finanzierung (KfW-Förderung oder Sparkasse)Zweckgebundenes Förderdarlehen wie der KfW-Kredit über die Hausbank oder freier Ratenkredit bei Banken und SparkassenWer Eigentümer:in bleiben und von günstigen Zinssätzen profitieren möchte
Finanzierung über den SolarinstallateurKomplettanbieter wie Enpal oder 1KOMMA5° bündeln Anschaffung der PV-Anlage und Finanzierung oder Miete in einem PaketWer als Privatperson alles aus einer Hand haben und keinen eigenen Kreditantrag stellen möchte

Für welchen Weg Sie sich entscheiden, hängt vor allem von Ihrer Bonität, dem vorhandenen Eigenkapital und davon ab, ob Sie am Ende Eigentümer:in der Anlage sein möchten.

👉🏼 EEAktuell empfiehlt: Wer sich selber um nichts kümmern möchte und eine maßgeschneiderte Anlage wünscht, kommt meist bei einem Solarinstallateur mit Alles-aus-einer-Hand-Service am besten. Zwar sind hier die Kosten meist höher, als wenn Sie sich für eine eigene Anlage entscheiden. Durch die genaue Abstimmung können Sie dafür jedoch mehr Ertrag im Jahr erzielen und auf langfristige Sicht finanziell besser abschließen.

Anbieter für einen Komplettservice sind unter anderen Enpal, 1komma5 oder auch klarsolar/eon.

Optional können Sie sich mit unserem PV-Rechner Angebote von regionalen Anbietern aus Ihrer Nähe holen.

Wie funktioniert der KfW-Kredit 270 für Ihre Solaranlage?

Der KfW-Kredit 270 der Kreditanstalt für Wiederaufbau trägt offiziell den Namen „Erneuerbare Energien Standard“ und ist für die meisten Käufer:innen die günstigste Option. Beantragen können Sie ihn nicht direkt bei der KfW, sondern über Ihre Hausbank, die den Antrag prüft und weiterleitet. Finanzierbar sind dabei nicht nur die PV-Anlage und der Batteriespeicher als Stromspeicher, sondern auch Installation, Planung und der Netzanschluss. Sofern keine Doppelförderung vorliegt, lässt sich sogar eine Wärmepumpe mitfinanzieren.

Bei guter Bonität liegt der effektive Jahreszins des KfW-Kredits 270 2026 meist zwischen 3,3 % und 3,8 %, je nach Zeitpunkt und individueller Risikoeinstufung. Zum Vergleich: Ein klassischer Ratenkredit bei der Bank kostet oft zwischen 3,5 % und 8 %, teils deutlich mehr. Die Laufzeit beim KfW 270 wählen Sie flexibel zwischen 5 und 30 Jahren, teilweise mit tilgungsfreien Anlaufjahren, in denen Sie nur Zinsen zahlen.

📌 Quick-Tipp: Stellen Sie den Kreditantrag unbedingt, bevor Sie den Vertrag mit dem Installationsbetrieb unterschreiben. Bei bereits erteiltem Auftrag lehnt die KfW die Förderung meist ab.

KfW-Kredit oder klassischer Ratenkredit, was lohnt sich mehr?

Beide Kreditarten haben ihre Berechtigung, unterscheiden sich aber deutlich in Zweck und Kosten. Die folgende Tabelle zeigt die wichtigsten Unterschiede auf einen Blick.

MerkmalKfW-Kredit 270Ratenkredit der Bank
ZweckbindungJa, nur für PV-InvestitionenMeist frei verwendbar
Zinsniveau 2026ca. 3,3 % bis 3,8 % effektivca. 3,5 % bis 8 % effektiv
FinanzierungshöheBis zu 100 % möglichAbhängig von Bank und Bonität
Kreditlaufzeit5 bis 30 JahreMeist kürzer, dafür flexibler
AntragswegÜber die HausbankDirekt bei Bank oder Online-Anbieter
Lohnt sich fürWer die günstigsten Zinssätze sucht und Zeit für den Antrag über die Hausbank hatWer schnell und flexibel finanzieren möchte, auch ohne Zweckbindung

Für die meisten Privathaushalte lohnt sich eine erste Anfrage beim KfW 270, bevor Sie sich für einen freien Ratenkredit entscheiden. Nur wenn Sie eine besonders schnelle Auszahlung oder mehr Flexibilität bei der Verwendung brauchen, ist ein Bankkredit oft der praktischere Weg.

Kaufen, mieten oder leasen, welches Modell passt zu Ihnen?

Neben dem klassischen Kredit hat sich am Markt ein zweiter Weg etabliert: die Miete oder das Leasing der Solaranlage. Stellen Sie sich das wie einen Handyvertrag vor. Statt das Gerät zu kaufen, zahlen Sie eine feste monatliche Rate und geben die Anlage am Ende der Laufzeit zurück oder übernehmen sie zu einem symbolischen Restwert.

Sie brauchen kein Eigenkapital und meist ist Wartung, Versicherung und teils sogar die Reparatur im Preis enthalten. Der Nachteil zeigt sich dafür im finanziellen. Im Vergleich zum Eigenkauf sind die Mietmodelle auf Dauer meist deutlich teurer. Lohnt sich aus unserer Sicht also nur, wenn Sie das Thema Solaranlage voll und ganz abgeben und sich um nichts kümmern möchten.

Ein Ratenkauf, wie ihn manche Anbieter zusätzlich anbieten, liegt preislich zwischen beiden Modellen. Sie zahlen zwar ebenfalls eine feste Leasingrate, sind aber von Anfang an Eigentümer:in der Anlage, nutzen den eigenen Strom voll aus und erhalten die volle Einspeisevergütung für Ihren Solarstrom für sich.

So läuft die Finanzierung Ihrer Solaranlage Schritt für Schritt ab

Damit Sie den Überblick behalten, zeigen wir Ihnen den typischen Ablauf von der ersten Idee bis zur laufenden Anlage.

  1. Bedarf ermitteln: Lassen Sie sich von mehreren Betrieben oder Anbietern ein unverbindliches Angebot für Ihre gewünschte Anlagengröße erstellen.
  2. Finanzierungsart wählen: Vergleichen Sie Eigenkapital, KfW-Kredit, Bankdarlehen und Mietmodell anhand Ihrer Bonität und Ihres Sparziels.
  3. Kreditantrag stellen: Sie beantragen den Kredit bei Ihrer Hausbank oder dem gewünschten Kreditgeber, und zwar bevor Sie den Installationsvertrag unterschreiben.
  4. Vertrag unterschreiben: Nach der Kreditzusage beauftragen Sie den Fachbetrieb mit Planung und Installation der Anlage.
  5. Anlage installieren und anmelden: Nach der Installation melden Sie die Solaranlage im Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur an und veranlassen die Inbetriebnahme.
  6. Kredit zurückzahlen: Die monatliche Rate begleichen Sie aus dem Wert des selbst erzeugten Stroms, den Sie nicht mehr aus dem Netz beziehen, sowie aus der Vergütung für den Solarstrom, den Sie ins Netz einspeisen.

Welche Anbieter liefern Solaranlage und Finanzierung aus einer Hand?

Mehrere bundesweite Anbieter kombinieren Planung, Installation und Finanzierung in einem Paket. Die bekanntesten sind Enpal und 1KOMMA5°.

Enpal bietet sowohl die Miete der Solaranlage, als auch die Komplettlösung zum Kauf. Das beinhaltet die maßgeschneiderte Solaranlage inkl. Speicher und je nach Situation auch mit Wärmepumpe und Wallbox. Der Vorteil liegt bei Enpal in der bereits im Preis inbegriffenen Planung, Installation und Wartung. Anlagen beginnen ab 18.000 € aufsteigend. Das Miet-Modell bei 98 € pro Monat. Zudem bietet Enpal auch den Ratenkauf an.

1KOMMA5° setzt dagegen klar auf das Kaufmodell. Sie sind ab dem ersten Tag Eigentümer:in der Anlage und finanzieren über einen klassischen Bankkredit oder eine Ratenzahlung. Für eine 10-kWp-Anlage mit 10 kWh Speicher liegen die Preise meist zwischen 19.900 und 25.000 €. Auch etablierte Energieversorger wie E.ON Solar bieten inzwischen Komplettpakete mit Kauf und Finanzierung an, teils ergänzt um Speicher und Wallbox.

Was kostet eine Solaranlage 2026, und wie wirkt sich der Nullsteuersatz aus?

Für die Anschaffung einer Photovoltaikanlage ohne Speicher zahlen Sie 2026 meist zwischen 1.000 und 1.300 € pro kWp, mit Speicher liegt eine 10-kWp-Anlage üblicherweise bei 18.000 bis 26.000 €, also rund 1.800 bis 2.600 € je installierter Kilowattstunde Speicherkapazität. Die Preise beziehen sich auf Komplettlösungen inkl. Montage. Kaufen Sie eine Anlage selber über Solaranbieter, kommen Sie meist deutlich günstiger, müssen sich dann aber um einen Installationsbetrieb kümmern und diesen auch bezahlen.

Ein wichtiger Kostenfaktor kommt dabei nicht mehr hinzu: Bereits seit dem 1. Januar 2023 und unverändert auch 2025 und 2026 gilt für private Solaranlagen laut FAQ des Bundesfinanzministeriums zur Photovoltaik-Förderung ein Nullsteuersatz von 0 % Mehrwertsteuer, und diese Regelung ist unbefristet.

Das bedeutet für Ihre Finanzierung ganz konkret: Der ausgewiesene Kaufpreis entspricht dem Nettopreis, es kommen keine 19 % Mehrwertsteuer mehr obendrauf. Bei Investitionskosten von 20.000 € sparen Sie dadurch rund 3.800 €, die Sie früher zusätzlich hätten finanzieren müssen. Dadurch sinkt sowohl die nötige Kreditsumme als auch die monatliche Rate. Wer zusätzlich die steuerlichen Vorteile über die steuerliche Optimierung der Solaranlage nutzt, senkt die laufenden Kosten der Finanzierung weiter.

🌱 Green-Fact: Ohne den Nullsteuersatz läge die Kreditsumme für eine 20.000 Euro teure Anlage bei fast 23.800 Euro brutto. Die eingesparte Mehrwertsteuer verkürzt damit auch die Laufzeit Ihrer Finanzierung spürbar, diese Einsparung merken Sie direkt an der monatlichen Rate.

Lohnt sich die Finanzierung, oder sollten Sie lieber Eigenkapital nutzen?

Ob sich ein Kredit für Ihre Solaranlage lohnt, hängt vom Verhältnis zwischen Kreditzins und der erwarteten Rendite der Anlage ab. Eine gut ausgelegte 10-kWp-Anlage erwirtschaftet 2026 im Schnitt eine Eigenkapitalrendite von 5 bis 8 % pro Jahr und amortisiert sich durch die eingesparten Stromkosten meist innerhalb von 8 bis 12 Jahren. Mit unserem Ertragsrechner für Photovoltaikanlagen ermitteln Sie in wenigen Minuten, wie sich diese Werte für Ihre Immobilie und Ihren Verbrauch konkret darstellen.

Grob gilt: Liegt Ihr effektiver Kreditzins unter etwa 4 %, bleibt die Rendite der Anlage trotz Finanzierung deutlich positiv. Erst bei höheren Zinsen frisst die Kreditrate einen so großen Teil der Ersparnis auf, dass sich ein Warten und Ansparen von Eigenkapital eher lohnen kann.

👉🏼 EEAktuell empfiehlt: Verfügen Sie bereits über ausreichend Eigenkapital für einen Teil des Kaufpreises, kombinieren Sie beides. Statt einen großen Kredit aufzunehmen, ist ein kleinerer, zinsgünstiger Kredit wirtschaftlich fast immer sinnvoller, als die komplette Summe über Jahre anzusparen und in der Zwischenzeit weiter volle Netzstrompreise zu zahlen.

Fazit

Bei der Finanzierung der Solaranlage ist der KfW-Kredit 270 für die meisten Haushalte der günstigste Weg zur eigenen PV-Anlage, während Mietmodelle vor allem ohne Eigenkapital praktisch bleiben. Vergleichen Sie vor der Entscheidung mehrere Angebote und stellen Sie den Kreditantrag immer, bevor Sie einen Installationsvertrag unterschreiben.

Häufig gestellte Fragen

Ist eine Finanzierung auch ganz ohne Eigenkapital möglich?

Ja, sowohl der KfW-Kredit 270 als auch spezielle Solarkredite von Banken und Sparkassen sowie viele Mietmodelle finanzieren bis zu 100 % der Kosten. Ohne jegliches Eigenkapital fällt die monatliche Rate allerdings entsprechend höher aus.

Können Sie eine Förderung mit dem KfW-Kredit kombinieren?

Bei der Finanzierung einer Photovoltaikanlage ist eine Kombination meist nicht mit weiteren Bundesförderungen für dieselbe Anlage möglich, wohl aber teils mit regionalen Zuschüssen einzelner Kommunen. Prüfen Sie das vor Antragstellung bei Ihrer Hausbank.

Wer erhält die Einspeisevergütung, solange die Anlage noch finanziert wird?

Beim Kredit oder Ratenkauf stehen Sie von Anfang an als Eigentümer:in im Marktstammdatenregister, die Einspeisevergütung fließt also vollständig an Sie. Bei einem Mietmodell hängt das vom jeweiligen Vertrag ab.

Können Sie den Kredit für die Solaranlage vorzeitig zurückzahlen?

Bei den meisten Krediten ist eine vorzeitige Rückzahlung möglich, teils gegen eine Vorfälligkeitsentschädigung. Klären Sie diesen Punkt am besten schon vor Vertragsabschluss mit Ihrer Bank.

Brauchen Sie für den Kreditantrag bereits ein konkretes Angebot?

Ja, für die Finanzierung einer Photovoltaik-Anlage über den KfW-Kredit 270 benötigen Sie meist bereits ein Angebot des Installationsbetriebs, auch wenn der Vertrag selbst erst nach der Kreditzusage unterschrieben wird.

Richard Roth
Richard Roth vereint seine Leidenschaft als Autor mit einer tiefen Begeisterung für die Natur und der Verwendung erneuerbarer Energien. Engagiert in Projekten zur Förderung von Nachhaltigkeit im Alltag, fokussiert er sich besonders auf die Anwendung erneuerbarer Energien in privaten Haushalten. Dabei möchte er besondere Aufmerksamkeit im Bereich der nachhaltigen Investment-Möglichkeiten schaffen und mehr Menschen dazu motivieren Rentabilität mit einem umweltbewussten Lebensstil zu vereinen.

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