Speicher- und Netzprojekte im Verzug: Was das für Ihre Stromrechnung und Ihr Investment bedeutet

Oliver Dombrowsky · Gründer · VOLNEX & IVATION
Reihen weißer Batteriespeicher stehen bei Sonnenuntergang in einer ländlichen Landschaft neben großen Solaranlagen und verdeutlichen, dass erneuerbare Energien auch Risiken beim Crowdinvesting mit sich bringen können.

Im Interview mit

Oliver Dombrowsky

Gründer und Geschäftsführer IVATION

Gründer VOLNEX

Oliver Dombrowsky ist Experte für Energie- und Infrastrukturprojekte mit internationaler Erfahrung. Er studierte Wirtschaftsingenieurwesen sowie Finanzen und Wirtschaftsrecht. Seine Laufbahn verbindet Investment, Projektfinanzierung und Transaktionen für Banken, Investoren und Family Offices mit der technischen und operativen Umsetzung komplexer Großprojekte in Asien, Lateinamerika, Osteuropa und dem deutschsprachigen Raum. Heute ist er Gründer und Geschäftsführer von IVATION sowie Gründer von VOLNEX. Sein Schwerpunkt liegt auf den neuralgischen Punkten komplexer Infrastrukturprojekte – dort, wo technische, wirtschaftliche und organisatorische Abhängigkeiten zusammenkommen und über den Projekterfolg entscheiden.

Im Interview mit

Oliver Dombrowsky

Gründer und Geschäftsführer IVATION

Gründer VOLNEX

Oliver Dombrowsky ist Experte für Energie- und Infrastrukturprojekte mit internationaler Erfahrung. Er studierte Wirtschaftsingenieurwesen sowie Finanzen und Wirtschaftsrecht. Seine Laufbahn verbindet Investment, Projektfinanzierung und Transaktionen für Banken, Investoren und Family Offices mit der technischen und operativen Umsetzung komplexer Großprojekte in Asien, Lateinamerika, Osteuropa und dem deutschsprachigen Raum. Heute ist er Gründer und Geschäftsführer von IVATION sowie Gründer von VOLNEX. Sein Schwerpunkt liegt auf den neuralgischen Punkten komplexer Infrastrukturprojekte – dort, wo technische, wirtschaftliche und organisatorische Abhängigkeiten zusammenkommen und über den Projekterfolg entscheiden.

Zum Interview

Batteriespeicher und Netzausbau sind Schlüssel der Energiewende – trotzdem geraten viele Projekte ins Stocken. Oliver Dombrowsky begleitet mit IVATION komplexe Energie- und Infrastrukturprojekte. Aus dieser Praxis entstand VOLNEX, eine Plattform, die verstreute Projektdaten verbindet und kritische Abhängigkeiten sichtbar macht. Im Interview erklärt er, wo Projekte Zeit verlieren und worauf Anleger:innen achten sollten.

Herr Dombrowsky, wie führte Ihr Weg zu IVATION und VOLNEX?

Sprecher

Ich komme aus der Finanz- und Unternehmenswelt und habe später Energie- und Infrastrukturprojekte kaufmännisch, technisch und operativ begleitet. Dabei wurde mir klar: In komplexen Projekten fehlen selten Informationen – sie liegen nur an zu vielen Stellen.

IVATION ist unsere Arbeit in der realen Projektwelt. VOLNEX entstand daraus: Das System verbindet Dokumente, Termine, Genehmigungen, Risiken und Entscheidungen, statt ein weiteres Ablagesystem zu schaffen. Ziel ist ein aktuelles Lagebild, das zeigt, welche Veränderung welche Folgen hat.

Sprecher

Woran hakt es in der Praxis am häufigsten, wenn Speicher- oder Netzprojekte ins Stocken geraten?

Sprecher

Meist nicht an der Batterie oder einem einzelnen Bauteil, sondern an den Abhängigkeiten. Grundstück, Finanzierung und Planung können stehen – fehlt der Netzanschluss, steht trotzdem das Projekt.

Viele Beteiligte arbeiten gleichzeitig: Netzbetreiber, Planer, EPCs, Behörden, Hersteller und Investoren. Jeder kann seine Aufgabe korrekt erfüllen, während das Gesamtprojekt an einer ungeklärten Schnittstelle Zeit verliert. Probleme müssen deshalb sichtbar werden, bevor sie im Terminplan auftauchen.

Sprecher

Welche Rolle spielen Genehmigungen und Netzanschluss, und mit welchen Verzögerungen muss man rechnen?

Sprecher

Der Netzanschluss entscheidet häufig, ob ein Projekt wirtschaftlich wird. Deshalb klären wir früh: Wo liegt der Netzverknüpfungspunkt, welche Leistung ist verfügbar, braucht es ein neues Umspannwerk oder zusätzliche Schutztechnik?

Bei Genehmigungen greifen Bauplanungsrecht, Natur- und Brandschutz, Wasserrecht, Boden und kommunale Vorgaben ineinander. Einige Monate Verzögerung sind schnell erreicht; bei Netzverstärkungen kann es deutlich länger dauern. Entscheidend ist nicht der gewünschte Fertigstellungstermin, sondern ob seine Voraussetzungen belastbar erfüllt sind.

Sprecher

Was bedeuten Verzögerungen für Verbraucher:innen – bei Strompreis und Verfügbarkeit?

Sprecher

Ein einzelner verspäteter Speicher verändert nicht sofort die Stromrechnung. In Summe entstehen jedoch Kosten, wenn Netze und Flexibilität langsamer wachsen als die Erzeugung.

Dann braucht das System mehr Redispatch, Abregelung und Reserveleistung. Speicher helfen, ersetzen aber keinen Netzausbau. Langfristig ist ein Energiesystem günstiger, das seine Infrastruktur effizient nutzt, als eines, das Engpässe ständig ausgleichen muss.

Sprecher

Was fragen Investor:innen typischerweise – und was fehlt in diesen Gesprächen?

Sprecher

Die erste Frage gilt meist der Rendite. Vorher sollten jedoch Grundstück, Netzanschluss, Genehmigungsstand, Baukosten, Garantien und mögliche Verzögerungen geprüft werden.

Eine Excel-Tabelle liefert schnell eine attraktive Rendite. Entscheidend ist, wie belastbar die Annahmen dahinter sind. Ein Projekt muss technisch funktionieren, genehmigungsfähig, baubar und wirtschaftlich tragfähig sein. Erst dann ist die Rendite aussagekräftig.

Sprecher

Worauf sollten Privatanleger:innen bei Crowdinvesting oder Bürgerbeteiligungen achten?

Sprecher

Projekt und Investmentprodukt müssen getrennt betrachtet werden. Ein guter Solarpark macht nicht automatisch jedes darauf aufgebaute Finanzprodukt zu einem guten Investment.

Ich würde prüfen: Wie reif ist das Projekt? Sind Grundstück, Netzanschluss und Genehmigungen gesichert? Welche Finanzierungsform kaufe ich – Eigenkapital, Darlehen oder Nachrang? Und hat das Team vergleichbare Projekte umgesetzt? Je höher die Rendite, desto genauer sollte man das Risiko prüfen. Auch ein grünes Investment bleibt ein Investment.

Sprecher

Welche Risiken fehlen häufig in Prospekten und Präsentationen?

Sprecher

Unterschätzt werden vor allem Abhängigkeiten. Ein Projekt kann zu 90 Prozent fertig wirken. Wenn die fehlenden zehn Prozent der Netzanschluss oder eine entscheidende Genehmigung sind, bestimmen sie trotzdem den gesamten Erfolg.

Hinzu kommen unscheinbare Themen wie Baugrund, Brandschutz, Schutztechnik, Transformatoren oder Lieferzeiten. Besonders teuer wird es, wenn Projektleitung, Bauunternehmen und Investor mit unterschiedlichen Planständen arbeiten.

Sprecher

Was raten Sie Leser:innen, die investieren oder Verzögerungen besser verstehen möchten?

Sprecher

Nicht nur auf Rendite, Megawatt oder einen angekündigten Termin schauen. Entscheidend ist die Projektreife: Grundstück, Genehmigungen, Netzanschluss, Finanzierung, Beschaffung, Bau und Inbetriebnahme müssen zusammenpassen.

Wenn ein Projekt langsamer wird, lohnt die Frage, wo es tatsächlich hängt. Manchmal ist es ein Transformator, manchmal die Genehmigung und oft sind es viele Beteiligte mit unterschiedlichen Informationsständen. Diese Komplexität müssen wir besser beherrschen. Genau daran arbeiten wir mit IVATION in der Praxis und mit VOLNEX digital.

Sprecher

Oliver Dombrowsky ordnet Verzögerungen bei Speicher- und Netzprojekten einer einzelnen Ursache zu: ungeklärte Schnittstellen zwischen Netzbetreibern, Behörden, Planern und Investoren, nicht der Batterietechnik selbst. Für Leser:innen, die über Crowdinvesting oder Bürgerbeteiligungen investieren, liefert das Gespräch konkrete Prüfpunkte vor der Renditefrage: Netzanschluss, Genehmigungsstand und die gewählte Finanzierungsform. Sein Rat, Projekt und Investmentprodukt getrennt zu bewerten, gibt Anleger:innen ein klares Kriterium gegen vorschnelle Renditeversprechen. Zugleich ordnet er ein, warum einzelne Verzögerungen selten sofort auf der Stromrechnung auftauchen, langfristig aber die Kosten eines unterfinanzierten Netzausbaus erhöhen.

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