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Welche Alternativen zur Wärmepumpe gibt es?
Wer eine günstige Alternative zur Wärmepumpe für den Altbau oder auch für seinen Neubau zukunftsweisende Technologien sucht, wird schnell eine Vielzahl an Heizungsalternativen finden. Jede hat ihre eigenen Vor- und Nachteile.
Solarthermie
Solarthermie nutzt die Sonnenstrahlen, um Wärme zu erzeugen. In den Kollektoren, die wie Photovoltaik-Anlagen auf dem Dach angebracht werden, wird Luft oder eine Mischung aus Wasser und Frostschutzmittel erhitzt. Die Wärme wird zu einem Speicher transportiert und dort mittels eines Wärmetauschers Wasser erhitzt, was zum Duschen, Waschen oder Heizen genutzt werden kann.
Das gute an der Solarthermie ist, dass man hier einen hohen Wirkungsgrad erzielt und mit einer ausgereiften Technik arbeitet. Allerdings ist die Solarthermie auch stark vom Standort und dem Wetter abhängig.
In den meisten Fällen wird Solarthermie als Hybrid verwendet mit einer Wärmepumpe oder Gas-Therme und nicht als alleinige Lösung eingesetzt. Hybridheizungen haben ebenfalls recht hohe Investitionskosten, welche jedoch durch eine Förderung erschwinglich werden.
Gas-Brennwerttherme
Die klassische Gas-Heizung kann unter Umständen noch eine Alternative zur Wärmepumpe darstellen. Der große Vorteil ist hier der hohe Effizienzwert von bis zu 94 und die zuverlässige Funktionsweise. Allerdings sollte man sich bewusst sein, dass man hier auf einen fossilen Brennstoff setzt und spätestens 2045 komplett auf erneuerbare Energien umgestellt werden muss.
Die vergleichsweise niedrigen Investitionskosten mögen interessant sein, jedoch muss man auch die Preisentwicklung der Gaskosten im Auge behalten, die stark von politischen Entwicklungen abhängig sind.
Holz- und Pelletheizung
Interessante Alternativen zur Wärmepumpe sind auch die Holz- und Pelletheizungen. Diese Biomasseheizungen lassen sich mit einem Kombikessel als Zentralheizsystem und auch für einzelne Räume einsetzen. Die Hackschnitzel und Holzpellets sind eine eher günstige Ressource, da sie meist aus Abfällen in der Holzverarbeitung hergestellt werden, trotzdem ist es keine ultimative Alternative zur Wärmepumpe.
Pelletheizungen haben hohe Anschaffungskosten und der Rohstoff bringt eine gewisse Preisunsicherheit mit sich. Generell sind auch höhere Wartungskosten zu erwarten und man hat einen gewissen Platzbedarf, um die Pellets und Hackschnitzel lagern zu können.
Infrarotheizung
Die Infrarotheizung setzt auf ein innovatives Verfahren zur Wärmeverteilung. Anstatt klassischer Heizkörper werden Paneele angebracht, die den Raum gleichmäßig erwärmen. Die Heizkörper schaffen dadurch ein gesundes Raumklima, werden aber komplett mit Strom betrieben. Eine wirkliche Alternative zur Wärmepumpe stellt die Infrarotheizung also nicht dar, da Wärmepumpen bis zu 75 % der benötigten Energie aus der Umwelt beziehen, während Infrarotheizungen zu 100 % auf Strom angewiesen sind.
In Kombination mit einer PV-Anlage reduzieren sich die laufenden Betriebskosten zwar sehr stark, ist jedoch nur für den Neubau mit einer entsprechenden Dämmung eine Alternative.
H2 Ready & Brennstoffzellenheizung
Diese Alternative zur Heizung setzt stark auf den Zukunftsmarkt. Angetrieben werden diese Heizungen von Wasserstoff. Die H2-Ready-Heizung nutzt dabei Erdgas, bis das Wasserstoffnetz ausgebaut und somit die Versorgung mit grünem Wasserstoff sichergestellt ist.
Die Brennstoffzellenheizung geht dabei noch einen Schritt weiter und erzeugt durch die „kalte Verbrennung“ von Wasserstoff nicht nur Wärme, sondern auch Strom. Diese Anlage würde klimaneutral laufen, wenn grüner Wasserstoff verfügbar wäre, welcher zur Zeit jedoch immer noch aus Erdgas gewonnen wird. Außerdem besitzen aktuelle Modelle nur eine begrenzte Heizleistung, was u. U. eine Hybridlösung mit einer zusätzlichen Gasheizung erfordert.
Fernwärme
Eine wirkliche Alternative zu Wärmepumpe stellt Fernwärme dar. Fernwärme beschreibt die Abwärme von Industrie oder wird in einem zentralen Kraftwerk hergestellt. Dadurch wird Wasser erhitzt und dieses heiße Wasser bzw. der Dampf wird über ein Rohrleitungssystem in das Gebäude geleitet.
Um Fernwärme zu nutzen, braucht man keine eigene Heiztechnik in der Immobilie, sondern nur eine Übergabestation, womit man an das Rohrleitungssystem angeschlossen wird. In vielen Regionen wird auch Öko-Fernwärme angeboten, was diese Heizungsalternative kostengünstig und klimafreundlich macht.
Leider gibt es dabei auch Nachteile. Fernwärme und die Anbieter sind in jedem Ort und in jeder Region unterschiedlich. Das Fernwärmenetz gehört immer nur einem Anbieter und ein Wechsel zu einem anderen Anbieter ist somit ausgeschlossen. Dazu ist diese Heizungsart auch nur in Ballungsgebieten, jedoch nicht im ländlichen Raum verfügbar.
Was spricht gegen Wärmepumpen?
Auch wenn die Effizienz der Wärmepumpe ungeschlagen ist, ist sie nicht immer die beste Wahl für Bestandsgebäude. Unter den modernen Heizsystemen gibt es einige Alternativen zur Wärmepumpe, die durchaus besser für die Wärmeerzeugung zur Immobilie passen könnten. Folgende Gründe können gegen den Einbau einer Wärmepumpe sprechen:
Heizkörper
Ältere Heizkörper, wie Radiatoren, brauchen eine sehr hohe Vorlauftemperatur und verringern dadurch die Effizienz der Wärmepumpe. Fußboden- oder Wandheizungen sind dafür besser geeignet, oder auch Niedertemperatur-Heizkörper. Wenn jedoch in einem Altbau sämtliche Heizkörper ausgetauscht werden müssen, kann die Investition schnell sehr teuer werden.
Schlechte Dämmung
Besonders in Altbauten, die vor 1978 erbaut wurden, spielt die Dämmung des Hauses eine sehr wichtige Rolle. Wenn die Dämmung nicht ausreicht und somit die Vorlauftemperaturen nicht gegeben sind, benötigt man eine Alternative zur Wärmepumpe. Hier sollte jedoch unbedingt die GEG Sanierungspflicht mit beachtet werden.
Investitionskosten
Auch wenn die Betriebskosten sinken und eine Förderung für Wärmepumpen möglich ist, ist die Wärmepumpen immer noch eine der kostenintensivsten Investitionen.
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Welche Vorteile bietet eine Wärmepumpe?
Wer ein neues Haus baut oder seine alte Heizanlage austauschen will, wird an einer Wärmepumpe kaum vorbeikommen. Das liegt jedoch nicht daran, dass es keine bessere Alternative zur Wärmepumpe gibt, sondern weil die Vorteile überzeugen.
Wärmepumpen arbeiten hocheffizient, sind unabhängig von fossilen Ressourcen und werden mit einer Förderung von bis zu 70 % vom Staat bezuschusst. Diese Kombination aus niedrigen Betriebskosten und umweltgerechtem Heizen macht die Wärmepumpe zur beliebtesten Wahl bei Neubauten.
Welche Anforderungen haben Wärmepumpen?
Um eine Wärmepumpe zu installieren, müssen gewisse Anforderungen erfüllt sein. Häuser, die nach 1995 gebaut wurden, erfüllen in den meisten Fällen bereits die Anforderungen und eine Installation kann in der Regel ohne einen hohen Sanierungsaufwand realisiert werden.
Die Häuser aus diesem Zeitraum wurden meist mit einer Fußbodenheizung ausgestattet oder verfügen über gut bemessene Heizkörper. Dazu kommt, dass in solchen Gebäuden oftmals die Isolierung einen entsprechenden Wärmeschutz gewährleistet, der für eine Wärmepumpe notwendig ist.
Wenn das Haus zwischen 1978 und 1995 gebaut wurde, müssen wenige Punkte überprüft werden. Oftmals müssen vorhandene Heizkörper ausgetauscht werden. Häuser, die vor 1978 gebaut wurden, müssen zusätzlich noch die Isolierung überprüfen. Die Wärmepumpe benötigt für einen effizienten Betrieb eine ideale Vorlauftemperatur von 55°C. Bei älteren Häusern kann es vorkommen, dass das Dach neu gedämmt werden müsste und Kältebrücken durch Fenster und Türen geschlossen werden müssen. In seltenen Fällen ist auch eine Dämmung der Außenwand notwendig.
Eine komplette Umwandlung in ein Energieeffizienzhaus ist jedoch nicht nötig.
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Was kostet eine Alternative zur Wärmepumpe?
Bei den Kosten für eine Heizung müssen immer verschiedene Faktoren berücksichtigt werden. Zunächst stehen die Anschaffungskosten im Raum, die für die unterschiedlichen Alternativen zur Wärmepumpe auch durchaus über 30.000 € ausmachen können. Dazu kommt jedoch die Förderung, die die Preise sehr schnell wieder dichter zueinander bringt.
Langfristig gesehen sind jedoch auch die Betriebskosten wichtig. Eine Heizung hält im Durchschnitt 15 bis 20 Jahre. Es kann dabei durchaus vorkommen, dass die höheren Betriebskosten die anfänglich höhere Investition schnell übersteigen.
Hier ist eine Übersicht über die durchschnittlichen Anschaffungskosten und Betriebskosten pro Jahr für die verschiedenen Heizungsalternativen:
| Heizungsart | Anschaffungskosten (€) | Betriebskosten in € ( ⌀ pro Jahr) | Förderung |
|---|---|---|---|
| Wärmepumpe | ab 3.600 | ca. 2.000 | Bis zu 70 % |
| Solarthermie | ab 10.000 | Ca. 100 | Bis zu 70 % |
| Gasheizung | ab 6.000 | ca. 3.000 | keine |
| Holz- & Pelletheizung | ab 20.000 | ca. 2.000 | Bis zu 35 % |
| Infrarotheizung | ca. 2.000 (nur Kosten für die Paneele) | ca. 3 - 4.000, abhängig vom Stromtarif | keine |
| H2-Ready Heizung | ab 9.000 | ca. 3.000 | aktuelle Modelle erfüllen nicht die Anforderungen der Förderung |
| Brennstoffzelle | ab 20.000 | ca. 2.000 | Keine Förderung, nur Einspeisevergütung |
| Fernwärme | 5 - 15.000 (abhängig von Anbieter) | ca. 2.500 | keine |