Heizkörper für die Wärmepumpe: Welche eignen sich und wann muss getauscht werden?

Ein weißer, an der Wand montierter Heizkörper für eine Wärmepumpe unter einem Fenster, wobei auf der Außenterrasse eine Wärmepumpeneinheit zu sehen ist.
Bei vielen Hausbesitzer:innen besteht bis heute noch der Irrglaube, dass Wärmepumpen nur mit Fußbodenheizungen funktionieren. Das stimmt so nicht, auch wenn es durchaus richtig ist, dass es bei der Heizkörperwahl einiges zu beachten gibt. Noch entscheidender als der richtige Heizkörper ist jedoch die Vorlauftemperatur. Im Folgenden zeigen wir, welche Heizkörper geeignet sind, wann ein Tausch sinnvoll ist und was er kostet.
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Das Wichtigste in Kürze

  • Wärmepumpen funktionieren auch mit klassischen Heizkörpern, wenn sie groß genug dimensioniert sind
  • Entscheidend ist die Vorlauftemperatur: Wärmepumpen arbeiten am effizientesten bei 35 bis 45 °C
  • Niedertemperatur-Heizkörper und Flächenheizkörper sind ideal geeignet, Gliederheizkörper sind oft zu ineffizient
  • Ein Heizkörpertausch kostet ca. 100 bis 500 Euro pro Element und ist teilweise über die BAFA förderbar
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Inhaltsverzeichnis

Wärmepumpen mit Heizkörpern: Geht das überhaupt?

Ja, aber nur unter bestimmten Voraussetzungen. Der Mythos, dass eine Wärmepumpe „nur mit Fußbodenheizung“ funktioniert, ist nicht ganz unbegründet. Schließlich arbeitet sie am besten bei niedrigen Vorlauftemperaturen und Fußbodenheizungen nutzen diese Temperaturen am besten.

ABER: Auch konventionelle Heizkörper können mit niedrigen Vorlauftemperaturen betrieben werden, solange sie groß genug sind. Als Faustregel kann man sich daher merken, dass die nötige Vorlauftemperatur umso niedriger ist, je größer die Heizfläche ist. Gerade im Altbau sind jedoch oft noch kleine Gliederheizkörper verbaut, die ursprünglich für Vorlauftemperaturen von 60 bis 75 °C ausgelegt waren.

Das ist für Wärmepumpen viel zu hoch, denn sie arbeiten bei 35 bis 45 °C am effizientesten. Deshalb sollte vor dem Wärmepumpeneinbau immer geprüft werden, ob die vorhandenen Heizkörper ausreichen oder ausgetauscht werden müssen.

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Die Vorlauftemperatur muss niedrig sein

Mit Vorlauftemperatur ist die Temperatur gemeint, auf die das Wasser erwärmt werden muss, bevor es in die Heizkörper fließt. Bei einer hohen Vorlauftemperatur muss die Wärmepumpe entsprechend mehr arbeiten und verbraucht mehr Strom. Ideal für Wärmepumpen ist dabei eine Vorlauftemperatur von 35 bis 45 °C, wobei die Geräte mit mehr Energieaufwand auch bis maximal 60 °C liefern können. 

Ältere Gas- oder Ölheizungen arbeiten im Vergleich dazu meist mit 60 bis 75 °C, manchmal sogar bis 90 °C. Wärmepumpe und Heizkörper arbeiten entsprechend ineffizient, wenn letztere auf hohe Vorlauftemperaturen ausgelegt sind. 

HeizsystemVorlauftemperatur
Alte Gas-/Ölheizung mit Heizkörpern60–90 °C
Moderne Brennwerttherme50–70 °C
Wärmepumpe (optimal)35–45 °C
Wärmepumpe (maximal)bis 60 °C
Fußbodenheizung30–40 °C
Niedertemperatur-Heizkörper35–45 °C

Heizkörpertypen im Vergleich: Was passt zur Wärmepumpe?

Für den effizienten Betrieb einer Wärmepumpe, ist nicht jeder Heizkörper-Typ gleich gut geeignet. Um die Effizienz der Wärmepumpe zu steigern, kommen die folgenden Heizkörper mehr oder weniger gut zum Heizen infrage:

Niedertemperatur-Heizkörper / Wärmepumpenheizkörper

Dieser Heizkörper-Typ wird auch Wärmepumpeheizkörper genannt und wird speziell für den Betrieb mit Wärmepumpen entwickelt. Er kann bereits ab Vorlauftemperaturen von 35 °C effizient arbeiten. Dabei verfügt er für eine besonders gute Wärmeübertragung über eine große, oft aus Kupfer oder Aluminium bestehende, Heizfläche. Ein Niedertemperatur-Heizkörper ist dementsprechend gut für die Kombination mit Wärmepumpen geeignet. Bei der Anschaffung ist je nach Modell mit Kosten von 150 bis 500 Euro pro Heizkörper zu rechnen.

Flächenheizkörper / Plattenheizkörper

Bei diesem Heizkörper-Typ erfolgt die Wärmeabgabe zu 50 bis 75 % über Strahlung, was ihn effizienter als Gliederheizkörper macht. Bei ausreichend großer Dimensionierung lassen sich auch Flächenheizkörper mit einer Wärmepumpe nutzen. Ihre Vorlauftemperatur liegt niedriger als bei Gliederheizkörpern und sie kosten mit 100 bis 400 Euro pro Element in der Anschaffung tendenziell etwas weniger als Niedertemperatur-Heizkörper.

Gliederheizkörper 

Dies ist der älteste Heizkörper-Typ, welchen man heute vor allem noch in Altbauten findet. Die Wärmeabgabe erfolgt hier größtenteils über Konvektion und ist vergleichsweise ineffizient. Zudem benötigen Gliederheizkörper hohe Vorlauftemperaturen, weshalb die Kombination von Wärmepumpe mit Heizkörpern schlecht funktioniert. Zwar ist es möglich, die Leistung mit der Erweiterung des Heizkörpers um weitere Glieder zu erhöhen, aber in den meisten Fällen lohnt es sich für die Wärmepumpe im Altbau mehr, die Heizkörper direkt zu ersetzen.

Fußbodenheizung

Dieser Heizungstyp ist ideal für die Kombination mit einer Wärmepumpe geeignet. Mit nur 30 bis 40 °C liegt die Vorlauftemperatur sogar noch niedriger als bei Niedertemperatur-Heizkörpern. Im Bestand ist es jedoch sehr aufwendig, eine Fußbodenheizung nachzurüsten, und wirklich lohnenswert ist ein solches Unterfangen oft nur im Falle einer Sanierung. 

TypEignung für WärmepumpeVorlauftemperatur
Niedertemperatur-HeizkörperSehr gut35–45 °C
Plattenheizkörper (groß/doppellagig)Gut45–55 °C
Gliederheizkörper (Guss/Aluminium)Bedingt55–70 °C
FußbodenheizungIdeal30–40 °C

Wann müssen die bestehenden Heizkörper getauscht werden?

Bei der Anschaffung einer Wärmepumpe müssen Heizkörper nicht immer getauscht werden. Es lohnt sich immer, die eigene Situation individuell zu prüfen. Grundsätzlich gilt:

  • Tausch notwendig wenn: Heizkörper zu klein dimensioniert sind und die Vorlauftemperatur unter 55 °C nicht ausreicht, um die Räume warm zu bekommen.
  • Tausch sinnvoll wenn: Glieder- oder Röhrenheizkörper im Einsatz sind und die  Energieeffizienz verbessert werden soll.
  • Tausch nicht notwendig wenn: Plattenheizkörper ausreichend groß sind und der Dämmzustand des Gebäudes gut ist.

🌡️ Einfache Faustformel zur Selbsteinschätzung: Stellen Sie die Heizung im Winter auf 55 °C Vorlauf und prüfen Sie, ob alle Räume warm werden. Wenn ja, ist ein Tausch meist nicht nötig. Es ist in vielen Fällen sinnvoll, eine:n Energieberater:in zu beauftragen, um eine Heizlastberechnung durchführen zu lassen, welche vor einer möglichen KfW-Förderung Pflicht ist.

Was kostet das Heizkörper austauschen?

Die Kosten für den Heizkörpertausch variieren je nach Heizkörper-Typ und dem jeweiligen Modell, für das sie sich entscheiden. Die folgende Tabelle kann als grober Richtwert dienen: 

PositionKosten
Niedertemperatur-Heizkörper150–500 € pro Element
Plattenheizkörper100–400 € pro Element
Montage / Installation100–300 € pro Element
Demontage und Entsorgung (alt)50–150 € pro Element
Hydraulischer Abgleich500–2.000 € gesamt
Gesamtkosten Einfamilienhaus (ca. 8 Heizkörper)ca. 3.000–8.000 €

Welche Förderung gibt es für den Heizkörpertausch?

Die Kosten für den Heizkörpertausch können im Zuge eines Wärmepumpeneinbaus teilweise gefördert werden. Konkret ist über die KfW-Bundesförderung für effiziente Gebäude eine Förderung von 70 % auf förderfähige Gesamtkosten möglich. Beim Tausch von Heizkörpern ohne eine neue Wärmepumpe, können über die BAFA-Förderung für Heizungsoptimierung immer noch 15 % und mit einem individuellen Sanierungsfahrplan sogar bis zu 20 % der Kosten gefördert werden. Dafür muss es sich bei den neuen Heizkörpern aber um Niedertemperaturheizkörper oder Flächenheizkörper im Rahmen einer Heizungsoptimierung handeln. Auch für die Wärmepumpe selbst gibt es Fördermöglichkeiten.

📌 Wichtig: Voraussetzung sind immer eine Energieberatung und ein hydraulischer Abgleich. Außerdem muss der Förderantrag zwingend vor der Beauftragung des Handwerkers gestellt werden.

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Kann man alte Heizkörper optimieren statt tauschen?

Ja, das ist oft möglich und ein kompletter Tausch ist nicht immer die beste Wahl. Die folgenden Maßnahmen können helfen, die bestehenden Heizkörper zu verbessern und die Vorlauftemperatur zu verringern: 

  • Hydraulischer Abgleich: Sorgt für gleichmäßige Wärmeverteilung, senkt nötige Vorlauftemperatur um 5 bis 10 °C
  • Heizkörper vergrößern: Bei Gliederheizkörpern ist das Einsetzen zusätzlicher Glieder oft günstiger als ein Neukauf
  • Dämmung verbessern: Besser gedämmtes Haus = niedrigerer Heizbedarf = niedrigere Vorlauftemperatur möglich
  • Heizkurve korrekt einstellen: Eine falsch eingestellte Heizkurve treibt die Vorlauftemperatur unnötig hoch

Außerdem kann immer auch eine Hybridlösung mit einer hybriden Wärmepumpe gewählt werden, bei der die Wärmepumpe die Grundlast übernimmt und die bestehende Gasheizung einspringt, wenn Spitzenlasten anfallen. 

Fazit

Eine Wärmepumpe und klassische Heizkörper schließen sich dementsprechend nicht immer aus. Solange die Vorlauftemperatur niedrig genug liegt, kann eine Wärmepumpe auch ohne neue Heizkörper betrieben werden. Niedertemperatur-Heizkörper und Plattenheizkörper sind dabei die beste Wahl, ältere Gliederheizkörper jedoch oft zu ineffizient.

Vor dem Einbau einer Wärmepumpe sollte immer eine Heizlastberechnung und die Prüfung der Vorlauftemperatur durch einen Fachbetrieb erfolgen. So spart man sich mögliche Fehlkalkulationen und dadurch entstehende Mehrkosten. Nach dem Einbau sollte zudem ein hydraulischer Abgleich gemacht werden, welcher auch Voraussetzung für etwaige Förderungen ist.

Häufig gestellte Fragen

Kann ich eine Wärmepumpe mit alten Heizkörpern betreiben?

Ja, das ist grundsätzlich möglich, solange sie groß genug dimensioniert sind und die Vorlauftemperatur unter 55 °C liegt.

Welche Heizkörper eignen sich am besten für eine Wärmepumpe?

Am besten eignen sich Niedertemperatur-Heizkörper, welche speziell für die Kombination mit Wärmepumpen entwickelt werden und bereits ab Vorlauftemperaturen von 35 °C arbeiten. Auch Flächenheizkörper sind gut geeignet, solange sie groß genug sind.

Was sind Niedertemperatur-Heizkörper?

Niedertemperatur-Heizkörper werden speziell für den Betrieb mit Wärmepumpen entwickelt, haben eine besonders große Heizfläche und bestehen aus gut leitenden Materialien wie Kupfer oder Aluminium. So können sie bereits bei niedrigen Heiztemperaturen genug Wärme abgeben, um Räume zu beheizen.

Muss ich alle Heizkörper tauschen, wenn ich eine Wärmepumpe einbaue?

Nein, nicht zwingend. Das hängt von Größe und Typ der vorhandenen Heizkörper und auch vom Dämmzustand des Gebäudes ab. Wenn die Heizung im Winter bei einer Vorlauftemperatur von 55 °C alle Räume warm kriegt, ist in der Regel kein Tausch notwendig.

Was kostet der Heizkörpertausch für eine Wärmepumpe?

Typischerweise kostet der Tausch von Heizkörpern inklusive Entsorgung und Montage 250 bis 800 Euro pro Gerät. Zudem muss für den hydraulischen Abgleich nach dem Einbau noch einmal mit 500 bis 2.000 Euro gerechnet werden. Insgesamt sind bei einem Einfamilienhaus mit etwa acht Heizkörpern so Kosten von 3.000 bis 8.000 Euro realistisch.

Wird der Heizkörpertausch gefördert?

Ja. Wenn Sie Ihre Heizkörper im Zuge des Wärmepumpeneinbaus tauschen, können Sie die Kosten über die KfW-Bundesförderung für effiziente Gebäude mitfördern lassen. Das sind bis zu 70 % auf die förderfähigen Gesamtkosten.

Arun Niemann
Arun Niemann schreibt über nachhaltige Geldanlage und erneuerbare Energien, zwei Themen, die er zusammendenkt. Als aktiver Investor in grüne Projekte kennt er die Fragen, die Anleger:innen bewegen, aus eigener Erfahrung. Bei EEAktuell schreibt er über Investmentstrategien und Technologien wie Wärmepumpen, die den Energiewandel im Alltag greifbar machen.

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