dieserDAD im Interview: Was PV, Wärmepumpe und E-Auto im Familienalltag bringen

Tobias Bücklein · Creator und Podcast-Host · dieserDAD
Ein modernes Haus mit Sonnenkollektoren auf dem Dach, einem Elektroauto in der Einfahrt und einem Kinderfahrrad auf dem Rasen bei Sonnenaufgang – fast wie eine Szene aus einem Interview mit Tobias Bücklein zum Thema nachhaltiges Leben.

Im Interview mit

Tobias Bücklein

Youtuber (dieserDAD)

Podcast (dieseZUKUNFT)

Musiker & Moderator

Tobias Bücklein ist Musiker, Moderator, Autor und Videoproduzent. Nach seinem Musik- und Dirigierstudium arbeitete er 20 Jahre am Theater. Bis heute steht er mit eigenen Programmen auf der Bühne, moderiert Gespräche und produziert Veranstaltungen und Videos. Außerdem coacht er Persönlichkeiten, die in der Öffentlichkeit stehen und dabei stimmig und als sie selbst wirken wollen. Auf seinem YouTube-Kanal dieserDAD berichtet er über seine Erfahrungen mit Elektromobilität, Photovoltaik und Wärmepumpen. Ausgangspunkt sind oft die Technik im eigenen Haus und die Fragen, die sich im Alltag damit stellen. Im Podcast dieseZUKUNFT spricht er mit Fachleuten über die Energiewende und technische Entwicklungen. Ihm geht es darum, komplexe Themen verständlich einzuordnen, Erfahrungen zu teilen und Orientierung zu geben. Was die Zuschauerinnen und Zuschauer daraus machen, entscheiden sie selbst.

Im Interview mit

Tobias Bücklein

Youtuber (dieserDAD)

Podcast (dieseZUKUNFT)

Musiker & Moderator

Tobias Bücklein ist Musiker, Moderator, Autor und Videoproduzent. Nach seinem Musik- und Dirigierstudium arbeitete er 20 Jahre am Theater. Bis heute steht er mit eigenen Programmen auf der Bühne, moderiert Gespräche und produziert Veranstaltungen und Videos. Außerdem coacht er Persönlichkeiten, die in der Öffentlichkeit stehen und dabei stimmig und als sie selbst wirken wollen. Auf seinem YouTube-Kanal dieserDAD berichtet er über seine Erfahrungen mit Elektromobilität, Photovoltaik und Wärmepumpen. Ausgangspunkt sind oft die Technik im eigenen Haus und die Fragen, die sich im Alltag damit stellen. Im Podcast dieseZUKUNFT spricht er mit Fachleuten über die Energiewende und technische Entwicklungen. Ihm geht es darum, komplexe Themen verständlich einzuordnen, Erfahrungen zu teilen und Orientierung zu geben. Was die Zuschauerinnen und Zuschauer daraus machen, entscheiden sie selbst.

Zum Interview

Tobias Bücklein kennt die Energiewende aus dem eigenen Haus. Als dieserDAD testet er auf YouTube PV-Anlage, Wärmepumpe und E-Auto im Familienalltag und berichtet, was funktioniert und was nicht. In seinem Podcast dieseZUKUNFT spricht er mit Fachleuten aus Wissenschaft und Industrie über Batteriespeicher, Stromnetze und flexible Tarife. Daneben arbeitet er als Musiker, Moderator und Kabarettist. Mit EEAktuell spricht er über seine Erfahrungen als Anwender, über Mythen rund um die Energiewende und darüber, womit Hausbesitzer:innen am besten anfangen.

Stellen Sie sich unseren Leser:innen bitte kurz vor: Wie verlief Ihr Weg vom Musiker, Moderator und Kabarettisten zum Creator, der über Energiewende und Elektromobilität berichtet?

Sprecher

Ich habe ursprünglich Musik und Dirigieren studiert, war dann 20 Jahre am Theater. Bin also ein Bühnenmensch durch und durch. Später kamen immer mehr Moderationen und die Produktion von Veranstaltungen dazu, für die ich auch Videos gemacht habe.

Mein Sohn ist dann in jungen Jahren YouTuber geworden, auch sehr erfolgreich. Und ich bin als Vater und Manager in die Rolle geschlüpft, mich näher mit Social Media und YouTube auseinanderzusetzen. Das ist sozusagen der Vorlauf. Insofern ist YouTube zu Energiethemen ein Teil meines Lebens, aber natürlich nicht der einzige.

Sprecher

Wie entstand der Kanal dieserDAD, und was wollen Sie mit Ihren Videos und Ihrem Podcast dieseZUKUNFT bei Ihrem Publikum erreichen?

Sprecher

Ich hatte schon ein Jahr lang einen YouTube-Kanal mit anderen Themen betrieben, als wir uns 2019 ganz privat entschieden haben, ein Model 3 anzuschaffen. Das war der Punkt, an dem plötzlich Interesse erwachte: Welche Konfiguration wählen wir? Welche Erfahrungen machen wir damit, gute wie schlechte? Diese Videos hatten damals zum Teil sechsstellige Aufrufzahlen. Das waren noch Zeiten!

Dann habe ich auch Videos über unsere bereits vorhandene PV-Anlage gemacht und später über die Wärmepumpe. Bei der Energiewende kommen Dinge zusammen, die mich interessieren: technische Innovation, der Versuch, etwas Nachhaltiges für die Welt zu tun, und der Gedanke von Effizienz. Mir hat noch nie eingeleuchtet, dass wir Energie, die über Jahrmillionen in fossilen Brennstoffen eingelagert wurde, in wenigen hundert Jahren verpulvern. Das ist für mich kein stimmiger Gedanke.

Mir geht es in erster Linie darum, Orientierung zu geben, auch weil diese Themen teilweise sehr komplex, teilweise auch falsch diskutiert werden. Ich bemühe mich, komplexe Themen so herunterzubrechen, dass man sie verstehen kann. Manchmal bleiben sie auch komplex. Das ist dann halt so. Ich möchte zur Diskussion und zur Wahrheitsfindung beitragen, zeigen, was es gibt, und den Menschen eine mündige Entscheidung darüber überlassen, was sie daraus schlussfolgern und machen wollen.

Sprecher

Sie leben selbst mit PV-Anlage, Wärmepumpe und E-Auto. Welche Erwartung an diese Technik hat sich im Alltag nicht erfüllt, und was hat Sie positiv überrascht?

Sprecher

Für mich persönlich hat sich zwar immer auch ein wirtschaftlicher Vorteil ergeben. Aber der müsste theoretisch viel größer sein. Bei dem Effizienzgewinn, den ein E-Auto oder eine Wärmepumpe gegenüber einem Verbrenner oder einer fossilen Heizung haben, finde ich erstaunlich, wie wenig davon wirtschaftlich übrig bleibt. Das hat viel mit Regularien, Gebühren und Preisen zu tun. Ich bin allerdings auch jemand, der früh einsteigt. Bei Speichern zum Beispiel sind die Preise inzwischen stark gesunken.

Positiv überrascht hat mich schon bei der PV-Anlage, wie sich mein Zugang zum Energieverbrauch verändert hat. Man sieht, was gerade passiert: welchen Grundbedarf man hat, was Kochen für Spitzen verursacht oder Duschen. Für mich ist das eine super interessante und angenehme Weise, fast spielerisch. Man entwickelt auch so einen gewissen Ehrgeiz, effizienter damit zu leben oder weniger zu verbrauchen.

Insgesamt habe ich gute Erfahrungen gemacht. Ich teste auch viele Balkonanlagen und finde, dass es da tolle Möglichkeiten gibt, selbst an der Energiewende teilzuhaben und die eigenen Stromkosten zu senken.

Sprecher

Solarspitzengesetz, § 14a EnWG und dynamische Stromtarife verändern gerade die Spielregeln für Hausbesitzer:innen. Lohnt sich ein Heim-Energiemanagement-System für einen durchschnittlichen Haushalt, oder bleibt es ein Werkzeug für Technikbegeisterte?

Sprecher

Ein Werkzeug für Technikbegeisterte – das ist für mich ein Stichpunkt, auf den ich auch immer wieder in Videos anspiele. Ich habe sehr viele Zuschauer, die mir Excel-Dateien schicken, es sehr genau nehmen, noch viel genauer als ich, und mir auch sagen, wo ich meine Fehler mache. Und ich finde halt, wir müssen dahin kommen, dass das auch für Nicht-Tech-Nerds einfach funktioniert und gut ist.

Ich habe inzwischen mehrere Energiemanagementsysteme. Im Grunde kommt fast jedes Gerät schon mit einem eigenen. Das ist immer noch zu kompliziert. Wir brauchen übergreifende Standards, damit man nicht tausend Systeme hat. Es muss im Hintergrund laufen und optimieren, und die Datensicherheit muss gewährleistet sein.

Man sollte sich damit nicht so intensiv auseinandersetzen müssen. Die Politik trägt mit ihrer komplizierten Regulierung und ihrem nicht besonders konsistenten Umgang mit dem Thema nicht unbedingt dazu bei. Ich kann jeden verstehen, der genervt ist und sagt: Komm, lass mich in Frieden. Wir müssen dahin kommen, dass es einfach läuft.

Sprecher

Sie probieren auch ungewöhnliche Ansätze aus, etwa Bitcoin-Miner als Heizung. Wo ziehen Sie die Grenze zwischen spannendem Experiment und Technik, von der Sie Laien abraten?

Sprecher

Ich rate eigentlich gar niemandem ab, weil ich gar nicht so viele Ratschläge geben will. Ich finde Sachen eben spannend oder interessant und beschäftige mich damit, um hinterher vielleicht kompetenter darüber urteilen zu können.

Ehrlich gesagt, zum Beispiel beim Bitcoin-Miner: Das würde ich persönlich nicht machen. Ich habe da keine Affinität dazu. Ich finde eine Eins-zu-eins-Umsetzung von Strom in Wärme nicht unbedingt die beste Lösung, und ich bin kein Bitcoin-Fan. Oder ich verstehe das Konzept vielleicht auch nicht genug. Aber deswegen kann ich mich trotzdem damit beschäftigen und dem mal ein Forum geben.

Ich bin auch schon dafür gerügt worden, bestimmten Menschen oder Meinungen ein Forum zu geben. Mein Menschenbild ist aber, dass wir kompetente, entscheidungsfähige, mündige Menschen sind. Mich interessiert auch eine Möglichkeit, die nicht schon von allen Medien durchgenudelt wurde. Manchmal komme ich im Video selbst zu dem Schluss: Für mich ist das nichts. Und das sage ich dann auch.

Sprecher

In Ihrem Podcast mit Dr. Tim Meyer ging es um Mythen wie Dunkelflaute, teure Ökoenergie und die Abhängigkeit von China. Welchen Einwand lesen Sie in Ihren Kommentarspalten am häufigsten, und was antworten Sie darauf?

Sprecher

Was zahlenmäßig am häufigsten vorkommt, müsste ich mir noch einmal genauer anschauen. Inhaltlich relevant finde ich den Einwand zur Rolle von Wasserstoff. Die positiven Erwartungen daran sind in dem besprochenen Szenario ein Kernbaustein. Wenn Wasserstoff nicht in diesem Umfang, nicht zu diesem Preis oder nur mit einer hohen Abhängigkeit von anderen Ländern verfügbar ist, stellt sich die Sache anders dar.

Meine Reaktion darauf ist erst einmal, weiterzufragen. Ich habe versucht, jemanden vom Fraunhofer ISE zu interviewen, der an der Studie beteiligt war, habe aber eine Absage bekommen. Jetzt suche ich jemanden, mit dem ich diese Gegenposition diskutieren kann.

Ich bin ja nicht der Experte. Ich bin ziemlich kundig, weil ich mit vielen Leuten gesprochen habe und viele Fragen stelle. Vielleicht bin ich inzwischen auch Journalist zu diesem Thema. Aber ich muss nicht auf jeden Einwand selbst die fertige Antwort haben.

Sprecher

Als Creator arbeiten Sie auch mit Herstellern zusammen. Wie trennen Sie für Ihr Publikum eigene Erfahrung und Kooperation, und was ändern die neuen Regeln gegen Greenwashing in der Werbung ab Ende September 2026 an Ihrer Arbeit?

Sprecher

Tatsächlich habe ich mich mit dem Greenwashing erst aufgrund eurer Frage überhaupt so auseinandergesetzt. Es gibt mir zu viele Leute, die für Geld ein Briefing vorlesen oder irgendwelche technischen Ausstattungslisten runterbeten und dafür was bekommen oder am Umsatz beteiligt werden. Das interessiert mich gar nicht, und deswegen lehne ich eigentlich auch die allermeisten Kooperationen ab.

Ich sehe Kooperationen so: Ich bin Videoproduzent und in der Lage, mit Storytelling, mit der technischen Umsetzung von einem Video und als Moderator Geschichten zu erzählen und Erfahrungen zu teilen. Und dabei natürlich auch zu sagen, was laut Hersteller das Teil kann. Aber mir geht es vor allem immer darum: Was passiert wirklich? Da will ich frei sein, auch zu sagen, wo mir was nicht so gelungen erschien oder wo was schwierig war oder schiefgegangen ist.

Ich überlasse die Konsequenz, ob das jetzt ein Produkt für jemanden ist, das er gerne haben möchte, immer dem Zuschauer. Deswegen mache ich zum Beispiel auch eigentlich nie Affiliate-Kooperationen, also dass man an den Verkäufen beteiligt wird. Das kann man auch mal machen, wenn ich ein Produkt wirklich interessant finde. Aber was ich nicht machen möchte, ist zu sagen: Es gibt 150 Balkonanlagen, die ungefähr alle gleich gut sind. Und wenn ihr jetzt diese hier kauft, dann bezahlt sich mein Video dadurch, dass ich 20 Prozent kriege. Dazu muss es schon wirklich was Besonderes sein.

Für mich ist immer die Reihenfolge: Es muss eine interessante Geschichte sein für die Leute und ihnen eine neue Information bringen – oder wenigstens Spaß machen. Dann muss es ein gutes Produkt sein, auch im Umfeld. Es muss irgendeinen Vorteil haben, irgendeine Innovation, die wirklich ein Video rechtfertigt. Nebenbei: Sonst schaut es auch keiner.

Und dann möchte ich fair dafür bezahlt werden, dass ich für eine Videoproduktion halt Tage, manchmal auch Wochen beschäftigt bin. Das ist mein Beruf. Aber Werbung im Sinne von „Kauft das, ich bin dieserDAD, und ihr müsst mir glauben, weil ich so nett bin“ – das ist das Allerletzte, was ich machen möchte. Insofern glaube ich, dass ich die Greenwashing-Regeln ohnehin immer schon befolgt habe.

Sprecher

Zum Schluss ein Tipp für unsere Leser:innen: Eine Familie will umsteigen, hat aber nur Budget für einen Schritt, also PV-Anlage, Wärmepumpe oder E-Auto. Womit fängt sie an, und welchen Fehler vermeidet sie besser?

Sprecher

Ich finde schon, dass PV, auch durch die gesunkenen Kosten, eine super Einstiegsmöglichkeit ist. Für alles andere braucht man ja ebenfalls Strom. Da würde ich bei der Erzeugung anfangen.

Bei einer Familie mit eigenem Haus würde ich schon sagen: PV-Anlage macht Sinn. Und zwar gerne so viel wie möglich und auch einen großen Speicher, wenn man mal vorhat, ein E-Auto anzuschaffen. Ich glaube, E-Auto mit PV-Anlage wird auch immer sinnvoller. Ich persönlich würde mir heute niemals mehr einen Verbrenner kaufen. Aber weil ich eben auch eine PV-Anlage habe.

Und Wärmepumpe: Da würde ich vorher erst mal gucken, wie der Zustand des Hauses ist. Wenn man das unabhängig davon betrachten will, ob man in einem Haus oder in einer Wohnung, im Eigenheim oder zur Miete wohnt, dann denke ich immer an PV, in welcher Form auch immer.

Ein typischer Fehler wäre, bei geringem Budget eine günstige aber nicht besonders effiziente Wärmepumpe anzuschaffen, ohne das Gesamtsystem zu berücksichtigen: Fenster, Dach, Keller, Dämmung, Heizkörper und natürlich PV-Anlage. Das würde dann vermutlich nicht günstig, sondern teuer. Aber das macht vermutlich auch niemand – hoffentlich…

Sprecher

Tobias Bücklein beschreibt die Energiewende aus der Sicht eines Nutzers, der PV-Anlage, Wärmepumpe und E-Auto selbst betreibt. Seine Bilanz fällt positiv aus, doch der wirtschaftliche Vorteil bleibt hinter dem technischen Effizienzgewinn zurück, weil Gebühren, Regulierung und Preise ihn schmälern. Beim Energiemanagement fordert er einheitliche Standards, damit die Technik im Hintergrund läuft und Haushalte sich nicht mit tausend Systemen befassen müssen. Familien mit begrenztem Budget empfiehlt er den Einstieg bei der PV-Anlage, bei geplantem E-Auto mit großem Speicher, und die Wärmepumpe erst nach einer Prüfung von Dämmung, Fenstern und Heizkörpern.

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