Impact Investing für Privatanleger:innen: Interview mit Alexandra Bolena

Auf einem Tisch liegen drei Münzstapel, aus dem mittleren Stapel wächst eine kleine grüne Pflanze – als Symbol für Wachstum und Nachhaltigkeit. Der Hintergrund ist hell und unscharf, was auf natürliches Licht und eine moderne Innenraumkulisse hindeutet. Dieses Bild spiegelt die Grundsätze des Impact Investing für Privatanleger wider, bei dem einzelne Anleger zu positiven Veränderungen beitragen und gleichzeitig ihr Vermögen aufbauen.

Im Interview mit

Alexandra Bolena

Expertin

wirkungsorientierte Investments

Alexandra Bolena ist Expertin für nachhaltige und wirkungsorientierte Investments und überzeugt davon, dass Kapital ein entscheidender Hebel zur Bewältigung gesellschaftlicher und ökologischer Herausforderungen ist. Nach Stationen in Politik und traditioneller Finanzwirtschaft konzentriert sie sich heute auf Impact Investing, Sustainable Finance und die Finanzierung innovativer Lösungen für die Klima- und Energiewende. Sie ist davon überzeugt, dass die Finanzwirtschaft Teil der Lösung werden muss – indem Kapital gezielt dorthin gelenkt wird, wo es messbare positive Wirkung entfalten kann. Dabei verbindet sie ihre langjährige Erfahrung mit institutionellen Investoren mit Wissensvermittlung und dem Ziel, nachhaltiges Investieren auch für Privatanleger:innen verständlich und zugänglich zu machen.

Im Interview mit

Alexandra Bolena

Expertin

wirkungsorientierte Investments

Alexandra Bolena ist Expertin für nachhaltige und wirkungsorientierte Investments und überzeugt davon, dass Kapital ein entscheidender Hebel zur Bewältigung gesellschaftlicher und ökologischer Herausforderungen ist. Nach Stationen in Politik und traditioneller Finanzwirtschaft konzentriert sie sich heute auf Impact Investing, Sustainable Finance und die Finanzierung innovativer Lösungen für die Klima- und Energiewende. Sie ist davon überzeugt, dass die Finanzwirtschaft Teil der Lösung werden muss – indem Kapital gezielt dorthin gelenkt wird, wo es messbare positive Wirkung entfalten kann. Dabei verbindet sie ihre langjährige Erfahrung mit institutionellen Investoren mit Wissensvermittlung und dem Ziel, nachhaltiges Investieren auch für Privatanleger:innen verständlich und zugänglich zu machen.

Zum Interview

Alexandra Bolena berät seit über 20 Jahren institutionelle Anleger zu alternativen und nachhaltigen Investments und unterrichtet mit Leidenschaft zum Thema “sustainable finance” 2020 gründete die Wienerin ihr eigenes Unternehmen Bolena Impact-Investments, das Impact-Unternehmen, Fondsgesellschaften und institutionelle Investoren berät. Darüber hinaus ist Wissensvermittlung in Seminaren und der Hochschullehre und die Suche nach Kapital für nachhaltige Projekte ein Schwerpunkt des Unternehmens. . Alexandra Bolena war Mitgründerin des österreichischen Chapters der Bundesinitiative Impact Investing, ist aktuell Vorstandsmitglied im Social Entrepreneurship Network Austria (sena) und Autorin des Buches „Nachhaltig investieren für Dummies“. 2022 hat sie am MIT Sloan eine Ausbildung zum “En-ROADS Ambassador” gemacht und bietet dieses interaktive ”Klima-Politik-Planspiel” an Hochschulen, bei Konferenzen und Unternehmen an, um lösungsorientiertes Bewusstsein für das Thema Klima- und Energiewende zu schaffen. Im Gespräch mit EEAktuell geht es um die Frage, was vom Versprechen des Impact Investing bei Privatanleger:innen ankommt.

Sie waren sieben Jahre in der Politik aktiv, bevor Sie in die Finanzbranche gewechselt sind und 2020 Bolena Impact-Investments gegründet haben. Was hat den Ausschlag für diesen Weg gegeben?

Sprecher

Nach der Politik – und das Ende dort war nicht ganz freiwillig, wir sind damals schlichtweg an dem Wiedereinzug ins Parlament gescheitert – und meiner Selbständigkeit war ich noch rund 12 Jahre, bis ca. 2013, in der traditionellen Finanzwirtschaft tätig. Ein Freund hat damals, 2001, ein Finanzdienstleistungsunternehmen gegründet und mich an Bord geholt. Wir haben uns kundenseitig ausschließlich auf den institutionellen Sektor fokussiert und so konnte ich die österreichische Investorenlandschaft, also große Assetowner wie Versicherungen und Pensionskassen und deren Bedürfnisse und Möglichkeiten kennenlernen. Mit der Zeit erkannte ich jedoch, dass die klassische Finanzindustrie keine Lösungen für die immer größer werdenden globalen ökologischen Probleme anbietet – im Gegenteil! Gleichzeitig wurde mir immer klarer: diese großen Investorengruppen sind der eigentliche Hebel, um die Herausforderungen der Zukunft zu meistern bzw. zu finanzieren, haben sie doch einen sehr langen Anlagehorizont. Als dann die ersten Green Bonds aufkamen war mir klar – hier beginnt ein Megatrend! Mit meinem Unternehmen will ich nun dazu beitragen, dass die Finanzbranche die Möglichkeit bekommt, Teil der Lösung, anstatt Problemverursacher zu sein. Es geht um die Verknüpfung von Kapital und “Innovation”.

Sprecher

Die Begriffe nachhaltig, ESG und Impact stehen im Alltag oft nebeneinander, meinen aber Unterschiedliches. Wie grenzen Sie Impact Investing gegenüber einem klassischen ESG-Fonds ab?

Sprecher

Wer nachhaltig investiert, bemüht sich, keinen (weiteren) Schaden anzurichten, bewegt sich aber noch immer in der “alten Welt”. Doch diese alte Welt stößt an ihre Grenzen – im wahrsten Wortsinn, wenn wir uns das Bild der planetaren Grenzen vor Augen führen (sieben von neun planetaren Belastungsgrenzen sind nach breiter Übereinkunft der Wissenschaft bereits überschritten). Wer Impact bewirken will, muss “neu denken”. Für mich gehören fünf zentrale Elemente zu glaubwürdigem Impact Investing:

  • Intentionalität: Der Investor verfolgt von Beginn an die gezielte Absicht, ein konkretes gesellschaftliches oder ökologisches Problem zu lösen.
  • Additionalität (Zusätzlichkeit): Die positive Wirkung wäre ohne das investierte Kapital oder das aktive Engagement des Investors so nicht eingetreten.
  • Wirkungsmessung (Measurability): Die erzielten sozialen oder ökologischen Effekte müssen anhand von klaren Kennzahlen (KPIs) gemessen und transparent belegt werden.
  • Finanzielle Rendite: Es wird eine messbare finanzielle Rückzahlung angestrebt, die von reinem Kapitalerhalt bis hin zu marktüblichen Renditen reichen kann.
  • Wirkungssteuerung (Impact Management): Der Investor optimiert die Anlage während der Laufzeit aktiv, um die beabsichtigte Wirkung zu maximieren und Risiken zu minimieren.
Sprecher

Ihr Tagesgeschäft dreht sich um institutionelle Anleger:innen. Viele echte Impact-Produkte setzen professionellen Anlegerstatus oder sechsstellige Mindestsummen voraus. Welche Zugänge bleiben Privatanleger:innen Ihrer Meinung nach, die 100 oder 500 Euro im Monat investieren?

Sprecher

Einerseits Crowdinvesting – hier können auch Privatinvestor:innen mit sehr kleinen Beträgen gezielt Impact bewirken. Ein Beispiel wäre die Plattform KLIMJA, die nur solche Projekte promotet, die echten Impact erzielen. Aber ACHTUNG: Crowdinvesting birgt Totalverlustrisiko, weshalb man seine Investments unbedingt breit streuen sollte. Andererseits gibt es innovative Plattformen, wie z.B. Capacura oder bcause, die Impact-Produkte “demokratisieren”, indem sie diese in kleine Tranchen “verpacken”. Mikrofinanz kann – bei entsprechender Ausgestaltung und Wirkungsmessung – ebenfalls ein Impact-Investment sein und ist historisch ein sehr wichtiges Impact-Segment. Aber nicht jedes Mikrofinanzprodukt erfüllt automatisch die Anforderungen an Intentionalität, Messung und Management von Wirkung. In meinem Buch “Nachhaltig Investieren für Dummies” widme ich den dicksten von drei Abschnitten genau diesen innovativen Investmentlösungen, die allesamt das Zeug haben, Impact zu bewirken. Diese Instrumente sind aber in der Regel illiquide, was heißt, dass das Kapital für einen gewissen Zeitraum gebunden und nicht täglich verfügbar ist.

Sprecher

Wirkung lässt sich schwerer prüfen als Rendite. Woran erkennen Privatanleger:innen, ob ein Produkt zusätzliche Wirkung erzeugt und nicht bereits bestehende Projekte neu etikettiert?

Sprecher

Additionalität ist bei illiquiden Anlagen häufig leichter herzustellen und nachzuweisen als bei börsennotierten Aktien, weil Investor:innen näher an der Entwicklung eines Unternehmens oder Projekts dran sind. Aber auch bei börsennotierten Anlagen kann Investor Contribution über Engagement, Stimmrechte oder gezielte Kapitalallokation entstehen. Bei börsennotierten Aktien ist es allerdings schwieriger, die eigene zusätzliche Wirkung als Investor nachzuweisen. Ein wichtiger Hebel liegt hier neben der gezielten Kapitalallokation im aktiven Aktionärstum. Engagement bzw. Stewardship können einen wichtigen Hebel darstellen, um hier Wirkung zu erzielen: Wer in einen täglich handelbaren Aktienfonds investiert, der wiederum in börsennotierte Unternehmen investiert, hat allerdings weniger unmittelbaren Spielraum, Impact zu erzielen, weil seine Einflussmöglichkeiten als Investor begrenzter sind. Aber Sie können hinterfragen, wie es der Fondsmanager mit Stewardship hält: Nimmt er aktiv Einfluss auf die Unternehmen, übt er Stimmrechte aus und führt er einen Dialog zu Nachhaltigkeitsthemen? Über Stewardship, insbesondere aktiven Dialog mit Unternehmen und die Ausübung von Stimmrechten, kann nämlich auch bei börsennotierten Unternehmen Einfluss auf deren Nachhaltigkeitsstrategie genommen werden. Weiters gibt es themenspezifische Fonds und ETFs – z.B. zu Wasser, erneuerbaren Energien, Kreislaufwirtschaft oder Biodiversität –, die es Anlegenden erleichtern sollen, in Themen zu investieren, die zu ihren Werten passen. Doch Achtung: Auch hier bleibt es den Investor:innen nicht erspart, das Kleingedruckte zu lesen. Plattformen wie Cleanvest können helfen, die Spreu vom Weizen zu trennen, indem Fonds nach bestimmten Kriterien gescreent werden. Auch Finanzgütesiegel wie das FNG-Siegel oder in Österreich das Umweltzeichen 49 können Hilfestellungen bieten, ebenso Verbraucherschutzorganisationen und NGOs. Auch die europäische Regulierung – etwa die Vorgaben zu Nachhaltigkeits- und ESG-Begriffen in Fondsnamen und künftig auch die EmpCo-Richtlinie – verschärft den rechtlichen Rahmen gegen irreführende Nachhaltigkeitsversprechen deutlich. Aber nochmals: Das „Selbst-Prüfen“ kann einem niemand abnehmen, wenn man es ernst meint mit dem Impact Investing.

Sprecher

Auf EU-Ebene stehen SFDR und Berichtspflichten seit dem Omnibus-Paket erneut zur Diskussion, gleichzeitig ist die Debatte um nachhaltige Geldanlage politisch aufgeladen. Wie verändert das den Markt für Anleger:innen im deutschsprachigen Raum?

Sprecher

Wir stehen an einem Scheideweg, und auch die Politik muss hier Position beziehen: Wenn wir es ernst meinen mit dem “nicht weiter als bisher”, dann wird das Thema “Transition” an Bedeutung gewinnen. Dann wird man u.U. auch Unternehmen dabei unterstützen müssen, sich neu “aufzustellen”. Das FNG (Forum nachhaltige Geldanlagen) hat inzwischen mit dem “FNG-Siegel Transition” eine eigene Kategorie für Transitionsstrategien geschaffen. Die Frage, die wir uns in diesem Zusammenhang stellen müssen: reichen beim Investieren in Zukunft die althergebrachten Strategien “best in class” Ansatz und/oder Ausschlusskriterien, oder muss es ein gesamtgesellschaftliches Anliegen sein, die “Nachhaltigkeits-Nachzügler” auf ihrem “Weg zum Besseren” zu unterstützen. Konkretes Beispiel: dürfen Green Bonds nur von den “eh-schon-guten” begeben werden, oder dürfen auch traditionelle Unternehmen, eventuell sogar die “Nachhaltigkeits-Laggards” Green Bonds begeben, um damit ihre Transition zu forcieren und zu finanzieren? Wie stark sollte bei Green Bonds die Nachhaltigkeitsqualität des Emittenten selbst berücksichtigt werden – und wie stark die Qualität der damit finanzierten Projekte? Fragen, die sich nicht nur einzelne Anleger, sondern auch die Politik stellt und versucht mit dem EU Green Bond Standard, einem freiwilligen Rahmenwerk, zu beantworten. Dieser Standard ist seit Dezember 2024 verfügbar – entscheidend ist dort vor allem, dass die Erlöse für Taxonomie-konforme Aktivitäten verwendet werden. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Verwendung der Erlöse (Use of Proceeds) für Taxonomie-konforme Aktivitäten und damit stärker auf den finanzierten Projekten als auf der generellen Nachhaltigkeitsqualität des Emittenten. Hier Rahmenwerke zu finden, die allen Wunschvorstellungen gerecht werden, ist schlichtweg nicht möglich. Das erklärt auch,warum die Diskussionen immer wieder ins Stocken geraten und letztlich niemand mit dem Ergebnis zufrieden ist. Aber ein “weiter-wie-bisher”, bei dem wir darauf vertrauen, dass es der Markt schon richten wird, hat bisher nicht funktioniert und uns in dieses Dilemma (Stichwort Klimawandel) geführt. Das Buch “die Grenzen des Wachstums” vom Club of Rome hat schließlich schon mehr als 50 Jahre am Buckel, aber offenbar haben wir ohne Regulatorik keinen ausreichenden Handlungsbedarf gesehen. Sonst hätte der Markt ja schon früher – rechtzeitig nämlich – vernünftige, nachhaltige Maßnahmen setzen können. Aber solange wir Wohlstand nur in wirtschaftlichem Wachstum messen, anstatt Allmende-Parametern, wie Wasser, sauberer Luft, Biodiversität, gesunden Böden, etc. den Stellenwert zu geben, den es braucht, um den Planeten – für Menschen – lebenswert zu erhalten, solange braucht es offenbar die Regulatorik, um den ärgsten kontraproduktiven Auswüchsen Einhalt zu gebieten.

Sprecher

Erneuerbare Energien, Clean-Tech und Circular Economy sind Ihre inhaltlichen Schwerpunkte. Woran scheitert die Finanzierung solcher Projekte in der Praxis am häufigsten?

Sprecher

Ich habe in den letzten Jahren viele tolle Clean-Tech und Circular Economy Innovationen gesehen, die allesamt das Zeug haben, die Welt ein Stückchen besser zu machen. Einige davon gibt es heute allerdings nicht mehr. Das Problem liegt häufig nicht in der Frühphase, sondern beim Übergang vom erfolgreichen Prototyp zum kommerziellen Scale-up. Die Gründer und Gründerinnen erhalten anfangs Unterstützung über diverse nationale und überregionale Fördertöpfe, Preise und Auszeichnungen. Impact und Escalator Programme helfen ihnen, zu wachsen und die Gründerteams sind hochmotiviert. Doch irgendwann kommt es zum Thema up-scaling: es müsste investiert werden, um z.B. erste Fabriken zu bauen und um Prototypen marktreif zu bekommen. Doch dann fehlt das (Risiko-) Kapital. Das ist ein hausgemachtes Problem: Die europäische Kapitalmarktunion ist aus meiner Sicht noch weit davon entfernt, einen ausreichend tiefen und wettbewerbsfähigen Kapitalmarkt für diese Unternehmen zu schaffen. Genau das bräuchte es aber! Stattdessen haben wir zersplitterte nationale Regime, unterschiedliche Gesellschaftsform-, Steuer- und Arbeitsrechte, viele, aber kleine Börsen (sollte es tatsächlich zu einem Börsegang kommen), etc. Das alles hemmt die Möglichkeit, dass sich die EU international als DER Transitionstreiber positionieren kann, den es dringend bräuchte. Genau das ist die Nische, um die wir dringend kämpfen müssen.

Sprecher

Sie vertreten die Position, dass sich Wirkung und Rendite nicht ausschließen. Kritiker:innen halten dagegen, dass echte Zusätzlichkeit Rendite kostet. Was entgegnen Sie?

Sprecher

Erstens gibt es mittlerweile etliche Studien, die das widerlegen, andererseits – klar, wenn die Kriegstreiber unterwegs sind, wird sich mit Investments in Waffen Geld verdienen lassen. Also beide Aussagen sind richtig, aber jedes Investment, jeder ausgegebene Euro kann positive Veränderung bewirken oder Schaden anrichten. Was positive Veränderung und was Schaden ist, ist allerdings von den individuellen Werten der Investierenden abhängig – und die Frage nach den eigenen Werten muss jeder Investmententscheidung vorangestellt werden. Diese Verantwortung, den Planeten auch der nächsten Generation noch lebenswert zu hinterlassen, kann man nicht an den Bankberater abtreten. Und noch etwas Wichtiges: Ein Weitermachen wie bisher, also Investments in die “old economy” wird die Risiko-Schraube nach oben drehen: Der heurige Sommer mit seinen Hitzewellen, den Waldbränden, der Dürre, den nicht befahrbaren Schiffsrouten aufgrund von Niedrigwasser, den Ernteausfällen, dem Ausfall etlicher Atomkraftwerke, weil schlichtweg das Wasser zur Kühlung der Reaktoren nicht vorhanden war, etc. hat uns bereits sehr deutlich vor Augen geführt, welche wirtschaftlichen Auswirkungen es hat, wenn wir nicht endlich umdenken!

Sprecher

Zum Abschluss ein praktischer Rat: Jemand möchte die ersten 1.000 Euro nachhaltig anlegen und steht vor einer Wand aus Fondsnamen und Siegeln. Welche drei Schritte empfehlen Sie, und in welcher Reihenfolge?

Sprecher
  1. Setzen Sie sich mit dem Nachhaltigkeitsbegriff auseinander: Was bedeutet Nachhaltigkeit für Sie? Was wollen Sie mit Ihrem Geld bewirken? Welches Thema halten Sie für am Drängendsten (Kreislaufwirtschaft, Armutsbekämpfung, Gesundheit, erneuerbare Energie, Mobilität, Wasser, Biodiversität, …)?
  2. Wie langfristig wollen Sie Ihr Geld binden und wie risikofreudig sind Sie? Davon hängt ab, welches Finanzinstrument für Sie in Frage kommt (täglich handelbare Fonds oder ETFs oder illiquide Assets, wie Crowd, Mikrofinanz o.ä.). Ganz wichtig: Nicht das gesamte Kapital in ein einzelnes (Impact-)Projekt stecken!
  3. Prüfen Sie das Produkt darauf, ob es zu Ihren Werten und Anforderungen hinsichtlich Wirkung, Risiko, Liquidität und Kosten passt. Wenn Fragen offen bleiben: Vertiefen Sie Ihr Wissen und lesen Sie mein Buch “Nachhaltig Investieren für Dummies”.
Sprecher

Impact Investing verlangt von Privatanleger:innen mehr Eigenarbeit als jede andere Anlageform. Alexandra Bolena benennt die Instrumente, die offenstehen, und gleich mit ihnen den Preis: lange Kapitalbindung, Totalverlustrisiko beim Crowdinvesting, begrenzter Einfluss bei täglich handelbaren Fonds. Wer diesen Weg geht, prüft Siegel, Fondsprospekte und die Stewardship-Praxis der Anbieter selbst, denn diese Arbeit nimmt einem weder Berater noch Ratingagentur ab. Für Leser:innen mit Interesse an erneuerbaren Energien liegt der praktisch wichtigste Punkt bei der Finanzierungslücke zwischen Prototyp und Serienfertigung, denn dort entscheidet sich, welche Technologien den Markt überhaupt erreichen.

Zum Thema passende Beiträge

Solar Carport Kosten können stark variieren. (Foto: Kindel Media/Pexels)
Eine Frau steht im Haus und streckt ihre Hände aus, über jeder Palme schwebt die Abbildung einer Wärmepumpe - eine einladende Szene, die nahelegt, warum Sie eine Wärmepumpe kaufen sollten, um ein helles, natürlich beleuchtetes Haus mit üppigen Grünpflanzen zu haben.
Laptop und Handy zeigen eine Aktienentwicklung. (Foto: Anna Nekrashevich/Pexels)