Inhalt des Artikels
- Welche Möglichkeiten gibt es, eine Solaranlage zu finanzieren?
- Wie funktioniert der KfW-Kredit 270 für Ihre Solaranlage?
- KfW-Kredit oder klassischer Ratenkredit, was lohnt sich mehr?
- Kaufen, mieten oder leasen, welches Modell passt zu Ihnen?
- So läuft die Finanzierung Ihrer Solaranlage Schritt für Schritt ab
- Welche Anbieter liefern Solaranlage und Finanzierung aus einer Hand?
- Was kostet eine Solaranlage 2026, und wie wirkt sich der Nullsteuersatz aus?
- Lohnt sich die Finanzierung, oder sollten Sie lieber Eigenkapital nutzen?
Welche Möglichkeiten gibt es, eine Solaranlage zu finanzieren?
Bei den Möglichkeiten der Finanzierung einer Solaranlage stehen Ihnen im Kern drei Finanzierungsmöglichkeiten offen, die Sie auch kombinieren können. Die folgende Übersicht zeigt auf einen Blick, wofür sich welcher Weg eignet.
| Weg | Was ist das? | Lohnt sich für |
|---|---|---|
| Förderung / Zuschuss | Regionale Förderprogramme und Fördermittel einzelner Kommunen senken die Investitionskosten oft als einmaligen Zuschuss, meist kombinierbar mit einem Kredit | Wer vor dem Kreditantrag zusätzliche Fördermittel der eigenen Kommune sichern möchte |
| Bank-Finanzierung (KfW-Förderung oder Sparkasse) | Zweckgebundenes Förderdarlehen wie der KfW-Kredit über die Hausbank oder freier Ratenkredit bei Banken und Sparkassen | Wer Eigentümer:in bleiben und von günstigen Zinssätzen profitieren möchte |
| Finanzierung über den Solarinstallateur | Komplettanbieter wie Enpal oder 1KOMMA5° bündeln Anschaffung der PV-Anlage und Finanzierung oder Miete in einem Paket | Wer als Privatperson alles aus einer Hand haben und keinen eigenen Kreditantrag stellen möchte |
Für welchen Weg Sie sich entscheiden, hängt vor allem von Ihrer Bonität, dem vorhandenen Eigenkapital und davon ab, ob Sie am Ende Eigentümer:in der Anlage sein möchten.
👉🏼 EEAktuell empfiehlt: Wer sich selber um nichts kümmern möchte und eine maßgeschneiderte Anlage wünscht, kommt meist bei einem Solarinstallateur mit Alles-aus-einer-Hand-Service am besten. Zwar sind hier die Kosten meist höher, als wenn Sie sich für eine eigene Anlage entscheiden. Durch die genaue Abstimmung können Sie dafür jedoch mehr Ertrag im Jahr erzielen und auf langfristige Sicht finanziell besser abschließen.
Anbieter für einen Komplettservice sind unter anderen Enpal, 1komma5 oder auch klarsolar/eon.
Optional können Sie sich mit unserem PV-Rechner Angebote von regionalen Anbietern aus Ihrer Nähe holen.
Wie funktioniert der KfW-Kredit 270 für Ihre Solaranlage?
Der KfW-Kredit 270 der Kreditanstalt für Wiederaufbau trägt offiziell den Namen „Erneuerbare Energien Standard“ und ist für die meisten Käufer:innen die günstigste Option. Beantragen können Sie ihn nicht direkt bei der KfW, sondern über Ihre Hausbank, die den Antrag prüft und weiterleitet. Finanzierbar sind dabei nicht nur die PV-Anlage und der Batteriespeicher als Stromspeicher, sondern auch Installation, Planung und der Netzanschluss. Sofern keine Doppelförderung vorliegt, lässt sich sogar eine Wärmepumpe mitfinanzieren.
Bei guter Bonität liegt der effektive Jahreszins des KfW-Kredits 270 2026 meist zwischen 3,3 % und 3,8 %, je nach Zeitpunkt und individueller Risikoeinstufung. Zum Vergleich: Ein klassischer Ratenkredit bei der Bank kostet oft zwischen 3,5 % und 8 %, teils deutlich mehr. Die Laufzeit beim KfW 270 wählen Sie flexibel zwischen 5 und 30 Jahren, teilweise mit tilgungsfreien Anlaufjahren, in denen Sie nur Zinsen zahlen.
📌 Quick-Tipp: Stellen Sie den Kreditantrag unbedingt, bevor Sie den Vertrag mit dem Installationsbetrieb unterschreiben. Bei bereits erteiltem Auftrag lehnt die KfW die Förderung meist ab.
KfW-Kredit oder klassischer Ratenkredit, was lohnt sich mehr?
Beide Kreditarten haben ihre Berechtigung, unterscheiden sich aber deutlich in Zweck und Kosten. Die folgende Tabelle zeigt die wichtigsten Unterschiede auf einen Blick.
| Merkmal | KfW-Kredit 270 | Ratenkredit der Bank |
|---|---|---|
| Zweckbindung | Ja, nur für PV-Investitionen | Meist frei verwendbar |
| Zinsniveau 2026 | ca. 3,3 % bis 3,8 % effektiv | ca. 3,5 % bis 8 % effektiv |
| Finanzierungshöhe | Bis zu 100 % möglich | Abhängig von Bank und Bonität |
| Kreditlaufzeit | 5 bis 30 Jahre | Meist kürzer, dafür flexibler |
| Antragsweg | Über die Hausbank | Direkt bei Bank oder Online-Anbieter |
| Lohnt sich für | Wer die günstigsten Zinssätze sucht und Zeit für den Antrag über die Hausbank hat | Wer schnell und flexibel finanzieren möchte, auch ohne Zweckbindung |
Für die meisten Privathaushalte lohnt sich eine erste Anfrage beim KfW 270, bevor Sie sich für einen freien Ratenkredit entscheiden. Nur wenn Sie eine besonders schnelle Auszahlung oder mehr Flexibilität bei der Verwendung brauchen, ist ein Bankkredit oft der praktischere Weg.
Kaufen, mieten oder leasen, welches Modell passt zu Ihnen?
Neben dem klassischen Kredit hat sich am Markt ein zweiter Weg etabliert: die Miete oder das Leasing der Solaranlage. Stellen Sie sich das wie einen Handyvertrag vor. Statt das Gerät zu kaufen, zahlen Sie eine feste monatliche Rate und geben die Anlage am Ende der Laufzeit zurück oder übernehmen sie zu einem symbolischen Restwert.
Sie brauchen kein Eigenkapital und meist ist Wartung, Versicherung und teils sogar die Reparatur im Preis enthalten. Der Nachteil zeigt sich dafür im finanziellen. Im Vergleich zum Eigenkauf sind die Mietmodelle auf Dauer meist deutlich teurer. Lohnt sich aus unserer Sicht also nur, wenn Sie das Thema Solaranlage voll und ganz abgeben und sich um nichts kümmern möchten.
Ein Ratenkauf, wie ihn manche Anbieter zusätzlich anbieten, liegt preislich zwischen beiden Modellen. Sie zahlen zwar ebenfalls eine feste Leasingrate, sind aber von Anfang an Eigentümer:in der Anlage, nutzen den eigenen Strom voll aus und erhalten die volle Einspeisevergütung für Ihren Solarstrom für sich.
So läuft die Finanzierung Ihrer Solaranlage Schritt für Schritt ab
Damit Sie den Überblick behalten, zeigen wir Ihnen den typischen Ablauf von der ersten Idee bis zur laufenden Anlage.
- Bedarf ermitteln: Lassen Sie sich von mehreren Betrieben oder Anbietern ein unverbindliches Angebot für Ihre gewünschte Anlagengröße erstellen.
- Finanzierungsart wählen: Vergleichen Sie Eigenkapital, KfW-Kredit, Bankdarlehen und Mietmodell anhand Ihrer Bonität und Ihres Sparziels.
- Kreditantrag stellen: Sie beantragen den Kredit bei Ihrer Hausbank oder dem gewünschten Kreditgeber, und zwar bevor Sie den Installationsvertrag unterschreiben.
- Vertrag unterschreiben: Nach der Kreditzusage beauftragen Sie den Fachbetrieb mit Planung und Installation der Anlage.
- Anlage installieren und anmelden: Nach der Installation melden Sie die Solaranlage im Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur an und veranlassen die Inbetriebnahme.
- Kredit zurückzahlen: Die monatliche Rate begleichen Sie aus dem Wert des selbst erzeugten Stroms, den Sie nicht mehr aus dem Netz beziehen, sowie aus der Vergütung für den Solarstrom, den Sie ins Netz einspeisen.
Welche Anbieter liefern Solaranlage und Finanzierung aus einer Hand?
Mehrere bundesweite Anbieter kombinieren Planung, Installation und Finanzierung in einem Paket. Die bekanntesten sind Enpal und 1KOMMA5°.
Enpal bietet sowohl die Miete der Solaranlage, als auch die Komplettlösung zum Kauf. Das beinhaltet die maßgeschneiderte Solaranlage inkl. Speicher und je nach Situation auch mit Wärmepumpe und Wallbox. Der Vorteil liegt bei Enpal in der bereits im Preis inbegriffenen Planung, Installation und Wartung. Anlagen beginnen ab 18.000 € aufsteigend. Das Miet-Modell bei 98 € pro Monat. Zudem bietet Enpal auch den Ratenkauf an.
1KOMMA5° setzt dagegen klar auf das Kaufmodell. Sie sind ab dem ersten Tag Eigentümer:in der Anlage und finanzieren über einen klassischen Bankkredit oder eine Ratenzahlung. Für eine 10-kWp-Anlage mit 10 kWh Speicher liegen die Preise meist zwischen 19.900 und 25.000 €. Auch etablierte Energieversorger wie E.ON Solar bieten inzwischen Komplettpakete mit Kauf und Finanzierung an, teils ergänzt um Speicher und Wallbox.
Was kostet eine Solaranlage 2026, und wie wirkt sich der Nullsteuersatz aus?
Für die Anschaffung einer Photovoltaikanlage ohne Speicher zahlen Sie 2026 meist zwischen 1.000 und 1.300 € pro kWp, mit Speicher liegt eine 10-kWp-Anlage üblicherweise bei 18.000 bis 26.000 €, also rund 1.800 bis 2.600 € je installierter Kilowattstunde Speicherkapazität. Die Preise beziehen sich auf Komplettlösungen inkl. Montage. Kaufen Sie eine Anlage selber über Solaranbieter, kommen Sie meist deutlich günstiger, müssen sich dann aber um einen Installationsbetrieb kümmern und diesen auch bezahlen.
Ein wichtiger Kostenfaktor kommt dabei nicht mehr hinzu: Bereits seit dem 1. Januar 2023 und unverändert auch 2025 und 2026 gilt für private Solaranlagen laut FAQ des Bundesfinanzministeriums zur Photovoltaik-Förderung ein Nullsteuersatz von 0 % Mehrwertsteuer, und diese Regelung ist unbefristet.
Das bedeutet für Ihre Finanzierung ganz konkret: Der ausgewiesene Kaufpreis entspricht dem Nettopreis, es kommen keine 19 % Mehrwertsteuer mehr obendrauf. Bei Investitionskosten von 20.000 € sparen Sie dadurch rund 3.800 €, die Sie früher zusätzlich hätten finanzieren müssen. Dadurch sinkt sowohl die nötige Kreditsumme als auch die monatliche Rate. Wer zusätzlich die steuerlichen Vorteile über die steuerliche Optimierung der Solaranlage nutzt, senkt die laufenden Kosten der Finanzierung weiter.
🌱 Green-Fact: Ohne den Nullsteuersatz läge die Kreditsumme für eine 20.000 Euro teure Anlage bei fast 23.800 Euro brutto. Die eingesparte Mehrwertsteuer verkürzt damit auch die Laufzeit Ihrer Finanzierung spürbar, diese Einsparung merken Sie direkt an der monatlichen Rate.
Lohnt sich die Finanzierung, oder sollten Sie lieber Eigenkapital nutzen?
Ob sich ein Kredit für Ihre Solaranlage lohnt, hängt vom Verhältnis zwischen Kreditzins und der erwarteten Rendite der Anlage ab. Eine gut ausgelegte 10-kWp-Anlage erwirtschaftet 2026 im Schnitt eine Eigenkapitalrendite von 5 bis 8 % pro Jahr und amortisiert sich durch die eingesparten Stromkosten meist innerhalb von 8 bis 12 Jahren. Mit unserem Ertragsrechner für Photovoltaikanlagen ermitteln Sie in wenigen Minuten, wie sich diese Werte für Ihre Immobilie und Ihren Verbrauch konkret darstellen.
Grob gilt: Liegt Ihr effektiver Kreditzins unter etwa 4 %, bleibt die Rendite der Anlage trotz Finanzierung deutlich positiv. Erst bei höheren Zinsen frisst die Kreditrate einen so großen Teil der Ersparnis auf, dass sich ein Warten und Ansparen von Eigenkapital eher lohnen kann.
👉🏼 EEAktuell empfiehlt: Verfügen Sie bereits über ausreichend Eigenkapital für einen Teil des Kaufpreises, kombinieren Sie beides. Statt einen großen Kredit aufzunehmen, ist ein kleinerer, zinsgünstiger Kredit wirtschaftlich fast immer sinnvoller, als die komplette Summe über Jahre anzusparen und in der Zwischenzeit weiter volle Netzstrompreise zu zahlen.