Wieviel Photovoltaik brauche ich für 3.000 kWh pro Jahr?

Geprüft von
Ein modernes weißes zweistöckiges Haus mit Sonnenkollektoren auf dem Dach, umgeben von einem grasbewachsenen Hof, Bäumen und einem teilweise bewölkten Himmel, durch den das Sonnenlicht scheint.
Die Dimensionierung einer Photovoltaikanlage gehört zu den wichtigsten Entscheidungen beim Einstieg in die Solarenergie und spielt auch bei kleineren Anlagen eine Rolle. Doch wieviel Photovoltaik braucht man für den Ertrag von 3.000 kWh pro Jahr? Wir haben berechnet und geben unsere Empfehlungen für die passende Größe für Ihre Solaranlage.
Abbildung einer Glühbirne, in der grüne Blätter wachsen, die umweltfreundliche Ideen oder nachhaltige Energie symbolisieren.

Das Wichtigste in Kürze

  • Für 3.000 kWh Jahresertrag benötigen Sie eine PV-Anlage mit etwa 3 bis 4 kWp Leistung
  • Je nach Modulleistung entspricht das ungefähr 8 bis 12 Solarmodulen auf Ihrem Dach
  • Die Investitionskosten liegen bei etwa 6.000-9.000 €, die Amortisation erfolgt nach 10 bis 14 Jahren
  • Standort, Dachausrichtung und Neigungswinkel beeinflussen den tatsächlichen Ertrag erheblich und sollten ebenfalls bei der Planung berücksichtigt werden
Ein hellhäutiges Hand-Emoji, bei dem der Zeigefinger nach rechts zeigt.

Direkt aktiv werden

Inhaltsverzeichnis

Was kann man mit 3.000 kWh abdecken?

Mit einem Jahresertrag von 3.000 Kilowattstunden können Sie den Strombedarf von kleineren Haushalten abdecken. In der Regel entspricht der Verbrauch dem Bedarf von Haushalten mit 2-3 Personen

Wichtig: Sind eine Wallbox oder Wärmepumpe geplant, wird entsprechend mehr Leistung benötigt, um den zusätzlichen Bedarf abzudecken.

Wieviel Photovoltaik-Leistung wird für 3.000 kWh benötigt?

Um 3.000 kWh pro Jahr zu erzeugen, benötigen Sie nach der Faustregel eine Anlage mit 3 kWp. Für Deutschland rechnet man mit circa 1 kWp pro 1.000 kWh. Für eine genauere Berechnung werden Standort, Ausrichtung und andere Faktoren berücksichtigt, wodurch auch die benötigte Leistung entweder höher oder leicht niedriger sein kann. Empfohlen werden 3-4 kWp für einen jährlichen Ertrag von 3.000 kWh.

Standorte im Süden profitieren zum Beispiel von mehr Sonnenstunden als der Norden. Bei Südausrichtung und einem Neigungswinkel von 30° erzielen PV-Anlagen in der Regel die besten Erträge.

Wir empfehlen, die Berechnung für die passende Solaranlage mit einem Fachbetrieb durchzuführen, um die maximale Effizienz zu erreichen. In unserem PV-Rechner finden Sie schnell und einfach passende Angebote von regionalen Anbietern und Förderprogramme für die Anschaffung der Anlage.

Wie viele Solarmodule sind das?

Um die Anzahl der benötigten Module zu bestimmen, ist ein Blick auf die Leistung der Module nötig. Moderne Varianten haben typischerweise um die 400-450 Watt Nennleistung, wohingegen ältere Modelle nur 300 Watt Leistung bringen. Für eine 3 bis 4 kWp Anlage ergibt sich daraus folgende Übersicht:

Modulleistung (Watt)Benötigte Anzahl für 3 kWpBenötigte Anzahl für 4 kWp
30010 Module13-14 Module
3508-9 Module11-12 Module
4007-8 Module10 Module
4506-7 Module8-9 Module

📌 Good-To-Know: Leistungsstärkere Module benötigen weniger Dachfläche, sind jedoch in der Anschaffung meist etwas teurer. Bei begrenztem Platzangebot lohnt sich die Investition in hocheffiziente Solarmodule dennoch.

Welcher Größe einer Solaranlage entspricht das?

Für einen Ertrag von 3.000 kWh empfiehlt sich eine Anlage zwischen 3 und 4 kWp Nennleistung. Wir empfehlen jedoch eine leichte Überdimensionierung, um gerade in den sonnenärmeren Monaten genug Strom zu erzeugen. Eine Anlage mit 4 kWp hat zudem Reserven für künftigen zusätzlichen Strombedarf. Wer mittelfristig eine Wallbox für ein E-Auto oder eine Wärmepumpe installieren möchte, sollte von vornherein eine größere Anlage mit 5 bis 6 kWp ins Auge fassen.

Je nach Größe der Module braucht man 15 bis 25 qm Dachfläche. Eine optimal angelegte 4 kWp Anlage bringt oft mehr als 3.000 kWh im Jahr. Den nicht selbst verbrauchten Solarstrom kann man ins öffentliche Netz einspeisen, hier erhält man zur Zeit etwa 8 Cent für die Kilowattstunde.

✓ Dran gedacht? Besser zu groß als zu klein planen. Nachrüstungen sind später oft teurer als direkt größer dimensionierte Anlagen.

Kosten einer Photovoltaikanlage für 3.000 kWh

Eine Photovoltaikanlage mit 3 bis 4 kWp Leistung kostet inklusive Installation zwischen 6.000-9.000 €. Pro installiertem kWp können Sie mit etwa 1.800-2.200 € rechnen. Dabei sind bereits Wechselrichter, Verkabelung und Montagesystem enthalten. Zusätzliche Kosten entstehen, wenn Sie einen Batteriespeicher integrieren möchten. Ein Speicher mit 5 kWh Kapazität schlägt mit weiteren 4.000-6.000 € zu Buche.

Die jährliche Ersparnis hängt stark von Ihrem Eigenverbrauch ab. Bei einem Strompreis von 35 Cent pro Kilowattstunde und 30 % Eigenverbrauch (ohne Speicher) sparen Sie etwa 420 €/Jahr an Stromkosten. Dazu kommen Einnahmen durch die Einspeisevergütung für überschüssigen Strom von ungefähr 224 € jährlich.

Insgesamt ergibt sich eine Ersparnis von rund 644 € pro Jahr. Ohne Batteriespeicher amortisiert sich die Anlage damit nach etwa 10 bis 14 Jahren. Mit Speicher verlängert sich die Amortisationszeit auf 15 bis 18 Jahre, allerdings erhöht sich gleichzeitig die Unabhängigkeit vom Stromnetz deutlich und sorgt nach der Amortisation für mehr Einsparungen, da sie bis zu 80 % des selbsterzeugten Stroms nutzen können.

Wieviel kostet Ihre Solaranlage?

Schnell und einfach mit unserem PV-Rechner zu regionalen Angeboten inkl. Förderberücksichtigung.

Ein Taschenrechner mit Münzen, Glitzer und einem Vergrößerungsglas über dem Display, das den deutschen Text Angebot mit -17% gefunden zeigt.

Rechenbeispiel für ein Einfamilienhaus

Familie Huber lebt zu dritt in einem Einfamilienhaus in der Nähe von München mit einem jährlichen Stromverbrauch von 3.200 kWh. In Bayern liegt der durchschnittliche Ertrag bei etwa 1.050 kWh pro kWp. Für den Grundbedarf würde eine 3,5 kWp Anlage ausreichen, die etwa 3.675 kWh pro Jahr erzeugt.

Nun entscheidet sich die Familie jedoch für die Anschaffung eines Elektroautos mit Wallbox sowie einen Batteriespeicher. Für das E-Auto werden zusätzlich etwa 3.000 kWh pro Jahr benötigt. Der Gesamtstrombedarf steigt damit auf 6.200 kWh jährlich. Um diesen erhöhten Bedarf zu decken, wird die Anlage auf 7 kWp mit siebzehn 410-Watt-Modulen vergrößert.

Die 7 kWp Anlage erzeugt etwa 7.350 kWh Solarstrom pro Jahr. Dank des 8 kWh Batteriespeichers steigt die Eigenverbrauchsquote auf 60 %. Familie Huber nutzt damit 4.400 kWh selbst, speist 2.950 kWh ins Netz ein und bezieht nur noch 1.800 kWh aus dem öffentlichen Netz. Der Speicher ermöglicht es, überschüssigen Strom vom Tag für abends zu speichern und das E-Auto auch nach Sonnenuntergang mit Solarstrom zu laden.

🌱 Green-Fact: Mit 7.350 kWh selbst erzeugtem Solarstrom spart Familie Huber jährlich etwa 2,9 Tonnen CO₂ im Vergleich zum deutschen Strommix ein. Durch das elektrische Fahren kommen weitere 1,5 Tonnen CO₂-Einsparung hinzu.

Fazit

Eine Photovoltaikanlage mit 3 bis 4 kWp Leistung deckt den jährlichen Strombedarf kleinerer Haushalte ab und erzeugt etwa 3.000 bis 4.000 kWh Solarstrom. Die Investition amortisiert sich nach 10 bis 14 Jahren und bietet langfristig deutliche Einsparungen bei den Stromkosten. Wichtig ist eine sorgfältige Planung unter Berücksichtigung von Dachausrichtung, künftigem Strombedarf und der Frage nach einem Batteriespeicher.

Häufig gestellte Fragen

Sind 3.000 kWh viel oder wenig Stromverbrauch?

Ein Verbrauch von 3.000 Kilowattstunden liegt im mittleren Bereich für deutsche Haushalte. Zwei bis drei Personen in einem Einfamilienhaus verbrauchen typischerweise zwischen 2.500 und 4.000 kWh pro Jahr. Ohne Wärmepumpe oder Elektroauto bewegt sich dieser Wert im durchschnittlichen Bereich.

Reicht eine PV-Anlage für 3.000 kWh für einen 2-Personen-Haushalt?

Für einen durchschnittlichen 2-Personen-Haushalt reicht eine Anlage dieser Größe in den meisten Fällen aus. Der typische Jahresverbrauch liegt bei etwa 2.500 bis 3.500 kWh. Allerdings sollten Sie künftige Erweiterungen wie eine Wallbox oder größere Elektrogeräte bei der Dimensionierung berücksichtigen.

Kann ich auch mit einem Balkonkraftwerk 3.000 kWh erreichen?

Balkonkraftwerke sind auf maximal 800 Watt Einspeiseleistung begrenzt und erzeugen jährlich etwa 600-800 kWh Strom. Für einen Ertrag von 3.000 Kilowattstunden benötigen Sie eine vollwertige Dachanlage. Balkonkraftwerke eignen sich jedoch hervorragend als Einstieg in die Solarenergie für Mieter:innen und Wohnungseigentümer:innen.

Brauche ich einen Stromspeicher für eine 3.000-kWh-Anlage?

Ein Stromspeicher ist nicht zwingend erforderlich, erhöht aber die Wirtschaftlichkeit trotz der anfangs höheren Kosten. Ohne Speicher liegt der Eigenverbrauch bei etwa 30 %, mit Speicher steigt er auf 60-70 %. Ob sich die Investition lohnt, hängt von Ihrem Verbrauchsverhalten und den individuellen Stromkosten ab.

Richard Roth
Richard Roth vereint seine Leidenschaft als Autor mit einer tiefen Begeisterung für die Natur und der Verwendung erneuerbarer Energien. Engagiert in Projekten zur Förderung von Nachhaltigkeit im Alltag, fokussiert er sich besonders auf die Anwendung erneuerbarer Energien in privaten Haushalten. Dabei möchte er besondere Aufmerksamkeit im Bereich der nachhaltigen Investment-Möglichkeiten schaffen und mehr Menschen dazu motivieren Rentabilität mit einem umweltbewussten Lebensstil zu vereinen.

Weitere Artikel:

Ein modernes weißes zweistöckiges Haus mit Sonnenkollektoren auf dem Dach, umgeben von einem grasbewachsenen Hof, Bäumen und einem teilweise bewölkten Himmel, durch den das Sonnenlicht scheint.
Weiterlesen
Eine lächelnde Frau steht vor einem Haus mit Sonnenkollektoren auf dem Dach und hält stolz ihre Baugenehmigung für eine PV-Anlage hoch. Das Haus ist von Grün umgeben und befindet sich in einem Vorort oder einer ländlichen Gegend.
Weiterlesen
Eine Person, die einen weißen Schutzhelm trägt, analysiert ein Finanzdiagramm mit einem Bleistift und einem Taschenrechner. Auf dem Schreibtisch stehen ein Laptop, ein Telefon, ein Notebook, ein Modell eines Solarpanels und ein Muster für Kunstrasen, während die ETFs neu gewichtet werden.
Weiterlesen