Inhalt des Artikels
- Beginnen Sie mit dem Ziel der Erweiterung
- Die wichtigsten Wechselrichtertypen
- Den vorhandenen Wechselrichter behalten oder ersetzen?
- Den Wechselrichter anhand elektrischer Daten dimensionieren
- Neue Solarmodule für die Erweiterung auswählen
- Leistung des Wechselrichters und nützliche Funktionen vergleichen
- Was Sie beachten müssen, wenn Sie Ihre PV-Anlage erweitern
Beginnen Sie mit dem Ziel der Erweiterung
Am wichtigsten ist es, dass Sie wissen, warum Sie Ihre PV-Anlage erweitern möchten. Überlegen Sie zuerst, was Sie verbessern möchten. Wenn Sie weitere Module hinzufügen, muss der Wechselrichter die zusätzliche Leistung verarbeiten können und genügend Eingänge haben. Für einen Batteriespeicher muss die Anlage speicherfähig sein, außerdem ist zusätzliche Ausrüstung nötig.
Sehen Sie sich auch die Überwachungsdaten Ihrer Anlage an. Ein geringer Ertrag kann an Verschattung oder beschädigten Modulen liegen. Solche Probleme sollten Sie vor einer Erweiterung beheben.
Fragen Sie sich, was Ihre Anlage künftig leisten soll: Möchten Sie mehr Strom erzeugen? Möchten Sie bei Stromausfällen Ihre Geräte weiter betreiben? Die Antworten helfen bei der richtigen Entscheidung.
Ein Hybrid-Wechselrichter allein liefert noch keinen Notstrom. Dafür brauchen Sie außerdem eine Batterie, einen geeigneten Notstromkreis und eine fachgerecht ausgelegte Anlage.
Die wichtigsten Wechselrichtertypen
Auf dem Markt gibt es verschiedene Wechselrichtertypen. Die folgende Tabelle zeigt gängige Typen mit typischer Nennleistung, geschätzten Kosten und Einsatzbereich.
| Wechselrichtertyp | Am besten geeignet für | Typische Nennleistung | Geschätzte Kosten |
|---|---|---|---|
| Netzgekoppelter String-Wechselrichter | Dächer mit wenig Verschattung | 3-8 kW | 500 bis 1.600 € |
| Mikro-Wechselrichter | Komplexe Dächer oder ungleichmäßige Verschattung | 300-500 W pro Modul | 100 bis 250 € pro Stück |
| Hybrid-Wechselrichter | Haushalte, die einen Batteriespeicher planen | 5-10 kW | 800 bis 3.000 € |
| Insel-Wechselrichter | Abgelegene, netzunabhängige Anlagen | 1-5 kW | 300 bis 1.500 € |
| Wechselrichter mit reiner Sinuswelle | Geräte, die eine saubere Spannung benötigen | 1-3 kW | 150 bis 800 € |
Die Preise in der Tabelle sind keine festen Gerätepreise. Sie hängen von der Installation, der Marke, dem Modell und der Mehrwertsteuer ab.
Den vorhandenen Wechselrichter behalten oder ersetzen?
Funktioniert Ihr Wechselrichter gut und unterstützt er Ihre Pläne, sparen Sie Geld, wenn Sie ihn behalten. Ersetzen Sie ihn nur, wenn er wiederholt ausfällt, ihm Eingänge fehlen oder er nicht mit einem Speicher zusammenarbeitet. Lassen Sie sich von Ihrem:Ihrer Installateur:in vorher die Vor- und Nachteile erklären.
Den Wechselrichter anhand elektrischer Daten dimensionieren
Die Leistung von Solarmodulen wird in Kilowatt-Peak (kWp) angegeben, die Ausgangsleistung eines Wechselrichters in Kilowatt (kW). Zehn Module mit je 450 W ergeben zum Beispiel 4,5 kWp. Die passende Wechselrichtergröße hängt außerdem von der Dachausrichtung, der Sonneneinstrahlung und dem DC/AC-Verhältnis ab.
Laut einer in der Fachzeitschrift Applied Energy veröffentlichten Studie (Good & Johnson, 2016) steigen die Verluste durch Abregelung (Clipping) mit dem DC/AC-Verhältnis: Bei 1,25 fielen sie minimal aus, bei 2,0 gingen 16 % der möglichen Jahreserzeugung verloren. Lassen Sie Ihre:n Installateur:in die zu erwartenden Verluste für Ihre Anlage berechnen.
Bitten Sie den/die Installateur:in außerdem, die String-Spannung bei Kälte, den Eingangsstrom, die Startspannung und die MPPT-Eingänge zu prüfen. Sind die Module unterschiedlich ausgerichtet, helfen getrennte MPPT-Eingänge.
Neue Solarmodule für die Erweiterung auswählen
Wenn Sie Ihre PV-Anlage erweitern möchten, brauchen Sie meist nicht nur einen passenden Wechselrichter, sondern auch zusätzliche Module. Neue Module können andere Spannungen, Stromstärken, Leistungen und Abmessungen haben als die bisherigen. Werden unpassende Module in einem String kombiniert, kann die Leistung der ganzen Anlage sinken. Ein:e Installateur:in prüft die Datenblätter und entscheidet, ob die neuen Module einen eigenen String oder einen separaten MPPT-Eingang bekommen sollten.
Beim Kauf zusätzlicher Module lohnt sich ein Blick auf diese Punkte:
- Spannung und Leistung: Passen die Werte zum freien Eingang Ihres Wechselrichters?
- Abmessungen und Gewicht: Ist auf dem Dach genug Platz, und trägt die Unterkonstruktion das zusätzliche Gewicht?
- Optik: Sollen die neuen Module zu den vorhandenen passen, zum Beispiel in Full-Black-Ausführung?
- Garantie: Wie lange gelten Produkt- und Leistungsgarantie?
Wenn Sie die Erweiterung günstig umsetzen möchten, finden Sie mittlerweile in diversen Onlineshops reduzierte Solarmodule verschiedener Marken und Leistungsklassen. Gleichen Sie die Datenblätter vor dem Kauf mit Ihrer Installateur:in ab. Denn so stellen Sie sicher, dass Module und Wechselrichter zusammenpassen.
Leistung des Wechselrichters und nützliche Funktionen vergleichen
Der Wirkungsgrad ist wichtig. Achten Sie auf die realistischen Wirkungsgradangaben, nicht nur auf die höchste Zahl in der Broschüre. Wählen Sie eine einfach bedienbare Überwachung, die Ertrag und Fehlermeldungen anzeigt.
Wenn Sie ein verschattetes Dach haben, vergleichen Sie vor der Erweiterung am besten mehrere Wechselrichterkonzepte. Laut einem Bericht des Photovoltaik-Programms der Internationalen Energieagentur (IEA PVPS) von 2024 liegt der Unterschied im Jahresertrag zwischen Leistungsoptimierern und String-Wechselrichtern meist unter 3 %, da die meisten Anlagen nur leicht bis mittelstark verschattet sind. Teilweise schneiden String-Wechselrichter sogar besser ab. Für Mikro-Wechselrichter ermittelte ein Testlauf des National Renewable Energy Laboratory (NREL) von 2012 gegenüber einem String-Wechselrichter hochgerechnet 3,7 % mehr Jahresertrag bei leichter, 7,8 % bei mittlerer und 12,3 % bei starker Verschattung. Diese Werte sind allerdings älter. Holen Sie deshalb Angebote für alle drei Konzepte ein und stellen Sie dem erwarteten Mehrertrag die höheren Anschaffungskosten und mögliche Kosten für den Austausch defekter Bauteile gegenüber.
Planen Sie einen Batteriespeicher? Prüfen Sie schon jetzt die zugelassenen Batteriemodelle, den Spannungsbereich und die Kommunikationsanforderungen. Ist Ihnen Notstrom wichtig, fragen Sie, ob Sie einen Umschalter benötigen. Vergleichen Sie Garantien, Service und wer im Schadensfall die Reparatur bezahlt.
| Prüfpunkt | Was zu klären ist |
|---|---|
| Modul-Strings | Spannung und Strom innerhalb der Grenzwerte |
| Batteriepläne | Zugelassene Modelle und Anforderungen an die Notstromversorgung |
| Installation | Belüftung, Zugang und Elektroarbeiten |
Was Sie beachten müssen, wenn Sie Ihre PV-Anlage erweitern
Steht die Entscheidung für einen Wechselrichter, folgen die praktischen Fragen: Wo hängt das Gerät, was kostet die Erweiterung insgesamt und wen müssen Sie informieren?
Installationsort sorgfältig planen
Der neue Wechselrichter braucht Platz für die Luftzirkulation, Kabelwege und einen einfachen Zugang für die Wartung. Hitze, Feuchtigkeit und direkte Sonne schaden manchen Modellen. Auch Temperaturschwankungen und wechselnde Luftfeuchtigkeit beeinträchtigen die Zuverlässigkeit. Sorgen Sie deshalb für ausreichende Belüftung und einen geschützten Standort.
Die gesamten Installationskosten einplanen
Gerätepreise allein sagen wenig aus. Fordern Sie ein schriftliches Angebot an, das Gerät, Arbeitskosten, Verkabelung, Schutzeinrichtungen, Inbetriebnahme und den Ausbau alter Geräte umfasst. Möglicherweise muss Ihr:e Installateur:in Teile der Anlage erneuern. Klären Sie auch, ob Änderungen am Zähler und die Unterlagen für den Netzbetreiber enthalten sind. Schlagen die Angebote unterschiedliche Größen vor, fragen Sie nach dem Grund.
Überlegen Sie außerdem, was Sie für Ihr Geld bekommen. Nicht jede Premium-Funktion ist nötig. Ein günstiger Wechselrichter, der die nächste Erweiterung nicht unterstützt, wird später jedoch oft teurer.
Netzanschluss und Registrierung prüfen
In Deutschland müssen netzgekoppelte Geräte die technischen Anschlussbedingungen und die Vorgaben des Netzbetreibers erfüllen. Je nach Erweiterung müssen Sie den Netzbetreiber informieren oder Ihre Angaben im Marktstammdatenregister aktualisieren. Fragen Sie Ihre:n Installateur:in, welche Schritte nötig sind. Bewahren Sie das Inbetriebnahmeprotokoll und die aktualisierten Unterlagen auf, denn Sie brauchen sie bei künftigen Änderungen an der Anlage.
Fragen vor der Auftragsvergabe klären
Lassen Sie sich die geplante String-Verschaltung zeigen und bestätigen, dass die elektrischen Grenzwerte geprüft wurden. Klären Sie außerdem diese Punkte:
- Wer kümmert sich um die Unterlagen für den Netzbetreiber?
- Wer prüft die Anlage und übernimmt Garantiefälle?
- Welchen Ertrag erwartet der Betrieb im Winter, wenn kürzere Tage und weniger Sonne die Erzeugung verringern?
- Erfordert die Fernüberwachung Internet, ein Benutzerkonto oder ein kostenpflichtiges Abo?
- Bekommen Sie eine Einweisung, wie Sie Ertragsdaten ablesen und Fehlermeldungen erkennen?