So wählen Sie den richtigen Wechselrichter für die Erweiterung Ihrer PV-Anlage

Weißer SRNE-Solarwechselrichter für eine PV-Anlage, mit einem zentralen Display und einem Etikett mit den technischen Daten an der Seite.
Wenn Sie Ihre PV-Anlage erweitern, brauchen Sie einen passend dimensionierten Wechselrichter. Er ist eine der wichtigsten Komponenten der Anlage, denn er wandelt den Gleichstrom (DC) der Module in Wechselstrom (AC) um. In diesem Ratgeber erfahren Sie, worauf es bei der Erweiterung einer PV-Anlage ankommt: Wechselrichtertypen, Größen und Kosten, der richtige Installationsort, das Budget sowie die Anforderungen an Netzanschluss und Registrierung.
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Das Wichtigste in Kürze

  • Bestehenden Wechselrichter zuerst prüfen: Hat er genügend Reserven und freie Eingänge und passt er zu Ihren Plänen, sparen Sie sich den Tausch.
  • Typ nach Dach und Ziel wählen: String-Wechselrichter passen zu Dächern mit wenig Verschattung, Mikro-Wechselrichter zu komplexen Dächern und Hybrid-Wechselrichter zu Anlagen mit Batteriespeicher.
  • Elektrische Daten prüfen lassen: Der/die Installateur:in kontrolliert DC/AC-Verhältnis, String-Spannung bei Kälte, Eingangsstrom und MPPT-Eingänge. Das gilt auch für neue Module.
  • Gesamtkosten vergleichen: Das schriftliche Angebot sollte Gerät, Arbeitskosten, Verkabelung, Schutzeinrichtungen und Inbetriebnahme umfassen.
  • Anmeldung klären: Je nach Erweiterung informieren Sie den Netzbetreiber oder aktualisieren Ihre Angaben im Marktstammdatenregister.
Inhaltsverzeichnis

Beginnen Sie mit dem Ziel der Erweiterung

Am wichtigsten ist es, dass Sie wissen, warum Sie Ihre PV-Anlage erweitern möchten. Überlegen Sie zuerst, was Sie verbessern möchten. Wenn Sie weitere Module hinzufügen, muss der Wechselrichter die zusätzliche Leistung verarbeiten können und genügend Eingänge haben. Für einen Batteriespeicher muss die Anlage speicherfähig sein, außerdem ist zusätzliche Ausrüstung nötig.

Sehen Sie sich auch die Überwachungsdaten Ihrer Anlage an. Ein geringer Ertrag kann an Verschattung oder beschädigten Modulen liegen. Solche Probleme sollten Sie vor einer Erweiterung beheben.

Fragen Sie sich, was Ihre Anlage künftig leisten soll: Möchten Sie mehr Strom erzeugen? Möchten Sie bei Stromausfällen Ihre Geräte weiter betreiben? Die Antworten helfen bei der richtigen Entscheidung.

Ein Hybrid-Wechselrichter allein liefert noch keinen Notstrom. Dafür brauchen Sie außerdem eine Batterie, einen geeigneten Notstromkreis und eine fachgerecht ausgelegte Anlage.

Die wichtigsten Wechselrichtertypen

Auf dem Markt gibt es verschiedene Wechselrichtertypen. Die folgende Tabelle zeigt gängige Typen mit typischer Nennleistung, geschätzten Kosten und Einsatzbereich.

WechselrichtertypAm besten geeignet fürTypische NennleistungGeschätzte Kosten
Netzgekoppelter String-WechselrichterDächer mit wenig Verschattung3-8 kW500 bis 1.600 €
Mikro-WechselrichterKomplexe Dächer oder ungleichmäßige Verschattung300-500 W pro Modul100 bis 250 € pro Stück
Hybrid-WechselrichterHaushalte, die einen Batteriespeicher planen5-10 kW800 bis 3.000 €
Insel-WechselrichterAbgelegene, netzunabhängige Anlagen1-5 kW300 bis 1.500 €
Wechselrichter mit reiner SinuswelleGeräte, die eine saubere Spannung benötigen1-3 kW150 bis 800 €

Die Preise in der Tabelle sind keine festen Gerätepreise. Sie hängen von der Installation, der Marke, dem Modell und der Mehrwertsteuer ab.

Den vorhandenen Wechselrichter behalten oder ersetzen?

Funktioniert Ihr Wechselrichter gut und unterstützt er Ihre Pläne, sparen Sie Geld, wenn Sie ihn behalten. Ersetzen Sie ihn nur, wenn er wiederholt ausfällt, ihm Eingänge fehlen oder er nicht mit einem Speicher zusammenarbeitet. Lassen Sie sich von Ihrem:Ihrer Installateur:in vorher die Vor- und Nachteile erklären.

Den Wechselrichter anhand elektrischer Daten dimensionieren

Die Leistung von Solarmodulen wird in Kilowatt-Peak (kWp) angegeben, die Ausgangsleistung eines Wechselrichters in Kilowatt (kW). Zehn Module mit je 450 W ergeben zum Beispiel 4,5 kWp. Die passende Wechselrichtergröße hängt außerdem von der Dachausrichtung, der Sonneneinstrahlung und dem DC/AC-Verhältnis ab.

Laut einer in der Fachzeitschrift Applied Energy veröffentlichten Studie (Good & Johnson, 2016) steigen die Verluste durch Abregelung (Clipping) mit dem DC/AC-Verhältnis: Bei 1,25 fielen sie minimal aus, bei 2,0 gingen 16 % der möglichen Jahreserzeugung verloren. Lassen Sie Ihre:n Installateur:in die zu erwartenden Verluste für Ihre Anlage berechnen.

Bitten Sie den/die Installateur:in außerdem, die String-Spannung bei Kälte, den Eingangsstrom, die Startspannung und die MPPT-Eingänge zu prüfen. Sind die Module unterschiedlich ausgerichtet, helfen getrennte MPPT-Eingänge.

Neue Solarmodule für die Erweiterung auswählen

Wenn Sie Ihre PV-Anlage erweitern möchten, brauchen Sie meist nicht nur einen passenden Wechselrichter, sondern auch zusätzliche Module. Neue Module können andere Spannungen, Stromstärken, Leistungen und Abmessungen haben als die bisherigen. Werden unpassende Module in einem String kombiniert, kann die Leistung der ganzen Anlage sinken. Ein:e Installateur:in prüft die Datenblätter und entscheidet, ob die neuen Module einen eigenen String oder einen separaten MPPT-Eingang bekommen sollten.

Beim Kauf zusätzlicher Module lohnt sich ein Blick auf diese Punkte:

  • Spannung und Leistung: Passen die Werte zum freien Eingang Ihres Wechselrichters?
  • Abmessungen und Gewicht: Ist auf dem Dach genug Platz, und trägt die Unterkonstruktion das zusätzliche Gewicht?
  • Optik: Sollen die neuen Module zu den vorhandenen passen, zum Beispiel in Full-Black-Ausführung?
  • Garantie: Wie lange gelten Produkt- und Leistungsgarantie?

Wenn Sie die Erweiterung günstig umsetzen möchten, finden Sie mittlerweile in diversen Onlineshops reduzierte Solarmodule verschiedener Marken und Leistungsklassen. Gleichen Sie die Datenblätter vor dem Kauf mit Ihrer Installateur:in ab. Denn so stellen Sie sicher, dass Module und Wechselrichter zusammenpassen.

Leistung des Wechselrichters und nützliche Funktionen vergleichen

Der Wirkungsgrad ist wichtig. Achten Sie auf die realistischen Wirkungsgradangaben, nicht nur auf die höchste Zahl in der Broschüre. Wählen Sie eine einfach bedienbare Überwachung, die Ertrag und Fehlermeldungen anzeigt.

Wenn Sie ein verschattetes Dach haben, vergleichen Sie vor der Erweiterung am besten mehrere Wechselrichterkonzepte. Laut einem Bericht des Photovoltaik-Programms der Internationalen Energieagentur (IEA PVPS) von 2024 liegt der Unterschied im Jahresertrag zwischen Leistungsoptimierern und String-Wechselrichtern meist unter 3 %, da die meisten Anlagen nur leicht bis mittelstark verschattet sind. Teilweise schneiden String-Wechselrichter sogar besser ab. Für Mikro-Wechselrichter ermittelte ein Testlauf des National Renewable Energy Laboratory (NREL) von 2012 gegenüber einem String-Wechselrichter hochgerechnet 3,7 % mehr Jahresertrag bei leichter, 7,8 % bei mittlerer und 12,3 % bei starker Verschattung. Diese Werte sind allerdings älter. Holen Sie deshalb Angebote für alle drei Konzepte ein und stellen Sie dem erwarteten Mehrertrag die höheren Anschaffungskosten und mögliche Kosten für den Austausch defekter Bauteile gegenüber.

Planen Sie einen Batteriespeicher? Prüfen Sie schon jetzt die zugelassenen Batteriemodelle, den Spannungsbereich und die Kommunikationsanforderungen. Ist Ihnen Notstrom wichtig, fragen Sie, ob Sie einen Umschalter benötigen. Vergleichen Sie Garantien, Service und wer im Schadensfall die Reparatur bezahlt.

PrüfpunktWas zu klären ist
Modul-StringsSpannung und Strom innerhalb der Grenzwerte
BatteriepläneZugelassene Modelle und Anforderungen an die Notstromversorgung
InstallationBelüftung, Zugang und Elektroarbeiten

Was Sie beachten müssen, wenn Sie Ihre PV-Anlage erweitern

Steht die Entscheidung für einen Wechselrichter, folgen die praktischen Fragen: Wo hängt das Gerät, was kostet die Erweiterung insgesamt und wen müssen Sie informieren?

Installationsort sorgfältig planen

Der neue Wechselrichter braucht Platz für die Luftzirkulation, Kabelwege und einen einfachen Zugang für die Wartung. Hitze, Feuchtigkeit und direkte Sonne schaden manchen Modellen. Auch Temperaturschwankungen und wechselnde Luftfeuchtigkeit beeinträchtigen die Zuverlässigkeit. Sorgen Sie deshalb für ausreichende Belüftung und einen geschützten Standort.

Die gesamten Installationskosten einplanen

Gerätepreise allein sagen wenig aus. Fordern Sie ein schriftliches Angebot an, das Gerät, Arbeitskosten, Verkabelung, Schutzeinrichtungen, Inbetriebnahme und den Ausbau alter Geräte umfasst. Möglicherweise muss Ihr:e Installateur:in Teile der Anlage erneuern. Klären Sie auch, ob Änderungen am Zähler und die Unterlagen für den Netzbetreiber enthalten sind. Schlagen die Angebote unterschiedliche Größen vor, fragen Sie nach dem Grund.

Überlegen Sie außerdem, was Sie für Ihr Geld bekommen. Nicht jede Premium-Funktion ist nötig. Ein günstiger Wechselrichter, der die nächste Erweiterung nicht unterstützt, wird später jedoch oft teurer.

Netzanschluss und Registrierung prüfen

In Deutschland müssen netzgekoppelte Geräte die technischen Anschlussbedingungen und die Vorgaben des Netzbetreibers erfüllen. Je nach Erweiterung müssen Sie den Netzbetreiber informieren oder Ihre Angaben im Marktstammdatenregister aktualisieren. Fragen Sie Ihre:n Installateur:in, welche Schritte nötig sind. Bewahren Sie das Inbetriebnahmeprotokoll und die aktualisierten Unterlagen auf, denn Sie brauchen sie bei künftigen Änderungen an der Anlage.

Fragen vor der Auftragsvergabe klären

Lassen Sie sich die geplante String-Verschaltung zeigen und bestätigen, dass die elektrischen Grenzwerte geprüft wurden. Klären Sie außerdem diese Punkte:

  • Wer kümmert sich um die Unterlagen für den Netzbetreiber?
  • Wer prüft die Anlage und übernimmt Garantiefälle?
  • Welchen Ertrag erwartet der Betrieb im Winter, wenn kürzere Tage und weniger Sonne die Erzeugung verringern?
  • Erfordert die Fernüberwachung Internet, ein Benutzerkonto oder ein kostenpflichtiges Abo?
  • Bekommen Sie eine Einweisung, wie Sie Ertragsdaten ablesen und Fehlermeldungen erkennen?

Fazit

Ein guter Wechselrichter ist auf die Leistung Ihrer Module abgestimmt. Ermitteln Sie vor dem Kauf die Gesamtleistung Ihrer Module und wählen Sie einen Wechselrichter, der dazu passt (unter Berücksichtigung des DC/AC-Verhältnisses und Ihrer künftigen Pläne).

Beziehen Sie auch Installationskosten, Ausrichtung der Module und Batterietyp ein. Prüfen Sie vor der Erweiterung die technischen Daten und sprechen Sie mit einer:m qualifizierten Solarinstallateur:in vor Ort.

Häufig gestellte Fragen

Kann ich meinen vorhandenen Wechselrichter mit zusätzlichen Modulen nutzen?

Ja, wenn der Wechselrichter genügend Reserven hat und die neuen Module seine elektrischen Anforderungen erfüllen. Lassen Sie von Ihrem/ihrer Installateur:in prüfen, ob der Wechselrichter die zusätzliche Leistung verarbeiten kann.

Ist ein Hybrid-Wechselrichter besser als ein String-Wechselrichter?

Ein Hybrid-Wechselrichter ist sinnvoll, wenn Sie einen Batteriespeicher hinzufügen. Brauchen Sie keine Batterie, reicht oft ein herkömmlicher String-Wechselrichter.

Wie lange hält ein Solarwechselrichter?

Viele Wechselrichter halten 10 bis 15 Jahre oder länger. Die tatsächliche Lebensdauer hängt vom Modell, dem Installationsort, der Wartung und der Temperatur ab.

Kann ich den Wechselrichter tauschen, ohne die Module zu ersetzen?

Ja. Sie können Ihre bisherigen Module behalten, solange ihre technischen Daten zum neuen Wechselrichter passen. Die Leistung des neuen Wechselrichters sollte auf die Leistung der Module abgestimmt sein.

Brauche ich in Deutschland eine Genehmigung, um den Wechselrichter zu tauschen?

In der Regel müssen Sie den Netzbetreiber informieren oder die Registrierung Ihrer Anlage aktualisieren. Was genau nötig ist, hängt von der Art der Änderung ab. Ein Fachbetrieb prüft, welche Regeln für Ihre Anlage gelten.

Alexander Barth
Alexander Barth ist leidenschaftlicher Verfechter nachhaltiger Energien und Autor mit Fokus auf erneuerbare Energien. Er setzt sich dafür ein die Energiewende und einzelne Aspekte zu den erneuerbaren Energien auf verständliche Weise zu erklären. Sein Ziel ist es, die Leser:innen hinsichtlich der Thematik zu inspirieren und das Bewusstsein für die erneuerbarer Energien zu schärfen. Seine Leidenschaft für erneuerbare Energien spiegelt sich nicht nur in seinen Artikeln wieder, sondern auch in seiner aktiven Beteiligung an Initiativen zur Förderung von erneuerbaren Energien.

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