Inhalt des Artikels
- Lohnt sich die Erweiterung meiner Solaranlage?
- Kann man die PV-Anlage problemlos erweitern?
- Für wen lohnt sich das Erweitern der PV-Anlage?
- Was kostet die Erweiterung der PV-Anlage?
- Mit welchem zusätzlichen Ertrag kann man rechnen?
- Rechtliche Stolpersteine vermeiden
- Anleitung: In 6 Schritten die Solaranlage erweitern
Lohnt sich die Erweiterung meiner Solaranlage?
Erweiterung lohnt sich!
| Zusätzliche Leistung | – |
| Gesamtinvestition | – |
| Amortisationszeit | – |
| Ersparnis / Jahr | – |
| Mehrertrag / Jahr | – |
| Neue Gesamtleistung | – |
Hinweis: Diese Berechnung ist eine Schätzung. Ein Fachbetrieb prüft vor Ort Verschattung, Statik und den vorhandenen Wechselrichter.
⚡ Wechselrichter prüfen: Bei einer Gesamtleistung über 3,6 kWp ist Ihr Wechselrichter möglicherweise nicht ausreichend. Zweiter WR: ca. 800 bis 2.500 € (nicht enthalten).
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Angebote entdeckenKann man die PV-Anlage problemlos erweitern?
Technisch gesehen ist die Erweiterung einer bestehenden Photovoltaikanlage jederzeit möglich. Einschränkungen bestehen lediglich durch die Dachfläche und ein eventuell zu kleiner Wechselrichter.
Dennoch sollten Sie vor einer Erweiterung immer erst einmal planen und schauen, wie stark sich die Vergrößerung finanziell auswirkt. Nicht immer ist eine Erweiterung eine wirtschaftlich sinnvolle Entscheidung.
Unsere Empfehlung: Solaranlage von Beginn an größer dimensionieren
Wer bereits in der Planungsphase den zukünftigen Strombedarf realistisch einschätzt, spart langfristig Geld. Denn so fallen die Installations- und Planungskosten nur einmal an. Auch der Wechselrichter kann von Beginn an entsprechend dimensioniert werden und muss nicht nach der Erweiterung ausgetauscht werden.
Eine nachträgliche Erweiterung bringt hingegen erneut Montage-, Material- und Anmeldekosten mit sich, sodass die Gesamtinvestition in der Summe höher ausfällt als bei einer von Anfang an richtig dimensionierten Anlage.
Berechnen Sie schnell und einfach die richtige Größe mit unserem Dimensionierungsrechner.
Für wen lohnt sich das Erweitern der PV-Anlage?
Eine Erweiterung der Solaranlage ist nicht für jede:n Hausbesitzer:in gleichermaßen sinnvoll. Besonders attraktiv wird sie, wenn der Eigenverbrauch durch neue Verbraucher im Haushalt deutlich gestiegen ist. Wer seine Anlage vor einigen Jahren mit 5 oder 6 kWp installiert hat und inzwischen ein Elektroauto lädt oder eine Wärmepumpe betreibt, deckt mit der ursprünglichen Leistung oft nur einen Bruchteil des Bedarfs.
In solchen Fällen können zusätzliche Solarmodule die Amortisationszeit verkürzen und den Eigenverbrauchsanteil erheblich steigern. Weniger rentabel ist eine Erweiterung hingegen, wenn vom zusätzlich erzeugtem Strom nur kleine Mengen selbst genutzt werden können. Die jährlich sinkende Einspeisevergütung gleicht eine Erweiterung meist nicht aus.
📌 Kurz gesagt: Die Erweiterung der PV-Anlage lohnt sich, wenn der zusätzlich erzeugte Strom zum Großteil selbst genutzt werden kann.
Batteriespeicher
Da der Stromspeicher die Eigenverbrauchsquote von etwa 30 % auf circa 60-70 % steigert, ist er in vielen Haushalten eine sinnvolle Ergänzung zur Anlage. Als Faustregel gilt: Pro 1 kWh Speicherkapazität sollte die Anlage mindestens 0,5 bis 1 kWp Leistung mitbringen. Wer einen 10-kWh-Speicher ergänzen möchte, sollte daher über eine Anlagenleistung von mindestens 8 bis 10 kWp verfügen. In solchen Fällen kann die Erweiterung der Anlage durchaus sinnvoll sein.
Wallbox
Elektroautos haben einen erheblichen Strombedarf. Ein durchschnittliches E-Fahrzeug verbraucht rund 15-20 kWh auf 100 Kilometer. Wer jährlich 15.000 Kilometer fährt, benötigt dafür etwa 2.250-3.000 kWh zusätzlich pro Jahr. Um diesen Mehrbedarf durch Solarstrom abzudecken, empfiehlt sich eine Erweiterung der Anlage um mindestens 2-4 kWp.
Wärmepumpe
Wärmepumpen gelten als effiziente Heizalternative, benötigen aber je nach Gebäudegröße und Effizienz zwischen 3.000-8.000 kWh Strom pro Jahr. Wer eine Wärmepumpe betreibt und möglichst viel davon selbst erzeugen möchte, sollte die PV-Anlage um mindestens 3-5 kWp erweitern.
Was kostet die Erweiterung der PV-Anlage?
Die Kosten für eine Anlagenerweiterung hängen von mehreren Faktoren ab: Anzahl der zusätzlichen Solarmodule, Zustand des vorhandenen Wechselrichters und anfallende Installationskosten. Grob lassen sich folgende Richtwerte ansetzen:
| Erweiterung | Ungefähre Kosten |
|---|---|
| 2 zusätzliche Module (ca. 800 Wp) | 600-1.000 € |
| 4 zusätzliche Module (ca. 1,6 kWp) | 1.200-2.000 € |
| 6 zusätzliche Module (ca. 2,4 kWp) | 1.800-3.000 € |
| Neuer Wechselrichter (bei Bedarf) | 800-2.500 € |
| Elektriker und Anmeldung | 300-700 € |
📌 Good-To-Know: Wer gleichzeitig einen Batteriespeicher nachrüstet, kann unter Umständen staatliche Förderungen in Anspruch nehmen. Viele Bundesländer bieten zinsgünstige Kredite oder Zuschüsse über die KfW oder regionale Förderprogramme an.
Mit welchem zusätzlichen Ertrag kann man rechnen?
Der Mehrertrag durch neue Solarmodule hängt vom Standort, der Ausrichtung der Dachfläche und der installierten Leistung ab. In Deutschland liegt der durchschnittliche Ertrag bei etwa 900 bis 1.100 kWh pro installiertem kWp und Jahr.
| Zusätzliche Leistung | Jährlicher Mehrertrag (Ø) | Eigenverbrauch (ca. 30 %) | Einspeisevergütung (ca. 70 %) |
|---|---|---|---|
| 1 kWp | 900-1.100 kWh | 270-330 kWh | 630-770 kWh |
| 2 kWp | 1.800-2.200 kWh | 540-660 kWh | 1.260-1.540 kWh |
| 4 kWp | 3.600-4.400 kWh | 1.080-1.320 kWh | 2.520-3.080 kWh |
Bei einem Strompreis von 30 Cent pro kWh und einer aktuellen Einspeisevergütung nach EEG von rund 8 Cent pro kWh ergibt sich für 2 kWp Erweiterung ein jährlicher Mehrwert von etwa 260-330 €. Daraus folgt eine Amortisationszeit von 5 bis 8 Jahren, je nach konkreter Ausgangssituation.
🌱 Green-Fact: Jedes zusätzliche kWp Solarleistung vermeidet durchschnittlich 400-500 kg CO₂ pro Jahr, basierend auf dem deutschen Strommix. Über eine Anlagenlebensdauer von 25 Jahren summiert sich das auf rund 10-12 Tonnen eingespartes CO₂ pro kWp.
Rechtliche Stolpersteine vermeiden
Bei der Erweiterung einer bestehenden PV-Anlage gelten dieselben rechtlichen Pflichten wie bei einer Neuinstallation. Wer diese Punkte übersieht, riskiert den Verlust der Einspeisevergütung oder Probleme mit dem Netzbetreiber.
- Anmeldung beim Netzbetreiber: Jede Erweiterung muss dem zuständigen Netzbetreiber vorab gemeldet werden. Ohne Genehmigung darf die Anlage nicht erweitert in Betrieb genommen werden
- Marktstammdatenregister: Neue Module und geänderte Leistungsdaten müssen innerhalb eines Monats nach Inbetriebnahme im Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur aktualisiert werden
- EEG-Vergütung: Wer zusätzliche Solarmodule installiert, sollte prüfen, ob die Erweiterung einer neuen Anlage gleichgestellt wird und damit eigene Vergütungssätze gilt. Besonders relevant ist der Zeitpunkt der Erweiterung, da ältere Anlagen teils höhere Vergütungen genießen
- Baugenehmigung: In bestimmten Regionen und bei größeren Anlagen kann eine Baugenehmigung erforderlich sein. Ein kurzer Anruf bei der Gemeinde klärt das schnell
- Streichung der Einspeisevergütung bei Überschreitung: Übersteigt die Gesamtleistung der Anlage 100 kWp, gelten andere gesetzliche Rahmenbedingungen nach EEG
Anleitung: In 6 Schritten die Solaranlage erweitern
- Bestandsaufnahme der bestehenden Anlage
Zunächst gilt es, die aktuelle Anlagenleistung, den Wechselrichtertyp und die noch freien Eingangskapazitäten zu prüfen. Wichtig ist dabei, ob der vorhandene Wechselrichter leistungsstark genug für zusätzliche Module ist oder ob ein zweiter oder größerer Wechselrichter benötigt wird. - Strombedarf analysieren
Im zweiten Schritt den aktuellen und zukünftigen Strombedarf realistisch ermitteln. Dabei Jahresverbrauch aus der letzten Stromrechnung als Ausgangsbasis nehmen und geplante Neuanschaffungen wie Wallbox oder Wärmepumpe einkalkulieren. - Angebote einholen
Mindestens drei Angebote von zertifizierten Fachbetrieben einholen. Dabei auf Referenzen und Erfahrung mit Anlagenerweiterungen achten. Seriöse Anbieter prüfen vorab auch die Kompatibilität neuer Solarmodule mit der bestehenden Anlage. - Netzbetreiber informieren
Vor der Installation den zuständigen Netzbetreiber über die geplante Erweiterung informieren und die Genehmigung abwarten. Ohne diese Freigabe darf die erweiterte Anlage nicht ans Netz gehen. - Installation durch einen Elektriker
Die Installation neuer Solarmodule und die elektrische Einbindung in die bestehende Anlage darf ausschließlich ein zugelassener Elektriker oder Fachbetrieb durchführen. Eigeninstallationen sind bei netzgekoppelten Anlagen nicht zulässig und können zudem den Versicherungsschutz gefährden. - Marktstammdatenregister aktualisieren
Nach der Inbetriebnahme der neuen Module müssen die aktualisierten Anlagendaten innerhalb von vier Wochen im Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur eingetragen werden. Zusätzlich sollte der Einspeisevertrag mit dem Netzbetreiber auf Aktualität geprüft werden.