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Photovoltaik-Ertragsrechner
Berechnen Sie Ertrag, Ersparnis und Amortisation Ihrer geplanten Solaranlage.
Wie funktioniert der PV-Ertragsrechner?
Der Photovoltaik Ertragsrechner arbeitet mit verschiedenen Eingabeparametern, die Sie selbst festlegen können. Dazu gehören Ihr Standort oder Ihre Postleitzahl, die installierte Leistung in Kilowattpeak (kWp), die Dachausrichtung sowie der Neigungswinkel Ihres Daches. Zusätzlich können Sie Angaben zu Ihrem jährlichen Stromverbrauch, einem eventuell vorhandenen Stromspeicher und Ihrem aktuellen Strompreis machen.
Auf Basis dieser Werte ermittelt der Rechner den voraussichtlichen Jahresertrag Ihrer Anlage in Kilowattstunden. Gleichzeitig berechnet er die finanzielle Ersparnis durch eingesparten Strombezug und mögliche Einnahmen aus der Netzeinspeisung. Die Ergebnisse basieren auf Durchschnittswerten und Erfahrungsdaten aus Ihrer Region.
📌 Good-To-Know: Die Genauigkeit solcher Rechner liegt typischerweise bei etwa 10 bis 15 % Abweichung zur späteren Realität. Für eine präzise Dimensionierung Ihrer Anlage sollten Sie zusätzlich einen Fachbetrieb beauftragen, der eine detaillierte Vor-Ort-Analyse durchführt.
Welche Faktoren beeinflussen Ertrag und Rendite der PV-Anlage?
Der tatsächliche Ertrag und die Wirtschaftlichkeit Ihrer Photovoltaikanlage hängen von zahlreichen Faktoren ab. Manche davon können Sie aktiv beeinflussen, andere sind durch die örtlichen Gegebenheiten vorgegeben. Im Folgenden erfahren Sie, welche Parameter den größten Einfluss auf Ihre Ertragsberechnung haben und wie sich diese konkret auswirken.
Standort
Der geografische Standort bestimmt maßgeblich, wie viel Sonneneinstrahlung Ihre Anlage erhält. In Deutschland gibt es erhebliche regionale Unterschiede bei der Globalstrahlung, also der gesamten Sonnenenergie, die auf eine Fläche trifft. Während der Süden Deutschlands durchschnittlich 1.100 bis 1.200 kWh pro Quadratmeter und Jahr erreicht, liegen die Werte im Norden eher bei 950 bis 1.050 kWh.
Für Sie als Anlagenbetreiber:in bedeutet das konkrete Unterschiede beim jährlichen Ertrag. Die folgende Tabelle zeigt typische Ertragswerte pro installiertem Kilowattpeak für verschiedene Bundesländer:
| Bundesland | Durchschnittlicher Jahresertrag pro kWp (kWh) |
|---|---|
| Bayern | 1.050-1.150 |
| Baden-Württemberg | 1.000-1.100 |
| Rheinland-Pfalz | 980-1.080 |
| Hessen | 960-1.060 |
| Sachsen | 950-1.050 |
| Nordrhein-Westfalen | 920-1.020 |
| Brandenburg | 930-1.030 |
| Niedersachsen | 900-1.000 |
| Mecklenburg-Vorpommern | 890-990 |
| Schleswig-Holstein | 880-980 |
Neigungswinkel und Ausrichtung
Optimal sind in Deutschland Dachneigungen zwischen 30 und 35 Grad bei einer Südausrichtung. Ein nach Südosten oder Südwesten ausgerichtetes Dach verringert den Ertrag typischerweise um 5-10 % gegenüber einer reinen Südausrichtung. Ost-West-Dächer erreichen immer noch etwa 80-85 % des Maximalertrags und bieten den Vorteil einer gleichmäßigeren Stromproduktion über den Tag verteilt.
Leistung der PV-Anlage
Die installierte Leistung in Kilowattpeak gibt an, wie viel Strom Ihre Anlage unter standardisierten Testbedingungen maximal erzeugen kann. Für ein durchschnittliches Einfamilienhaus mit 4.000 kWh Jahresverbrauch werden typischerweise Anlagen zwischen 8 und 12 kWp dimensioniert. Sie sollten die Anlagengröße an Ihren tatsächlichen Strombedarf anpassen und dabei auch zukünftige Verbraucher wie eine Wärmepumpe oder Wallbox berücksichtigen.
Wechselrichter
Der Wechselrichter wandelt den von den Modulen erzeugten Gleichstrom in netztauglichen Wechselstrom um. Moderne Geräte erreichen Wirkungsgrade von 96-99 %, was bedeutet, dass nur 1-4 % der Energie bei der Umwandlung verloren gehen. Hochwertige Wechselrichter arbeiten zudem über einen größeren Leistungsbereich effizient und ermöglichen oft die Fernüberwachung Ihrer Anlage per App.
Speicher (Eigenverbrauch)
Ein Batteriespeicher erhöht Ihre Eigenverbrauchsquote von typischerweise 30-40 % auf 60-80 %. Pro gespeicherter Kilowattstunde sparen Sie die Differenz zwischen Ihrem Strompreis und der Einspeisevergütung, bei einem Strompreis von 40 Cent und einer Einspeisevergütung von 8 Cent sind das 32 Cent pro kWh. Moderne Lithium-Ionen-Speicher kosten aktuell zwischen 800 und 1.200 € pro Kilowattstunde nutzbarer Kapazität.
✓ Dran gedacht? Die Speicherförderung variiert zwischen den Bundesländern. Informieren Sie sich vor dem Kauf über regionale Förderprogramme, die die Investitionskosten erheblich senken können.
Degradation & Alterung der PV-Anlage
Photovoltaikmodule verlieren mit der Zeit an Leistungsfähigkeit. Hochwertige Module weisen typischerweise eine Degradation von 0,25-0,5 % pro Jahr auf, günstigere Modelle können bis zu 0,7 % jährlich verlieren. Hersteller geben auf ihre Module meist Leistungsgarantien, die mindestens 80 % der Nennleistung nach 25 Jahren zusichern.
Die folgende Tabelle zeigt beispielhaft, wie sich die Modulleistung und der Jahresertrag über 25 Jahre entwickeln können (bei einer Anfangsleistung von 10 kWp und 1.000 kWh/kWp Ertrag):
| Jahr | Verbleibende_Leistung | Jahresertrag_kWh | Degradation_kumuliert |
|---|---|---|---|
| 1 | 10.00 kWp | 10000 | 0 % |
| 5 | 9.75 kWp | 9750 | 2.5 % |
| 10 | 9.50 kWp | 9500 | 5.0 % |
| 15 | 9.25 kWp | 9250 | 7.5 % |
| 20 | 9.00 kWp | 9000 | 10.0 % |
| 25 | 8.75 kWp | 8750 | 12.5 % |
Neben den Modulen altern auch andere Systemkomponenten. Wechselrichter haben typischerweise eine Lebensdauer von 10 bis 15 Jahren und müssen während der Anlagenlaufzeit mindestens einmal ausgetauscht werden. Kalkulieren Sie diese Kosten bei Ihrer Wirtschaftlichkeitsberechnung mit ein.
Zusammenhang zwischen Ertrag und Ersparnis
Der Ertrag Ihrer Photovoltaikanlage wird in Kilowattstunden (kWh) gemessen und gibt an, wie viel Strom Sie im Jahr produzieren. Dieser Wert bildet die Grundlage für die Berechnung Ihrer tatsächlichen Ersparnis. Allerdings führt nicht jede erzeugte Kilowattstunde automatisch zur gleichen finanziellen Einsparung.
Entscheidend ist, wie viel von Ihrem selbst erzeugten Strom Sie direkt verbrauchen und wie viel Sie ins Netz einspeisen. Jede selbst verbrauchte Kilowattstunde erspart Ihnen den Bezug teuren Netzstroms, aktuell etwa 30 bis 40 Cent pro kWh. Für eingespeisten Strom erhalten Sie hingegen nur die deutlich geringere Einspeisevergütung von derzeit rund 8 Cent pro kWh.
Beispiel
Angenommen, Ihre 10-kWp-Anlage erzeugt 10.000 kWh jährlich. Bei 40 % Eigenverbrauch nutzen Sie 4.000 kWh selbst und speisen 6.000 kWh ein. Die Ersparnis berechnet sich dann aus 4.000 kWh × 0,35 € (gesparter Strombezug) plus 6.000 kWh × 0,08 € (Einspeisevergütung), also 1.400 € plus 480 €, insgesamt 1.880 € pro Jahr. Könnten Sie Ihren Eigenverbrauch auf 70 Prozent steigern, würde Ihre jährliche Ersparnis auf etwa 2.690 Euro wachsen.
Deshalb zielen moderne PV-Konzepte darauf ab, den Eigenverbrauch zu maximieren. Stromspeicher, intelligente Verbrauchssteuerung und die zeitliche Anpassung Ihrer Gewohnheiten helfen dabei, mehr vom selbst erzeugten Strom auch selbst zu nutzen.
Typische Ertragshindernisse: Darauf sollten Sie achten
Ein Photovoltaik Ertragsrechner arbeitet mit idealisierten Annahmen und Durchschnittswerten. In der Realität gibt es jedoch zahlreiche Faktoren, die den tatsächlichen Ertrag mindern können. Für eine präzise Planung sollten Sie diese Besonderheiten kennen und einen Fachbetrieb hinzuziehen, der Ihre individuelle Situation vor Ort analysiert und die Anlage optimal dimensioniert.
Verschattung
Selbst teilweise Verschattungen durch Schornsteine, Bäume oder Nachbargebäude können den Ertrag erheblich reduzieren. Moderne Optimierungstechniken wie Leistungsoptimierer oder Mikrowechselrichter verringern die Auswirkungen deutlich, da jedes Modul unabhängig arbeitet. Ein Fachbetrieb führt eine detaillierte Verschattungsanalyse durch und ermittelt, welche Dachbereiche sich optimal für die Belegung eignen.
Tatsächlich nutzbare Dachfläche
Dachfenster, Gauben, Lüftungsrohre und vorgeschriebene Abstände zu Dachkanten reduzieren die belegbare Fläche erheblich. Auch statische Grenzen können die maximale Anlagengröße reduzieren, besonders bei älteren Gebäuden. Ein erfahrener Installateur plant die Modulbelegung so, dass Sie die verfügbare Fläche optimal nutzen.
Zukünftige Energiefresser (Wärmepumpe/Wallbox)
Eine Wärmepumpe steigert den jährlichen Stromverbrauch typischerweise um 3.000 bis 6.000 kWh, eine Wallbox kann weitere 2.000 bis 4.000 kWh hinzufügen. Planen Sie solche Anschaffungen in den nächsten Jahren, sollten Sie Ihre PV-Anlage von vornherein entsprechend größer dimensionieren. Moderne Wärmepumpen und Wallboxen können so gesteuert werden, dass sie bevorzugt dann laufen, wenn Ihre PV-Anlage viel Strom produziert.
Ertrag selber berechnen: so funktioniert’s
Sie möchten selbst nachrechnen, ob sich eine Photovoltaikanlage für Ihr Haus lohnt? Mit einer einfachen Beispielrechnung können Sie den ungefähren Ertrag und die Ersparnis abschätzen. Folgendes Szenario dient als Grundlage:
Ein Einfamilienhaus in Hessen mit 4.500 kWh Jahresverbrauch, Südausrichtung, 35 Grad Dachneigung und einem Strompreis von 35 Cent pro kWh.
Schritt 1: Anlagengröße festlegen
Für ein Einfamilienhaus mit 4.500 kWh Verbrauch empfiehlt sich eine Anlagengröße von etwa 10 kWp. Damit können Sie Ihren Strombedarf weitgehend abdecken und haben Reserve für zukünftige Verbraucher. Pro kWp benötigen Sie circa 5 bis 6 Quadratmeter Dachfläche, also insgesamt etwa 50 bis 60 Quadratmeter.
Schritt 2: Jahresertrag ermitteln
In Hessen liegt der durchschnittliche Ertrag bei etwa 1.000 kWh pro kWp und Jahr. Bei optimaler Südausrichtung und 35 Grad Neigung können Sie mit dem vollen Wert rechnen. Ihre Rechnung lautet also: 10 kWp × 1.000 kWh/kWp = 10.000 kWh Jahresertrag.
Schritt 3: Eigenverbrauch bestimmen
Ohne Stromspeicher liegt Ihr Eigenverbrauch bei etwa 35 Prozent Ihres erzeugten Stroms. Sie verbrauchen also 10.000 kWh × 0,35 = 3.500 kWh selbst und speisen 6.500 kWh ins Netz ein.
Schritt 4: Ersparnis berechnen
Jede selbst verbrauchte kWh spart Ihnen 35 Cent Strombezug. Das ergibt 3.500 kWh × 0,35 Euro = 1.225 Euro jährliche Ersparnis durch vermiedenen Netzbezug. Für die 6.500 eingespeisten kWh erhalten Sie etwa 8 Cent Einspeisevergütung, also 6.500 kWh × 0,08 Euro = 520 Euro. Ihre Gesamtersparnis beträgt somit 1.225 Euro + 520 Euro = 1.745 Euro pro Jahr.
Schritt 5: Mit Speicher rechnen
Entscheiden Sie sich für einen 8-kWh-Stromspeicher, steigt Ihr Eigenverbrauch auf etwa 65 Prozent. Sie nutzen dann 6.500 kWh selbst und speisen nur noch 3.500 kWh ein. Die Ersparnis erhöht sich auf 6.500 kWh × 0,35 Euro = 2.275 Euro plus 3.500 kWh × 0,08 Euro = 280 Euro, insgesamt also 2.555 Euro pro Jahr. Die Mehrersparnis von 810 Euro gegenüber dem System ohne Speicher muss die zusätzlichen Investitionskosten von circa 7.000 bis 9.000 Euro für den Speicher amortisieren.
Schritt 6: Amortisation kalkulieren
Bei Investitionskosten von etwa 18.000 Euro für die 10-kWp-Anlage ohne Speicher ergibt sich eine Amortisationszeit von 18.000 Euro ÷ 1.745 Euro = etwa 10,3 Jahre. Mit Speicher liegen die Gesamtkosten bei etwa 25.000 Euro, die Amortisationszeit beträgt dann 25.000 Euro ÷ 2.555 Euro = etwa 9,8 Jahre. Der Speicher rechnet sich in diesem Beispiel durch die höhere jährliche Ersparnis sogar etwas schneller.
Diese Rechnung zeigt die grundlegende Methodik, berücksichtigt aber noch keine Degradation, Wartungskosten, Strompreissteigerungen oder Förderungen. Für eine detaillierte Wirtschaftlichkeitsanalyse sollten Sie diese Faktoren ebenfalls einbeziehen.