- Social Impact Bonds (SIBs) sind wirkungsorientierte Anleihen mit sozialem Fokus
- Weltweit wurden bis Mai 2025 über 280 Social Impact Bonds in mehr als 30 Ländern umgesetzt
- Für Privatanleger:innen sind Social Impact Bonds derzeit kaum direkt zugänglich. Sie richten sich primär an institutionelle Investor:innen und Stiftungen
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- Social Impact Bonds verstehen → Funktionsweise einfach erklärt
- Wer profitiert? → Social Impact Bonds in der Praxis
- Konkrete Beispiele im Überblick → Social Impact Bonds entdecken
Inhaltsverzeichnis
Was sind Social Impact Bonds?
Social Impact Bonds sind Anleihen für soziale Projekte. Trotz des Namens handelt es sich nicht um klassische Anleihen mit festem Zinssatz. Die Rendite hängt vielmehr davon ab, ob das finanzierte Projekt seine vorab definierten Wirkungsziele erreicht.
Bei einem SIB schließen sich verschiedene Akteure zu einer Partnerschaft zusammen, um ein soziales Projekt konkret zu unterstützen. Die Investor:innen stellen das Kapital zur Verfügung, soziale Dienstleister setzen die Maßnahmen um, und die öffentliche Hand definiert die Wirkungsziele. Häufig überprüft ein unabhängiger Gutachter am Ende, ob die vereinbarten Ziele erreicht wurden.
📌 Quick-Tipp: Der Unterschied zu klassischen Anleihen liegt im Erfolgsrisiko. Werden die Ziele nicht erreicht, erhalten die Investor:innen ihr Kapital nicht oder nur teilweise zurück. Der Fokus liegt hier also ganz klar auf den Ergebnissen.
Wie funktioniert ein Social Impact Bond?
In der Regel beginnt die Emission eines Social Impact Bonds mit der Identifikation eines gesellschaftlichen Problems, bei dem bisherige Maßnahmen nicht die gewünschte Wirkung erzielen oder für dessen Bewältigung unzureichende finanzielle Mittel zur Verfügung stehen. Dieser Schritt wird meistens von der öffentlichen Hand eingeleitet.
Im Anschluss werden messbare Wirkungsziele definiert, die innerhalb eines festgelegten Zeitraums erreicht werden sollen. Ein solches Ziel könnte beispielsweise lauten: Die Rückfallquote von Straftätern in Berlin innerhalb von 36 Monaten um 10 % senken.
Daraufhin stellen private Investor:innen das erforderliche Kapital zur Vorfinanzierung der Intervention bereit. Das Kapital ermöglicht es sozialen Dienstleistern, die notwendigen Maßnahmen zur Erreichung der vereinbarten Ziele umzusetzen. Im genannten Beispiel könnte dies etwa der Aufbau einer Einrichtung zur psychologischen Betreuung von Straftätern sein.
Nach Ablauf der Projektlaufzeit überprüft ein unabhängiger Gutachter, ob die definierten Wirkungsziele erreicht wurden. Nur im Erfolgsfall erfolgt eine Rückzahlung des investierten Kapitals zuzüglich einer zuvor vereinbarten Rendite durch die öffentliche Hand. Die Rückzahlung ist somit vollständig an den Projekterfolg geknüpft.
Welche Projekte werden mit Social Impact Bonds finanziert?
Der größte Anwendungsbereich liegt in der Integration von Jugendlichen und jungen Erwachsenen in den Arbeitsmarkt. Rund die Hälfte aller SIB-Projekte weltweit widmet sich diesem Thema.
Ein weiterer wichtiger Bereich ist die Resozialisierung von Straftätern. Der erste Social Impact Bond überhaupt zielte darauf ab, die Rückfallquote von Kurzzeit-Häftlingen im britischen Peterborough zu senken. Das Projekt erzielte eine Reduktion der Rückfälligkeit um 9 % und gilt als Pionierleistung.
Darüber hinaus finanzieren SIBs Projekte in folgenden Bereichen:
- Frühkindliche Bildung und Entwicklungsförderung
- Prävention von Obdachlosigkeit
- Unterstützung bei psychischen Erkrankungen
- Integration von Geflüchteten
- Gesundheitsförderung bei benachteiligten Gruppen
📈 Investment-Fact: Laut der Brookings Institution wurden bis Mai 2025 weltweit 259 Social Impact Bonds mit einem Gesamtvolumen von 523.88 Millionen US-Dollar initiiert. Großbritannien und die USA sind dabei die führenden Märkte.
Für wen eignen sich Social Impact Bonds?
Social Impact Bonds richten sich derzeit primär an institutionelle Investor:innen, Stiftungen und vermögende Privatpersonen. Für durchschnittliche Privatanleger:innen sind die Social Impact Bonds kaum direkt zugänglich. Die Projekte erfordern oft hohe Mindestinvestitionen und eine langfristige Kapitalbindung.
Wollen Sie als private:r Anleger:in soziale Projekte unterstützen, empfehlen wir das Investment über Crowdinvesting. Hierbei können Sie sich bereits mit vergleichsweise kleinen Beträgen an ausgewählten sozialen oder gesellschaftlich wirksamen Projekten beteiligen. Die Plattformen bündeln die Investitionen vieler einzelner Anleger:innen und stellen das Kapital gezielt Organisationen oder Initiativen zur Verfügung, die messbare soziale Wirkung erzielen wollen.
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Welche Social Impact Bonds gibt es?
Aktuell konzentriert sich der Markt für Social Impact Bonds vorrangig auf die USA und Großbritannien. In Deutschland gibt es bisher nur wenige und für privat Investierende nicht zugängliche Bonds.
Internationale Social Impact Bonds
- Peterborough Prison SIB (UK, 2010-2015): Der weltweit erste Social Impact Bond zielte auf die Reduktion von Rückfallquoten bei Kurzzeit-Häftlingen. Das Projekt erreichte sein Ziel mit einer Senkung um 9 %.
- Rikers Island ABLE Program (USA, 2012-2015): Das erste US-amerikanische SIB sollte die Rückfälligkeit jugendlicher Straftäter reduzieren. Das 9,6 Millionen Dollar schwere Projekt verfehlte seine Ziele.
- Educate Girls DIB (Indien, 2015-2018): Der Development Impact Bond förderte die Schulbildung von Mädchen in ländlichen Regionen. Das Projekt übertraf seine Ziele um 160 %.
Deutsche Bonds
- JumP/eleven Augsburg (Bayern, 2013-2016): Der erste und bisher einzige Social Impact Bond in Deutschland zielte darauf ab, 20 Jugendliche aus der Region Augsburg in Ausbildung oder Arbeit zu bringen. Das Projekt wurde erfolgreich abgeschlossen. Die Vorfinanzierer, darunter die BHF-BANK-Stiftung, BMW Stiftung Herbert Quandt, BonVenture und die Eberhard von Kuenheim Stiftung, erhielten ihr Kapital von 250.000 Euro plus 3 % Zinsen zurück.
Fazit
Social Impact Bonds unterstützen den Ausbau sozialer Initiativen und sorgen somit für eine nachhaltige Rendite. Für Privatanleger:innen in Deutschland sind sie allerdings derzeit nicht zugänglich. Wer wirkungsorientiert investieren möchte, findet im Crowdinvesting allerdings eine sinnvolle Alternative.
Häufig gestellte Fragen
Wer emittiert Social Impact Bonds?
Social Impact Bonds werden nicht von einzelnen Emittenten ausgegeben, sondern von Projektpartnerschaften strukturiert. Typischerweise schließen sich dabei die öffentliche Hand als Auftraggeber, ein Intermediär als Projektmanager und soziale Dienstleister als ausführende Organe zusammen. Private Investor:innen wie Stiftungen oder Social-Venture-Fonds stellen das Kapital bereit.
Sind Green Bonds und Social Impact Bonds das gleiche?
Nein, die beiden Instrumente unterscheiden sich grundlegend. Green Bonds sind klassische Anleihen mit festem Zinssatz, deren Erlöse für Umweltprojekte verwendet werden. Social Impact Bonds hingegen sind erfolgsabhängige Finanzierungen, bei denen die Rückzahlung nur bei Erreichen definierter Wirkungsziele erfolgt. Green Bonds sind börsenhandelbar, SIBs nicht.
Wie unterscheiden sich Social Impact Bonds von klassischen Anleihen?
Bei klassischen Anleihen erhalten Investor:innen einen festen Zinssatz unabhängig vom Projekterfolg. Bei Social Impact Bonds ist die Rückzahlung vollständig vom Erreichen definierter Wirkungsziele abhängig. Scheitert das Projekt, droht der Kapitalverlust. Zudem sind SIBs nicht börsenhandelbar und haben Laufzeiten von typischerweise drei bis fünf Jahren.


