Inhalt des Artikels
- Was ist ETF Rebalancing und warum ist es notwendig?
- Wie sich ein ETF Portfolio ohne Rebalancing verändert
- Portfolio Rebalancing oder ETF umschichten?
- Diese Rebalancing Strategien haben sich bewährt
- ETF Rebalancing Rechner sinnvoll einsetzen
- ETF Rebalancing Rechner
- Steuern, Kosten und psychologische Faktoren beim Rebalancing
- Fazit - Wann ist ETF Rebalancing sinnvoll?
- Häufig gestellte Fragen
Das Wichtigste in Kürze
- Gewichtung im Portfolio erhalten: Durch ETF Rebalancing stellen Sie sicher, dass die ursprünglich festgelegte Aufteilung Ihres Portfolios trotz Kursschwankungen bestehen bleibt und sich das Risiko nicht unbemerkt verschiebt.
- Klumpenrisiken gezielt reduzieren: Ohne Rebalancing können stark performende Branchen oder Märkte übergewichtet werden. Eine regelmäßige Anpassung hilft, Risiken zu begrenzen und das Portfolio stabil auszurichten.
- Rebalancing strategisch umsetzen: Anpassungen lassen sich zeitbasiert, über Schwellenwerte oder durch Sparraten vornehmen. Mit einem Rebalancing Rechner erkennen Sie schnell, wo Gewichtungen abweichen und Handlungsbedarf besteht.
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Inhaltsverzeichnis
Was ist ETF Rebalancing und warum ist es notwendig?
Die Idee hinter einem ETF Sparplan ist das automatische und vor allem passive Investieren, jedoch verändert sich die Gewichtung eines ETFs durch Kursschwankungen der einzelnen Positionen innerhalb des Index. Dadurch erhalten einige Positionen einen zu großen Gesamtanteil, was zu einem Klumpenrisiko führen kann. Durch das Portfolio Rebalancing wird die gewünschte Aufteilung und das Risikoniveau wiederhergestellt.
Die Wichtigkeit eines Rebalancings sollte auf keinen Fall kleingeredet werden. Geraten die Gewichtungen aus dem Ruder, kann das Portfolio anfälliger für größere Kursschwankungen werden.
Selbst Investment-Koriphäen wie Warren Buffet setzen darauf, das Portfolio zu diversifizieren und ein gewisses Niveau beizubehalten. Zwar investiert Buffet nicht in ETFs, sondern in einzelne Aktien, dennoch zeigt dies, wie wichtig das Rebalancing ist.
Meine Empfehlung an den Treuhänder war denkbar einfach: 10% des Geldes in kurzfristige Staatsanleihen und 90% in einen sehr kostengünstigen S&P 500 Indexfonds investieren.
Warren Buffet, längjähriger CEO von Berkshire Hathaway
Wie sich ein ETF Portfolio ohne Rebalancing verändert
Wird keine regelmäßige Anpassung an der Verteilung der im ETF enthaltenen Werte vorgenommen, verschiebt sich die Gewichtung über einen längeren Zeitraum automatisch. Das liegt an den unterschiedlichen Renditen der Unternehmen. Outperformt beispielsweise der Tech-Sektor den Markt über Jahre hinweg, steigt der Anteil im Fonds deutlich an, was zu einem Klumpenrisiko führt.
📌 Beispiel zur Veranschaulichung: Im Factsheet des MSCI World Index vom 31.12.2025 nimmt die IT-Branche ganze 27,1 % ein. Alleine NVIDIA nimmt mit 5,47 % mehr Einfluss auf den Index als alle deutschen Unternehmen mit 2,4 % zusammen. Im Jahr 2020 lag der IT-Sektor-Anteil laut Berechnungen der Stiftung Warentest bei knapp unter 20 % während er 2015 bei nur 13,3 % lag.
Das obige Beispiel verdeutlicht, dass ohne Rebalancing starke Sektoren deutlich an Anteilen gewinnen. Ähnlich kann es sich mit ETFs auf einen Tech-Index im Vergleich zu nachhaltigen ETFs verhalten. Die unterschiedlichen Entwicklungen führen zu einer Verschiebung der Gewichtung, die zu einem erhöhten Risiko durch Übergewichtung führen kann.
Stürzt der Sektor aufgrund unvorhersehbarer Ereignisse ab, verliert der ETF überdurchschnittlich stark an Wert. So wird die anfänglich gewählte Strategie heimlich und still verändert, ohne dass Investor:innen dies bemerken.
Portfolio Rebalancing oder ETF umschichten?
Die Begriffe des Rebalancings und der Umschichtung werden häufig als Synonyme verwendet, jedoch gibt es deutliche Unterschiede, die Anleger:innen kennen sollten. Während das Rebalancing als eine Art regelmäßige Pflege gilt, die Sie einmal im Jahr durchführen sollten, beschreibt das Umschichten die Änderung der Anlagestrategie.
Beim ETF-Rebalancing stellen Sie also die ursprüngliche Verteilung Ihres Portfolios wieder her, während Sie bei der Umschichtung der Wertpapiere und ETF Ihr Kapital in andere Assets umwandeln. Eine Umschichtung geht daher meist mit einer bewussten Neuausrichtung des Portfolios einher, etwa durch veränderte Renditeerwartungen, Risikopräferenzen oder einen angepassten Anlagehorizont.
Diese Rebalancing Strategien haben sich bewährt
Es gibt verschiedene Ansätze die Umverteilung der ETFs anzugehen. Am häufigsten wird die zeitgesteuerte Rebalancing Strategie erwähnt, bei der zu gewissen Zeitpunkten ein Blick auf das Portfolio geworfen wird. Wir empfehlen dies einmal im Jahr zu tun. Häufigere Rebalancings führen nur zu höheren Transaktionskosten, die sich vermeiden lassen.
Eine weitere Strategie ist das Schwellenwert Rebalancing, bei dem feste Toleranzgrenzen für die Gewichtung einzelner ETFs definiert werden. Weicht eine Position beispielsweise um mehr als 5 Prozentpunkte von der Zielgewichtung ab, wird das Portfolio angepasst. Diese Methode reagiert stärker auf Marktbewegungen und kann Risiken gezielter begrenzen, erfordert jedoch eine regelmäßige Kontrolle des Depots.
Hier gibt es kein Richtig oder Falsch und jeder muss für sich selber entscheiden, welcher Ansatz besser zu der eigenen Strategie passt. Es ist zudem auch möglich, beide Strategien miteinander zu kombinieren.
Dabei wird das Portfolio regelmäßig zu festen Zeitpunkten überprüft, zusätzlich erfolgt eine Anpassung, sobald festgelegte Schwellenwerte überschritten werden. Diese Kombination verbindet Planbarkeit mit Flexibilität, führt jedoch zu einem etwas höheren Verwaltungsaufwand.
Hier haben wir Ihnen die Vor- und Nachteile der Strategien aufgelistet:
| Rebalancing Strategie | Vorteile | Nachteile |
|---|---|---|
| Zeitbasiertes Rebalancing | Einfach umzusetzen, gut planbar, geringer Kontrollaufwand | Reagiert nicht auf starke Marktbewegungen |
| Schwellenwert Rebalancing | Marktnah, bessere Risikokontrolle bei starken Abweichungen | Regelmäßige Überwachung notwendig |
| Kombination | Ausgewogenes Verhältnis aus Kontrolle und Struktur | Höherer organisatorischer Aufwand |
ETF Rebalancing des Portfolios mit Sparplänen
Wer auf ein zeit- oder schwellenwertbasiertes Rebalancing verzichtet, kann die Anpassung auch über eine Änderung der monatlichen Sparraten vornehmen. Hier handelt es sich um einen längeren Prozess, der kein einmaliges und manuelles Rebalancing darstellt. Bemerken Investor:innen, dass der Anteil der Geldanlage mit dem aktuellen Sparplan zu stark in eine Richtung ausschlägt, können die Sparraten auf den zu groß werdenden Anteil verringert oder ausgelassen werden. Alternativ können Sparraten auf kleinere Positionen erhöht werden.
Diese Strategie lässt sich gerade dann einfach durchführen, wenn das Depot und die darin enthaltenen Anlageklassen einen eher geringen Wert haben. Sehr große Depots bringen durch Kursschwankungen enorme Wertänderungen mit sich, die kurzfristig nicht mit Änderungen einer kleinen Sparrate ausgeglichen werden können.
📌 Hinweis: Es gibt ETFs, die automatisch ein Rebalancing durchführen und nach einem festgelegten Zeitraum die ursprüngliche Gewichtung im Portfolio wiederherstellen. Ein Beispiel ist der MSCI World Equal Weight, bei dem jeder Wert mit der gleichen Gewichtung enthalten ist.
ETF Rebalancing Rechner sinnvoll einsetzen
Der Zweck eines ETF Rebalancing Rechners ist, Abweichungen von der gewünschten Gewichtung festzustellen und herauszufinden, welche Maßnahmen notwendig sind, um diese Verteilung wiederherzustellen. Doch wie verwenden Sie unseren Rechner korrekt? Das erklären wir Ihnen hier:
- Modus auswählen: Entscheiden Sie zunächst, ob Sie Ihr Depot mit dem exakten Portfoliowert, durch zusätzliche Einzahlungen oder durch Verkäufe neu gewichten wollen. Wenn Sie weiteres Kapital einzahlen wollen, geben Sie zudem an wie viel Geld Sie einzahlen werden.
- ETF Auswahl: Standardmäßig haben wir drei ETFs vorausgewählt. Fügen Sie weitere Wertpapiere hinzu oder löschen Sie diese bei Bedarf. Der Rechner kann auch für jede Aktie, Anleihe oder Krytowährungen verwendet werden.
- Aktuelle Werte & Zielgewicht: Geben Sie die aktuellen Werte der Positionen, sowie die gewünschte Zielgewichtung ein. Je nach gewähltem Modus sehen Sie direkt, welche Transaktionen Sie tätigen müssen, um die gewünschte Gewichtung zu erhalten.
Beachten Sie, dass die Zielgewichtung immer 100 % betragen muss, ansonsten erhalten Sie eine Fehlermeldung. Zudem ist es möglich, dass mit Ihrer gewünschten Einzahlung kein Erreichen der gewünschten Gewichtung möglich ist. In diesem Fall gibt der ETF Rebalancing Rechner nur eine Annäherung an den gewünschten Wert und teilt Ihnen mit, wie viel Geld Sie einzahlen müssten, um Ihren Zielwert zu erreichen.
ETF Rebalancing Rechner
| ETF | Aktueller Wert | Gewicht | Zielgewicht | Zielwert | Transaktion |
|---|---|---|---|---|---|
| Summe 0,00 € | Ziel 100,00 % | Zusätzlich 0,00 € | |||
Diese Hinweise müssen rechtlich genannt werden: Für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität sämtlicher Angaben wird keine Gewähr übernommen. Der kostenlose Vergleich bietet keinen kompletten Marktüberblick und finanziert sich teilweise über Provisionen, die wir bei Produktabschlüssen erhalten. Mit einem Produktabschluss unterstützen Sie daher erneuerbare-energien-aktuell.de. Ihnen entstehen dadurch keine Mehrkosten.
Steuern, Kosten und psychologische Faktoren beim Rebalancing
Jedes Mal, wenn ein ETF-Rebalancing durchgeführt wird, verändert sich nicht nur die Portfoliostruktur, sondern es fallen auch Kosten und womöglich Steuern für den Verkauf von Wertpapieren an. Bei regelmäßigem Rebalancing können die Kosten so schnell in die Höhe steigen.
Beachten Sie also unbedingt die Abgeltungssteuer bei Verkäufen. Nutzen Sie die Freibeträge mittels Freistellungsauftrag strategisch und bewerten Sie die Kosten der Transaktionen bei Kauf und Verkauf von Wertpapieren. Langfristig können diese Kosten die Gewinne mindern, obwohl sie absolut vermeidbar sind.
Gerade wenn sich gewisse Assets gut entwickeln, kann ein Verkauf zu psychologischen Hürden führen. Hier handeln Sie antizyklisch und verkaufen in starken Marktphasen. Die Angst, Gewinne zu verpassen, kann dazu führen, dass das Rebalancing ausgesetzt wird, obwohl das Portfolio so risikoreich wird.
📌 Tipp: Prüfen Sie mit unserem Rechner vor einem Rebalancing, ob Anpassungen durch neue Einzahlungen oder Sparratenänderungen möglich sind. So lassen sich Verkäufe vermeiden, steuerliche Belastungen reduzieren und psychologische Hürden beim Abgeben gut laufender Positionen umgehen.
Wann ETF-Rebalancing besonders wichtig ist
Es gibt bestimmte Situationen, in denen ein ETF-Rebalancing eine besonders große Rolle spielt. In diesen Phasen kann es helfen, Risiken zu begrenzen und die ursprünglich gewählte Anlagestrategie beizubehalten.
In ausgeprägten Auf- oder Abschwungphasen entwickeln sich einzelne Märkte, Regionen oder Branchen oft sehr unterschiedlich. Ohne Rebalancing kann es dadurch schnell zu starken Verschiebungen innerhalb des Portfolios kommen, die das Risiko erhöhen oder die gewünschte Balance zwischen Rendite und Sicherheit verändern.
Je höher der Aktienanteil, desto stärker wirkt sich die Volatilität der Märkte auf das Gesamtportfolio aus. Ein regelmäßiges Rebalancing sorgt dafür, dass der Risikoanteil nicht unbemerkt weiter ansteigt und die ursprünglich geplante Gewichtung erhalten bleibt.
Themen- und Branchen-ETFs unterliegen oft stärkeren Schwankungen als breit gestreute Indexfonds. Entwickeln sich einzelne Trends besonders dynamisch, kann es schnell zu einer Übergewichtung kommen. Ein Rebalancing hilft, Klumpenrisiken zu reduzieren und Gewinne systematisch zu sichern.
Rückt der Zeitpunkt näher, an dem Kapital entnommen werden soll, gewinnt die Risikokontrolle zunehmend an Bedeutung. Durch ein angepasstes Rebalancing kann das Portfolio schrittweise stabiler ausgerichtet werden, um größere Wertschwankungen kurz vor oder während der Entnahme zu vermeiden.
Fazit - Wann ist ETF Rebalancing sinnvoll?
ETF Rebalancing ist ein zentraler Bestandteil einer langfristig erfolgreichen Anlagestrategie. Durch regelmäßige Anpassungen stellen Sie sicher, dass die ursprünglich festgelegte Gewichtung Ihres Portfolios erhalten bleibt, sich das Risiko nicht unbemerkt verschiebt und es so eventuell zu einem Verlust kommt. Gerade bei stark schwankenden Märkten oder unterschiedlich performenden Anlageklassen hilft Rebalancing dabei, Klumpenrisiken zu reduzieren und das Portfolio stabil auszurichten.
Als Instrument des Risikomanagements sorgt Rebalancing dafür, dass emotionale Entscheidungen vermieden werden und die Geldanlage konsequent an der eigenen Strategie ausgerichtet bleibt. Dabei gilt nicht, dass häufiges Eingreifen automatisch bessere Ergebnisse liefert. In vielen Fällen ist ein einfaches, gut planbares Vorgehen sinnvoller als komplexe und kostenintensive Anpassungen.
Häufig gestellte Fragen
Was bedeutet ETF Rebalancing einfach erklärt?
ETF Rebalancing beschreibt die regelmäßige Anpassung der Portfolio-Gewichtung, damit die ursprünglich festgelegte Struktur erhalten bleibt. So wird verhindert, dass einzelne ETFs durch unterschiedliche Wertentwicklungen übermäßig dominieren.
Wie oft sollte ein ETF Rebalancing durchgeführt werden?
In der Praxis hat sich ein jährliches Rebalancing bewährt, da es Struktur und Kosten gut ausbalanciert. Alternativ kann angepasst werden, sobald einzelne Positionen deutlich von der Zielgewichtung abweichen.
Ist ETF Rebalancing immer notwendig?
Nicht jedes Portfolio benötigt zwingend ein regelmäßiges Rebalancing, vor allem bei sehr einfachen ETF-Strukturen. Mit wachsendem Depotwert und mehreren Anlageklassen steigt jedoch die Bedeutung einer regelmäßigen Anpassung.
Kann Rebalancing ohne Verkäufe durchgeführt werden?
Häufig lässt sich ein Rebalancing über neue Einzahlungen oder angepasste Sparraten umsetzen. Dadurch können steuerpflichtige Verkäufe vermieden und Transaktionskosten deutlich reduziert werden.
Fallen beim ETF Rebalancing Steuern an?
Steuern entstehen nur dann, wenn im Rahmen des Rebalancings Wertpapiere mit Gewinn verkauft werden. Anpassungen über Einzahlungen oder Sparpläne bleiben in der Regel steuerfrei.
Gibt es ETFs mit automatischem Rebalancing?
Einige ETFs, wie der MSCI World Equal Weight, führen intern ein automatisches Rebalancing durch. Die Gewichtung der enthaltenen Werte wird dabei regelmäßig nach festen Regeln neu angepasst.
Diese Hinweise müssen rechtlich genannt werden: Investitionen in die oben genannten Produkte bergen Risiken, einschließlich des möglichen Verlusts des investierten Kapitals. Die Wertentwicklung in der Vergangenheit ist keine Garantie für zukünftige Ergebnisse. Diese Informationen dienen lediglich zu Informationszwecken und stellen keine Anlageberatung und Anlageempfehlung dar. Bitte informieren Sie sich ausführlich und ziehen Sie bei Bedarf einen unabhängigen Finanzberater zu Rate.


