Förderung Wärmepumpe 2026: Bis zu 70 % Zuschuss sichern

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Wärmepumpen sind für viele Haushalte eine sinnvolle Ergänzung und unterstützen Sie dabei, unabhängiger von steigenden Energiepreisen zu werden. Um die Hürde der hohen Anschaffungskosten zu senken, bietet der Staat Unterstützung in Form von Förderungen, Zuschüssen und zinsgünstigen Krediten.
Abbildung einer Glühbirne, in der grüne Blätter wachsen, die umweltfreundliche Ideen oder nachhaltige Energie symbolisieren.

Das Wichtigste in Kürze

  • Zuschüsse von bis zu 70 % der förderfähigen Kosten über KfW-Programm 458
  • Maximaler Zuschuss im Einfamilienhaus: 21.000 € (bei 30.000 € förderfähigen Kosten)
  • Klimageschwindigkeits-Bonus (+20 %) gilt nur noch bis Ende 2028
  • Neue Schallschutzpflicht seit Januar 2026: Außengeräte müssen 10 dB unter dem EU-Grenzwert liegen
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Inhaltsverzeichnis

Über 299.000 Wärmepumpen wurden 2025 in Deutschland verkauft, rund 55 % mehr als im Vorjahr. Ein Grund für das Comeback der Wärmepumpe sind staatliche Förderungen über die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG), die den Heizungstausch mit Zuschüssen von bis zu 70 % der förderfähigen Kosten unterstützt. Zusätzlich sorgt der gestiegene CO₂-Preis dafür, dass fossile Heizsysteme spürbar teurer werden. Wer jetzt handelt, sichert sich den vollen Förderrahmen und kann die Anschaffungskosten der Wärmepumpe somit deutlich reduzieren.

Was wird 2026 gefördert? Förderfähige Wärmepumpentypen

Die BEG fördert drei Wärmepumpentypen, jeder mit spezifischen Eigenschaften und Installationsvoraussetzungen. Da in Deutschland zu 95% Luft-Wasser-Wärmepumpen verbaut werden, sind besonders diese Typen im Fokus.

  • Luft-Wasser-Wärmepumpen: entziehen der Außenluft Wärme und sind aufgrund ihrer einfachen Installation besonders weit verbreitet. Allerdings gilt seit Januar 2026 eine verschärfte Schallschutzpflicht. Außengeräte müssen mindestens 10 Dezibel unterhalb der EU-Ökodesign-Grenzwerte liegen, bisher reichten 5 Dezibel. Viele bisher förderfähige Modelle erfüllen diesen Standard nicht mehr, weshalb ein Gerätecheck vor dem Kauf unerlässlich ist.
  • Wasser-Wasser-Wärmepumpen: nutzen die konstante Temperatur des Grundwassers als Wärmequelle und arbeiten besonders effizient. Aufgrund des höheren Installationsaufwands sind behördliche Genehmigungen für die Grundwassernutzung erforderlich. Dafür greift hier der Effizienz-Bonus von 5 %.
  • Sole-Wasser-Wärmepumpen: gewinnen ihre Energie aus dem Erdreich über Erdkollektoren oder Tiefenbohrungen. Der Installationsaufwand ist am höchsten, die Effizienz dafür besonders stabil und ebenfalls bonusberechtigt.

📌 Good-To-Know: Gasbetriebene Wärmepumpen erhalten keine staatliche Förderung mehr. Warmwasser-Wärmepumpen werden ausschließlich in Kombination mit einer förderfähigen Heizungsanlage bezuschusst, nicht als eigenständige Lösung.

Welche Förderungen gibt es für Wärmepumpen 2026?

BEG/KfW-Förderung (Programm 458)

Seit 2024 laufen alle Anträge für den Heizungstausch ausschließlich über die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW), konkret über das Programm 458. Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) ist für die Heizungsförderung nicht mehr zuständig. Die Förderhöhe setzt sich aus mehreren Bausteinen zusammen:

  • Grundförderung: 30 % der förderfähigen Investitionskosten für alle Wärmepumpentypen
  • Effizienz-Bonus: +5 %, wenn die Wärmepumpe Wasser, Erdreich oder ein natürliches Kältemittel wie Propan (R290) nutzt
  • Klimageschwindigkeits-Bonus: +20 % beim Austausch einer noch funktionstüchtigen Gas-, Öl-, Strom- oder Kohleheizung – gilt nur noch bis Ende 2028, danach sinkt er alle zwei Jahre um 3 Prozentpunkte
  • Einkommens-Bonus: +30 % für selbstnutzende Eigentümer:innen mit bis zu 40.000 € zu versteuerndem Jahreseinkommen
  • iSFP-Bonus: +5 % bei Vorlage eines individuellen Sanierungsfahrplans (iSFP), erstellt von einer zugelassenen Energieberaterin oder einem zugelassenen Energieberater

Die Förderobergrenze liegt bei 30.000 € pro Einfamilienhaus oder erste Wohneinheit. Bei maximaler Förderung von 70 % ergibt das einen Zuschuss von bis zu 21.000 €. Für die zweite bis sechste Wohneinheit steigt der Betrag um je 15.000 €, ab der siebten Einheit um je 8.000 €.

KfW-Ergänzungskredit (Programme 358 und 359)

Zusätzlich zum Zuschuss stehen selbstnutzenden Eigentümer:innen zwei zinsgünstige Kreditprogramme offen. Programm 358 richtet sich an Haushalte mit einem Einkommen bis 90.000 € und bietet Zinssätze ab 0,01 % pro Jahr. Programm 359 steht allen Eigentümer:innen ohne Einkommensgrenze zur Verfügung. Auf diese Weise lassen sich verbleibende Investitionskosten nach Förderabzug besonders günstig finanzieren.

Steuerbonus §35c EStG als Alternative

Wer keinen BEG-Zuschuss in Anspruch nehmen möchte, profitiert alternativ vom Steuerbonus nach §35c Einkommensteuergesetz. Über drei Jahre lassen sich bis zu 20 % der Sanierungskosten direkt von der Steuerschuld absetzen. Beide Förderwege lassen sich nicht kombinieren. Unsere Empfehlung: Lassen Sie vor der Entscheidung beide Szenarien durchrechnen. Bei hoher Steuerlast kann §35c wirtschaftlich attraktiver sein als der BEG-Zuschuss.

Regionale Förderungen

Viele Bundesländer, Kommunen und Stadtwerke bieten eigene Zuschussprogramme an, die sich mit der BEG-Förderung kombinieren lassen. Besonders aktiv sind Bundesländer wie NRW und Hamburg mit eigenen Ergänzungsprogrammen. Recherchieren Sie rechtzeitig die regionalen Angebote Ihrer Gemeinde, denn dort stehen oft zusätzliche Mittel für bestimmte Heizungssysteme oder einkommensschwächere Haushalte bereit.

🌱 Green-Fact: Der CO₂-Preis ist 2026 auf 55-65 € pro Tonne gestiegen und verursacht bei einem durchschnittlichen Gasheizungs-Haushalt Mehrkosten von rund 91 € pro Jahr. Wer jetzt umsteigt, schützt sich dauerhaft vor diesen steigenden fossilen Energiekosten.

Voraussetzungen für die Wärmepumpen-Förderung 2026

  • Jahresarbeitszahl (JAZ): Die JAZ beschreibt, wie viel Wärmeenergie eine Wärmepumpe pro eingesetzter Kilowattstunde Strom erzeugt. Bei einer JAZ von 3,0 entstehen aus 1 kWh Strom 3 kWh Wärme. Seit 2024 schreibt die BEG eine rechnerische Mindest-JAZ von 3,0 vor, nachzuweisen nach VDI 4650 Blatt 1. Die JAZ entscheidet damit direkt über die Förderfähigkeit Ihres Geräts.
  • Smart-Meter-Gateway-Pflicht: Seit Januar 2025 werden ausschließlich Wärmepumpen gefördert, die an ein zertifiziertes Smart-Meter-Gateway angeschlossen werden können. Das ermöglicht netzdienlichen Betrieb, also bevorzugten Strombezug in Zeiten mit Netzüberschuss. Relevante Kompatibilitätsstandards sind „SG Ready“ und „VHP Ready“.
  • Kältemittel-Roadmap bis 2028: Ab Januar 2028 werden im BEG-Programm nur noch Geräte mit natürlichen Kältemitteln wie Propan (R290), Isobutan (R600a) oder CO₂ (R744) gefördert. Wer heute kauft, sollte diesen Standard bereits einplanen, um auch nach 2028 förderfähig zu bleiben.

Dran gedacht? Beauftragen Sie vor dem Kauf eine zertifizierte Energieberaterin oder einen zertifizierten Energieberater. Nur Fachkundige mit BEG-Zulassung können die Bestätigung zum Antrag (BzA) ausstellen, die für die KfW-Förderung verpflichtend ist.

Das Gebäudeenergiegesetz im Wandel

Das bisherige Gebäudeenergiegesetz (GEG), bekannt als „Heizungsgesetz“, steht kurz vor seiner Ablösung. Das Bundeskabinett hat am 13. Mai 2026 den Gesetzentwurf für das neue Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) beschlossen. Bundestag und Bundesrat müssen noch zustimmen, was noch vor der Sommerpause geplant ist. Nach den Eckpunkten soll die starre Pflicht, neue Heizsysteme zu mindestens 65 % mit erneuerbaren Energien zu betreiben, entfallen. Stattdessen setzt das GModG auf Technologieoffenheit und steuert über den steigenden CO₂-Preis sowie eine Grüngasquote für fossile Brennstoffe ab 2029. Für die BEG-Förderung ändert sich vorerst nichts. Union und SPD haben die Fortführung der KfW-Heizungsförderung ausdrücklich zugesagt.

Praxisbeispiel: Wärmepumpenförderung 2026 berechnen

Kosten/FörderpunktBetrag
Anschaffungs- und Installationskosten20.000 €
Grundförderung (30 %)-6.000 €
Effizienz-Bonus (5 %)-1.000 €
Klimageschwindigkeits-Bonus (20 %)-4.000 €
Einkommens-Bonus (30 %)-6.000 €
Tatsächliche Förderung (70 % von 20.000 €)-14.000 €
Nettoinvestitionskosten6.000 €
Jährliche Ersparnis ggü. Gasheizungca. 1.200 €
Amortisationsdauerca. 5 Jahre

Bei Anschaffungs- und Installationskosten von 20.000 € summiert sich die Förderung mit allen Boni auf 70 %, also 14.000 €. Die Nettoinvestition beläuft sich damit auf 6.000 €. Bei jährlichen Einsparungen von rund 1.200 € gegenüber einer Gasheizung ist die Anlage in etwa fünf Jahren amortisiert. Hinweis: Das Beispiel gilt für Investitionskosten von 20.000 €. Bei maximal förderfähigen Kosten von 30.000 € steigt der mögliche Zuschuss auf bis zu 21.000 €. Individuelle Werte hängen von Gebäudetyp, Stromtarif und Verbrauch ab.

Förderung für Altbau und Neubau im Vergleich 2026

Im Bestandsbau fallen die Förderungen am höchsten aus, weil hier alte Heizsysteme ersetzt werden. Sämtliche Boni einschließlich des Klimageschwindigkeits-Bonus sind ausschließlich im Altbau abrufbar. Im Neubau werden Wärmepumpen über das Bundesförderprogramm Klimafreundlicher Neubau (KFN) mit zinsgünstigen Krediten unterstützt. Direkte Zuschüsse wie im Bestandsbau stehen dort nicht zur Verfügung. Der wirtschaftliche Vorteil der BEG-Förderung entfaltet sich damit klar im Altbau.

Förderung für Vermieter:innen und Wohnungseigentümergemeinschaften (WEG)

Auch Vermieter:innen können die BEG-Förderung für den Heizungstausch beantragen. Allerdings entfällt für sie der Einkommens-Bonus, der ausschließlich selbstnutzenden Eigentümer:innen vorbehalten ist. Wohnungseigentümergemeinschaften (WEG) beantragen die Förderung gemeinschaftlich, wobei die Fördersumme je Wohneinheit gestaffelt berechnet wird. Darüber hinaus können Vermieter:innen bis zu 8 % der anrechenbaren Modernisierungskosten auf die Jahresmiete umlegen, begrenzt auf maximal 3 € pro Quadratmeter innerhalb von sechs Jahren.

9 Schritte zur Wärmepumpenförderung

Förderangebote sichten

Prüfen Sie die bundesweiten KfW-Programme (Programm 458) und regionale Förderprogramme Ihres Bundeslandes oder Ihrer Kommune. Manche Stadtwerke bieten zusätzliche Zuschüsse, die sich mit der BEG kombinieren lassen.

Energieberatung beauftragen und iSFP erstellen lassen

Eine zugelassene Energieberaterin oder ein zugelassener Energieberater erstellt den individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP) und sichert Ihnen den +5 %-Bonus. Außerdem stellt die Fachperson die für die KfW verpflichtende Bestätigung zum Antrag (BzA) aus.

Angebote von Fachbetrieben einholen

Holen Sie mindestens zwei bis drei Angebote ein und lassen Sie prüfen, ob die Geräte JAZ, Schallschutzpflicht und Smart-Meter-Gateway-Kompatibilität erfüllen. Nur förderfähige Modelle berechtigen zum Zuschuss.

Förderantrag vorbereiten

Sammeln Sie Kostenvoranschlag, technische Daten, JAZ-Nachweis und die BzA Ihrer Energieberaterin oder Ihres Energieberaters. Vollständige Unterlagen vermeiden Rückfragen und beschleunigen die Bearbeitung.

Antrag online bei der KfW stellen

Reichen Sie den Antrag über das KfW-Zuschussportal ein, bevor Sie irgendetwas beauftragen oder kaufen. Bereits die Unterzeichnung eines Liefervertrags gilt als Maßnahmenbeginn und führt zum Verlust des Zuschusses.

Förderzusage abwarten

Erst nach Erhalt der schriftlichen Förderzusage dürfen Sie den Auftrag verbindlich erteilen. Die Bearbeitungszeit beträgt in der Regel wenige Werktage bis einige Wochen.

Installation durchführen lassen

Beauftragen Sie den Fachbetrieb und achten Sie darauf, dass alle Arbeiten den Angaben im Antrag entsprechen. Abweichungen können die Förderfähigkeit gefährden.

Verwendungsnachweis einreichen

Laden Sie Rechnung, Inbetriebnahmeprotokoll und die Bestätigung nach Durchführung (BnD) im KfW-Portal hoch. Die Einreichungsfrist beträgt in der Regel sechs Monate nach Fertigstellung.

Fördermittel in Empfang nehmen

Nach erfolgreicher Prüfung zahlt die KfW den Zuschuss direkt auf Ihr Konto aus. Bewahren Sie alle Unterlagen mindestens zehn Jahre auf, da die KfW Stichprobenprüfungen durchführt.

Fazit

Die Wärmepumpenförderung 2026 bietet Ihnen finanzielle Spielräume und ermöglicht Zuschüsse von bis zu 70 %. Außerdem gibt es einen zinsgünstigen KfW-Ergänzungskredit ab 0,01 % und steuerliche Alternativen nach §35c. Der Heizungstausch bleibt also weiterhin attraktiv. Wer jetzt handelt, kann seine Anschaffungskosten senken und die Amortisationszeit deutlich verkürzen.

Häufig gestellte Fragen

Wie hoch ist der maximale Zuschuss für eine Wärmepumpe 2026?

Bei maximalen förderfähigen Kosten von 30.000 € und 70 % Förderquote erhalten Sie bis zu 21.000 € Zuschuss für ein Einfamilienhaus.

Was ist der Unterschied zwischen BEG und BAFA bei Wärmepumpen?

Seit 2024 läuft die Heizungsförderung ausschließlich über die KfW im Rahmen des BEG-Programms 458. Das BAFA ist für den Heizungstausch nicht mehr zuständig.

Kann ich BEG-Zuschuss und Steuerbonus kombinieren?

Nein. Beide Förderwege schließen sich gegenseitig aus. Welcher günstiger ist, hängt von der individuellen Steuerlast ab. Eine Beratung durch eine Steuerberater:in oder Energieberater:in lohnt sich hier.

Wie lange gilt der Klimageschwindigkeits-Bonus?

Der Bonus von 20 % gilt für selbstnutzende Eigentümer:innen noch bis Ende 2028. Danach sinkt er alle zwei Jahre um 3 Prozentpunkte.

Was passiert, wenn ich den Antrag nach Baubeginn stelle?

Wird mit der Installation begonnen, bevor die KfW-Förderzusage vorliegt, verfällt der Anspruch auf den Zuschuss. Ausnahmen gelten nur bei speziellen Übergangsregelungen, die individuell geprüft werden müssen.

Können Vermieter:innen den Einkommens-Bonus erhalten?

Nein. Der Einkommens-Bonus von 30 % ist ausschließlich selbstnutzenden Eigentümer:innen mit einem Haushaltseinkommen bis 40.000 € pro Jahr vorbehalten.

Richard Roth
Richard Roth vereint seine Leidenschaft als Autor mit einer tiefen Begeisterung für die Natur und der Verwendung erneuerbarer Energien. Engagiert in Projekten zur Förderung von Nachhaltigkeit im Alltag, fokussiert er sich besonders auf die Anwendung erneuerbarer Energien in privaten Haushalten. Dabei möchte er besondere Aufmerksamkeit im Bereich der nachhaltigen Investment-Möglichkeiten schaffen und mehr Menschen dazu motivieren Rentabilität mit einem umweltbewussten Lebensstil zu vereinen.

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