Was ist Climate Tech? Climate Technology in der modernen Wirtschaft

Ein Laptop auf einem Schreibtisch zeigt ein Warnsymbol für einen Waldbrand über einem Luftbild eines Waldes an, wobei eine Kamerabezeichnung und ein Zeitstempel auf dem Bildschirm sichtbar sind. Auf dem Schreibtisch stehen auch eine Kaffeetasse und ein Notizbuch.
Der Klimawandel zählt zu den größten Herausforderungen unserer Zeit und betrifft Wirtschaft und Gesellschaft gleichermaßen. Neben bewährten Maßnahmen wie dem Ausbau von Photovoltaik- und Windenergie reicht es jedoch nicht aus, bestehende Lösungen allein weiterzudenken. Entscheidend sind innovative Ansätze und neue Technologien, darunter auch Climate Tech. Erfahren Sie, wie Climate Technologies unsere Wirtschaft auf einen neuen Prüfstand stellen und wie Sie als Privatperson am Markt teilhaben können.
  • Climate Tech umfasst Technologien zur aktiven Bekämpfung des Klimawandels und seiner Folgen
  • Die Lösungen reichen von CO₂-Speicherung über langfristige Energiespeicherung bis zur Klimaanpassung
  • Anwendungsbereiche erstrecken sich über Energie, Industrie, Landwirtschaft und Infrastruktur
  • Investitionen sind über nachhaltige Fonds, ETFs, Aktien oder Direktinvestitionen möglich

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Inhaltsverzeichnis

Was ist Climate Tech?

Climate Tech bezeichnet Technologien und Lösungen, die gezielt den Klimawandel adressieren. Gegenüber anderen Technologien liegt hier der Fokus ganz klar auf der Reduzierung von Treibhausgasemissionen, sowie von CO2-Emissionen und der Anpassung an sich ändernde Klimabedingungen, auf wirtschaftlicher, wie auch privater Ebene.

Ziel ist es im ersten Sinne, wirtschaftlichen Fortschritt mit ökologischer Verantwortung in Einklang zu bringen und so zu einer nachhaltigen Entwicklung beizutragen.

Unterschied zwischen Climate Tech und Green Tech

Beide Begriffe werden häufig synonym verwendet, beschreiben jedoch unterschiedliche Schwerpunkte. Green Tech umfasst alle Technologien, die umweltfreundlich sind und Ressourcen schonen. Der Fokus liegt dabei auf allgemeiner Nachhaltigkeit und Umweltschutz.

Climate Tech dagegen fokussiert gezielt klimabezogene Herausforderungen. Die Technologien sind darauf ausgerichtet, Treibhausgasemissionen zu verringern, CO₂ aktiv aus der Atmosphäre zu entfernen oder Infrastrukturen gegen Klimarisiken wie Waldbrände oder Extremwetter zu schützen. Green Tech ist somit der übergeordnete Begriff, während Climate Tech eine spezialisierte Unterkategorie mit direktem Klimabezug darstellt.

Ein Wasserglas mit einem Pflanzenschnitt darin ist mit Drähten an zwei Stäben im Glas befestigt, die mit einer leuchtenden Glühbirne verbunden sind, mit Topfpflanzen und einem Fenster im Hintergrund.

Warum ist Climate Tech wichtig für den Klimaschutz?

Klimatechnologien spielen eine zentrale Rolle bei der Erreichung der globalen Klimaziele. Ohne den Einsatz innovativer Technologien wird es kaum möglich sein, die Erderwärmung zu begrenzen oder die gesetzten Ziele der EU zu erreichen.

Ein wesentlicher Vorteil liegt in der Skalierbarkeit vieler Lösungen. Technologien zur CO₂-Abscheidung oder zur Langzeitspeicherung von erneuerbarer Energie können weltweit eingesetzt werden und massive Emissionsreduktionen ermöglichen. Gleichzeitig entstehen durch Climate Tech neue Wirtschaftszweige und Arbeitsplätze, was die Transformation hin zu einer klimaneutralen Wirtschaft sozial verträglicher macht.

Darüber hinaus adressiert Climate Tech auch die Anpassung an bereits spürbare Klimaveränderungen. Frühwarnsysteme für Naturkatastrophen oder klimaresistente Infrastruktur schützen Gemeinden und reduzieren wirtschaftliche Schäden durch Extremwetterereignisse.

Beispiele für Climate Technologies

Climeworks Direct Air Capture Anlagen

Das Schweizer Unternehmen Climeworks betreibt Anlagen zur direkten CO₂-Abscheidung aus der Atmosphäre. Die Technologie filtert CO₂ mittels spezieller Filteranlagen aus der Umgebungsluft und speichert es dauerhaft unterirdisch in Basaltgestein, wo es mineralisiert. Die größte Anlage „Mammoth“ in Island kann bis zu 36.000 Tonnen CO₂ pro Jahr aus der Luft entfernen und arbeitet vollständig mit erneuerbarer Geothermie-Energie.

Sublime Systems hat ein elektrochemisches Verfahren entwickelt, das Zement ohne fossile Brennstoffe und Kalkstein produziert. Der Herstellungsprozess läuft bei Raumtemperatur und reduziert die CO₂-Emissionen um über 90 % im Vergleich zu herkömmlichem Zement. Die Technologie nutzt ausschließlich erneuerbare Elektrizität und kann verschiedenste Gesteine als Ausgangsmaterial verwenden, was die Abhängigkeit von spezifischen Rohstoffen verringert.

Pano AI kombiniert hochauflösende 360-Grad-Kameras mit künstlicher Intelligenz zur frühzeitigen Erkennung von Waldbränden. Die Systeme sind auf erhöhten Aussichtspunkten installiert und scannen kontinuierlich große Gebiete nach Rauchentwicklung. Sobald ein potenzieller Brand erkannt wird, werden Feuerwehrstationen automatisch alarmiert und erhalten GPS-Koordinaten sowie Echtzeitbilder, was schnellere und effektivere Löscheinsätze ermöglicht.

GreyParrot nutzt Computer-Vision-Technologie zur präzisen Identifizierung und Sortierung von Abfällen in Recyclinganlagen. Robotersysteme erkennen verschiedene Materialien automatisch und sortieren sie effizient, was die Effizienz deutlich erhöht. Die KI-gestützte Analyse ermöglicht zudem eine genaue Erfassung der Abfallzusammensetzung, wodurch die Kreislaufwirtschaft optimiert werden kann.

Pachama setzt Satellitenbilder und künstliche Intelligenz ein, um Aufforstungsprojekte und Waldschutzmaßnahmen zu überwachen. Die Technologie erfasst Kohlenstoffspeicherung in Wäldern präzise und transparent, was Unternehmen ermöglicht, glaubwürdig in Naturschutzprojekte zu investieren. Gleichzeitig unterstützt Pachama Landbesitzer und Naturschutzorganisationen bei der Wiederherstellung von Ökosystemen.

Kann man in Climate Tech investieren?

Investitionen in Climate Tech bieten ökologische und auch finanzielle Chancen. Als Anleger:in können Sie auf verschiedenen Wegen am Wachstum des Sektors teilhaben und gleichzeitig einen Beitrag zum Klimaschutz leisten.

Für sicherheitsorientierte Anleger:innen eignen sich nachhaltige ETFs oder nachhaltige Fonds, die breit in Climate-Tech-Unternehmen investieren. Die beiden Anlageprodukte senken das Risiko durch Diversifikation und ermöglichen den Einstieg bereits mit kleinen monatlichen Beträgen über Sparpläne. Typische Renditen liegen im Durchschnitt bei etwa 8 % p.a.

Für die Investition in Fonds oder ETFs benötigen Sie ein Depot. Anbieter mit günstigen Konditionen finden Sie in unserem Depot-Vergleich.

Renditeorientierte Anleger:innen können direkt in Aktien von Climate-Tech-Unternehmen investieren oder über Crowdinvesting gezielt Start-ups und Projekte unterstützen. Die Anlageformen bieten potenziell höhere Renditen, gehen jedoch auch mit größeren Risiken einher.

Crowdinvesting ermöglicht zudem die direkte Auswahl konkreter Projekte, die Sie mit Ihrem Kapital fördern möchten. Wichtig ist dabei eine durchdachte Strategie und ausreichende Diversifikation über mehrere Projekte hinweg.

Beim Crowdinvesting ist vor allem die Auswahl einer transparenten Plattform von großer Bedeutung, damit Ihr investiertes Kapital genau dort wirken kann, wofür Sie es eingesetzt haben 👉🏼 Nutzen Sie unseren Crowdinvesting-Plattform-Vergleich, um transparente und professionelle Anbieter zu finden.

Fazit

Climate Tech ist ein unverzichtbarer Baustein für die Bewältigung der Klimakrise und die Transformation hin zu einer klimaneutralen Wirtschaft. Die Technologien adressieren gezielt die größten Herausforderungen im Klimaschutz und bieten gleichzeitig wirtschaftliche Chancen für Investor:innen und Unternehmen.

Häufig gestellte Fragen​

Ist der Einsatz von Climate Tech teuer?

Die Kosten für Climate-Tech-Lösungen variieren je nach Technologie stark. Viele Lösungen wie Langzeitspeicher oder emissionsarme Zementproduktion zielen darauf ab, langfristig kostengünstiger als herkömmliche Alternativen zu werden. Staatliche Förderungen und sinkende Produktionskosten durch Skalierung machen Climate Tech zunehmend wirtschaftlich attraktiv.

Einige Climate-Tech-Lösungen sind bereits für Privatpersonen zugänglich, etwa effiziente Energiespeicher für Photovoltaik-Anlagen oder intelligente Gebäudetechnik. Viele Technologien wie CO₂-Abscheidung oder Langzeitspeicher sind jedoch primär für industrielle oder kommunale Anwendungen konzipiert. Als Privatperson können Sie jedoch indirekt durch Investitionen unterstützen.

Manche Climate-Tech-Lösungen befinden sich noch in frühen Entwicklungsstadien und müssen ihre Wirtschaftlichkeit und Skalierbarkeit erst unter Beweis stellen. Zudem können einzelne Technologien hohe Anfangsinvestitionen erfordern oder noch nicht vollständig ausgereift sein. Dennoch überwiegen die Vorteile deutlich, da Climate Tech essentiell für die Erreichung der Klimaziele ist.

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