Wind- und Solarparks als Kapitalanlage: WI-IPP-Manager Daniel Güttinger im Interview

Ein Windpark auf flachem Gelände.

Im Interview mit

Daniel Güttinger

Geschäftsführer

Wi IPP

Daniel Güttinger ist Diplom-Kaufmann und verantwortet die Investitionsaktivitäten sowie das Management der Beteiligungen der Emittentin an Wind- und Photovoltaikanlagen der Wi IPP. Vor seinem Eintritt als Geschäftsführer sammelte er über 16 Jahre Erfahrung bei den Beratungsgesellschaften KPMG und EY in der Beratung und Prüfung internationaler Finanzinstitute. Darüber hinaus verfügt er über langjährige Erfahrung in der Leitung interdisziplinärer Teams sowieüber internationale Expertise aus beruflichen Stationen in der Schweiz, den USA und Luxemburg. Als Geschäftsführer wird er von einem erfahrenen Team aus Asset Managern sowie Finanz- und Steuerexperten unterstützt.

Im Interview mit

Daniel Güttinger

Geschäftsführer

Wi IPP

Daniel Güttinger ist Diplom-Kaufmann und verantwortet die Investitionsaktivitäten sowie das Management der Beteiligungen der Emittentin an Wind- und Photovoltaikanlagen der Wi IPP. Vor seinem Eintritt als Geschäftsführer sammelte er über 16 Jahre Erfahrung bei den Beratungsgesellschaften KPMG und EY in der Beratung und Prüfung internationaler Finanzinstitute. Darüber hinaus verfügt er über langjährige Erfahrung in der Leitung interdisziplinärer Teams sowieüber internationale Expertise aus beruflichen Stationen in der Schweiz, den USA und Luxemburg. Als Geschäftsführer wird er von einem erfahrenen Team aus Asset Managern sowie Finanz- und Steuerexperten unterstützt.

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Wind- und Solarparks liefern heute Strom für tausende Haushalte, doch für Privatanleger:innen bleibt der Zugang zu solchen Projekten oft schwer greifbar. Die Wi IPP GmbH & Co. KG aus Gerbach und Mainz kauft, betreibt und optimiert Wind- und Solaranlagen und öffnet die Beteiligung daran über Crowdinvesting-Plattformen für ein breiteres Publikum. Daniel Güttinger ist Geschäftsführer des Unternehmens, das mittlerweile ein Portfolio von 50 Windkraft- und 47 Solaranlagen mit knapp 160 Megawatt Leistung managt. Im Interview mit EEAktuell spricht er über Repowering-Pläne für den Anlagenbestand, die jüngste Kooperation mit der Dr. Peters Group und darüber, wie die Wi IPP Eigenkapital-Beteiligungen an Windparks künftig schon ab wenigen tausend Euro zugänglich machen will.

Sie sind als Geschäftsführer bei der Wi IPP tätig, einem Beteiligungs- und Betreiberunternehmen für Wind- und Solarparks. Wie kamen Sie zur Erneuerbaren-Energien-Branche und was hat Sie an der Aufgabe bei Wi IPP gereizt?

Sprecher

Vor meinem Wechsel in die Erneuerbare-Energien-Branche war ich viele Jahre in der Wirtschaftsprüfung tätig, insbesondere in der Prüfung und Beratung von Banken. Über persönliche Kontakte lernte ich Matthias Willenbacher kennen. Aus unseren Gesprächen entstand die Idee, die Betreibergesellschaft für seine Wind- und Solarparks weiter aufzubauen und Beteiligungsmöglichkeiten für Investorinnen und Investoren im Bereich der Erneuerbaren zu entwickeln.

Meine Erfahrung aus der Finanzwirtschaft und der Risikobewertung konnte ich dabei unmittelbar einbringen. So wurde aus ersten Gesprächen schnell ein gemeinsames Vorhaben. Besonders überzeugt hat mich die Möglichkeit, ein Unternehmen von Grund auf mitzugestalten und meine berufliche Erfahrung in den Dienst der Energiewende zu stellen.

Übrigens ist Matthias auch Namensgeber für die Wi IPP. Das “Wi” steht für seinen Familiennamen Willenbacher und “IPP” für Independent Power Producer.

Sprecher

Die Wi IPP verwaltet aktuell 50 Windkraftanlagen und 47 Solaranlagen mit knapp 160 Megawatt Gesamtleistung. Wie läuft der Prozess vom Ankauf einer Anlage bis zur laufenden Optimierung im Portfolio ab?

Sprecher

Bevor wir eine Anlage erwerben, prüfen wir den Standort, die bisherige Ertragsentwicklung und den technischen Zustand. Bei bestehenden Anlagen können wir auf eine belastbare Ertragshistorie zurückgreifen und damit die künftigen Erlöse fundiert einschätzen. Grundsätzlich steht die Planungssicherheit bei uns an erster Stelle. Daher steigen wir bei Repowering-Projekten erst ein, wenn die erforderliche Genehmigung nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz vorliegt.

Im Portfolio prüfen wir regelmäßig, ob ein Weiterbetrieb technisch und wirtschaftlich sinnvoll ist oder ob ein Repowering Vorteile bietet. Das Ende der EEG-Förderung bedeutet dabei nicht automatisch, dass eine Anlage ersetzt werden muss: Läuft sie technisch einwandfrei und erwirtschaftet weiterhin Gewinne, kann es sinnvoll sein, sie länger zu betreiben. So planen wir die Weiterentwicklung unseres Portfolios vorausschauend.

Sprecher

Ein Teil Ihres Windpark-Portfolios erreicht in den kommenden Jahren das Ende der ursprünglichen Betriebsdauer. Nach welchen Kriterien entscheiden Sie, welche Anlagen für ein Repowering infrage kommen, und wie groß ist dieses Potenzial aktuell in Ihrem Bestand?

Sprecher

Bei vielen Anlagen in unserem Bestand sehen wir grundsätzlich Repowering-Potenzial. Gleichzeitig gibt es Parks, bei denen ein Weiterbetrieb über die ursprünglich geplante Betriebsdauer hinaus technisch möglich und wirtschaftlich sinnvoll ist. Ein gutes Beispiel ist unser Windpark in Ober-Flörsheim bei Alzey: Dort betreiben wir neun Windenergieanlagen bereits seit mehreren Jahren nach dem Ende des EEG-Förderzeitraums erfolgreich. Aktuell planen wir den Weiterbetrieb des Parks in Kombination mit einem Speicher. Die Bewertung und Umsetzung erfolgt in enger Zusammenarbeit mit unserer Projektentwicklungsgesellschaft wiwi consult, auf deren umfassende In-house-Expertise wir als Betreiber gerne zurückgreifen.

Sprecher

Im November 2025 haben Sie mit der Dr. Peters Group bei Repowering-Windkraftanlagen in Rheinland-Pfalz kooperiert. Was ist der Kern dieser Zusammenarbeit und welche Aufgaben übernimmt Wi IPP dabei?

Sprecher

Ausschlaggebend für Dr. Peters war die große Nachfrage hochvermögender Privatanlegerinnen und Privatanleger sowie semiprofessioneller und institutioneller Investoren nach Investitionen in erneuerbare Energien. Diese Beobachtung hat uns dazu veranlasst, eine Zusammenarbeit einzugehen und Dr. Peters beim Aufbau und der Weiterentwicklung dieses neuen Geschäftsfelds fachlich bestmöglich zu begleiten.

Daraufhin haben wir ein erstes gemeinsames Angebot in Form eines Spezial-AIF aufgelegt, der in fünf Repowering-Windkraftanlagen in Rheinland-Pfalz investiert. Dr. Peters fungiert dabei als Fondsanbieter. Wir übernehmen bei der Wi IPP das Assetmanagement sowie den Betrieb und sind darüber hinaus selbst am Windpark beteiligt. Die wiwi consult bringt als weiterer Kooperationspartner ihre Erfahrung als Projektentwickler ein.

Sprecher

Sie verkaufen Ihren Strom sowohl über die Einspeisung ins öffentliche Netz als auch über Power Purchase Agreements. Wann lohnt sich für einen Park welcher Weg?

Sprecher

Entscheidend sind der Förderstatus des Parks und das Verhältnis von Planungssicherheit zu Marktchancen. Solange eine Anlage EEG-gefördert ist, bietet das eine wichtige Grundlage für die Erlösplanung. Für Anlagen ohne Förderung oder nach deren Auslaufen können Festpreis-PPAs sinnvoll sein, um Einnahmen langfristig abzusichern.

Sprecher

Über WIWIN und Inyova können sich Privatanleger:innen bislang mit Anleihen und Kurzanleihen an Ihren Wind- und Solarparks beteiligen. Wie funktioniert dieses Modell aus Sicht der Anleger:innen, und welche Rendite- und Risikoerwartungen sind realistisch?

Sprecher

Wir wollen Bürgerinnen und Bürger nicht nur für die Energiewende gewinnen, sondern sie auch finanziell daran beteiligen. Über WIWIN und Inyova können sie uns oder unseren Projektgesellschaften mit dem Kauf von Anleihen Kapital zur Verfügung stellen. Dafür erhalten sie einen vertraglichen Anspruch auf Zinszahlungen und die Rückzahlung des eingesetzten Kapitals am Laufzeitende. Je nach Angebot ist eine Beteiligung bereits mit kleineren Beträgen möglich, wie zum Beispiel bei unserer aktuellen Anleihe „Windpark Dannstadt Repowering“, bei der eine Investition auf der Plattform WIWIN bereits ab 100 Euro möglich ist.

Gemeinsam mit WIWIN haben wir zudem die Kurzanleihe eingeführt. Damit sprechen wir gezielt Menschen an, die ihr Geld nicht über viele Jahre binden möchten.

Wichtig ist uns dabei ein klarer Blick auf die Risiken. Ein vertraglich vereinbarter Zins garantiert noch keine tatsächliche Auszahlung. Zwar begrenzen wir Projektrisiken durch sorgfältige Prüfungen und vertragliche Absicherungen. Dennoch können Zinszahlungen und die Rückzahlung ausfallen – bis hin zum vollständigen Verlust des eingesetzten Kapitals. Deshalb sollten Anlegerinnen und Anleger die Bedingungen und Risiken des jeweiligen Angebots genau prüfen.

Sprecher

Sie arbeiten daran, auch Eigenkapital-Beteiligungen an Windparks für Privatanleger:innen zugänglich zu machen, schon ab wenigen tausend Euro. Wie weit sind diese Pläne und wie soll ein solches Angebot konkret aussehen?

Sprecher

Bei diesem Thema sind wir sehr weit. Wir haben bereits zweimal erfolgreich Eigenkapital-Beteiligungen mit einer niedrigen Mindestanlage umgesetzt – zuletzt ab 3.000 Euro. Aus regulatorischen Gründen waren diese Angebote jedoch jeweils nur einem begrenzten Kreis von Investorinnen und Investoren zugänglich.

Derzeit tüfteln wir an einem öffentlichen Beteiligungsangebot für private Anlegerinnen und Anleger. Damit soll eine Beteiligung an einem größeren Windpark südlich von Mainz bereits ab einem Betrag von wenigen tausend Euro möglich sein. Die konkrete Ausgestaltung, die Mindestanlage und der Starttermin stehen jedoch noch nicht fest und befinden sich derzeit in Vorbereitung und regulatorischer Prüfung. Es lohnt sich also, Augen und Ohren offen zu halten.

Sprecher

Worin unterscheidet sich eine Eigenkapital-Beteiligung von den bestehenden Anleihe-Produkten, etwa bei Mitspracherechten, Haftung und Renditechancen?

Sprecher

Eine Eigenkapital-Beteiligung ermöglicht – anders als eine Anleihe mit vertraglich festgelegter Verzinsung – die direkte Teilhabe an den Gewinnen und wirtschaftlichen Upsides des Projekts: etwa durch höhere Strompreise, einen Windertrag, der über den konservativen Prognosen liegt, oder betriebliche Optimierungen und Kostensenkungen. Dazu können beispielsweise positive Direktvermarktungsentgelte zählen, die nicht als Aufwand, sondern als Ertrag anfallen. Zudem können sich bei entsprechender Struktur im Jahr der Inbetriebnahme steuerliche Vorteile durch relativ hohe Verlustzuweisungen ergeben. Diese können – abhängig von der persönlichen Situation – die Steuerbelastung reduzieren. Dafür tragen Anleger:innen das unternehmerische Risiko unmittelbar; Rendite und Ausschüttungen sind nicht garantiert.

Sprecher

Wi IPP wurde von Matthias Willenbacher gegründet, der mit juwi bereits einen der größten Projektentwickler für erneuerbare Energien in Deutschland aufgebaut hat. Wie prägt diese Erfahrung die Strategie bei WI IPP heute?

Sprecher

Die Erfahrung von Matthias Willenbacher aus dem Aufbau von juwi prägt unsere Arbeit bis heute. Seit 1996 ist er im Bereich der Erneuerbaren Energien aktiv und hat mehr als 1.200 Projekte realisiert. Dadurch verfügt er über ein tiefes Verständnis für die technischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Anforderungen solcher Vorhaben. Dieses Know-how und das gewachsene Netzwerk innerhalb der wi-Gruppe helfen uns dabei, Projekte fundiert zu prüfen und langfristig erfolgreich zu betreiben.

Sprecher

Was raten Sie Leser:innen, die erstmals in erneuerbare Energien investieren möchten? Worauf sollten sie bei der Wahl zwischen Anleihe- und künftiger Eigenkapital-Beteiligung achten?

Sprecher

Wer erstmals in erneuerbare Energien investieren möchte, sollte sich zunächst genau mit dem jeweiligen Angebot, dem Projekt und dem eigenen Anlagehorizont beschäftigen. Entscheidend sind unter anderem die Laufzeit, die mögliche Rendite, die Verfügbarkeit des investierten Geldes und die mit der Anlageform verbundenen Risiken. Außerdem sollte man nicht mehr investieren, als man im schlimmsten Fall vollständig verlieren kann, und auf eine ausreichende Streuung achten.

Eine Eigenkapital-Beteiligung bietet grundsätzlich die Möglichkeit, stärker an der wirtschaftlichen Entwicklung eines Projekts teilzuhaben. Dafür trägt man in der Regel auch ein höheres unternehmerisches Risiko. Die Erträge können stärker schwanken, und eine Rückzahlung zu einem festen Zeitpunkt ist nicht selbstverständlich. Im Gegenzug kann eine solche Beteiligung langfristig stärker von Wertsteigerungen oder höheren Überschüssen profitieren.

Letztlich hängt die Entscheidung davon ab, wie lange das Geld investiert bleiben kann, welches Risiko man tragen möchte und ob man eher planbare Zahlungsansprüche oder eine unternehmerische Beteiligung sucht.

Sprecher

Bei der Wi IPP verschieben sich gerade zwei Dinge gleichzeitig: der Umgang mit dem Anlagenbestand und der Zugang für Privatanleger:innen. Repowering ist für Daniel Güttinger kein Sonderfall mehr, sondern Teil der laufenden Portfolioplanung, etwa beim Windpark Ober-Flörsheim oder in der neuen Kooperation mit der Dr. Peters Group. Parallel dazu bereitet das Unternehmen ein öffentliches Beteiligungsangebot vor, das Privatanleger:innen erstmals eine direkte Eigenkapital-Beteiligung an einem größeren Windpark ermöglichen soll, schon ab wenigen tausend Euro. Für Leser:innen liefert das Interview eine klare Einordnung: Anleihen über WIWIN und Inyova bleiben planbar, eine künftige Eigenkapital-Beteiligung bringt dagegen mehr Renditechancen bei höherem unternehmerischem Risiko.

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