bettervest Erfahrungen 2026: Lohnt sich das nachhaltige Crowdfunding über die Plattform?

Geprüft von
Jessica Dzikonski
Ein Schreibtisch mit einem Laptop, auf dem Diagramme zu sehen sind, ein kleines Solarpanel, ein Glas mit Münzen, Notizbücher und Pflanzen – ein Hinweis auf kluge Investitionen wie „Bettervest“. Im Hintergrund sind vor dem Fenster Windkraftanlagen und Gebäude zu sehen.
Crowdfunding verschafft Anleger:innen die Möglichkeit, schon früh in nachhaltige Projekte einzusteigen, ohne dafür riesige Summen aufbringen zu müssen. Bei bettervest handelt es sich um eine der ältesten deutschen Plattformen am Markt. Bereits seit 2012 können Anleger:innen hier in die Projekte von morgen investieren und an deren potenziellem Erfolg partizipieren. Im Verlauf der letzten 14 Jahre wurden so bereits 143 Projekte in 21 Ländern mit einem Fundingvolumen von mehr als 25 Millionen Euro mitfinanziert. Anleger:innen können auf der Plattform bereits ab 50 Euro investieren und dabei laut bettervest Zinsen von durchschnittlich 6,9 Prozent erzielen. Aber stimmt das wirklich? Wie läuft eine Investition ab, wo liegen Chancen und Risiken und für wen lohnt sich die Crowdfunding-Plattform?
Abbildung einer Glühbirne, in der grüne Blätter wachsen, die umweltfreundliche Ideen oder nachhaltige Energie symbolisieren.

Das Wichtigste in Kürze

  • bettervest vermittelt erneuerbare Energien und Umweltprojekte weltweit, als Nachrangdarlehen oder Anleihe, nach eigenen Angaben mit Zinsen von durchschnittlich 6,9 % p.a.
  • Das eingesetzte Kapital ist über die gesamte Laufzeit gebunden, ein vorzeitiger Ausstieg über einen Zweitmarkt ist bei Nachrangdarlehen nicht möglich.
  • Wie bei allen Crowdinvesting-Investments besteht ein Totalverlustrisiko, weshalb wir eine breite Streuung über viele Projekte empfehlen.
  • Die Plattform gewann 2023 den Deutschen Nachhaltigkeitspreis in der Kategorie Finanzdienstleister und Börsen.
Ein hellhäutiges Hand-Emoji, bei dem der Zeigefinger nach rechts zeigt.

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Inhaltsverzeichnis

Alle Infos zur Plattform: So funktioniert bettervest in der Praxis

bettervest sieht sich als Pionier im Impact-Investing. Die Plattform wurde 2012 von Patrick Mijnals gegründet und verfolgt seinen Weg der Unterstützung wirkungsvoller Projekte länger als die meisten anderen Plattformen der Branche. Alle Projekte, in die Sie investieren können, haben vorab eine mehrstufige Prüfung auf Wirtschaftlichkeit, technische Umsetzbarkeit, Nachhaltigkeitswirkung und Maßnahmen zur Risikobegrenzung durchlaufen. Nur wenn die nötigen Kriterien erfüllt werden, kann über bettervest investiert werden. Außerdem wird der Creditreform-Score geprüft, welcher für eine Zulassung „mittel“ bis „sehr gut“ betragen muss. 

Der ursprüngliche Fokus der Crowdinvesting-Plattform lag bei der Finanzierung verschiedener Energieeffizienz-Projekte aus Bürgerhand. Inzwischen kann in ein breiteres Spektrum aus Umweltprojekten und Erneuerbaren Energien weltweit investiert werden. Wichtig zu wissen ist dabei, dass die bettervest GmbH als Vermittler auftritt, nicht als direkter Vertragspartner. Bei einem Projektausfall besteht der Darlehensvertrag daher zwischen Anleger:in und Projektträger. Die Laufzeiten für Fundings über bettervest belaufen sich je nach Projekt meist auf 36 bis 60 Monate, wobei Zinszahlungen projektabhängig halbjährlich, jährlich oder am Ende der Laufzeit ausgeschüttet werden. 

💡Good-to-Know: Die Plattform bettervest wurde bereits bei ZDF und ARTE vorgestellt und gewann 2023 sogar den Deutschen Nachhaltigkeitspreis in der Kategorie Finanzdienstleister und Börsen.

Drei Menschen gehen auf einem Feldweg in einer grünen, tropischen Landschaft und tragen Bündel von Zweigen auf dem Kopf. Ein eingeblendeter Text in deutscher Sprache hebt Zahlen hervor, die sich auf CO₂-Einsparungen, über bettervest finanzierte Projekte und das gesamte Finanzierungsvolumen beziehen.

bettervest Test: Chancen und Risiken auf einen Blick

Chancen:

  • bettervest bietet nach eigenen Angaben Zinsen von durchschnittlich 6,9 % p.a.
  • Jedes Investment trägt messbar zur CO₂-Reduktion bei (bisher laut eigenen Angaben über 2 Millionen Tonnen CO₂ eingespart)
  • Die niedrige Mindestanlage von 50 Euro ermöglicht Ihnen eine breite Diversifikation
  • Die Plattform verschafft Zugang zu internationalen Projekten, die sonst institutionellen Investoren vorbehalten wären
  • Projektberichte und Updates halten Anleger:innen über ihre Projekte auf dem Laufenden

Risiken:

  • Der Totalverlust beim Scheitern einzelner Projekte ist ein reales Risiko
  • Nachrangdarlehen bedeuten, dass im Insolvenzfall andere Gläubiger zuerst bedient werden
  • Es gibt keinen Zweitmarkt für Nachrangdarlehen, weshalb ein vorzeitiger Ausstieg nicht möglich ist
  • Projektausfälle kommen vor und sollten wie bei allen Crowdinvesting-Plattformen einkalkuliert werden
  • Reaktionszeiten vom Kundenservice können in arbeitsreichen Perioden länger ausfallen

So laufen Registrierung, Verwaltung und Projektsuche bei bettervest

Die Registrierung läuft vollständig digital und kann in wenigen Minuten abgeschlossen werden. Dabei muss man die eigene Identität einmalig per VideoIdent oder PostIdent verifizieren, bevor der Account freigegeben wird. Einmal angemeldet funktioniert die Plattform optisch klar strukturiert mit einer schlanken und übersichtlichen Navigation.

Sie erhalten direkt einen klaren Überblick aller wichtigen Projektdaten wie Zinssatz, Laufzeit, Fundingvolumen und Mindestanlage. Zudem gibt es zu jedem Projekt umfassende Unterlagen wie ein Exposé, das Vermögensanlagen-Informationsblatt, eine Galerie und gegebenenfalls weitere Dokumente.

Seit Oktober 2022 ist das eigene Dashboard deutlich verbessert und liefert eine übersichtliche Darstellung der Gesamtinvestitionssumme, den erhaltenen Zinsen, Tilgungen und Rückzahlungen aus Ihren Projekten. Projektberichte und Updates sind ebenfalls direkt im Nutzerbereich abrufbar. 

Eine Person mit einem Rucksack geht auf einem Holzsteg durch einen üppig grünen Wald. Der deutsche Text auf dem Bild wirbt für wirkungsorientiertes Investieren mit bettervest zum Wohle der Menschen und des Planeten.

Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Investieren über bettervest:

  1. Projekt auswählen und Unterlagen lesen: Vor einem Investment über bettervest sollten das Exposé und alle weiteren verfügbaren Infos in Bezug auf Zinssatz, Laufzeit und Mindestanlage zum Projekt gründlich gelesen und geprüft werden.
  2. Investitionsbetrag festlegen: Die Mindestanlage pro Projekt beträgt bei bettervest 50 Euro. Falls Sie parallel in mehrere Projekte investieren wollen, können Sie so auch mit kleinen Summen ein breites Portfolio aufbauen.
  3. Vertrag digital abschließen: Der gesamte Vertragsabschluss läuft online direkt über die Plattform. Sie müssen also keine Bankfiliale aufsuchen oder sich mit Papierkram abmühen.
  4. Zahlung überweisen: Ihr Investitionsbetrag wird per Banküberweisung auf das entsprechende Projektkonto transferiert. Für Nachrangdarlehen ist es dementsprechend nicht nötig, extra ein Depot anzulegen.
  5. Zinsen und Rückzahlungen erhalten und reinvestieren: Die Ausschüttung von Zinsen läuft je nach Projekt jährlich, halbjährlich oder endfällig direkt auf das Referenzkonto. Eingehende Zahlungen können dann direkt wieder reinvestiert oder einfach ausgezahlt werden.

Welche Projekt- und Produktarten gibt es bei bettervest?

Der Schwerpunkt der meisten Projekte in Deutschland liegt in den Bereichen Energieeffizienz, energetischer Gebäudesanierung, bei Solaranlagen und Photovoltaikprojekten oder bei grünem Wasserstoff. 

Global kann in die nachhaltige Entwicklung in Entwicklungs- und Schwellenländern investiert werden. Dabei gibt es unter anderem Projekte zur Entwicklung von Solar- und Batteriesystemen in Ostafrika, Unternehmen, die an Biomasse-Kochlösungen in Sambia und Kenia arbeiten und Start-ups für Mini-Grids mit Solarenergie in Indien und Uganda.

Dabei gibt es zwei Produktarten:

  • Nachrangdarlehen sind die häufigste Produktart. Hierfür ist kein Depot nötig, es gibt jedoch auch keinen Zweitmarkt für einen verfrühten Ausstieg.
  • Anleihen können wiederum im Depot verwahrt werden und sind theoretisch handelbar. Sie werden seit 2019 angeboten und hier sind auch Investments über 25.000 Euro möglich.

💡Good-to-know: Alle Projekte bei bettervest verfolgen die UN-Nachhaltigkeitsziele (SDGs). Die jeweils relevanten SDGs werden dabei je nach Projekt klar ausgewiesen.

Drei Investitionskarten stellen Projekte in den Bereichen Windkraft, Wasserstoffproduktion und Biomasseöfen in Sambia vor. Jede Karte enthält ein Foto, den Projektnamen, den Namen des Unternehmens, den Investitionsbetrag, die Laufzeit, die Renditen sowie Angaben zu den Umweltauswirkungen – und bietet so einen klaren Überblick über die nachhaltigen Initiativen, die über bettervest verfügbar sind.

bettervest Erfahrungen: Was sagen andere Anleger:innen?

Die bettervest Erfahrungen auf Plattformen wie Trustpilot sind durchmischt. Positiv hervorgehoben werden unter anderem die transparente Projektdarstellung, die regelmäßigen Updates zu laufenden Projekten, sowie die Möglichkeit auf Verzugszinsen zu verzichten, um Projektträger zu unterstützen. Die Kritik bezieht sich vor allem auf die bisherigen Projektausfälle, sowie die teils offenbar recht langen Reaktionszeiten im Kundenservice. 

Hierbei ist es jedoch wichtig einzuordnen, dass Projektausfälle ein inhärentes Risiko des Crowdinvestings sind, insbesondere bei Nachrangdarlehen. Das gilt nicht nur für bettervest, sondern für die gesamte Assetklasse und sollte bei der Risikoabwägung entsprechend berücksichtigt werden. Zudem sind die lediglich 10 Bewertungen bei Trustpilot eine sehr kleine Stichprobe und daher nur bedingt aussagekräftig.

Auf crowdinvesting-compact.de wird bettervest zudem im eigenen Aktivitäts-Index mit „mittel“ eingestuft, was bedeutet, dass die Anzahl aktuell laufender Projekte vergleichsweise überschaubar ist. Wer noch breiter streuen will, kann daher auch andere Impact-Investing-Plattformen in Betracht ziehen.

Für wen eignet sich ein Investment bei bettervest?

Geeignet für:

  • Anleger:innen, die an Impact-Investing mit überdurchschnittlicher Rendite interessiert sind
  • Wer Geld mittel- bis langfristig anlegen kann (in der Regel 36 – 60 Monate)
  • Wer bereit ist, die Risiken von Crowdinvesting einzugehen und zu diversifizieren
  • Als Ergänzung zu einem bestehenden Portfolio aus ETFs, Aktien oder Tagesgeld
  • Wer konkret erneuerbare Energieprojekte und Umweltprojekte in Deutschland oder Entwicklungsländern unterstützen möchte

Weniger geeignet für:

  • Anleger:innen mit niedriger Risikobereitschaft, die Ihr Kapital nicht binden wollen
  • Wer sein gesamtes Kapital zur Vermögensanlage auf einer einzigen Plattform investieren möchte
  • Wer nur in ein oder zwei Projekte investieren, also kaum diversifizieren kann

Fazit

bettervest ist eine der etabliertesten und erfahrensten deutschen Plattformen für Impact-Investing und besteht bereits seit über 10 Jahren in der Branche. Bisher wurden bereits über 143 Projekte mitfinanziert. Dabei ist die Plattform vor allem für Anleger:innen geeignet, die an der Finanzierung nachhaltiger Projekte interessiert sind, überdurchschnittliche Renditen erwarten, dafür aber eben auch bereit sind die inhärenten Risiken des Crowdinvestings auf sich zu nehmen.

Aufgrund der realen Gefahr von Projektausfällen sollte breit investiert und diversifiziert werden. Außerdem muss man bereit sein Kapital, anders als beim Investment in ETFs, über einen längeren Zeitraum zu binden. Die gemischten Nutzer:innenerfahrungen sollten zudem nicht abschrecken, aber als Erinnerung an die Risiken des Crowdinvestings wahrgenommen werden. Für alle Anleger:innen, die nachhaltige Projekte direkt mit ihrer Geldanlage unterstützen wollen und besagtes Risiko im Blick behalten, ist bettervest auf jeden Fall eine der wenigen Plattformen, die dieses Versprechen seit mehr als einem Jahrzehnt konsequent einlöst.

Häufig gestellte Fragen

Ab welcher Mindestanlage ist ein Investment bei bettervest möglich?

Bei bettervest kann bereits an einer Mindestanlagesumme von nur 50 Euro investiert werden. Das macht den Einstieg besonders leicht und ermöglicht auch bei kleinem Budget eine breite Diversifizierung des Portfolios.

Welche Rendite kann man mit bettervest erzielen?

Die Plattform spricht selbst von einer durchschnittlichen Rendite von 6,9 Prozent p.a. Die genaue Höhe der Renditen hängt jedoch vom einzelnen Projekt ab, in das Sie investieren wollen.

Welche Gebühren entstehen für Anleger:innen bei bettervest?

Für Anleger:innen ist die Nutzung der Plattform komplett gebührenfrei. Es gibt also weder Anmeldegebühren noch Transaktionsgebühren beim Investieren. Kosten entstehen ausschließlich bei den Projektträgern, die bettervest für Vermittlung und Plattformnutzung mit einer Provision vergüten. Das wirkt sich positiv auf die Netto-Rendite der Anleger:innen aus.

Welche Risiken bestehen bei einem Investment über bettervest?

Wie bei jeder Crowdinvesting-Plattform ist auch das Investieren über bettervest im Vergleich zur klassischen Kapitalanlage in Fonds, ETFs oder Aktien mit erheblichen Risiken verbunden, da sich viele der Projekte eben noch in der Frühphase ihrer Entwicklung befinden. Ein Totalverlust kann nie ausgeschlossen werden, weshalb es besonders wichtig ist diversifiziert zu investieren.

Was passiert, wenn bettervest nicht mehr existiert?

bettervest ist keine Vertragspartei der Darlehensverträge. Eine Insolvenz oder Einstellung der Plattform würde Ihre abgeschlossenen Verträge mit den Projekten daher nicht tangieren. Die Zahlungsverpflichtungen der Projektgesellschaften bleiben in vollem Umfang bestehen.

Wie werden die Zinsen bei bettervest besteuert?

Die über bettervest erzielten Zinsen sind Einkünfte aus Kapitalvermögen und unterliegen in Deutschland somit der generellen Abgeltungsteuer von 25 % zuzüglich Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer.

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Arun Niemann
Arun Niemann schreibt über nachhaltige Geldanlage und erneuerbare Energien, zwei Themen, die er zusammendenkt. Als aktiver Investor in grüne Projekte kennt er die Fragen, die Anleger:innen bewegen, aus eigener Erfahrung. Bei EEAktuell schreibt er über Investmentstrategien und Technologien wie Wärmepumpen, die den Energiewandel im Alltag greifbar machen.

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