Inhalt des Artikels
- Warum ist die Umrüstung von Gasheizung auf Wärmepumpe sinnvoll?
- Von Gasheizung umrüsten auf Wärmepumpe: Kosten im Überblick
- Diese Förderung gibt es beim Umsteigen von Gasheizung auf Wärmepumpe
- Ablauf vom Gasheizung auf Wärmepumpe umrüsten
- Wärmepumpe mit Gasheizung kombinieren: Hybrid-Wärmepumpe als Kombi-Lösung
- Häufige Fehler: Darauf muss bei der Umrüstung von Gasheizung zur Wärmepumpe geachtet werden
Warum ist die Umrüstung von Gasheizung auf Wärmepumpe sinnvoll?
Es gibt eine ganze Reihe von Faktoren, die den Einbau einer Wärmepumpe in 2026 sinnvoll machen und auf die Frage „Wärmepumpe oder Gasheizung?“ eine klare Antwort liefern. Zunächst wäre da das seit 2024 geltende Gebäudeenergiegesetz (GEG), welches vorsieht, dass neue Heizungsanlagen zu mindestens 65 % auf erneuerbare Energien zurückgreifen müssen. Dadurch ist die Neuinstallation reiner Gasheizungen in vielen Fällen nicht mehr zulässig. Zwar wurde bereits der Entwurf für ein neues Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) beschlossen, welches diese Pflicht in Zukunft lockern soll, bis es in Kraft tritt gilt jedoch weiterhin das GEG.
Ein weiterer Punkt, der für eine Wärmepumpe spricht, ist der steigende CO₂-Preis. Dieser liegt 2026 bereits bei 55 bis 65 Euro pro Tonne und dürfte in Zukunft nur weiter steigen, wodurch jede kWh aus der Gasheizung teurer wird. Bei einer Wärmepumpe werden im Gegensatz dazu überhaupt keine CO₂-Abgaben fällig.
Zudem sind die Betriebskosten einer Wärmepumpe stabil, gut kalkulierbar und für maximale Effizienz kann die Wärmepumpe mit Photovoltaik kombiniert werden. Daher lohnt sich das Umrüsten auf eine Wärmepumpe in den meisten Fällen, wenn Ihre bestehende Gasheizung über 15 Jahre alt ist, eine Reparatur oder ein Ersatz nötig wird und Sie von den Fördermöglichkeiten von Wärmepumpen profitieren wollen.
💡Wichtiger Hinweis: Im Herbst 2026 wird voraussichtlich das neue Gebäudemodernisierungsgesetz in Kraft treten, wodurch sich Fördermöglichkeiten von Wärmepumpen ändern könnten.
Voraussetzungen für den Umstieg von Gas auf Wärmepumpe
Grundsätzlich können moderne Wärmepumpen in fast jedem Gebäudetyp effizient zum Einsatz kommen. Allerdings steigt ihre Effizienz, je besser ein Gebäude gedämmt ist. Eine geringe Vorlauftemperatur von 55 °C oder weniger ist optimal, während höhere Vorlauftemperaturen von deutlich über 60 °C problematisch werden können und die Effizienz von Wärmepumpen deutlich schmälern.
Ein paar weitere Faktoren, die für die Installation einer Wärmepumpe gegeben sein müssen sind:
- ausreichend Platz für die Außeneinheit und einen Pufferspeicher
- ein elektrischer Anschluss und eigener Stromkreis für die Außeneinheit
- gute Wasserqualität im Heizkreis (ggf. Kalkgehalt prüfen)
- geeigneter Installationsort für die Außeneinheit, der witterungsgeschützt ist
Von Gasheizung umrüsten auf Wärmepumpe: Kosten im Überblick
Die Kosten für die Umrüstung einer Gasheizung zu einer Wärmepumpe variieren stark und liegen 2026 je nach Wärmepumpentyp bei 15.000 bis 45.000 Euro. Die Installation einer Luft-Wasser-Wärmepumpe ist dabei meist am günstigsten, da hier keine Erdarbeiten nötig werden. Im Bestand ist dies der am häufigsten gewählte Wärmepumpentyp.
Kosten nach Wärmepumpentyp
| Typ | Gerätekosten | Wärmequellenkosten | Installation | Gesamt |
|---|---|---|---|---|
| Luft-Wasser-WP | 8.000 - 18.000 € | 0 € | 6.000 - 12.000 € | 15.000 - 30.000 € |
| Erdwärme (Sonde) | 10.000 - 18.000 € | 10.000 - 18.000 € | 4.000 - 8.000 € | 25.000 - 45.000 € |
| Erdwärme (Kollektor) | 10.000 - 18.000 € | 6.000 - 12.000 € | 4.000 - 8.000 € | 20.000 - 40.000 € |
| Wasser-Wasser-WP | 10.000 - 18.000 € | 8.000 - 20.000 € | 4.000 - 8.000 € | 25.000 - 45.000 € |
Zusatzkosten, die schnell übersehen werden
Um die alte Gasheizung mit einer neuen Wärmepumpe zu ersetzen, sind einige Rückbaumaßnahmen und Anschaffungen notwendig. Dadurch steigen die Kosten, und es gibt einige Faktoren, die bei der Kostenkalkulation berücksichtigt werden sollten:
- Rückbau der Gasheizung: 500 bis 1.500 Euro
- Stilllegung vom Gasanschluss: 200 bis 500 Euro (Kosten fallen beim Netzbetreiber an)
- Pufferspeicher anschaffen und installieren: 1.000 bis 3.000 Euro
- Heizkörper prüfen und ggf. ersetzen: bis zu 5.000 Euro
- Hydraulischer Abgleich: 500 bis 2.000 Euro (Pflicht für BEG-Förderung)
- Elektroanschluss für Außeneinheit: 500 bis 1.500 Euro
- Fundament und Installation Außeneinheit: 300 bis 800 Euro
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Diese Förderung gibt es beim Umsteigen von Gasheizung auf Wärmepumpe
Die Grundförderung, welche durch das BEG abgedeckt wird, beträgt 2026 30 % auf die förderfähigen Kosten. Zusätzlich gibt es den sogenannten Klimageschwindigkeitsbonus. Dieser beläuft sich noch einmal auf 20 % und kann bezogen werden, wenn die alte Gasheizung mindestens 20 Jahre alt ist, oder es sich um eine Ölheizung beziehungsweise Kohleheizung handelt. Hinzu kommt noch ein Einkommensbonus von 30 %, insofern das zu versteuernde Einkommen Ihres Haushalts sich im zweiten und dritten Jahr vor der Antragstellung auf weniger als 40.000 Euro pro Jahr belief.
So ergibt sich eine maximale staatliche Förderung von Wärmepumpen von 70 %. Die maximal zu fördernde Summe beläuft sich jedoch auf 30.000 Euro und die höchstmögliche Förderhöhe dementsprechend auf 21.000 Euro.
💡Wichtiger Hinweis: Der Förderantrag bei der KfW muss schon vor dem Beginn der Baumaßnahme gestellt werden.
Ablauf vom Gasheizung auf Wärmepumpe umrüsten
Die Umrüstung von Gas auf Wärmepumpe erfolgt in der Regel in den folgenden 5 Schritten:
Schritt 1: Energieberater:in beauftragen
Ein:e Energieberater:in aus Ihrer Region prüft den Dämmzustand, die Vorlauftemperatur und die Heizlast des Gebäudes. Darauf folgt die Heizlastberechnung nach DIN EN 12831, die Voraussetzung für die BEG-Förderung ist. Das Ergebnis bestimmt, welche Wärmepumpenleistung und welcher Typ von Gerät sinnvoll ist.
Schritt 2: Angebote einholen und Förderantrag stellen
Es ist ratsam, mindestens drei Angebote von zertifizierten Fachbetrieben einzuholen und zu vergleichen. Der Antrag für die Förderung muss im Anschluss zwingend vor Beginn der Baumaßnahme bei der KfW gestellt werden und läuft über das KfW-Kundenportal.
Schritt 3: Termin für Demontage und Installation
Zum festgelegten Termin wird der alte Gaskessel fachgerecht demontiert und entsorgt. Im Anschluss wird dann der Gasanschluss beim Netzbetreiber stillgelegt. Zudem gilt es den Aufstellort für die Außeneinheit der Wärmepumpe vorzubereiten und dafür gegebenenfalls ein Fundament zu schaffen und einen elektrischen Anschluss zu legen.
Schritt 4: Installation der Wärmepumpe
Sowohl die Außeneinheit als auch die Inneneinheit der Wärmepumpe müssen installiert werden. Im Anschluss erfolgt die hydraulische Einbindung in den bestehenden Heizkreis und der Anschluss des Pufferspeichers. Der Kältemittelkreislauf wird daraufhin befüllt und auf Dichtigkeit geprüft. Daraufhin erfolgt die Erstinbetriebnahme des Systems durch den beauftragten Fachbetrieb.
Schritt 5: Heizkurve einstellen und Weiteres
Nach der Inbetriebnahme muss noch ein hydraulischer Abgleich durchgeführt werden, da dieser Pflicht für die BEG-Förderung ist. Außerdem sollte die Heizkurve individuell auf das Heizsystem eingestellt werden, um die Effizienz zu maximieren.
Wärmepumpe mit Gasheizung kombinieren: Hybrid-Wärmepumpe als Kombi-Lösung
Das vollständige Umrüsten von einer Gasheizung auf eine Wärmepumpe muss nicht immer die beste Lösung sein. Gerade bei alten Gebäuden mit schlechter Isolierung, hohen Vorlauftemperaturen, bei denen eine noch relativ neue Gasheizung vorhanden ist, kann auch das Nachrüsten auf eine hybride Wärmepumpe sinnvoll sein. In einem solchen System von Gasheizung und Wärmepumpe übernimmt letztere die Grundlast und der Gaskessel wird nur zur Spitzenlast hinzugeschaltet. Eine derartige Nachrüstung ist in vielen Fällen günstiger als ein Vollersatz.
Häufige Fehler: Darauf muss bei der Umrüstung von Gasheizung zur Wärmepumpe geachtet werden
- Zu kleine Wärmepumpe: Gerät läuft dauerhaft am Limit, was Lebensdauer verkürzt
- Zu große Wärmepumpe: Häufige Taktung führt zu schnellerem Verschleiß am Verdichter
- Förderantrag erst nach Beginn der Maßnahme stellen: Fördermöglichkeit verfällt und Kosten steigen erheblich
- Heizkörper nicht geprüft: alte Heizkörper sind bei hohem Vorlauf ineffizient
- Kein hydraulischer Abgleich: das System arbeitet ineffizient und Fördervoraussetzung ist nicht gegeben