Wärmepumpe mieten: Kosten, Vorteile und Risiken im Überblick

Ein Klemmbrett mit einem Dokument mit dem Titel „Mietvertrag Wärmepumpe“, ein Stift, Schlüssel und ein Taschenrechner auf einem Tisch im Freien; im Hintergrund ist eine moderne Wärmepumpen-Mietanlage neben einem Haus zu sehen.
Die Kosten bei der Anschaffung einer Wärmepumpe sind erheblich und überschreiten in vielen Fällen 25.000 Euro. Kein Wunder also, dass Anbieter wie Viessmann und Co. inzwischen auch Mietmodelle als Alternative zum Kauf anbieten. Aber lohnt sich das wirklich? Wie wirtschaftlich ist das Mieten über einen längeren Zeitraum? Und worauf gilt es zu achten? Antworten auf alle relevanten Fragen zum Thema finden Sie im folgenden Artikel. 
Abbildung einer Glühbirne, in der grüne Blätter wachsen, die umweltfreundliche Ideen oder nachhaltige Energie symbolisieren.

Das Wichtigste in Kürze

  • Durch das Mieten entfallen die Anschaffungskosten, dafür ist aber mit laufenden Mietkosten von 150 € bis 250 € pro Monat zu rechnen.
  • Vertragslaufzeiten zum Mieten der Wärmepumpe liegen meist bei 10 bis 20 Jahren.
  • Förderungen sind grundsätzlich möglich, aber nur anteilig auf die Mietraten und auf 10 Jahre beschränkt.
  • Die Kosten liegen über eine Mietdauer von 20 Jahren meist deutlich höher als beim Direktkauf der Wärmepumpe.
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Inhaltsverzeichnis

So funktioniert das Mieten von Wärmepumpen

Beim Mieten einer Wärmepumpe bleibt der Anbieter Eigentümer der Anlage. Statt der hohen Anschaffungskosten zahlen Hausbesitzer:innen monatliche Mietraten für Nutzung, Installation, Wartung und gegebenenfalls anfallende Reparaturen. Dabei muss zwischen der reinen monatlichen Miete, dem Leasing und dem Wärme-Contracting unterschieden werden.

Normale Mietmodelle sind darauf ausgelegt, dass das Gerät nach Ablauf des Vertrages an den Anbieter zurückgeht, während das Leasen meist eine Kaufoption am Ende der Laufzeit beinhaltet. Beim Wärme-Contracting zahlen Mieter:innen hingegen direkt für die Wärme als Dienstleistung pro gelieferter kWh. Diese Option findet jedoch kaum in Ein- oder Mehrfamilienhäusern Anwendung, sondern eher bei gewerblich genutzten Gebäuden.

Kosten einer Wärmepumpe beim Mieten: Damit müssen Sie monatlich rechnen

Die monatlichen Kosten beim Anmieten einer neuen Wärmepumpe belaufen sich je nach Laufzeit des Vertrags und Anlagengröße auf 150 bis 250 Euro. Dabei sind typischerweise auch Ausgaben für die Installation, Wartungen, eine Versicherung des Geräts und mögliche Reparaturen enthalten. Die Stromkosten für den Betrieb einer Wärmepumpe müssen Mieter:innen jedoch selbst tragen.

Kalkuliert man mit einem durchschnittlichen monatlichen Mietpreis von 200 Euro, belaufen sich die Kosten über einen Zeitraum von 20 Jahren auf 48.000 Euro. Dies ist deutlich mehr als die direkte Anschaffung einer solchen Heizungsanlage üblicherweise kostet. Schließlich ist ein großer Anteil der Wärmepumpe förderfähig. So verbleibt in den meisten Fällen nur ein Eigenanteil von 15.000 bis 25.000 Euro.

💡Good-to-know: Auch das Mieten einer Wärmepumpe kann grundsätzlich gefördert werden. Allerdings ist dies nur anteilig auf die Mietraten über einen Zeitraum von maximal 10 Jahren möglich und die laufenden Betriebs-, Wartungs- und Energiekosten werden nicht gefördert.

Mieten oder Kaufen: Kosten über 20 Jahre

KriteriumMietenKaufen
Monatliche Ratemeist 150 - 250 €entfällt nach Abzahlung
Gesamtkosten36.000 - 60.000 €ca. 15.000 - 25.000 € Eigenanteil
Wartung inklusiveJaNein (ca. 150 - 500 € pro Jahr)
FörderungAnteilig, bis zu 10 JahreBis zu 70 % Förderfähig
EigentumNeinJa

Anbieter mit Wärmepumpen-Mietmodell im Überblick

Inzwischen bieten viele der großen Wärmepumpen-Hersteller auch Mietmodelle als Alternative zum Direktkauf an. Enpal, Viessmann und EWE sind dabei aktuell die relevantesten am Markt, vor Vertragsabschluss lohnt es sich aber trotzdem einen umfassenden Vergleich der besten Wärmepumpen 2026 einzuholen.

Viessmann Wärmepumpe mieten: Heizen für monatliche Raten

Viessmann bietet ein klassisches Modell, bei dem eine neue Wärmepumpe über einen Zeitraum von bis zu 20 Jahren für monatliche Raten gemietet werden kann. Für genaue Angaben zu den Kosten und der Vertragslaufzeit muss ein unverbindliches Angebot eingeholt werden. Einfluss auf den Preis nehmen dabei unter anderem das Modell der Heizlösung, die zu beheizende Fläche und die Dauer des Mietvertrags. Die Viessmann Erfahrungen sind größtenteils positiv. Es werden vor allem die Planungssicherheit und hochwertige Geräte gelobt, während kritisiert wird, dass sich die monatlichen Fixkosten im Mietmodell summieren, und der Direktkauf oft kosteneffizienter wäre.

EWE Wärmepumpe mieten: flexibel dank Heizungscontracting

Auch EWE bietet ein Mietmodell an und ermöglicht dabei sowohl Unternehmen als auch Privatkund:innen das Wärme-Contracting. Dabei wird eine energieeffiziente Wärmepumpe zur Verfügung gestellt und EWE kümmert sich in einem „Rundum-Sorglos-Paket“ um alles von Installation bis Reparatur. So können hohe Investitionskosten vermieden und Liquidität geschont werden. Allerdings summieren sich die Kosten über einen längeren Zeitraum und können nach einigen Jahren hohe Anfangsinvestitionen für einen Direktkauf überschreiten. Kund:innen von EWE heben einerseits den guten Service als Fachpartner hervor, andererseits gibt es jedoch Kritik an den langen Vertragsbindungen und teils intransparenten Preismodellen.

Enpal Wärmepumpe mieten: neue Heizung auf Raten

Enpal ist aktuell der größte Anbieter im deutschen Markt und setzt statt eines Mietmodells inzwischen auf einen flexiblen Ratenkauf. Dabei wirbt der Anbieter mit flexiblen monatlichen Raten über einen Zeitraum von bis zu 15 Jahren. Wartung und Service können auf Wunsch hinzugebucht werden. Die Erfahrungen sind dabei überwiegend positiv. Kund:innen loben vor allem den Rundum-Service, allerdings kommt es wohl manchmal zu Problemen bei der Kommunikation und zusätzliche Kosten liegen teils erheblich über den Erwartungen.

Die Konditionen der Marktführer im Überblick

AnbieterModellLaufzeitMonatliche RateBesonderheit
ViessmannMiete / Wärme+Stromje nach Modell bis 20 Jahreindividuelles AngebotEigene Vitocal-Produkte, PV kombinierbar
EWEMietetypischerweise 15 Jahreab 175 €Rundum-Service inklusive Installation und Wartung
EnpalRatenkaufbis 15 Jahre66 - 200 €Komplettpaket inkl. PV, Speicher und Wallbox möglich

Wärmepumpe mieten oder leasen: Das sind die Unterschiede beim Leasing

Leasen und Mieten einer Wärmepumpe werden zwar oft synonym verwendet, allerdings gibt es fundamentale Unterschiede zwischen den beiden Modellen. Das Leasing einer Luft-Wasser-Wärmepumpe läuft meist ähnlich wie eine Finanzierung und oft besteht am Ende der Vertragslaufzeit die Option, das Gerät vergünstigt zu kaufen. Beim Mieten einer Wärmepumpe geht das Gerät nach Vertragsende jedoch fast immer an den Anbieter zurück. Steuerlich gibt es zwischen den beiden Modellen bei gewerblicher Nutzung ebenfalls Unterschiede, die gegebenenfalls geprüft werden sollten.

Ist das Mietmodell sinnvoll oder nicht?

Grundsätzlich kann das Mieten einer Wärmepumpe vor allem dann sinnvoll sein, wenn die finanziellen Möglichkeiten gerade keinen Kauf zulassen und man sich den Aufwand für Förderanträge und Co sparen möchte. Mit den Rundum-Sorglos-Paketen verschiedener Anbieter lässt sich der Installations- und Wartungsaufwand minimieren. Wer langfristig Kosten optimieren will, Eigenkapital zur Verfügung hat und die Förderungsmöglichkeiten ausschöpfen möchte, für den ist der direkte Kauf in der Regel die bessere Option. Hinzu kommt, dass die Lebensdauer einer modernen Wärmepumpe inzwischen meist deutlich über 20 Jahren liegt, was zusätzlich zur Amortisierung beiträgt.

Die wichtigsten Vorteile und Nachteile im Überblick

Pro

  • Keine Anschaffungskosten
  • Planbare Monatsraten
  • Installation und Reparaturen oft inklusive
  • Schnellerer Einstieg

Contra

  • Gesamtkosten meist höher als beim Direktkauf
  • Lange Vertragsbindung von 10 bis 20 Jahren
  • Kein Eigentum an der Anlage
  • Beschränkte Produktauswahl
  • Förderung nur anteilig möglich

Fazit

Das Mieten einer Wärmepumpe ist per se kein schlechtes Modell, allerdings sollte man sich vor Vertragsabschluss der langfristigen Mehrkosten bewusst sein. Wenn Sie Eigenkapital haben oder die Anlage finanzieren können, ist dies fast immer die wirtschaftlichere Option. Falls Ihnen der Komfort des wegfallenden Wartungsaufwandes und planbare monatliche Raten jedoch wichtiger sind, ist die Miete einer Wärmepumpe für Ihre Immobilie eine legitime Option.

Klarer Hinweis: Errechnen Sie die Gesamtkosten über die minimale Vertragslaufzeit und vergleichen Sie diese mit den Kosten eines Direktkaufs, statt nur auf die Höhe der monatlichen Raten zu achten, um herauszufinden, ob sich eher das Mieten oder der Kauf einer Wärmepumpe lohnt.

Häufig gestellte Fragen

Was kostet das Mieten einer Wärmepumpe pro Monat?

Was kostet das Mieten einer Wärmepumpe pro Monat?

Im Schnitt sollten Sie für das Mieten von einem solchen Heizsystem in 2026 mit 150 bis 250 Euro pro Monat kalkulieren. Die Kosten variieren jedoch abhängig von der Dauer des Mietvertrags, dem angemieteten Gerät und der Heizfläche.

Lohnt es sich eine Wärmepumpe zu mieten?

Wenn Sie sich den Aufwand von Installation und Wartung oder die hohen Kosten für die Anfangsinvestition sparen möchten, kann das Mieten eine sinnvolle Option darstellen. Allerdings sollte immer bedacht werden, dass die Mietkosten über einen Zeitraum von 15 bis 20 Jahren in den allermeisten Fällen höher liegen als die Kosten für einen Direktkauf.

Kann man eine gemietete Wärmepumpe fördern lassen?

Ja, auch gemietete Wärmepumpen sind förderfähig, da sie die fossile Heizung ersetzen. Allerdings ist nur eine anteilige Förderung auf die Mietraten über einen Zeitraum von maximal 10 Jahren möglich.

Was passiert nach Ende des Mietvertrags?

Beim klassischen Mieten von solchen Heizsystemen geht das Gerät nach Ende des Mietvertrags zurück an den Anbieter. Manchmal besteht jedoch auch die Möglichkeit die Wärmepumpe mit dem Vertragsende vergünstigt zu übernehmen.

Welche Anbieter vermieten Wärmepumpen in Deutschland?

In Deutschland bieten eine ganze Reihe von Anbietern Mietmodelle für umweltfreundliche und effiziente Wärmepumpen an. Neben den bereits genannten Enpal, Viessmann und EWE haben auch Bosch und viele weitere Anbieter interessante Optionen im Angebot.

Arun Niemann
Arun Niemann schreibt über nachhaltige Geldanlage und erneuerbare Energien, zwei Themen, die er zusammendenkt. Als aktiver Investor in grüne Projekte kennt er die Fragen, die Anleger:innen bewegen, aus eigener Erfahrung. Bei EEAktuell schreibt er über Investmentstrategien und Technologien wie Wärmepumpen, die den Energiewandel im Alltag greifbar machen.

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