Inhalt des Artikels
Wie lange hält eine Wärmepumpe?
Die tatsächliche Lebensdauer moderner Wärmepumpen ist meist deutlich länger, als die so häufig zitierten 15 Jahre, vermuten lassen. Eine Studie der ZHAW aus dem Jahr 2019 ermittelte für Luft-Wasser-Wärmepumpen eine mittlere Lebensdauer von 20 Jahren. Da diese Studie inzwischen 7 Jahre alt ist, und Systeme immer zuverlässiger und effizienter laufen, gibt es Grund zur Annahme, dass dieser errechnete Durchschnitt von den modernsten Systemen sogar deutlich überschritten wird. Vergleicht man die Zahlen mit der Lebensdauer einer Ölheizung, schneidet die Wärmepumpe sehr gut ab. Schließlich hat sie deutlich weniger bewegliche Verschleißteile als fossile Heizsysteme.
| Typ | Lebensdauer | Mit guter Wartung |
|---|---|---|
| Luft-Wasser-Wärmepumpe | 20 Jahre | 25 - 30 Jahre |
| Erdwärmepumpe (Sole-Wasser) | 25 Jahre | 30+ Jahre |
| Wasser-Wasser-Wärmepumpe | 25 Jahre | 30+ Jahre |
| Luft-Luft-Wärmepumpe | 15 - 20 Jahre | bis 20 Jahre |
| Ölheizung | 15 - 20 Jahre | - |
Lebensdauer Erdwärmepumpe
Die Erdwärmepumpe ist mit einer Lebensdauer von 25 bis 30 Jahren der langlebigste Wärmepumpentyp. Die hohe Lebensdauer kommt vor allem dadurch zustande, dass das Erdreich als Wärmequelle deutlich stabiler ist als die Luft, auf die eine klassische Luft-Wasser-Wärmepumpe zurückgreift. So gibt es weniger Temperaturschwankungen, die den Verdichter belasten könnten.
Bei dem Erdkollektor und der Erdsonde selbst besteht kaum Verschleiß und die Lebensdauer kann 50 Jahre überschreiten. Auch der Sole-Kreislauf ist wartungsarm und es muss lediglich regelmäßig das Frostschutzmittel geprüft werden. Die oft als Nachteil wahrgenommenen hohen Installationskosten einer Erdwärmepumpe können so durch die längere Lebensdauer teilweise kompensiert werden.
Lebensdauer Luft-Wasser-Wärmepumpe
Die größte Besonderheit einer Luft-Wasser-Wärmepumpe gegenüber einer Erdwärmepumpe liegt darin, dass der Verdichter aufgrund der größeren Temperaturschwankungen flexibler arbeiten muss. Bei Minusgraden belasten Abtauprozesse das System außerdem zusätzlich und führen zu weiterem Verschleiß. Es muss zudem zwischen Monoblock- und Split-Wärmepumpen unterschieden werden, wobei ersterer Typ deutlich wartungsärmer ist, da sich der gesamte Kältekreislauf im Außengerät befindet und nicht regelmäßig auf Dichtheit geprüft werden muss.
Um die Lebensdauer zu erhöhen ist bei Luft-Wasser-Wärmepumpen auch der Installationsort entscheidend. Gute Durchlüftung und kein direkter Einfall von Witterung wie Schnee oder Regen können sich positiv auswirken. So kommen moderne Systeme bei richtiger Wartung heute auf eine Lebensdauer von 20 bis 25 Jahren.
Lebensdauer Verdichter Wärmepumpe
Der Verdichter (Kompressor) ist das Herzstück jeder Wärmepumpe und gleichzeitig das verschleißanfälligste Bauteil. Er erhöht den Druck des Kältemittels, wodurch die Temperatur ansteigt, was wiederum die Anhebung der Umweltwärme auf ein zum Heizen nutzbares Niveau ermöglicht. Die Lebensdauer eines Verdichters beläuft sich typischerweise auf 15 bis 25 Jahre, ist jedoch stark von der Taktung abhängig.
Fällt der Verdichter einer Wärmepumpe aus, bedeutet das eine teure Einzelreparatur und in manchen Fällen sogar den Totalschaden der Wärmepumpe. Modulierende Verdichter haben dabei eine deutlich erhöhte Lebensdauer gegenüber solchen, die nur klassisch On/Off getaktet sind.
Taktung der Wärmepumpe und Auswirkungen auf die Lebensdauer
Viele Wärmepumpen laufen nicht kontinuierlich, sondern heizen nur dann, wenn Wärme gebraucht wird. Das Ein- und Ausschalten wird dabei als Taktung bezeichnet, wobei eine zu häufige Taktung zu den wichtigsten Faktoren zählt, die die Lebensdauer von Wärmepumpen verkürzen können. Jeder Startvorgang belastet den Verdichter mehr als der Dauerbetrieb, da kurzzeitig höherer Strom fließt und der Betriebsdruck vom Kältekreislauf immer wieder neu hergestellt werden muss.

Wie oft dieses Ein- und Ausschalten der Wärmepumpe nötig ist, hängt maßgeblich davon ab, wie gut sie auf das Gebäude eingestellt ist. Eine zu groß dimensionierte Wärmepumpe erreicht die Zieltemperatur beispielsweise zu schnell, schaltet sich aus und muss dann gleich wieder anheizen. Ein zu kleiner Pufferspeicher verschärft dieses Problem noch einmal, da eben kein Wärmepuffer vorhanden ist, um die Laufzeit zu verlängern. Auch die Heizkurve hat einen großen Einfluss auf die Taktung, weshalb genau auf die richtige Einstellung der Heizkurve geachtet werden sollte.
💡Unsere Empfehlung: Die Taktung sollte bei modernen Wärmepumpen 3 Starts pro Stunde nicht überschreiten, um den Verdichter zu schonen und die Lebensdauer des gesamten Systems zu erhöhen.
Einflussfaktoren auf die Lebensdauer einer Wärmepumpe
Die erwartete Lebensdauer einer Wärmepumpe beeinflussen neben der richtigen Taktung noch eine ganze Reihe weiterer Faktoren:
Dimensionierung
Eine Überdimensionierung der Wärmepumpe führt tendenziell auch zu einer zu häufigen Taktung, was den Verschleiß des Verdichters erhöht. Eine zu klein dimensionierte Wärmepumpe läuft hingegen ständig am Limit mit maximalen Betriebsstunden und der Dauerbetrieb kann die Lebensdauer ebenfalls einschränken.
Wartung
Die jährliche Prüfung der Anlage durch einen Fachbetrieb wird klar empfohlen, da so der Kältekreislauf, der Verdichter und die Einstellung der Wärmepumpe geprüft, sowie der Filter gereinigt werden können. Eine schlecht gewartete Wärmepumpe fällt deutlich früher aus und in den meisten Fällen rechnen sich die Wartungskosten im Vergleich zu möglichen Reparaturkosten. Gerade bei älteren Anlagen kann die Effizienz durch mangelnde Wartung deutlich sinken, was sich unmittelbar darauf auswirkt, ob sich eine Wärmepumpe überhaupt lohnt.
Wasserqualität im Heizkreis
Auch auf die Wasserqualität im Heizkreis sollte geachtet werden. Zu hartes Wasser kann schließlich zu Kalkablagerungen im Wärmetauscher führen. pH-Wert und Wasserqualität sollten direkt bei der Installation getestet werden und gegebenenfalls sollte eine Enthärtung des Wassers erfolgen.
Kältemittel
Undichtigkeiten im Kühlkreislauf wirken sich stark negativ auf die Effizienz der Anlage aus, schmälern die Leistung der Wärmepumpe und erhöhen den Verschleiß deutlich. Daher sollte dieser Teil des Systems bei einer Wartung immer gründlich mitgeprüft werden.
Qualität des Gerätes
Natürlich halten bekannte Markengeräte in der Regel länger als günstige Geräte unbekannter Hersteller und es empfiehlt sich auf moderne und bewährte Systeme zu setzen. Zusätzlich kann Invertertechnik mit einem modulierenden Verdichter die Lebensdauer der Wärmepumpe noch einmal deutlich erhöhen.
So verlängern Sie die Lebensdauer Ihrer Wärmepumpe
- Jährliche Wartung durch einen zertifizierten Fachbetrieb über die gesamte Lebensdauer
- Pufferspeicher korrekt dimensionieren
- Heizkurve richtig einstellen
- Außeneinheit frei und sauber halten (kein Laub, kein Schnee, gute Luftzirkulation)
- Wasserqualität für Heizkreis vorab testen lassen
- Taktverhalten beobachten und bei häufigem Ein-/Ausschalten Fachbetrieb hinzuziehen