Inhalt des Artikels
Was ist die THG-Quote?
Die Treibhausgasminderungsquote, kurz THG-Quote, ist ein Klimaschutzinstrument der Bundesregierung. Mineralölkonzerne und andere Unternehmen, die fossile Kraftstoffe verkaufen, müssen ihre CO₂-Emissionen jährlich um einen gesetzlich festgelegten Prozentsatz senken. Erreichen sie das Ziel nicht aus eigener Kraft, können sie CO₂-Einsparungen von anderen Marktteilnehmern kaufen, um so die negative Bilanz auszugleichen.
Für Halter:innen von Elektroautos ergibt sich daraus ein finanzieller Vorteil. Denn jedes E-Auto spart im Vergleich zu einem Verbrenner Treibhausgase ein. Das Umweltbundesamt zertifiziert diese Einsparung als handelbares Zertifikat. Quotenpflichtige Unternehmen kaufen solche Zertifikate, um ihre gesetzlichen Vorgaben zu erfüllen und Strafzahlungen zu vermeiden. Die Auszahlung, die E-Auto-Halter:innen dafür erhalten, ist die sogenannte THG-Prämie.

Wie hoch ist die THG-Prämie 2026?
Die Höhe der THG-Prämie hängt vom Marktpreis der CO₂-Zertifikate, dem gewählten Anbieter und dem Auszahlungsmodell ab. Für 2026 hat die Bundesregierung die Minderungsquote von 10,6 % auf 12,1 % angehoben, was die Nachfrage nach Zertifikaten spürbar steigert.
Garantierte Festprämien liegen aktuell bei bis zu 300 € pro Elektro-Pkw, während variable Modelle je nach Marktentwicklung sogar bis zu 450 € ermöglichen. Wer eine schnelle Auszahlung bevorzugt, kann eine Sofortprämie von rund 150 bis 205 € wählen.
In der Praxis werden die Prämien jedoch nach Nachfrage und Angebot angeglichen, wodurch der tatsächliche Wert immer schwank.
💡 Dran gedacht? Für Privatpersonen ist die THG-Prämie in der Regel steuerfrei, da sie nicht als Einkommen gilt. Bei gewerblich genutzten Fahrzeugen oder Firmenwagen zählt die Auszahlung hingegen als Betriebseinnahme und muss versteuert werden.
THG-Prämie Vergleich
Vergleichen Sie mit unserem THG-Anbieter-Vergleich* kostenlos Ihre Möglichkeiten und erhalten Sie die höchstmögliche Prämie.
Wer kann die THG-Prämie 2026 erhalten?
Grundsätzlich gilt: Wer als Halter:in eines rein batterieelektrischen Fahrzeugs in der Zulassungsbescheinigung Teil I (Fahrzeugschein) eingetragen ist, kann die THG-Prämie beantragen. Das Fahrzeug muss zulassungspflichtig sein und im Feld P.3 die Angabe „Elektro“ oder im Feld 10 den Wert „0004″ enthalten. Ob das Elektroauto neu, gebraucht oder geleast ist, spielt keine Rolle. Auch Leasingnehmer:innen sind berechtigt, sofern ihr Name im Fahrzeugschein steht.

Reine E-Autos (BEV)
Alle vollelektrischen Pkw der Fahrzeugklasse M1 sind uneingeschränkt berechtigt. Gleiches gilt für elektrische Nutzfahrzeuge der Klasse N1 sowie für E-Busse. Plug-in-Hybride, Wasserstofffahrzeuge und klassische Hybridfahrzeuge sind vom THG-Quotenhandel ausgeschlossen.

Weitere elektrische Fahrzeuge
Neben Elektroautos können auch zulassungspflichtige E-Motorräder und E-Roller die THG-Prämie erhalten. Voraussetzung ist eine vollständige Zulassung mit Zulassungsbescheinigung Teil I. Kleinkrafträder und Leichtfahrzeuge der Klassen L1e, L2e, L3e-A1, L4e-A1 und L6e sind hingegen nicht berechtigt. Freiwillig zugelassene Fahrzeuge, etwa kleine E-Roller unter 45 km/h, sind ebenfalls ausgeschlossen. Zusätzlich können Betreiber:innen von öffentlich zugänglichen Ladepunkten ihre eingespeiste Strommenge für den Quotenhandel anmelden.
THG-Prämie beantragen: THG-Quotenhandel einfach erklärt
Der Weg von der Registrierung bis zur Auszahlung läuft in fünf Schritten ab.
- Anbieter vergleichen und auswählen
Vergleichen Sie verschiedene THG-Anbieter hinsichtlich Prämienhöhe, Auszahlungsmodell und Konditionen. Achten Sie dabei auf den Unterschied zwischen Garantie-, Flex- und Sofortprämien. Vergleichsportale helfen, den besten Anbieter für Ihre Bedürfnisse zu finden. - Online registrieren und Fahrzeugschein hochladen
Melden Sie sich beim gewählten Anbieter an und laden Sie ein Foto der Vorderseite Ihrer Zulassungsbescheinigung Teil I hoch. Persönliche Angaben wie Name, Adresse und Bankverbindung werden ebenfalls benötigt. Der gesamte Vorgang dauert in der Regel nur wenige Minuten. - Prüfung und Einreichung beim Umweltbundesamt
Der Anbieter prüft Ihre Angaben und reicht den Antrag beim Umweltbundesamt (UBA) ein. Dort wird Ihr Elektrofahrzeug zertifiziert und die CO₂-Einsparung als THG-Zertifikat offiziell bestätigt. Die Bearbeitungszeit beim UBA beträgt aktuell etwa fünf bis sieben Monate. - Verkauf der THG-Quote
Nach erfolgreicher Zertifizierung verkauft der Anbieter Ihr THG-Zertifikat an quotenpflichtige Unternehmen wie Mineralölkonzerne. Je nach Marktsituation und Verhandlungsgeschick des Anbieters variiert der erzielte Preis. - Auszahlung auf Ihr Konto
Sobald der Verkauf abgeschlossen ist, überweist der Anbieter Ihnen die vereinbarte Prämie auf Ihr Bankkonto. Bei Garantieprämien erfolgt die Auszahlung oft bereits nach der Zertifizierung, bei variablen Modellen erst nach dem tatsächlichen Verkauf.
📌 Good-To-Know: Sie können die THG-Prämie auch für mehrere Elektrofahrzeuge gleichzeitig beantragen. Für jedes Fahrzeug, das auf Ihren Namen zugelassen ist, wird ein eigenes Zertifikat erstellt.

Gibt es Fristen zu beachten?
Ja, die THG-Prämie muss jedes Jahr neu beantragt werden. Die offizielle Antragsfrist für Anbieter endet am 15. November 2026. Expert:innen empfehlen jedoch, alle Unterlagen spätestens bis zum 31. Oktober beim gewählten Anbieter einzureichen. So bleibt genügend Bearbeitungszeit für die Einreichung beim Umweltbundesamt.
Was passiert, wenn man die THG-Quote nicht verkauft?
Wer die THG-Quote nicht aktiv über einen Anbieter verkauft, verschenkt bares Geld. Die CO₂-Einsparung Ihres Elektroautos verfällt am Ende des Kalenderjahres und kann im Folgejahr nicht rückwirkend geltend gemacht werden.
Warum ist die THG-Quote gut für die Umwelt?
Die THG-Quote lenkt Gelder von fossilen Energieträgern hin zu erneuerbarer Mobilität. Mineralölkonzerne müssen für den Kauf von CO₂-Zertifikaten bezahlen und haben dadurch einen finanziellen Anreiz, ihre eigenen Emissionen schneller zu senken. Gleichzeitig macht die Prämie den Umstieg auf ein Elektroauto für Verbraucher:innen attraktiver, was die Nachfrage nach emissionsfreien Fahrzeugen stärkt.
Durch die schrittweise Erhöhung der Minderungsquote bis 2040 auf voraussichtlich 53-59 % steigt der Druck auf fossile Unternehmen kontinuierlich. Der THG-Quotenhandel trägt so dazu bei, dass der Verkehrssektor seinen Beitrag zu den nationalen und europäischen Klimazielen leistet.
🌱 Green-Fact: Die THG-Quote wurde 2015 in Deutschland eingeführt. Seit 2022 können Privatpersonen erstmals direkt am Quotenhandel teilnehmen und von den CO₂-Einsparungen ihrer Elektrofahrzeuge finanziell profitieren.