Inhalt des Artikels
- Schnell-Check: Kosten nach Maßnahme
- Wann ist eine energetische Sanierung sinnvoll?
- Kosten einer energetischen Sanierung: Darauf ist zu achten
- Kosten einer Energieberatung
- Kosten der Dämmung
- Kosten für den Fenstertausch
- Kosten einer Lüftungsanlage
- Kosten für ein neues Heizkonzept
- Was sind "Sowieso-Kosten"?
- Kosten reduzieren: Förderung für energetische Sanierungen
- Lohnt sich eine energetische Sanierung?
- Fazit
- Häufig gestellte Fragen
Inhalt
Das Wichtigste in Kürze
- Energetische Sanierungen kosten durchschnittlich 400–600€/m², können aber je nach Maßnahme stark variieren
- Förderprogramme von BAFA, KfW und steuerliche Anreize senken die Investitionskosten um bis zu 70%
- Eine Energieberatung mit Sanierungsfahrplan sorgt für effiziente Planung und bringt zusätzliche Förderboni
- Langfristig rechnet sich die Sanierung durch geringere Energiekosten, Wertsteigerung der Immobilie und mehr Wohnkomfort
Schnell-Check: Kosten nach Maßnahme
Wie viel kostet eine energetische Sanierung? Die Antwort hängt stark von den gewählten Maßnahmen, dem Zustand des Gebäudes und der Ausführung ab. Um eine grobe Orientierung zu geben, haben wir die häufigsten Sanierungsposten inklusive typischer Preisspannen zusammengestellt. Die Werte dienen als Richtwert. Für eine präzise Einschätzung ist eine individuelle Energieberatung unerlässlich. Diese empfehlen wir sowieso, da sie für Förderungen unerlässlich ist.
Kostenbereich | Typische Kosten |
---|---|
Energieberatung (inkl. iSFP) | 1.000 – 1.700€ |
Fachplanung & Baubegleitung | 1.500 – 5.000€ |
Dämmung (Fassade, Dach, Keller) | 25 – 250€/m² |
Fenster (Dreifachverglasung) | ca. 480 – 930€ |
Lüftungsanlage | 1.200 – 8.000€ |
Heizungstausch (erneuerbare Energien) | 15.000 – 35.000€ |
Sanitär-/Heizungstechnik (modernisiert) | 5.000 – 15.000€ |
Photovoltaikanlage inkl. Speicher | 8.000 – 20.000€ |
Sonstige Elektroarbeiten (z. B. Smart Home) | 3.000 – 10.000€ |
Gerüst, Entsorgung, Nebenkosten | 5.000 – 12.000€ |
Sanierungskosten gesamt (bei Komplettsanierung) | 400 – 600€/m² |
Wann ist eine energetische Sanierung sinnvoll?
Eine energetische Sanierung ist besonders dann empfehlenswert, wenn das Gebäude seit Jahrzehnten nicht modernisiert wurde und die Bausubstanz energetisch veraltet ist. Typische Anzeichen sind hohe Heizkosten, Zugluft, Schimmelbildung oder ein dauerhaft unbehagliches Raumklima. Dies wird oft ausgelöst durch sogenannte Wärmebrücken, also Stellen im Gebäude, an denen ungedämmte Bauteile Wärme nach außen abgeben.
Auch veraltete Fenster, ein ungedämmtes Dach oder eine ineffiziente Heizungsanlage sind klare Hinweise auf Sanierungsbedarf. Wer jetzt handelt, reduziert nicht nur den Energieverbrauch und die laufenden Kosten, sondern beugt auch Folgeschäden wie Feuchteschäden oder Bauschäden langfristig vor.

Kosten einer energetischen Sanierung: Darauf ist zu achten
Bei jeder energetischen Sanierung gilt: Wer planlos startet, riskiert nicht nur unnötig hohe Ausgaben, sondern auch technische Fehlentscheidungen, die sich später teuer korrigieren lassen.
Eine Energieberatung bildet daher den sinnvollsten Startpunkt. Ein:e zertifizierte:r Energieberater:in kann den energetischen Zustand Ihres Gebäudes analysieren, Schwachstellen identifizieren und einen individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP) erstellen. Der Fahrplan hilft, Maßnahmen in der richtigen Reihenfolge umzusetzen, zum Beispiel erst zu dämmen und dann die Heizung zu erneuern. So vermeiden Sie etwa, eine zu große Wärmepumpe zu installieren, die nach der Dämmung überdimensioniert wäre und unnötig viel Energie verbraucht.
Darüber hinaus schafft eine abgestimmte Planung Synergien: Wer Fassadendämmung und Fenstertausch gleichzeitig durchführt, spart nicht nur beim Gerüst, sondern erzielt auch ein besseres energetisches Gesamtergebnis.
Wichtig: Auch für den Erhalt von Förderungen für energetische Sanierungsmaßnahmen ist eine Energieberatung mit Sanierungsfahrplan Pflicht!
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Kosten einer Energieberatung
Eine professionelle Energieberatung ist der erste sinnvolle Schritt auf dem Weg zur energetischen Sanierung. Die Kosten betragen in der Regel um die 100€/h. Die Gesamtsumme hängt somit vom Gebäudetyp, dem Aufwand der Analyse und dem gewünschten Leistungsumfang ab. Für ein typisches Ein- oder Zweifamilienhaus liegen die Beratungskosten inklusive individuellem Sanierungsfahrplan (iSFP) in der Regel zwischen 1.000 und 1.700€.
Über die BAFA-Förderung können bis zu 50% der Kosten zurückerstattet werden, mit einem Maximum von 650€ bei Einfamilienhäusern und 850€ bei Mehrfamilienhäusern.
Kosten der Dämmung
Dämmmaßnahmen gehören zu den wirkungsvollsten Schritten bei der energetischen Sanierung. Gleichzeitig machen sie einen erheblichen Teil der Investitionskosten aus. Je nach Einsatzbereich (Fassade, Dach oder Keller) und gewählter Methode variieren die Kosten deutlich. Faktoren wie Zugänglichkeit, Dämmstoffart und bauliche Voraussetzungen beeinflussen die Kalkulation zusätzlich.
Einsatzbereich | Maßnahme | Typische Kosten |
---|---|---|
Fassade | Wärmeverbundsystem | 100 – 200€/m² |
Fassade | Vorhangfassade | 150 – 200€/m² |
Fassade | Einblasverfahren | ab 20€/m² |
Keller | aufgedübelte Dämmplatten | 18 – 30€/m² |
Keller | Spritz- oder Einblasdämmung | 30 – 60€/m² |
Keller | abgehängte Decke mit Verkleidung | 80 – 150€/m² |
Dach | Zwischensparrendämmung | 70 – 120€/m² |
Dach | Untersparrendämmung | 30 – 60€/m² |
Dach | Aufsparrendämmung | 130 – 200€/m² |
Dach | Dämmung der obersten Geschossdecke | 5 – 50€/m² |
Kosten für den Fenstertausch
Undichte oder veraltete Fenster zählen zu den häufigsten Schwachstellen in älteren Gebäuden und verursachen nicht nur Energieverluste, sondern auch spürbare Zugluft und Feuchtigkeitsprobleme. Ein Fenstertausch verbessert die Energieeffizienz deutlich und steigert den Wohnkomfort. In der Regel werden heute Fenster mit Zwei- oder Dreifachverglasung eingesetzt, oft kombiniert mit gut gedämmten Rahmen aus Kunststoff, Holz oder Aluminium. Auch alte Rollladenkästen sollten in diesem Zuge geprüft werden, denn sie gelten als typische Wärmebrücken, die den Effekt neuer Fenster spürbar schmälern können.
Fenstertyp / Maßnahme | Typische Kosten |
---|---|
Fenster mit Zweifachverglasung (Kunststoffrahmen) | ca. 350 – 500€ je Fenster |
Fenster mit Dreifachverglasung (Kunststoffrahmen) | ca. 450 – 600€ je Fenster |
Fenster mit Dreifachverglasung (Holzrahmen) | ca. 600 – 750€ je Fenster |
Fenster mit Dreifachverglasung (Aluminiumrahmen) | ca. 850 – 1.000€ je Fenster |
Rollladenkasten-Dämmung (nachträglich) | 150 – 300€ je Kasten |
Kompletter Austausch inkl. Fensterbank & Abdichtung | 100 – 250€ je Fenster zusätzlich |
Kosten einer Lüftungsanlage
Im Zuge einer energetischen Sanierung wird das Gebäude durch neue Fenster, gedämmte Außenhüllen und luftdichte Anschlüsse deutlich dichter. Das ist gut für die Energieeffizienz, aber reduziert auf der anderen Seite den natürlichen Luftaustausch stark . Um Schimmelbildung, Feuchteprobleme und schlechte Luftqualität zu vermeiden, empfiehlt sich der Einbau einer kontrollierten Wohnraumlüftung.
Lüftungssystem | Typische Kosten |
---|---|
Dezentrale Abluftanlage (einfaches System) | 1.200 – 2.500€ |
Dezentrale Zu-/Abluftanlage mit Wärmerückgewinnung | 3.000 – 6.000€ |
Zentrale Lüftungsanlage ohne Wärmerückgewinnung | 4.000 – 6.000€ |
Zentrale Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung | 6.000 – 10.000€ |
Sensor-/feuchtegesteuerte Systeme (nachgerüstet) | 800 – 2.000€ je Wohnung |
Kosten für ein neues Heizkonzept
Die Heiztechnik ist oft das Herzstück der energetischen Sanierung, gleichzeitig aber auch einer der größten Kostenblöcke. Dabei ist zu unterscheiden zwischen einer Heizungsoptimierung und einem vollständigen Heizungstausch oder der Neuinstallation eines Heizsystems.
- Heizungsoptimierung: umfasst Maßnahmen wie den hydraulischen Abgleich, den Austausch ineffizienter Heizungspumpen oder die Installation moderner Steuerungstechnik. Diese Eingriffe sind vergleichsweise günstig. Die Kosten liegen meist zwischen 500 und 2.500€, können aber den Energieverbrauch deutlich senken, insbesondere in schlecht abgeglichenen Altbauten.
- Heizungstausch oder Neuinstallation: hier wird die gesamte Anlage ersetzt, oft zugunsten eines Systems auf Basis erneuerbarer Energien wie Wärmepumpe, Pelletheizung oder Solarthermie. Die Kosten liegen hier deutlich höher. Typischerweise zwischen 15.000 und 35.000€, je nach System, Gebäudebeschaffenheit und Wärmebedarf. Ein Anschluss an ein Nah- oder Fernwärmenetz kann ebenfalls eine Option sein, verursacht aber projektabhängig ebenfalls mittlere bis hohe Kosten.
Maßnahme | Typische Kosten |
---|---|
Hydraulischer Abgleich | 300 – 900€ |
Austausch der Heizungspumpe | 400 – 800€ |
Digitale Heizungsregelung / Einzelraumregelung | 800 – 1.800€ |
Gasbrennwertgerät (nur Ersatz, nicht mehr förderfähig) | 5.000 – 8.000€ |
Luft-Wasser-Wärmepumpe (inkl. Einbau) | 15.000 – 25.000€ |
Erdwärmepumpe (inkl. Bohrung) | 20.000 – 35.000€ |
Pelletheizung | 18.000 – 30.000€ |
Solarthermieanlage zur Heizungsunterstützung | 6.000 – 12.000€ |
Anschluss an Nah- oder Fernwärme | 5.000 – 15.000€ |
Bei einer Sanierung können jederzeit weiterführende Technik wie eine Photovoltaikanlage oder Smart-Home-Systeme installiert werden. Da diese jedoch in der Regel nicht Bestandteil der üblichen energetischen Sanierung sind, sondern als zusätzliche Maßnahme betrachtet werden, gehen wir hier nicht näher auf die Kosten ein.

Was sind "Sowieso-Kosten"?
„Sowieso-Kosten“ sind Kosten, die auch ohne energetische Sanierung angefallen wären, weil sie Teil einer notwendigen Instandhaltung oder ohnehin geplanten Baumaßnahme sind. In der Praxis bedeutet das: Wenn z. B. die Fassade ohnehin erneuert werden muss, würden die Gerüstkosten sowieso anfallen, unabhängig davon, ob zusätzlich eine Dämmung angebracht wird oder nicht. Beispiele sind also:
- Gerüstkosten bei einer ohnehin geplanten Fassadenrenovierung
- Arbeitszeit für das Öffnen von Bauteilen, wenn ohnehin Reparaturen nötig sind
- Austausch einer alten Heizung, weil sie technisch defekt ist, unabhängig von Effizienzgründen
Welche Rolle spielen sie?
Bei Förderanträgen dürfen nur die zusätzlichen Kosten für die energetische Verbesserung (z. B. Dämmmaterial, effizientere Technik) angesetzt werden. Sowieso-Kosten sind nicht förderfähig, müssen aber für die eigene Finanzplanung einkalkuliert werden.
Kurz gesagt: Sowieso-Kosten senken nicht den Fördersatz, aber den förderfähigen Anteil der Gesamtkosten. Sie zu kennen hilft, realistisch zu kalkulieren und keine bösen Überraschungen bei der Förderhöhe zu erleben.

Kosten reduzieren: Förderung für energetische Sanierungen
Förderungen für energetische Sanierungen – Ein enorm wichtiger Hebel für bessere Amortisationszeiten. Die staatliche Förderung ist ein effektive Möglichkeit, um die hohen Investitionskosten einer energetischen Sanierung deutlich zu senken. Über das BAFA (für Einzelmaßnahmen wie Dämmung, Fenstertausch oder Heizung) sowie die KfW (für Komplettsanierungen zum Effizienzhaus-Standard) stehen Zuschüsse und zinsvergünstigte Kredite zur Verfügung.
Besonders attraktiv: Wer Maßnahmen nach einem individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP) umsetzt, erhält zusätzlich 5% Bonus auf BAFA-Zuschüsse. Für Eigentümer:innen, die keine Zuschüsse beantragen möchten, gibt es auch steuerliche Anreize nach §35c EStG: Bis zu 20% der Sanierungskosten, maximal 40.000€ pro Objekt, können über drei Jahre verteilt von der Einkommensteuer abgesetzt werden.
Lohnt sich eine energetische Sanierung?
Die Investitionskosten einer energetischen Sanierung wirken auf den ersten Blick hoch, besonders bei umfassenden Maßnahmen wie Dämmung, Heizungstausch oder Fenstererneuerung.
Wichtig ist jedoch eine lange Sicht einzunehmen und die Sanierung vornherein mit einem Energieberater durchzurechnen. Durch deutlich geringere Heiz- und Energiekosten, Fördermittel und steuerliche Entlastungen amortisieren sich viele Maßnahmen innerhalb weniger Jahre. Gerade bei steigenden Energiepreisen wächst das Einsparpotenzial kontinuierlich und damit auch die Wirtschaftlichkeit der Investition.
- Wertsteigerung Ihrer Immobilie: Ein besserer Energieeffizienzstandard erhöht den Verkaufs- oder Vermietungspreis messbar
- Höherer Wohnkomfort: Gleichmäßigere Temperaturen, weniger Zugluft und ein angenehmes Raumklima
- Schutz der Bausubstanz: Wärmedämmung verhindert Feuchteschäden und Schimmelbildung
- Unabhängigkeit von Energiepreisen: Durch moderne Systeme wie Wärmepumpen oder Photovoltaik
- Klimaschutz: Reduzierter CO₂-Ausstoß und Beitrag zur Energiewende
- Erfüllung gesetzlicher Vorgaben: Insbesondere bei älteren Gebäuden oder Eigentümerwechsel wichtig
Fazit
Die Kosten einer energetischen Sanierung hängen stark von Gebäudezustand, Maßnahmenumfang und Ausführung ab – lassen sich durch Förderprogramme, Kredite und steuerliche Vorteile aber deutlich senken. Wer frühzeitig eine Energieberatung einbindet und Maßnahmen strategisch plant, vermeidet unnötige Ausgaben und nutzt Fördermöglichkeiten optimal aus. Wer investiert profitiert langfristig und modernisiert ganz nebenbei sein Haus.
Häufig gestellte Fragen
Was kostet es, ein 100 qm Haus zu sanieren?
Die Kosten für eine energetische Sanierung eines 100 m² großen Hauses liegen meist zwischen 40.000 und 60.000€. Einzelmaßnahmen wie Dämmung oder Fenstertausch können günstiger sein, eine Komplettsanierung zum Effizienzhaus-Standard deutlich teurer. Durch Fördermittel, Kredite und steuerliche Anreize lässt sich die tatsächliche Belastung jedoch spürbar reduzieren.
Gibt es eine Pflicht, energetisch zu sanieren?
Ja, unter bestimmten Voraussetzungen besteht eine gesetzliche Sanierungspflicht, etwa nach einem Eigentümerwechsel (§ 47 GEG), wenn das Haus vor 2002 gebaut wurde und seither nicht umfassend modernisiert wurde. Pflicht sind dann u. a. die Dämmung der obersten Geschossdecke und der Austausch veralteter Heizkessel. Darüber hinaus greifen technische Mindeststandards, sobald größere Baumaßnahmen umgesetzt werden.
Kann man die Kosten der energetischen Sanierung auf Mieter umlegen?
Vermieter:innen dürfen die Kosten energetischer Sanierungsmaßnahmen anteilig auf Mieter:innen umlegen, aktuell bis zu 8% der Kosten pro Jahr (§559 BGB). Voraussetzung ist, dass es sich um förderfähige, energetische Maßnahmen handelt und die Mieter:innen ordnungsgemäß vorab informiert wurden. Gleichzeitig gilt: Die Mieterhöhung darf eine gewisse Belastungsgrenze nicht überschreiten und muss sozial verträglich sein.