Wie funktioniert ein Wechselrichter? Funktionsweise & Aufbau einfach erklärt

Eine digitale Illustration eines Wechselrichters mit der Bezeichnung "Wechselrichter" veranschaulicht das Konzept "Wie funktioniert ein Wechselrichter": Die Kabel werden an den "DC-Eingang" (links) und den "AC-Ausgang" (rechts) angeschlossen, was die Funktion des Geräts verdeutlicht.
Wechselrichter bilden das technische Herzstück jeder Photovoltaikanlage und wandeln den von Solarmodulen erzeugten Gleichstrom in nutzbaren Wechselstrom um. Ohne das Gerät könnten Sie den Solarstrom weder im Haushalt verwenden noch ins öffentliche Stromnetz einspeisen. Die Funktionsweise und der Aufbau dieser Geräte sind dabei komplexer als viele Hausbesitzer:innen zunächst vermuten. 
Abbildung einer Glühbirne, in der grüne Blätter wachsen, die umweltfreundliche Ideen oder nachhaltige Energie symbolisieren.

Das Wichtigste in Kürze

  • Wechselrichter wandeln den Gleichstrom aus Solarmodulen in Wechselstrom um, der im Haushalt nutzbar ist
  • Es gibt verschiedene Arten wie String-Wechselrichter, Mikro-Wechselrichter und Hybrid-Wechselrichter für unterschiedliche Anwendungen
  • Der Wirkungsgrad moderner Geräte liegt bei 95-98 %, wobei transformatorlose Modelle besonders effizient arbeiten
  • Wechselrichter können verschiedene Größen haben und werden jeweils an die Leistung der PV-Anlage angepasst
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Inhaltsverzeichnis

Wie funktioniert ein Wechselrichter?

Ein Wechselrichter nimmt den Gleichstrom auf, den die Solarzellen Ihrer Photovoltaikanlage produzieren. Mithilfe elektronischer Bauteile wandelt das Gerät diesen Gleichstrom in Wechselstrom um, der die gleichen Eigenschaften wie der Strom aus dem öffentlichen Netz hat und somit auch genutzt werden kann. 

Der Wechselrichter steuert dabei präzise die Frequenz von 50 Hertz und die Spannung von 230 Volt, damit Sie den Solarstrom direkt für elektrische Geräte nutzen oder ins Stromnetz einspeisen können. Gleichzeitig überwacht er kontinuierlich die Leistung der PV-Anlage und passt den Betrieb an wechselnde Bedingungen an.

Wie ist der Wechselrichter aufgebaut?

Der Aufbau eines Wechselrichters ist im Grunde immer aus den gleichen Bauteilen aufgebaut. Jedes Bauteil übernimmt eine spezifische Funktion im Umwandlungsprozess.

Gleichstrom-Eingang (DC-Seite)

An der DC-Seite werden die Solarmodule angeschlossen, die den Gleichstrom liefern. Der Eingang verfügt über spezielle Anschlüsse und Schutzvorrichtungen, die Überspannungen und Kurzschlüsse verhindern. Moderne Wechselrichter integrieren hier oft mehrere MPP-Tracker, die jeden angeschlossenen String einzeln überwachen. So kann das Gerät selbst bei teilweiser Verschattung einzelner Module die maximal verfügbare Leistung aus der gesamten PV-Anlage herausholen.

Leistungselektronik (Transistoren, IGBTs, MOSFETs)

Die Leistungselektronik bildet das Kernstück des Wechselrichters und besteht aus schnell schaltenden Halbleiterbauelementen. Transistoren wie IGBTs oder MOSFETs öffnen und schließen tausende Male pro Sekunde in einem genau gesteuerten Rhythmus. Diese hochfrequenten Schaltvorgänge erzeugen aus dem konstanten Gleichstrom ein pulsierendes Signal, das später zur Sinuskurve geformt wird. Die Qualität dieser Bauteile entscheidet maßgeblich über den Wirkungsgrad und die Lebensdauer des gesamten Geräts.

📌 Good-to-Know: Wechselrichter haben im Schnitt eine Lebensdauer von 15 Jahren. Photovoltaik-Anlagen können hingegen bis zu 30 Jahre durchhalten. Der Wechselrichter muss in der Regel mind. 1 Mal getauscht werden, um weiterhin hohe Effizienz zu ermöglichen.

Steuerung und Regelung

Eine Steuerungseinheit überwacht permanent alle Parameter der Anlage und regelt den Betrieb des Wechselrichters. Sie erfasst Spannung, Stromstärke und Leistung sowohl auf der DC- als auch auf der AC-Seite. Die Steuerung führt zudem das „Maximum-Power-Point-Tracking“ durch, bei dem sie kontinuierlich den optimalen Arbeitspunkt der Solarmodule ermittelt. Außerdem übernimmt sie Schutzfunktionen und trennt die Anlage bei Störungen oder Stromausfall automatisch vom Netz.

Filter und Transformator (falls vorhanden)

Die Filter glätten das pulsierende Signal der Leistungselektronik zu einer sauberen Sinuskurve und ermöglicht damit die Umwandlung zu Wechselstrom. Sie bestehen typischerweise aus Induktivitäten und Kondensatoren, die unerwünschte Oberschwingungen herausfiltern. Einige Wechselrichter verwenden zusätzlich einen Transformator, der die Spannung anpasst und eine galvanische Trennung zwischen PV-Anlage und Stromnetz schafft. Jedoch arbeiten transformatorlose Wechselrichter effizienter, da sie Umwandlungsverluste vermeiden und kompakter gebaut werden können.

Wechselstrom-Ausgang (AC-Seite)

Auf der AC-Seite wird der erzeugte Wechselstrom ausgegeben und ins Stromnetz eingespeist. Der Ausgang ist mit Sicherheitseinrichtungen ausgestattet, die eine Netzsynchronisation gewährleisten und bei Störungen sofort abschalten. Bei einphasigen Wechselrichtern erfolgt die Einspeisung über eine Phase, während dreiphasige Wechselrichter den Strom gleichmäßig auf alle drei Phasen verteilen. Zusätzliche Messeinrichtungen erfassen hier die eingespeiste Energie für Abrechnungszwecke.

Ein auf Deutsch beschriftetes Diagramm "Wie funktioniert ein Wechselrichter?" zeigt, wie der Gleichstromeingang (Solarenergie) durch Leistungselektronik, Steuersysteme, Filter und einen Transformator geleitet wird, um einen Wechselstromausgang für den Hausgebrauch zu erzeugen.

Welche Arten von Wechselrichtern gibt es?

Je nach Anwendung und Systemaufbau kommen unterschiedliche Wechselrichter-Typen zum Einsatz. Die Wahl der richtigen Art hängt von Faktoren wie Anlagengröße, Netzanbindung und gewünschter Funktionalität ab.

Netzgekoppelte Wechselrichter

Netzgekoppelte Wechselrichter sind die häufigste Variante bei Photovoltaikanlagen auf Ein- und Mehrfamilienhäusern. Sie speisen den erzeugten Solarstrom direkt ins öffentliche Stromnetz ein und arbeiten nur, wenn eine stabile Netzverbindung besteht. Der Vorteil liegt in der einfachen Installation und den geringeren Anschaffungskosten im Vergleich zu anderen Systemen.

Inselwechselrichter

Inselwechselrichter kommen in autarken Anlagen zum Einsatz, die nicht ans öffentliche Netz angeschlossen sind. Sie versorgen abgelegene Hütten, Wohnmobile oder netzferne Standorte mit Strom aus Batteriespeichern. Diese Geräte müssen eigenständig eine stabile Spannung und Frequenz erzeugen, da kein Stromnetz als Referenz dient.

Hybridwechselrichter

Ein Hybrid-Wechselrichter vereint die Funktionen eines netzgekoppelten Wechselrichters mit einem Batteriemanagement-System. Er kann gleichzeitig Solarstrom ins Netz einspeisen, Batterien laden und bei Bedarf gespeicherte Energie bereitstellen. Für Hausbesitzer:innen mit Stromspeicher stellt diese Technologie die effizienteste Lösung dar, da sie den Eigenverbrauch maximiert.

Mikro-Wechselrichter

Mikro-Wechselrichter werden direkt an einzelne Solarmodule angeschlossen, statt mehrere Module zu einem String zu verbinden. Jedes Modul arbeitet unabhängig mit optimalem Wirkungsgrad, selbst wenn andere Module verschattet sind. Allerdings erfordert diese Technik mehr Geräte und höhere Installationskosten, bietet jedoch Vorteile bei Balkonkraftwerken und kleinen PV-Anlagen.

Welche Funktionsweisen und Technologien gibt es?

Neben den verschiedenen Arten unterscheiden sich Wechselrichter auch in ihrer technischen Ausführung. Die Wahl der Technologie beeinflusst Wirkungsgrad, Kosten und Einsatzmöglichkeiten, wird in der Regel aber direkt vom Solarinstallateur mit bestimmt, sodass Sie sich keine Gedanken darüber machen müssen.

Trafogerät vs. trafolos

Wechselrichter mit Transformator bieten eine galvanische Trennung zwischen Solarmodulen und Stromnetz, was zusätzliche Sicherheit schafft. Der Transformator ermöglicht zudem flexible Spannungsanpassungen und schützt vor Gleichstromeinspeisung ins Netz.

Transformatorlose Wechselrichter arbeiten dagegen effizienter mit hohen Wirkungsgraden bis 98 %, wiegen weniger und sind kompakter gebaut. Moderne Geräte ohne Transformator nutzen spezielle elektronische Schaltungen, um die geforderte Netztrennung zu gewährleisten.

🌱 Green-Fact: Transformatorlose Wechselrichter sparen durch ihren höheren Wirkungsgrad über 15-20 Jahre Betriebsdauer mehrere hundert Kilowattstunden Energie ein. Bei einer 10-kWp-Anlage entspricht dies einer CO₂-Einsparung von etwa 200 kg.

String- vs. Mikro-Wechselrichter

String-Wechselrichter bündeln mehrere Solarmodule zu einem String und wandeln deren gemeinsamen Gleichstrom zentral um. Diese Lösung ist kostengünstig und bewährt, zeigt jedoch Schwächen bei unterschiedlicher Modulausrichtung oder Teilverschattung.

Mikro-Wechselrichter optimieren jedes Modul einzeln und ermöglichen maximale Flexibilität bei der Installation. Die Investitionskosten liegen etwa 20-30 % höher, dafür entfällt der Leistungsverlust durch schwächere Module im String.

Einphasig vs. dreiphasig

Einphasige Wechselrichter speisen den Solarstrom auf eine einzelne Phase des Hausnetzes ein und eignen sich für kleinere Anlagen bis etwa 5 kWp Leistung.

Dreiphasige Wechselrichter verteilen die Leistung gleichmäßig auf alle drei Phasen, was bei größeren PV-Anlagen zu einer symmetrischen Netzbelastung führt. Ab einer Anlagenleistung von 4,6 kW schreiben viele Netzbetreiber eine dreiphasige Einspeisung vor, um Schieflasten im Netz zu vermeiden.

Fazit

Der Wechselrichter übernimmt als zentrales Bauteil die Umwandlung von Gleichstrom in nutzbaren Wechselstrom und macht Ihre Solaranlage erst wirtschaftlich sinnvoll. Die Wahl zwischen String-Wechselrichter, Mikro-Wechselrichter oder Hybrid-Wechselrichter hängt von Ihrer individuellen Situation ab. Mit der richtigen Technologie erreichen Sie Wirkungsgrade von bis zu 98 % und können den Ertrag Ihrer Photovoltaikanlage über Jahrzehnte maximieren.

Häufig gestellte Fragen

Was macht ein Wechselrichter genau?

Ein Wechselrichter wandelt den Gleichstrom aus Solarmodulen in Wechselstrom um, der im Haushalt genutzt oder ins öffentliche Netz eingespeist werden kann. Dabei synchronisiert er Frequenz und Spannung mit dem Stromnetz und überwacht kontinuierlich die Leistung der PV-Anlage. Zusätzlich führt er das Maximum Power Point Tracking durch, um stets den optimalen Arbeitspunkt der Solarmodule zu finden.

Wie lange hält ein Wechselrichter?

Die Lebensdauer eines Wechselrichters liegt typischerweise zwischen 15 und 20 Jahren, während Solarmodule oft 25-30 Jahre halten. Die elektronischen Bauteile, insbesondere Kondensatoren und Lüfter, unterliegen einem natürlichen Verschleiß. Hochwertige Geräte mit guter Wärmeableitung und ohne mechanische Bauteile erreichen häufig eine längere Betriebsdauer. Planen Sie bei einer Photovoltaikanlage mit mindestens einem Wechselrichter-Austausch während der Gesamtlebensdauer ein.

Was kostet ein Wechselrichter?

Die Kosten für einen Wechselrichter liegen zwischen 1.000 und 3.000 €, abhängig von Leistung, Technologie und Hersteller. In den meisten Angeboten sind Wechselrichter schon mit inkludiert, weshalb zusätzliche Kosten nur selten anfallen.

Was passiert ohne Wechselrichter?

Ohne Wechselrichter bleibt der Gleichstrom aus den Solarmodulen ungenutzt, da elektrische Geräte im Haushalt und das öffentliche Stromnetz ausschließlich mit Wechselstrom arbeiten. Sie könnten den Solarstrom weder selbst verbrauchen noch einspeisen und würden somit keine Stromkosten sparen. Nur spezielle Gleichstrom-Verbraucher wie bestimmte LED-Lampen oder DC-Kühlschränke könnten direkt betrieben werden, was jedoch für eine herkömmliche Photovoltaikanlage keine praktikable Lösung darstellt.

Richard Roth
Richard Roth vereint seine Leidenschaft als Autor mit einer tiefen Begeisterung für die Natur und der Verwendung erneuerbarer Energien. Engagiert in Projekten zur Förderung von Nachhaltigkeit im Alltag, fokussiert er sich besonders auf die Anwendung erneuerbarer Energien in privaten Haushalten. Dabei möchte er besondere Aufmerksamkeit im Bereich der nachhaltigen Investment-Möglichkeiten schaffen und mehr Menschen dazu motivieren Rentabilität mit einem umweltbewussten Lebensstil zu vereinen.

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